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Full text of "Die Gleichnisse Jesu: Zugleich eine Anleitung zu einem quellenmässigen ..."

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Hus tlatur unö (BcijtcstDelt 

Sammlung n)iffenfc^aftH(^«gememperftänbIi(^er Darftellungen 

46. Bönb^en z=z 



I 

Die (Bleid)ni|fe 3e|u 

t 

j 3uglei(^ eine Hnleitung 3U einem quellenmäßigen 

Derftänbnis 5er (Ejoangelien 



Don 



^cinri(^ jpcincl 

Dr. unb Prof effor btx tC^eoIogie 
in 3ena 



Dritte oerbefferte Huflage 

(11.— 16. tCaufenö) 




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1 • • ^ J .( ,» o 



Drud unb Oerlag oon B.(B.Ceubner in £eip3ig 1910 



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m MEMORTAM 



"Vro^. T^.Wev>rM S>a.nc.tr 



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Copyright 1910 by B. G. Teubner in Leipzig. 



Aue Ut^io, einf^Iie|Ii^ 5es Überfe^ungsrec^ts, oorbe^alten. 




üoriDott jut öritten Huflage. 

Dag bies fietne Buc^ abermals in einer neuen Auflage aus« 
ge^en 6arf , ift mir eine rechte 5teu6e; 6enn 6iefe ttatfac^e bt» 
ftdtigt mir ni^t nur feine Brauc^barleit für 6en teurer, für 6en 
es einft in erfter £inie beftimmt voax, fonöem betoeift, öafe es in 
ber Sat gefc^idt ift, ben tlic^tt^eologen in bie 5orfc^ung an ben 
(Eoangelien unb am £eben 3efu einjufü^ren. Unb barauf tommt 
es mir nac^ voxt t)or in erfter £inie an. 3c^ glaube immer noc^, 
baß Sad^lenntnis ber ärgfte 5einb aller Utafelofigleit unb IDinfür 
ift unb bag au^ bie neufte unter ungeheurer Reflame ins tDert 
gefegte Beftreitung ber (Befc^ic^tlic^feit 3^fUr wie fie aus Un« 
lenntnis geboren ift, f o au^ nur burc^ ein ruhiges, emftes Siegeln» 
arbeiten in bie (Eoangelien übertDunben werben lann. 3c^ ^abe 
in biefer neuen Auflage noc^ me^r (bewiest barauf gelegt, bag 
ber nic^tt^eologe oirllic^ in bie Art unferer gefc^ic^tlic^en Arbeit 
wie in bie (Quellen felber unb in bie Befc^affen^eit ber Über- 
lieferung Don 3^fus einen fachgemäßen (Einblid gewinne. 

Die injwifc^en erfc^ienenen Resenfionen ^abe ic^ gewiffen^aft 
benu^t, befonbers bieoon3ünc^er, 3orban, Sc^miebel, unb 
Dor allem eine ausführliche Befpred^ung t)on £ubu)ig Köhler 
in ber Sc^weiserif c^cn tt^eologif d^en 3eitf c^rlft 1 904. Dem me^r» 
fac^ ausgefproc^enen IDunfc^, bies Bud^ ju einer oollftänbigen 
(ErHärung ber (Blei^niffe Z^\n au^uweiten, lonnte ic^ nic^t ent» 
fprec^en. Aber ic^ ^abe mic^ bemüht, entweber in ber DarfteÜung 
ober in Anmerfungen ju bem am (Enbe abgebruAen Se;t ber 
(Bleic^niffe bas IDefentfic^fte für bie (ErHärung 5u fagen. 

5ür bie Benu^ung bts Bud^es mochte ic^ noc^ ein paar IDorte 
^insufügen. Das Heine Buc^ ift ja in erfter £lnie beftimmt, ge- 
lefen ju werben. Aber i^ meine bas nic^t im Sinn eines flüc^» 
tigen Durc^fliegens , fonbem eines roirfli^en (Einbringens in bie 
Sac^e. Deshalb gebe ic^ auc^ je^t wieber bie ttejte ber (Bleic^niffe 
im ftjnoptifc^en, überfic^tlic^en Druct bei. Der £efer foll meine 
AuffteHungen prüfen, ja bie Refultate, foweit bas an einem Aus» 




a* 



• i 



IV üorroort. 

tc^nitt bes (Eoangelienftoffes mogßc^ ift, felber ftnöen. Der beutfc^e 
tEejt ift eine Reoifion bes £ut^ertejtes, in 6er id^moglic^ft genau 
tür jeöes griec^ifc^e IDort bosfelbe öeutf^e gebraucht ^abe, fo 
bai ber (Ee^t, foroeit es überhaupt bei einer Überfe^ung mSg* 
lic^ ift, für bie fritifc^e Betrachtung jureic^t 3c^ ^abe femer jroei 
^cgifter beigegeben, eines nac^ 5en BibelfteHen unb eines nac^ btn 
liberf^riften ber (Bleic^niffe. Daburc^ ^offe^ ic^ bas Ilac^fc^Iagen 
ju erleichtern. IDer ein (Bleic^nis nac^ ber Überfc^rift fud^t, roirb 
ftets nur bie eine Stelle angegeben finben, an ber fein ttejt ab» 
gebrudt ift; aber bort fte^en bann unter ber Überfc^rift alle 
Stellen, an benen im Buc^ oon bem betreff enben (Bleic^nis ge» 
tproc^en roirb. Daburc^ ^offe ic^ befonbers ben £e^rem bei i^rer 
Dorbereitung noc^ me^r als bisher bienen ju Knnen. 

Don £itcratur brauche ic^, nac^bem bie legten 3a^re fo oiele 
unb gute Bücher über 3efus, feine Cefc^ic^tlic^leit, feine £e^re unb 
fein £eben, baju bie große Überfe^ung unb (ErHorung bes Reuen 
tteftaments oon Baumgarten, 3o^. IDeife u. a. ^eroorgebrac^t 
I(aben unb biefe Bücher fo roeit verbreitet roorben finb, nichts 
Allgemeines ansugeben. Ilur bie IDerle über bie (Bleic^niffe, btntn 
bas oorliegenbe Meine Buc^ ju DanI oerpflic^tet ift, feien ^ier 
noc^ einmal genannt, flb. 3ünc^er, Die (Bleic^nlsreben 3€fu. 
1. (EeiL Die (BL 3. im allgemeinen. 2. flufL 1899. 2. (EeiL Aus- 
legung ber (BL ber brei erften (Eoangelien 1899. (E^r. Bugge, 
Die ^auptparabeln 3efu 1903. p. Siebig, Hipbifc^e (Bleid^niffe 
unb bie (Bleic^niffe 3efu 1904. Diefe Bücher fe^en fprac^Iid^e 
Kenntniffe ooraus, allgemein oerftänblic^ ift: C iE. oan Koets» 
Delb, Die (Bleic^niffe bes (Evangeliums als i^ausbuc^ für bie 
'<^riftL Samilie. Überfe^t oonKo^Ifc^mibt. 5. lauf enb. £eip3ig 
1896. 

3c^ f^Iiefee auc^ biefe Dorrebe mit ber ^eute me^r als je 
itottDcnbig geworbenen Bitte an bie £e^rer, benen bies Buc^ in 
bie fjccab lommen wirb, bafe fie bei i^rer Dorbereitung für ben 
Unterricht im £eben 3efu boc^ ftets eine Dergleic^ung aller tEefte, 
bie für eine (Ersä^Iung in Betracht lommen, vornehmen möchten, 
in ber Art, roie ic^ fie in (Teil III gqeic^net ^abe. Sie werben für 
i^ren Unterricht ben größten (Bewinn baoon ^aben. paranelfteöen 
finbet man in }eber Bibel unter bem tEejt gebrudtt. (Eine aus« 
ge3eic^nete„Deutf(^e (Er)angeIien«St)nopfe", in berbie(Eoan« 
gelten wiffenfc^aftlic^ genau nebeneinanber gebrudt finb, ^at 
A. f)uct 1905 in (Tübingen herausgegeben. Sie foHte in leiner 



Donoort. V 

Sc^ulbibltot^el fehlen. Auc^ fönnten bte £e^ret einmal Derfuc^en, 
auf 6cr ©bcrfhif e • 6ie S^iUcr in eine folc^e oerglei^enöe Be* 
trcu^tung einsüfül^ren. 3n 6en obetn Klaffen ber (Btjmnafien ge» 
fc^ie^t es ^offeiitlid^ fc^n fiberaO. Bas 3ntereffe an öen fo oft 
gelernten unb ben Kinbetn manchmal langtoeilig getoorbenen 
Stoffen tofirbe fi^ bebeutenb ^ben. Unb unfer OoK tȊrbe ein 
ti^ttges Oerftänbnis für ben toefentlic^ften (Eeil ber Bibel ge« 
coinnen. Dag bas aber gefc^ie^t, baoon ^ängt fe^r oiel ab. 'Denn 
oiele oerlieren il^re Religion baburc^, ba!^ i^nen im Religions» 
uttterri^t bie Bibel als ein n)örtlt(^ infpiriertes Bu^ ^ngefteüt 
unrb; lommt bann nac^ ber Sc^uljelt bie Kritil oon religionslofer 
Seite an fie ^an — unb in unfrer 3eit fommt fie fieser — , fo 
loirb bie Kritif basu gebraucht, alle (E^rfur^t t)or ber Bibel unb 
enblic^ alle (E^rfurc^t überhaupt, alle Religion 3U jerftorcn. ^ier 
lonn nur oorgebeugt toerben, inbem mit gefc^itfter ^anb burc^ 
(Ertuedung gefc^ic^tli^en Derftänbniffes bie jugenb gegen bie 
Serftörenben (Einflüffe immun gemad^t wirb. Hu^ gegen bie 
rabilale Beftreitung ber (Befc^ic^tlic^feit 3efu gibt es lein bef|feres 
mittel, als fc^on unfere 3ugenb in eine oirllic^e Kenntnis ber 
Überlieferung oon 3efus einsufü^ren. Die ^ilflofigleit, mit ber 
unfere Iltänner unb 5tauen man^mal btn unbegrünbetftcn ^t)po» 
tiefen gegenüberfte^en, ift oft nur bie 5oIge eines Unterridjts, ber 
eine toirflic^e (Einfül^rung in bas Reue tteftament t)erf8umt fiat 

3ena, 27. 3uni 1910. 

Q. IDeinel. 



3nbalt. 

' Seite 

I. Hngenteines fibet <5Ieid^niffe unb BiI6te6en 1—12 

1. Hüegorie unb 6Iei^nts 1 

2. Die Überlieferung 5er Bilöreöen 8 

II. Dos tOefen 6eir <5Ieid^niffe 3efu 12—35 

1. Die allegorifc^e Deutung 12 

2. Das red|te Derftdnbnis 5er 6Ieid|niffe 18 

3. Hnfeersartige Bil>re5e bei 3efus 29 

4. (Brensen 5er bilblt^en He5en)eife 33 

III. Die tteetHeferung 6et <5Ieid^nfffe 3efu . . . 35—65 

1. Die Derf^ieben^eit 5er Überlieferung 35 

2. Die Tllet^obe 5er Sorf^ung 39 

3. Die (QueÜen unferer (Eoangelien 41 

4. Die niün5Ii^e Überlieferung 44 

5. Die Spru^quelle 50 

6. UTarfus 52 

7. ntatt^öus 54 

8. £u!os 58 

9. (Ergebniffe 63 

IV. 3efus als <5Iefd^nis6id^tet 65—84 

1. Das (Erleben 66 

2. altes un5 Heues. (3ü5if^e un5 in5ifd|e Dorbil5er?) 69 

3. Äugerli^es — 3nnerftes 77 

Die (Bleic^niffc 3efu, 
nadi i^rer Überlieferung georbnet. 

I. $ta^e aus matfas 84—100 

II. $ta^e au9 6et Sprud^quelle, In Itfatt^Sus 

Utt6 Cutas übevlfeferi 100—111 

III. Doppelt übevlieferte Stille 112—121 

1. Hus UTarfus un5 5er Sprut^queüe. ....... 112 

2. Unfid/erer fjerfunft 118 

IV. SonbetüberHeferungen bei ben einseinen 
(Eoangeliften 121—134 

1. (Ein Stüd $on5ergut bei lUarfus 121 

2. Befonbere Überlieferungen bei XTIatt^us 121 

3. Befonbere Überlieferungen bei £u!as 125 

Derjeic^nis ber (Bleidjniffe 135 

Stellenregifter 136 



• • • V • * • 



• ••* •:•• •!.•;':'.'> 

I. 

Angemeines Aber (Blei^niffe unb Bilöreöen. 

(Einfach wie fein ganses IDcfen fin6 auc^ 6le IDorte 3efu, finö 
au(^ feine (Bleic^niffe. (Es ift ettoas linblic^ (Brotes an bem, ber 
bas tDori gefproc^en Ifai: tDenn i^r nic^t toerbet mit bie Kinber! 
Aber bie Älenfc^en, ju benen feine IDorte famen, tooren nic^t fo 
einfa^ toie er, unb 3um (Teil fc^on bie nic^t, bie fie mit i^ren 
eigenen ©^ren gehört unb btntn fie mit i^rer Kraft unb 5^if^^ 
juerft bie ^erjen burc^brungen unb umgefc^affen Ratten. Die 
IUenfc^en, bie in ber lomplisierten Kulturroelt jener ttage auf* 
getDac^fen toaren, mugten fic^ auc^ bas einfach (Broge unb tlatür« 
lic^e erft umfpinnen mit btn taufenb fünftli^en 5^^^^ ^^^^^ 
neroSfen, nac^ feltfamen Reisungen ^afc^enben p^antafie. So finb 
3efu IDorte in ber firc^Iic^en Überlieferung nur in einer tounber* 
haften Derlleibung roeltergegeben roorben. Bis l^eute noc^ wirft 
im Unterricht ber Schule wie ber Kirche biefe Derfleibung nac^ 
unb ^inbert ein einfaches, rechtes unb tiefes Derftänbnis ber 
IDorte 3cfu. Selbft außerhalb ber Kirchen fte^enbe mobeme (Er* 
Ilarer meinen, bem (Brofeen erft bann 5U entfprec^en, wenn fie 
möglic^ft feltfam unb ge^eimnisooll Hingenbe Auslegungen er* 
finnen. Unb bo^ gilt es auc^ ^ier, 3U werben wie bie Kinber, 
einmal ganj oon oome ansufangen unb mit bem unbefangenen 
Sinn, ber für bas natürliche unb (Einfache unb barum auc^ für 
alles (Brofee empfängli^ ift, bie Bilberfprac^e 3^fu 3u betrad^ten. 
3a no^ me^r, wir ge^en suerft einen Umweg ins allgemein 
menfc^Hc^e Sprechen unb Dichten hinein, um allen Sc^ulftaub unb 
alle S^ulüberlieferung absuftreifen, unb treten erft oon bem, was 
wir bort fe^en, an 3efus felbft l^eran. So allein gewinnen wir 
einen unbefangenen unb boc^ an btn Dingen felbft gefc^ulten Blict 
auc^ für unfere befonbere Aufgabe. 

X. Allegorie unb (i^Iei^nis. 

Seit unferer 3ugenb ift uns bas im behaglichen Dollston ge* 
f^riebene (Bebi^t oon Rudert belannt, bas er eine Parabel ge* 
nannt l^at: 

anu®46: Weinel, (BIci<^itine 3efu. 3.auf(. 1 



I. Hügemeines über (Blei^niffe unö Bilbreöen. 

^s $fci(3t fiit Vftann im Stjrerlanö, 
]tjail^i^1.e&i-.KtiineI am fjalfterbanb. 
Das iier mit j^immigen (bebärben 
' 'iipip^Tlcb- -anfing f^eu 3U werben, 
' uttb' iai fo -gart3 entfe^Iic^ f(^naufen, 
ber 5ü^Tf«t oor i^m mußt* entlaufen. 
€r lief unb einen Brunnen fa^ 
oon ungefähr am XDege ba. 
Das tCier ^ört er im Hücfen f^nauben, 
bas mugf i^m bie Befinnung rauben. 
(Er in ben S^ad)t bes Brunnens !ro^, 
er ftür^te ni(^t, er f^roebte no^. 
6etDa^fen toar ein BrombeerftrauA 
aus bes geborftnen Brunnens Bauq; 
baran ber titann ficb feft tat flammem, 
unb feinen Suftanb orauf bejammern, 
(Er blidte in bie £}d^ unb fa^ 
bort 5as Kamel^aupt furci^tbar na^, 
bas i^n tDont* oben faffen toieber. 
Dann blirft er in ben Brunnen nieber; 
ba fa^ am 6runb er einen Dramen 
aufgaqnen mit entfperrtem Ha^en, 
ber brunten i^n oerfci^lingen toollte, 
toenn er ^inunterfallen follte. 
So f^toebenb in ber beiben mitte 
ba fa^ ber Hrme noä) bas Dritte: 
XDo in bie UTauerfpalte ging 
bes Sträu^leins IDursel, bran er ^ing, 
ba \af) er ftill ein lUdufepaar, 
f^toar^ eine, iDei| bie anbre toar. 
€r fa^ bie f^toarse mit ber toeigen 
abtoe^felnb an ber XDursel beigen. 
Sie nagten, sauften, gruben, mü^lten, 
bie €rb* ab oon ber XDursel fpülten; 
unb toie fie riefelnb nieberrann, 
ber Dra^ im (prunb aufblidte bann, 
3U fe^n, toie balb mit feiner Bürbe 
ber Strauß entmurselt fallen mürbe. 
Der ntann in Hngft uno Suxd\t unb Itot, 
umftellt, umlagert unb umbro^t, 
im Stanb bes iammer^aften Sd^toebens, 

S:^ fid^ nac^ Rettung um oergebens. 
nb ba er alfo um fid) blidte, 
fa^ er ein 3tDeiglein, toelc^es nidte 
00m Brombeerftrau^ mit reifen Beeren; 
ba lonnV er bo^ ber £uft ni^t mehren. 
(Er fab ni^t bes Kameles XDut, 
unb ni^t btn Dramen in ber S^ut, 
unb nid|t ber IlTdufe tEüdefpiel, 
als i^m bie Beer* ins Huge fiel. 



Die HOegorie. 3 

(Ex lieg öas tCier oon oben rauften, 
unb unter ft(& 5en Dramen laufc^en, 
unb nthtn fiq bie HTdufe nagen, 
griff na^ ben Beerlein mit Belagen, 
fie b&u^ten t^nt 3u effen gut, 
ag Beer auf Beerlein too^lgentut, 
unb bur^ bie Sü|igfeit int (Effen 
loar alle feine Surc^t oergeffen. 

Dos (Bebic^t ift eine Bilbrcbe. IDir a^nen f^on, ba^ ber Dic^« 
ter nic^t um ber Keinen Anetbote toillen, nic^t um bie (Befc^ic^te 
eines Unfalles 3U erjagten, uns QU biefe (EinseH^eiten mitteilt. 
Unb ber Dichter felbft merft an ben Iltienen feiner ^örer, wie 
er mit biefen (EinseHeitcn bie flufmerffamfcit gefpannt, wie et 
oiele 5^09^^ in ii^nen erregt ^at, unb mit fie fi^ biefe S^ögen 
boc^ ni^t beantworten f önnen, roenn er i^nen nic^t ju ^ilfe lommt. 
So wenbet er fic^ btnn jur Auf lofung ber feltfamen Bilbrebe: 

Du fragft: XDer ift ber töri^t TUann, 

ber fo bie Sux&it oergeffen !ann? 

So iDi|r Steunb, ber titann bift bu; 

oernintm bie Deutung au^ ba5U. 

€s ift ber Drac^* im Brunnengrunb 

bes tobts aufgefperrter Sc^lunb; 

unb bas Kamel, bas oben bro^t, 

es ift bes Cebens Hngft unb ttot. 

Du bift's, ber 3U)if^en tEob unb Zthtn 

am grünen Strand^ ber XDelt mugt f^meben. 

Die beiben, fo bie XDur5el nagen, 

bic^ famt ben 3n)eigen, bie bic^ tragen, 

3U liefern in bes tEobes IlTad|t, 

bh tit&ufe feigen tCag unb Uad\i. 

(Es nagt bie f^marse woffl oerborgen 

oom Rhtnb ^etmltd) bis 5um titorgen, 

es nagt 00m morgen bis 5um Hbenb 

bie n)ei|e, murseluntergrabenb. 

Unb 5n)if^en biefem 6raus unb XDuft 

lodt bi^ bie Beere Sinnenluft, 

ba| bu Kamel, bie £ebensnot, 

ba| bu im 6runb bm Drad)en tEob, 

ba| bu bie ntöufe tEag unb tta^t 

oergiffeft unb auf ni^ts l)aft ad)t, 

als ba^ bu re(^t oiel Beerletn ^af(^eft, 

aus (Brabes Brunnenri^en naf(^eft. 

(Eine folc^e Bilbrebe nennen wir eine Allegorie. Die Alle- 
gorie will uns eine allgemeine U)a^rl^eit in fc^öner, ausbruds« 
ooller 5otm oor bie Seele ftellen unb einprägen, inbem fie bie^ 



4 I. Hngemeines über 6Iei^niffe unb BUöreöen. 

fette in einer Rel^e von Bilbern malt, roelc^e Me p^antafle be^ 
f c^äftigen. Dief e (Einseftilöer finb um fo einörud sooller, Je gef (ä^idter 
fie bas in IDa^r^eit (Bemeinte anöeuten unb 5oc^ oer^üüen. 3n 
unferm (Beöic^t finb befonbers treffenb bie beiben nagenben Iltäufe, 
bie fc^roarse unb bie roeifee, bas raftlofe Derrinnen ber 3eit in 
tlac^t unb Sag barfteüenb, unb ber in ber Oef e lauembe Drache. 
IDarum gibt nun ber Dichter, anftatt fic^ mit ber einfachen, bilb» 
lofen Ausfprac^e bts (Beban!en$ 3U begnügen, eine folc^e (Eintlei* 
bung? IDeil bie Bilber oiel ftärler im (Bebä^tnis ^aften unb 
oor allem, toeil fie in einsigartiger Kraft bie (Befühle auslöfen, 
burc^ beren (Erregung allein bie bargefteüte IDa^r^eit fic^ bem 
IRenfc^en fo einprägt, bafe fie nic^t ein bloßer Derftanbesbefi^ 
bleibt, fonbem eine Iltac^t in feinem 3nnenleben wirb. 

neben bie Allegorie tritt nun eine gans anbere Art ber Bilb» 
rebe. ^ören roir bas folgenbe (Bebic^t oon (Boet^e: 

6ebi^te finb gemalte S^nfterf Reiben! 
Sie^t man oom XTIarft in bie Ktr^e hinein, 
ba ift alles bunfel unb büfter; 
unb fo fie^t*s au^ ber fjerr p^tlifter: 
ber mag benn mo^I t>erbrte|Ii^ fein 
unb lebenslang t>erbrte|Iid) bleiben. 

Kommt aber nur einmal herein! 
Begrügt bie ^eilige Kapelle; 
ba tft's auf einmal farbig ^elle, 
(Befd|id|t* unb 3ierat glän3t in Sdineüe, 
bebeutenb mirft ein ebler S^ein; 
bies mirb eud^ Ktnbern 6ottes taugen, 
erbaut eu^ unb ergd^t bie Hugen! 

IDie es in Rücterts Parabel Reifet: ber Ulann bift bu, fo ^ier: 
(Bebi^te finb gemalte 5^nfterf^eiben. Unb boc^ fü^It man fo» 
fort, es ift eine anbere Art ber Bilbrebe als oor^in. Die (Einsei» 
bilber, bie ^ier auftreten, finb nic^t wie bort einsein 3U beuten: 
was bebeutet benn berlltarft, (Befd^ic^f unb 3ierat, bie Kapelle? 
Unb welche (Einselfi^nlic^feit foll etwa swif^en bem Sanfter unb 
bem (Bebid^t befte^en? Hein, (Boet^e will uns einen einsigen Sa^ 
beutli^ ma^en unb burc^ fein Bilb unfere 3uftimmung 3U i^m 
obnötigen. Diefer Sa^ würbe in profa etwa fo lauten: IDie man, 
um bie S^Sn^eit ber Kir^enfenfter 3U fe^en, in bie Kirche ^in« 
eingeben muß, fo muß man, um (Bebid^te 3U oerfte^en, fic^ in 
bie Seele bes Dichters, in fein inneres £eben ^ineinoerfe^en 
Mnnen. IDer ben Dieter will oerfte^n, muß in Dichters £anbe gei^n. 



Das 6Iet^nis. 5 

nehmen mix ein anöeres (Bebtest öerfclben Hrt von (Boet^e: 

(Es flattert um 5te (Quelle 

5ie me^felnbe Obelle, 

mi^ freut fte lange fc^on: 

halb bunfel urtö halb ^elle, 

rote 5er Chamäleon, 

baI5 rot, bal5 blau, 

baI5 blau, bal5 grün; 

5ag i(^ in 5er ttdlie 

5o^ il|re Sorben fd^e! 

Sie f^mirrt unö fdjtoebet, raftet nie! 

Dod| ftin, fie fe^t fid| an 5ie IDeiben. 

Da f|ab' id| fie! Da I|ab* id| fie! 

Unö nun betraft' i^ fie genau, 

un5 fe^* ein traurig bunfles Blau. 

So ge^t es 5ir, 3erglie5rer beiner S^^nben! 

(Banj roie bei bem oorigen (Bebtest unb im (Begenfa^ ju ber 
Parabel Rücterts sielt ^ier alles auf ben einen Cebanfen ^in, 
btn (Beetee felbft am Sci^Iug fo beutlic^ ausgefptoc^en ^at: IDer 
feine 5teuben jergliebert, über fie gtilbelt, ftatt fie frö^Iic^ ^in« 
5une^men unb fic^ i^rer 3U freuen, ber gleid^t einem Iltann, ber 
eine bunte CibeHe, an beren f^iöember Pracht er fic^ gefreut 
l^at, fängt, um bann ju feinem Arger 3u fe^en, ba^ biefe Pracht 
mit einem Schlage oemic^tet ift, roeil fie nur auf bem £eben unb 
ber Bewegung beruhte. IRan lann auc^ ^ier bos (Einselne ni^t 
ausbeuten: IDos ift bas Schilf, bie IDeiben, ber Bac^? Dos alles 
ift nic^t 3U „beuten", fonbem es finb bie naturgemäßen tteile bes 
Bilbes. IDir ^aben alfo ^ier roie bei bem Dorigen (Bebic^t nic^t 
Allegorien oor uns, fonbem eine anbcre Art ber Bilbrebe, bie roir 
(Bleic^niffe nennen. 

Die beiben angeführten (Bleic^niffe oertreten aber roieber jebes 
eine befonbere (Bruppe. Bei jenem (Bebic^t oon ben Kirc^enfenftem 
l^anbelt es fi^ um einen etoig bleibenben IlaturDorgang: farbige 
Senfter muffen gegen bas £i(^t gefe^en werben. Bei ber öbefie 
bagegen ^anbelt es fic^ um eine (Erjä^Iung, bie eine, aüerbings 
immer toieber^olbare, (Befc^ic^te nac^bilbet. (Es ift eine (Ersä^» 
lung, anii mtnn fie ®oet^e in lebhafter DarfteÜung als (Begen- 
wart gibt Utan lonnte fie auc^ fo f äffen: IDer feine Sreuben 
oerftänbnismäfeig jergßebert, ber gleicht einem IRanne, ber am 
Ufer eines Baches eine QbeHe fal| ufto. 

Diefer legten 5orm, bem ersä^Ienben (Bleic^nis, ift bie 5(^6 el 
am nä^ften oerroanbi Hur erjä^It bie 5(tbel einen ganj oerein* 



6 I. allgemeines über (Blei^niffe unb Bilöreöen. 

selten $all, eine totrflid^e Hnetbote: e$ toar einmal. Der $uäis 
fa^ einen Raben, ber ein Stüd $Ux\ii gefto^Ien l^aüe. Das ift 
ein einjigartiger Dorgang, eine einmal pafflerte (Bef^t(i^te. Srniet 
ift bie Sabü faft ftets eine (Eiergef^i^te, roenn au^ ni^t not« 
roenblg immer. Das ersä^Ienbe (Blel^nis ift freier in ber IDa^I 
bes Stoffes unb ersä^It, roas fi^ einmal ereignet ^at, aber fid^ 
fo immer roieber ereignen lann. 

(Enbli^ ift nod^ ettoas bem (Blei^nis (Eigentfimlid^es 3U be« 
tonen, roas freili(i^ f^on ertoä^nt roorben ift, aber eine befonbere 
Qen)or^ebung oerbient. tle^men roir bas folgenbe (5ebi^t von 
£eut^oIb: 

IPie bift 5u fc^ön, 6u tiefer, blauer See! 
(Es 5agt 5er laue IPeft, 6ic^ ansu^auc^en, 
unb nur ber IPafferlilie reiner Schnee 
toagt fc^ü^tern aus 5er füllen S^ut 5U tauchen. 

^ier iDirft fein S\\^tt feine Hngelfc^nur, 
fein tlac^en toirb auf beinern Spiegel gleiten; 
tiDie (C^orgefang 5er feiemben ttatur 
raufest nur ber IPalb burc^ biefe €infamfeiten. 

IPalbrofen ftreun bir i^ren IPei^rauc^ aus 
unb iDür5*ge tCannen, bie 5ic^ rings umragen 
un5 bie toie Säulen eines tCempelbaus 
bos iDoIfenlofe Blau bes Qimmels tragen. 

(Einft fannf ic^ eine Seele, ernft, ooll Ru^', 
bie fic^ ber IPelt Derfc^log mit fieben Siegeln; 
bie rein unb tief gefc^affen fc^ien toie bu, 
nur um btn Qimmel xn \xä\ absufpiegeln. 

Ruii bles (Bebi^t ift feine Hllegorie. (Es roill nur fagen: 3ene 
Seele war wie ein ftiller, unberührter IDalbfee. Hber ni^t follen 
ber IDeft, bie IDafferlilien, bie (Eannen, ber ßi^ä^et uub alle (Ein» 
jel^eiten gebeutet werben. Das (Bebi^t fte^t bem (Blei^nis nö^er. 
Unb bo^ ift es fein (Blei^nis, es ift nur eine Dergleid^ung. 
Das (6ebi(!^t will ni(i^t bas Der^ältnis sweler Dinge erflären, ni^t 
einen Sa^ beweif en, ni^t fagen: fo ge^t es bir!, fonbem nur 
ein Ding mit einem anbem Dergleichen. (Es entfpringt einem rein 
poetif(i^en, fift^etif^en Bebürfnis, es will nur ergreifen, oerfinn» 
li^en, Stimmung in uns wecten; bas (Blei^nis bagegen, wie wir 
oben fa^en, ift ni^t reine poefie. 3nbem es beweifen ober bod^ 
unfere Suftimmung ju einem Sa^e gewinnen will, gebort es ber 
bibattifd^en poefie, ber £e^rbt^tung an. 



(Entfte^ung 6er (Blei^niffe. 7 

Der gtoge unb einfädle Unterfd^teb 3rDif(!^en Hüegorie unb 
(Bletd^nis ift es, btn man fi^ Dor allem Aar mad^en unb f^arf 
ins Huge f äffen mufe. (Be^t man freill(i^ bem (Entfielen ber Bilber 
in ber Seele bes Did^ters naii, fo trifft man auf einen (Quell* 
punft, iDo fWIegorie unb (BIei(i^ni$ ft^ no^ fe^r na^e finb. 

Dtnn roenn man von überlieferten unb immer roieber weiter* 
gegebenen Bilbem abfielt, bie man fe^r leidet als fold^e ertennen 
tann, fo gibt es 3U)ei IDege, auf btnen ein (bleid^nis in ber Seele 
bes Did^ters entfte^t. (Entroeber es liegt bod^ eine (EinjeK^nli^* 
teit f^Iieglid) t)or; bie Obelle in Jenem (bebid^t mit il^ren bunt 
f^iüemben 5ötben ift au^ ein paffenbes (Einjelbilb ber 5ifeube. 
®ber es trifft ber ntenfd^, ganj erfüllt von ber IDa^r^eit eines 
Sa^es ober fid^ nod^ quölenb mit ber £öfung einer 5^age, mit 
einem Ilaturoorgang 3ufammen, ber als ganser eine Ä^nlid^leit 
mit feinem (bebanlengang ^at, bann roirb bos (bleid^nis lebiglid^ 
auf bem Der^ältnis ber (blieber berufen. IDir Idnmn uns oor* 
fteüen, roie (boet^e mit ber $xaQ^ auf ber Seele: roie lommt es, 
baß bie ntenf^en meine (bebi^te fo wenig oerfte^en, baß id^ 
i^nen fo fremb bleibe? eine Kir^e fie^t. Die 5^öge liegt im 
^intergrunbe feines Denlens, i^m felbft ift fie oiellei^t gar ni^t 
betDufet. (Er fie^t bie 5enfter, oon außen finb fie bunlel, oieüei^t 
mit einem Dra^tne^ gef^ü^t, nid^ts lägt i^re ütalerei alfntn. 
(Er tritt ein, unb mit einem Iltale flammt i^m bie (blut i^rer 
Sorben entgegen. Die ganj überrafd^enbe IDirlung bes (Eintretens 
wirb i^m Har, brängt fid^ i^m auf — unb oerbinbet fi^ mit 
Jener Staqt feines ^ersens unb löft fie: fo ift es, bie Iltenf d^en 
Dermogen fid^ nid^t in mi^ ju oerfe^en, fie f e^en biefe IDunber* 
toerle, bie mir fo farbig prangen, nur oon aufeen an, fie müßten 
eintreten in meine tDelt. — So lonnte bos (blei^nis entfte^en. 
(Es muJ5 ni^t fo entftanben fein; es lann au6) auf jene erfte Hrt 
entftanben fein; bie Bilberfpra^e in bem (bebi^t lann ©oet^e 
auf bie Bilber in btn Kir^enfenftern geführt ^aben, eine (Einjel* 
ä^nli^leit lann bie Urfad^e gewefen fein, wie bei bem £ibellen- 
glei^nis, unb biefes umgele^rt lann auf einem juf älligen (Erleben 
berufen, Ulan wirb aber in mannen $aUen beutli^ bie (Ent* 
fte^ung bes (bleid^niffes in ber Did^terfeele no^ na^empfinben 
können. 

3ft nun ein (blei^nis aus einem (Einjelbilb gefloffen, fo ift es 
im legten (brunbe ein wenig aüegorifd^ unb es lann in einer 
Rei^e oon (Einjelsügen weitere Dergleld^spunlte ^aben. So ^at 



8 h HÜgemetnes über (Bleic^niffe un6 Bttbreben. 

ffioct^c getoife ni^t o^ne flbmt von (Bcf^l^f unb Sierat, oon 
P^iltftern, Me am Iltarlt roo^nen, unb oon (Botteslinbern in ber 
Kapelle gefpro^en. £eife fpielt ^ier ber 3U betoeifenbe Sa^ herein. 
Denno^ ift bas ^any ni^t aöegorif^ gemeint, unb man barf 
bem (Blei^nis ni^t eine flöegorie unterf^ieben roollen. 

Denn bas finb nun bie ^auptregeln für bas Derftänbnis unb 
bie Deutung oon Allegorie unb (Blei^nis, bie toir aus bem (Be« 
fagten getoinnen: 

1. (Eine Allegorie mufe i^r Dieter felbft oollftänbig ober 
roenigftens in i^ren ^auptsügen erllären, fonft ift fie unbeutbar 
ober ift alles Deuten ein unfi^eres Raten. 

2. (Kn (Blei^nis bagegen erlldrt felber; es brauet ni^t „ge- 
beutet" 3U u)erben, fonbem es erläutert unb betoeift feinerfeits 
irgenb ein ^anbeln ober einen (Bebanlen. Ulan muß bei i^m nur 
roiffen, in toel^er Situation, oon u)em unb für toen es gefpro(i^en 
ift, fo beleu(i^tet es biefe Situation ober biefen Iltenf^en, roie ein 
Sonnenftra^I plo^Ii^ eine uns ^alb oerf^Ieierte £anbfd^aft auf« 
glänsen läfet. Ünbeutli^ lann es nur bann toerben, u)enn toir ni^t 
me^r loiffen, in roel^er Situation es gefpro^en ift; benn es lann 
in oeränberter £age timas anberes bebeuten unb gleist barin bem 
Spri^u)ort. DasSpri^toort: „(Esiftno^leinllteifteroom^immel 
gefallen" lann xif als (Eroft für einen oersagten ober als ^o^n 
über einen auf geblaf enen Anfänger ausfprec^en. Sein Sinn änbert 
fi^ mit ber Situation. So au(^ bas (Blei^nis. Die £ibelle in ber 
^anb beffen, ber fie gefangen ^at, lann mir auö) ein Bilb bes 
bur^ plumpes £ob jerftörten Reises finbllc^er Unfc^ulb roerben 
unb no^ man^ anbere 6cbanlen in anberen SäUm tragen. 
Aber immer toirb es, im regten Augenblict angeroanbt, feine 
betoeifenbe Kraft entfalten unb unmittelbar oerftanben roerbcn 
unb pactcn. 

2. Die ftbetnefetung bet BUbteben. 

Die Rtenf^^eit ift ni^t unermeßlich rei(^ an poetifc^en Stoffen. 
Sie finbet au^ oiel u)eniger neue poefie, als fie alte unb uralte 
fiberliefert unb umgeftaltet. Die (Befc^i^te bes IItt)t^us unb bes 
Rtärc^ens ift eine (Bef^i^te i^rer fteten tDanberung unb Um« 
bilbung. Au(^ oon bm $ahzln — unb oieüei^t oon i^nen am 
beften — ift befannt, roie fie immer toieber mit benfelben Rio« 
tioen, \a mit benfelben (Ersä^Iungen gebilbet werben. (Es gibt 
eine ununterbro^ene Rei^e ber 5<^I>riumbiIbung oon ben erften 



Die Überlieferung 6er Bilöreben. 9 

grte(^tf^en Sammlern on bis auf ben heutigen (£ag. Sie ift au^ 
Hterarifd^ ununterbro^en 3U ©erfolgen, unb £effing ^at uns am 
S^Iuffe feiner flb^nblung über ble 5öbel bie Art unb tDeife, 
roie ber W^ter bei i^rer Umbilbung ©erfährt, tlaffifc^ gef^ilbert. 
Aber au^ (Bleic^niffe unb Bilber ©ererben fi^ ©on einem DoH 
jum anbern, ©on einem Dieter 3um anbern, unb nehmen immer 
neue (Beftalten an. Das Bilb, ba^ bie Seele roie ein See fei, ift 
uralt; nur ^at es unfer mobemer Dieter in feiner Art um» 
gebilbet unb ausgeftaltet, unb er ^at es in ber Sd^Iugftrop^e mit 
bem anbem ererbten Bilb ©on bem Bu^ mit bm fieben Siegeln 
©ermif(i^t. Dos ift eine fo unf^öne Dermif^ung, bafe man ben 
eingebrungenen 5tembförper fofort erlennt; man fann fogar bas 
ntoti© für fein anbringen angeben: bie Reimnot. Aber au^ 
Rücterts „Parabel" ift ni^ts anberes als eine alte bubb^iftif^e 
(Erjä^Iung, beren IDanberung na^ unb in (Europa t©ir no^ 
beutlic^ ©erfolgen lonnen ©on ber 3eit an, u)o fie bur^ b^n 
mittelalterli^en Roman Barlaam unb 3oafap^ nac^ bem Abenb* 
lanb lam. 

Sol^e (Erbftüde ber Iltenfc^^eit 3U erlennen, fann bas Auge 
lei^t gef(i^ult toerben. (Es ift f^on bas frembartige Kolorit an 
i^nen, roas auf i^ren fremben Urfprung surüdroeift. 3e älter ein 
Di(i^ter ift, befto echter finb bei i^m bie £olaIfarben. (Erft bie 
mobeme tDelt ^at (Orient unb ©fsibent bur^einanber getoürfelt, 
^at uns 3u AIIertDeltsmenf^en gemacht, bie überall ^eimif^ finb. 
Die antilen Iltenf^en finb ärmer, aber e^ter getoefen als roir. 
Der ntann im Stjrerlanb unb bas Kamel in Jener alten (Ersä^ 
lung führen uns ©on felbft nai^ bem (Dften, unb bie peffimiftifc^e 
Betrachtung ber tDelt jeigt uns be:n Urfprung unferer (Erjä^Iung 
auf bem Boben jener trüben p^ilofop^ie bes £eibens, rote fie fo 
nur in 3nblen geroa^fen ift. Si^er ift ein fol^er S^Iug aus ber 
£ofaIfarbe unb bem Stimmungsge^alt freiließ ni^t immer; er ift 
um fo unfi^erer. Je mobemer ber Dichter ift, mit bem roir es ju 
tun ^aben. 

(Es gibt aber au^ noc^ beutlic^e formelle UTerlmale, an benen 
man Umbilbungen erfennt. Die ßab^l ©om $uiis unb Kranit 
^at ffioet^e 3U einer neuen benu^t: 

Stoei perfonen, ganj ocrfc^ieben, 
luben ft^ bei mir 5ur tCofel, 
biesmol lebten fie in Stieben, 
5uc^s unb Kranich, fagt bie 5abet 



10 I* Hllgemeines über (Bletc^ntffe unb Bilbreben. 

Betben mac^t* tc^ toas jurec^te, 
rupfte gteic^ bte iüngften tlauben; 
iDeil er Don S^afats (Befc^Ied^te, 
legt tc^ bei gefi^cDotlne ttrouben; 

longgeMIftes (blosgefäge 
fe^t* iq ungefäumt bagegen, 
wo fic^ flar im Elemente 
(Bolb* unb Silberfif^lein regen. 

Danfenb freuten fie beim IDanbern 
fic^ ber (Crauben, fi^ ber Stf^^c^cn, 
jeber fpottete bes onbern 
als genährt am Ka^entif(^^en. 

* 

IPitlft nic^t Sat5 unb S^malj uerlieren, 
mugt, gemäg btn Urgef^i^ten, 
toenn bu Ceute toillft gaftieren, 
bi^ na^ Sc^nau5 unb S^nabet richten. 

Das (BeMc^t ift o^ne bie „Urgef^l^te", oon ber es abftantmt, 
nl^t 3U ocrftc^cn. Das 6cfünftclte ber Situation liegt auf ber 
^anb. Die 5öl>d ift eben nichts natürli(i^ (Betoac^fenes, flc ift auf 
einen alten fremben Stoff aufgepfropft. 

fl^nlic^ ift in Rücterts Parabel ein unerträgli(i^er 3ug, ber 
näntlic^, bag ber in ^ö^fter £cbcnsgefa^r am Strauß ^ängenbe 
mit ber fjanb noc^ „be^agli^" na^ b^n Beeren greift. Diefer 
3ug ift um ber Deutung rDiÖcn eingefügt: es foH bas Ijaf^en 
na^ ber £uft bes £ebens bamit bargefteüt toerben. Dos muß 
bem geübten fluge fofort als eine fpätcre Derfc^iebung auffallen; 
btnn es ift unnatfirli^, bafe ber geängftigte Iltann eine Ijanb 
frei ma^t, um bie Beeren 3u nehmen. (Er ^at feine beiben fj&nbt 
roa^rlic^ notig, um nl(^t fofort 3U fallen! Unb be^agll^ ift es 
felnesfalls, mit einer ^anb an einem Strauß ^ängenb, Beeren 
3U pflüden unb 3U effen. 3n ber lEat ^at bie alte (Befc^i^te an 
StcÖe ber Beeren ^erabfaüenbe Kröpfen Ijonigs, bie bem fi^ mit 
6en Ijdnben Hnflammemben gerabe in bm VHnnb träufeln. Das 
ift oiel natürli(i^er. Rudert ^at beutli(i^ geänbert, um in bie alte 
(bef^i^te einen anbern (btbanUn ^inein3utragen. Die alte (be» 
f(^i(^te fagt ndmlic^ ettoas anberes als i^re Umbi^tung. Sie 
tabelt btn IItenf(i^en ni^t roegen feines £ei(^tf innes , f onbern 
meint: bas £eben ift £elb, unb alle Sxtnb^ in i^m gleist nur 
blefen u)in3igen ^onigtropfen, bie in ben RTunb bes bem tCobe 
(Betoel^ten hineinfallen. Sie ift gänjli^ unet^if^, einfach ein Hus» 



XTlet^oöe, Umarbeitungen 5U erfennen. 1 1 

bind bubb^ifttfd^en XDelif d^merses , toa^renb i^r Rudert eine 
moralif^e XDenbung untergef^oben ^at. 

£effing ^at berartige Iltilbllbungen in btn 5abeln au^ \iion 
beobachtet unb als äft^etif^e $tliUx angemertt. (Es ift ni^t 
immer bie oeränberte ienbenj, bie einer (Befc^i^te frembe 3üge 
einfugt; es lonnen au^ fünftlerif^e ober oermeintli^ fünftlerif(i^e 
ntotloe fein, bie ^ier roirlen. So bas Streben na(i^ ftärlercn 
(Effeften. Huf bie (Bef(i^i^te oom Ijunb, ber ein Stüd 5Ielfd| ge* 
fto^Ien ^atte, mac^t £effing 3. B. aufmerffam. Äfop fagt oon i^m 
„er ging über ben Stufe", man foH ft^ oorfteHen auf einem Steg ; 
P^äbrus Ifigt i^n burc^ bas XDaffer f^u)immen, bas foll too^t 
natfirli^er ausfegen. „(Es ift aber unmöglich; wtnn ber Qunb 
bur^ ben $hx^ gef^toommen ift, fo ^at er bas tDaffer um 
fi^ ^er notroenbig fo getrübt, ba^ er fein Bilbnls unmögli(i^ 
bartn ^ätte fe^en tönntnj* (Ebenfo ftrel(i^t £effing bem p^äbrus 
mit Rec^t bie Deränberung ber $abtl oom £öu)en unb (Efel an, 
bie eine Beute auf ber 3agb fingen, p^äbrus ^at, um bie Sa^e 
braftifc^er ju machen, bem foroen eine Ku^, eine Siege unb ein 
S(i^af 3ur (BefeHf^aft gegeben; bas er^ö^t bie 3a^I ber tteil« 
ne^mer unb ber Kontrafte. Hber — „roelci^ eine (BefeHfc^aft! 
IDie war es mögll^, bafe \iii biefe Diere ju einem Sroecte oer« 
einigen fonnten? Unb iwax yxx 3agb!" Sooiel äft^etif(i^e Der« 
ftöfee, fooiel Rter^ei^en, bafe ^ier eine Überarbeitung ftattge« 
funben ^at. 

3nbeffen, es brauet fi^ ni^t einmal fo ^art ju ftogen. S^on 
roenn eine fol^e (Bef^id^te stoei Siele, jtoei Pointen betommt, ift 
bie Umbilbung mit ^dnben ju greifen: (Blei^niffe unb S^^eln 
roerben um eines Sa^es, um einer IDa^r^eit roillen gebübet. 
So ^at £efflng felbft bie $abü oom S^^^ ^^^ Raben babur^ 
oerbilbet, ba^ er bas Stüct $Ux\iit bas ber $uiis bem Raben 
abfc^meid^elt, oergiftet fein unb bem S^mei^Ier ben lEob geben 
Wfet. Run ift ber ^umorooHe erfte tteil ber (Befd^i^te bur^ einen 
S^Iu| mit gans anberer Stimmung beinahe totgef plagen, unb 
bie S^in^ritr wtt ber ber Rabe geftraft roirb, burd^ bie plumpe 
Hrt oergeu)aItigt, in ber fi^ bie Schmeichelei an bem $näi\e x&6)t 

fWIe folc^e 3üge, öft^etifci^e Derftöfee unb frembartige den« 
benign laffen fld^ oertoerten, um einen alten Di^tungsftoff als 
überflüffig 3U erlennen unb i^n toomögli^ in feiner urfprüng« 
Heiden einfad^en Sci^on^eit roieber ^ersufteüen. 

HXit bta Hnfci^auungen unb (Erlenntniffen, bie toir fo an gan3 



12 n. Dos IDcfcn 6cr (Bleic^niffc 3«fu. 

anbeten, cinfa^ 3U bur^fc^auenöen unb oon fetner Dogmatil be» 
laftctcn Stofifen getoonnen ^aben, ttüen mix nun an bie (Blet^* 
niffe 3cfu ^eran. tDir muffen fie gans in berfelben unbefangenen 
unb fad^gemdßen tDeife betrachten roie bie feit^er bejubelten 
Bilbreben au^. (Es ift ^ier ni(^ts anbers, ni^ts ge^eimnisooller, 
nichts f(^u)ieriger. tDir ftellen alfo 3uerft an bie ^erfömmlic^ fo 
genannten ffilei^niffe 3efu bie S^öge: Sinb biefe „(Bleic^niffe" 
Allegorien ober ec^te (Blei^niffe? tDir fragen roeiter, roie fie uns 
überliefert finb, ob bie Überlieferung bie ffilei^niffe umgeftaltet 
l^at unb roie roeit, woran man bie Umgeftaltung erlennt, ob 
überhaupt ein echter Kern fic^ no(^ ermitteln Iä|t ufu). 3um 
britten fuc^en toir aus ben (Bleit^niffen 3U lernen, was gerabe 
aus i^nen für bie perfonli^leit 3efu ju lernen ift; benn bas 
le^te 3iel aÖ unferer Bemühungen um feine tDorte ift bo^ bies, 
bie ffiroge unb liefe feines IDefens uns beutli^er unb für uns 
u)ir!fam 3U machen. 



IL 
Das IDefen 6er dei^niffe 3efu. 

X. Die aIedotif(^e Deutung. 

Sinb bie fogenannten (Bleic^niffe 3cfu Allegorien ober roirllic^e 
(Blel^niffe in bem erörterten Sinn? Daß toir biefe S^^Q^ über« 
^aupt auf u)erf en, lann naä^ bem erften flbf(^nitt nun ni^t me^r 
auffallen. (Es liegt feinesu)egs immer auf ber Ijanb, 3U toelc^er 
(Bruppe oon Bilbreben eine (Er3ä^Iung gehört, unb es ift für i^r 
Derftänbnis bo^ ni^ts roi^tiger, als gerabe bies 3U u)iffcn. (Es 
fommt ^ier aber ^in3u, bafe bas grie^ifc^e tDort parabole, bas 
für bie (Blei^niffe im Ileuen tCeftament gebraust toirb, unb 
ebenfo bas i^m entfprec^enbe femitif^e IDort maschal, jebe Art 
oon Bilbrebe, \a Spri^u)ort unb Rätfei bebeuten fann. Die fir^* 
li^e Auslegung ^at nun feit ber älteften Seit faft burci^ge^enb 
bie (Blei^niffe 3efu als Allegorien oerftanben, ^eute no(^ wtxbtn 
ie in S^ule unb Kir^e oft fo gebeutet, unb biefe Deutung tut 
i(^ auf i^re (Tiefe unb i^ren (Beift oiel 3ugute. 3ö» öu^ eine 
grofee S^ule ber roiffenf^aftlic^en (Ideologie bes neun3e^nten 
3a^r^unberts, bie naci^ bem DJirlungsort i^res Begrünbers, 
5. fl^r. Baur, bie (Tübinger S^ule genannt roirb, ^at oiele ffileic^» 
niffe als Allegorien ber Kämpfe in ber erften (T^riften^eit oer» 



Die aüegortfc^e Deutung. 13 

ftonbcn. Don Dilettanten pflegt bte aüegorlflerenbe Iltet^obe frei« 
ii(i^ no^ me^r angeuxmöt ju werben, bcnn mit i^r lann man 
nld^t bloß bie fir^Iic^e Dogmatil, fonbem au(^ moberne fleblings« 
gebanfen aller Art im (Eoangelium 3efu roieberflnben; läf nenne 
^ier nur bie tC^eofop^en, lolftoi („Das (Eoangelium'Or IDoIf» 
gang Kird|ba(^ (nVOas Ie!|rt 3efus?" 3. flujt 1903). Dann 
^at ncuerbings Kalt^off („Das (E^riftusproblem" 1902) bie 
®Iel(^niffc 3efu toieber in eigenartiger tDeife als Allegorien fo* 
3ialer unb toirtf^aftli^er Suftänbe unb Strömungen oerfte^en 
3U muffen geglaubt. flu(^ ber ^auptgeu)d^rsmann oon Arthur 
Dretos, ber amerifanif^e Iltat^ematiler tD. B. Smit^, ^at fi^ 
toieber auf bas flllegorifiercn ber (Blel^niffe oerlegt, um 3efu$ 
aus ber (Befc^ic^te ftrei^en 3U lonnen. (Der oor^riftli^e 3^fus, 
1906, Kap. III: Der Säemann fät bm £ogos.) tDenn toir noäi 
^insufügen, ba^ au^ f^on unfere (Eoangellften eine aüegorif^e 
Deutung ber (Blei^niffe für bie tiefere unb bm Sinn erft oöllig 
erf^öpfenbe gehalten ^aben, fo fie^t man, roelc^es S^toergetoic^t 
für biefe fluffaffung in bie IDagf^ale geu)orfen werben fann. 

Allein, fo einig au biefe (Erflärer in i^rer nteinung finb, bog 
bie (Bleic^nlffe als Allegorien ausgelegt roerben müßten, fo uneinig 
finb fie über bas, was benn nun na^ i^rer Ilteinung blefes ober 
{enes (bleic^nis fagen will tti^t nur, bag fi^ bie brei genannten 
ffiruppen oon Auslegern — lir^Ii^e Deutung, (Tübinger Schule, 
moberne Dilettanten — f^arf gegenüberfte^en, nein, auii inner* 
^alb jeber elnselnen ^errf^t wieber eine allgemeine Derwirrung, 
ia felbft ein einselner Ausleger ^5It oft eine ganse Anja^I oon 
Auslegungen für ri^tig. Überblidft man bie 5^0^ t^^f^^ '^^^' 
tungen, fo fle^t man in ein wogenbes (E^aos hinein, unb 5tnfter* 
nis liegt über ber (liefe. Aber teine Schöpfung will fi(^ baraus 
geftalten; nlrgenb ein gelles £i(^t, bem man fic^ anoertrauen 
fönnte. Da erllärt ber eine b^n oerlorenen (Brofc^en (Itr. 52) für 
(E^rlftus, weil ein Bilb bes „Königs" auf bem (Brofd^en (= ber 
Drad^me) fi^ befanb; ber anbere nimmt i^n aus bem gleiten 
(Brunb für ben Iltenf^en, weil wir „fönigli^e", göttKd|e (Beftalt 
befafeen, e^e wir fie bur^ bie Sünbe oerloren; ein brttter oer« 
fte^t unter ber Drachme bie tDeis^eit, bie fi^ aus bem Kreife 
ber göttli^en tDefen oerlor unb in bie 3rre ging ufw. (Ein 
neuerer ort^obojer Ausleger erllärt gar, im (Bleic^nis oon ben 
Arbeltern im tDeinberg feien In erfter £lnle unter ben früher 
unb fpäter gemieteten Arbeltern 3u oerfte^en bie Apoftel unb 



14 n. Dos XPefen 6er (Blei^niffe 3efu. 

fpSter berufene, b. ^. im £auf ber Kir^engefc^i^te aufgetretene 
treue £e^rer; er meint aber u)eiter, man Wnne öie Arbeiter bann 
au^ auf bie früher berufenen 3uben unb bie fpäter miffionierten 
Ijeiben beuten; femer fagt er, bas (6Iei(i^nis finbe „fiberall fln« 
roenbung, roo eine frfi^ere Berufung in ber 3ugenb ber Beru» 
fung anberer im fpäteften fliter an bie Seite tritt". (Enbli(i^: 
„rote aber auf gleici^jeitig im Rei(i^e ffiottes £cbenbe, fo ^at fie 
au^ i^re Besie^ng auf na^einanber £ebenbe in ber (Bemeinbe". 
3u)if^en biefen mer „Auslegungen" Mnnen toir alfo roä^Ien, ober 
oielme^r, fie foHen alle oier ri^tig fein, ffiefeüen fi^ 3U biefen 
no(^ bie anberen t^eofop^ifc^en unb „p^ilofop^if^en" Deutungen 
^Inju, fo wirb es gan3 unmogli^, eine Sic^er^eit ju geroinnen. 

So beutet 3. B. lolftoi im (Blei^nis oom Unfraut (Ilr. 34) 
bie (Ernte ni^t auf bas (Berid^t (Bettes, roie bas (Eüangelium es 
tut, fonbem auf bas „(Enbe bes menf^Ii^en £ebens", bie S^nitter 
ni^t auf perfönlic^e (Engel, fonbem auf „bie ^immlif^en Kräfte". 
„Unb bas Unfraut roerben fie oerbrennen, btn XDeisen aber rei» 
nigen unb fammeln", erllärt er mit btn IDorten: „So roirb au(i^ 
am (Enbe b^s £ebens alles 3unic^te, roos (£rug ber Seit roor, 
unb wirb allein bas toirlHi^e Zeben fiberbleiben, bas im ffieifte. 
5fir b(tn (Beift, ben Dater, ift lein Böfes ba". 

Dos (Bleid^nis oom £i(i^t unter bem S(i^effel (Hr. 25) beutet 
einI^eofop^,5tan3 ^artmann(„3e^of^ua", £elp3ig, ID.5tieb« 
ri^) alfo: „(Es genfigt nic^t, fi(i^ beroufet 3U fein, baß man einen 
gemiffen (bxab von geiftiger (Erlenntnis befi^t, fonbem ber IDille 
unb ber ffiebanle follen oielme^r beft&nbig auf bas (Böttli^e ge* 
rietet fein, bamit ber 5unte 3um £i^te roerbe unb bie ganse 
Seele erleuci^te". 

IDieberum im Sinne bes Pantheismus unb ber mobemen Kultur* 
begeiftemng beutet Kird^bad^ bas (Blei^nis von ben Arbeitern 
im IDeinberg (Itr. 40). „Dies (Bleic^nis feiert bie tiefe (6ered|tig- 
leit ber Ilatur, ber fittlid^en tDeltausglei^ung, bes (Bott»(ErDlgen 
in ber „IItad|t bts Aus". Denn im AH ift leiner ber (Erfte unb 
£e^te, im (6ott«AII toaltet unb muß walkn Jene ^öc^fte (6ere(^» 
tigfeit, roel^e niemanbem entgelten läfet, roenn er o^ne S^ulb 
fpäter 3ur Arbeit in ber (Drbnung biefes Aus lam. Unb bemge» 
mäfe foIIen au(^ mir ^anbeln. Der Iltenf(i^ ^at ein „Re(i^t auf 
Arbeit" im ^ö^ften Sinne, fotoo^I geiftig toie praftif^, unb ba» 
mm mufe bie IIlenf(i^^eit tDege finben, „alle 3U bingen" unb jenen 
großen Ausglei(i^ 3U oollsie^en, ben biefer n)irtf(|afts^err voü» 



Die aüegorifc^e Deutung ift falfc^. 15 

3ie^i Unö ou^ wel^lftotifci^ gilt ber Sa^: blejenigen, Me oor 
3a^ttauf enben lebten un6 bie naö) 3ö^ttaufenbett lommen, finb 
weber „(Erfte" no(^ iX^W"'i ^^^ toer nl^t teil an bm Kultur« 
gfitem ^atte, an benen mix teil ^aben, empfing, \e nad^ feinem 
eigenen Doüitommen^eltstriebe, boii benfelben £o^n am £eben, 
biefelbe IDertf^ä^ung. Die Qod^empfinbungen, toeld^e bie älteften 
d^alb&er am Anblid be$ Sternhimmels Ratten, lohnten fid^ ebenfo 
role uns no^ ^ute. Unb im liersuftanb ber Iltenf^^eit felbft 
no^ lohnten naturgflter unb bas flberreid^e Der^öltnis 3U finn« 
li^er ttatur, toomit uns je^t (Eifenba^nen unb (Eelep^one als 
praltif(i^e unb geiftige (Büter entf^äbigen. — Dos ift bie innere 
(Berec^tigleit bes Dafeins felbft, roie roir im tttage unferer eigenen 
(Berec^tigfeit unb Befc^elben^eit erfennen lernen." HIfo au^ ^ier 
bringt ein einsiger „Ausleger'* eine Iltenge oon (Erllärungen glei^« 
jeitig t)or, bie roir uns alle 3U eigen ma^en follen. 

Sragt man fic^, toie btnn biefe $üVie von Auslegungen, biefes 
Suchen unb (Taften juftanbe fommt, fo entbedft man bolb bie brei 
(Quellen, btnen es entfpringt. (Enttoeber es ift roie bei ber oer« 
lorenen Dra^me eine sufSIIig in bie Augen faüenbe d^nlid^* 
leit, bas „foniglid^e Bilb" auf i^rer Dorberfeite, bie man nun mit 
Qilfe eines anberen 6ebanlens balb fo, balb fo beutet: man fragt 
fic^, roas ift „oerloren"? Ilun, „oerloren" ift ber Iltenf^, „oer» 
loren" roar (E^riftus im ttob ufu). 

Bei bm Ürd^Ii^en Auslegern lommt bann gen>ö^nlic^ irgenb 
eine biblifd^e Stelle, in ber einmal eine Allegorie gebrandet toirb 
ober fonft etroas Dertoanbtes auftritt, ^inju. So lommt man auf 
bas löniglid^e Bilb auf ber Bramme, toeil 3^fus einmal auf biefes 
Bilb aufmerffam gemad^t ^at, aüerbings in gan} anberer IDeife; 
aber bie Ä^nlic^feit genfigt, um ben aüegorifierenben Auslegern 
Deranlaffung ju werben. 

Unb bod^ ift es ganj unmoglid^, eine berartige Stelle als Anbeu* 
tung baffir ju nehmen, bag aöe anberen Stellen na^ i^r ju beuten 
feien. Das rofirbe ju fc^önen 5oIgerungen führen Idnnen! Ila^ 
im. 4, 15 finb bie Dögel, bie bie Kömer oom tDege aufpidten, 
ber (Eeufel; finb barum nun alle Dögel, bie irgenbroo in ber 
Bilberfprad^e oorfommen, ber (Eeufel? IDo ein Aas ift, fammeln 
fi(^ bie Abier (Itr. 21) — toer toagt es, bie Abier auf b^n tCeufel 
3U beuten? (Es gibt aller bings Ausleger, bie um biefes prinjips 
roillen, mit bem fie ber Bibel eine befonbere (E^re ansutun oer« 
meinen, aud^ bas Abfurbeftc toagen. So fiai einer oon i^nen ein« 



16 n. Dos ÜDefcn 6er (Blelc^niffe 3eftt. 

mal in bcm (6Ici(i^nls ootn S^flcw^aum (£1. 13, 6 — 9, Hr. 47) 
ben<Bärtner auf öle£eiter 3fraels gebeutet, bloß u)eil mt.21 , 33 (7) 
6ie tDeingärtner öeutlt(i^ ble £eiter 3fraels flnb. Da nun ber 
tDeingortner in £f. 13, 6 — 9 augenf^etnlic^ ein gefc^idter unb 
tüd|tiger Iltann ift, fo pafete bos fe^r f^Ied|t auf bie in mt 21 
gefd^oltenen £eute. Itun, ber Ausleger ^olf fi^: er fagte, ber 
(Bärtner fei ein Bilb ber £eiter 3fraels „toie fie nic^t finb"! Dos 
prinjip, ein Bilb, bas einmal in ber Bibel eingeführt ift, nun in 
allen Stellen glei^ ju erllären, ift unburc^fü^rbar, es treibt ju 
abfurben Konfequenjen. 

(Es tDürbe aber au^ gar nic^t ausreid^en. XDir toiffen nad^ 
ben (Eoangelien jtoar beim (blei^nis Dom vielerlei Hderkinb (4), 
roas ber Samen unb roas bas Hderlanb fein foQ. Aber toelc^e 
Unterf^iebe unter ben (Buten finb mit b^n IDorten breifeig«, 
fe^jig» unb ^nbertfältig gemeint? Bie alten firc^Ii^en Aus* 
leger ^aben au^ ^ier toieber auf alles ütögli^e geraten: ge* 
roo^nli^e (E^riften, Klerifer, 3ungfrauen, Iltartijrer, Iltön^e ufu). 
5ängt man einmal an 3U aüegorifieren, fo ^ort bos Raten eben 
niemals auf. 

Die brittc (Queue enbli^ für bie Deutung ber Allegorien finb 
bie eigenen Oeblingsgebanlen ber (Ertlörer. Iltan überträgt fi(^ 
me^r ober toeniger naio in bie tDorte 3ßfu unb meint bann, 3ßfu 
XDorte aussulegen. Die (Eübinger Sd^ule ^atte entbedK, bafe im 
Ur^riftentum bie oerf ^iebenen Ri^tungen in ben neuen (Bemeinben 
eine grofee Rolle gefpielt Ratten, ba^ Petrus unb bie anberen 
3ünger ein anbetes (E^riftentum oertraten als Paulus, ba^ biefem 
am fc^roffften bie 3uben^riften ftreng jübif^er Ri^tung gegen* 
überftanben unb bafe roieber rabilale Ijeibeni^riften weiter gingen 
als Paulus felbfi Sooiel Richtiges an biefer Anf^auung ift unb 
fo große Derbienfte Baur unb feine S^üler um eine rolffenf^aft* 
ii(i^e (Erforf^ung bes Ur(i^riftentums ^aben, fie übertrieben bo(^ 
in ber erften 5^^ube bes (Entbectens ftarl. Überall fanben fie 
Parteiftreit unb S^icbensf^Iüffe. So foHte na^ i^nen au(i^ bas 
(Blei^nis Dom Acterlanb jene oicr Partelen barfteücn unb lein 
e<^te$ XDort 3cfu fein. (Benau fo machen es nun aber alle mo* 
bemen nic^tt^eologif^en (Ertlärer ber Soangellen. (Eolftol beutet 
basfelbe (Bleld^nls auf (Bott unb ben Rtenf^en: „So fSete (Bott 
b^n (Belft In ble Rtenf^en, in einigen ge^t er unter, In anberen 
aber bringt er ^unbertf ältlg 5tu(^t. Unb blefe IJlenf^en ma^en 
bas Rel(i^ (Bottes aus." (Es flnb feine eigenen £lebllngsgebanlen. 



XDlIßür 6er Hncgotic. 17 

bie er ba finbet. Unö fo finb alle blefe flüegoriften fiberjeugt, 
bofe fie bas Re^tc finben, wenn ieber — ju feiner Überraf^ung, 
behauptet unb meint er — feine flnfi^t finbet. Dos Unglaub* 
li^fte aber leiftet H). R Smit^, ber bie fpätcre aüegorif^e Um«- 
beutung bes Säemannsglei^niffes burc^ eine gnoftif^e Seite für 
i^ren Urfinn erfläri HIs bie teifkn (Erflärer gelten ^iet £eute, 
bie felbft bie SoHner bes n. Ts, toeil bas grie^ifd|e IDort für „SoU" 
basfclbe ift toie bas IDort für „<Enbe", aüegorifierten ak bie 
£eute, ,,auf bie bas (Enbe ber Seiten gelomnten ift" (1. Kor. 10, 
11)! 3^re Deutung bes (Blei^niffes lautet fo: „T^mn telönai 
(SöHner) finb bie, bie bie telfi ((Enben) bes HUs erf äffen, unb 
toir finb bie telönai ftier: „(Enbleute"), ju benen bie telfi ((Enbe) 
bes Bons gefommen finb. Denn telfi finb bie Saaten, bie oom 
Unabbilbbaren ((Bott) in bietOelt gefät finb; unb burc^ biefe wirb 
bie ganse XDelt Doüenbet (synteleitai) ; benn bur^ fie begann 
fie aud^ ju roerben. Unb bas miü bas (Befagte (n&mli^ in ber 
^eiL Sd^rift): „(Es ging ber Säemann aus . . ." (S. 124). (Eine 
fo beutlid^e aüegorif^e ütigbeutung foll uns als ber Urfinn ber 
einfa^en (Befc^i^te Dorn Sdemann aufgerebet toerben! 

tDir müßten oerstoeifeln, 3efu IDorte no^ beuten 3U lonnen, 
wenn biefer IDeg ber ri^tige ro&re. IDir ^aben au^ gefe^en, 
marum. Allegorien muß uns i^r Dichter felber beuten, fonft fe^It 
alle Sic^er^eit, ob man i^ren toa^ren Sinn treffe. Uun gibt nac^ 
unfern (Eoangcliften 3efus aüerbings einige Deutungen. Aber u)ir 
l^aben gefe^en, ba^ uns tro^bem oieles bunlel bleibt. IDir toären 
alfo ooIHommen ratlos, roenn 3^fu (Blei^niffe Allegorien toären. 

3a no^ me^r. Sollten bie ffilei^niffe 3cfu Allegorien fein, fo 
würben fie oieles Unmögliche unb Abfurbe enthalten. IDo liegt 
bie Ä^nli(i^feit 3U)if^en bem Iltenf^enfo^n, feinet Anfunft jum 
(Beri^tstag unb einem Aas, um bas fi^ bie ffieier fammeln? (21) 
Das wäre bo^ eine fe^r unpaffenbe Allegorie. Die beiben Iltäufe 
in Rücterts (Bebtest ober ber Drache finb paffenbe unb pactenbe 
Allegorien, aber 3efus ein Aas — was foU bas? (Dber nehmen 
wk bas (Bleidinis Rtt. 24, 43 f. unb £ut 12, 39 (22). IDel^e 
A^nlic^feit ^at 3cfus mit einem Dieb? Unb wenn i^m gegenüber 
ber (E^rift ben Ijaus^erm oorfteHt, wäre bas ni(i^t ein unwürbiges 
Bilb? Die AHegoriften ^aben bas felbft empfunben unb bes^alb 
f^on man^mal bei bem Dieb an ben (Eeufel gebaut unb feine 
Derfu^ungen; \a fie ^aben bann noc^ allerlei f^öne Allegorien 
auf bas Qaus gefunben, bem fic^ ber (Eeufel na^e: es foII ber 

HnuiB 46: tDeinel, (Bleii^niffe 3efu. 3. Hufl. 2 



1 8 n. Dos IDcfen 6er (5Ieic^nlffc 3cfu. 

mcnf^H(i^e £cib fein, Iltunb unb (D^ren finb öle (Euren, bie 
flugen ble $tn\ttx ufu). (Dber man ^at an bm (Eob gebaci^t. Unb 
bo^ fte^t beutli^ ba, bafe ber Kommenbe, ber mit bem Dieb 
oerglic^en toirb, ni^t^ ber (Eob unb ni^t ber (Teufel, fonbem ber 
ntenf^enfo^n ifi fl^nlic^e unmogli^e Allegorien toürben fi(^ 
anberstoo au^ für (Bott ergeben. IDcnn ber f^Idfrige 5tcunb 
ober ber ungere^te Ritter Bilber (Bottes fein foHcn, roos für 
eine (BottesoorfteÜung 3efu liege fi^ bann roo^I aus ben beiben 
ffiUi^niffen 56 unb 57 entnehmen? (Enblic^ toerben Ijanblungs- 
roeifen gef^llbert unb empfohlen, bie, als Allegorien genommen, 
einfa^ unfittli^ finb. Der (Tagelöhner, ber einen S^a^ in bem 
flcter, ber nl^t i^m gebort, entbectt ^at, ge^t ^in, oerfauft alles, 
um bem Befi^er bes flders biefen abjulaufen UTt. 13, 44, unb 
betrügt i^n fo um fein (Eigentum. Unb biefer Iltann foÜ bas 
Bilb eines rechten 3üngers 3efu fein? Der ungerechte Ijaus^alter 
(54), ber feinen Ijerrn betrogen ^at unb fi(|, als fein Betrug 
entbecft roirb, buxii ^^^^ (Baunereien für bie 3ufunft fi^ert, „toirb 
oon bem Ijerrn gelobt"! Soll er bas Bilb eines regten (I^riften 
fein? 

nimmt man bie (BIei(i^niffe 3^fu als Allegorien, fo oerroictelt 
man fic^ in unauflösU^e S^u)ierigleiten. 

2. Da$ ni^it PerftSnbnU bet <BIei(^niffe. 

Derfuc^en toir es alfo einmal, bie (Blei^niffe 3«fu als (BIei(i^» 
niffe in bem oben bargelegten Sinn 3U oerfte^en, fragen roir uns 
einmal, ob fie ni^t wie bie e^ten (Bleic^niffe einfa^ einen be« 
ftimmten Sa^, eine IDa^r^eit begrünben, eine iEjanblungstoeife 
rechtfertigen foHen, toobei es gans gleichgültig ift, ob bie oer« 
glid^enen (Begenftänbe im einselnen ft^nli^feit ^aben ober ni^t. 
3n ber (Tat, ble jule^t genannte S^toierigfeit ber aüegorif^en 
Deutung u)ürbe bann ganj roegfallen. Denn es toürbe fi^ ni^t 
me^r fragen, ob 3. B. 3^fus mit bem Dieb oergli^en roerben 
fann, fonbem ob i^r Kommen oerglic^en u)erben lann, toobei 
bie fl^nü^feit barauf beruht, ba^ beibe unenoartet, plö^Iici^ 
fommen. Das (Blci^nis mxU einleu^tenb machen, baß tDac^fam« 
leit nötig ift. Ili^t roa^r, wenn ber Ijaus^err roeife, bafe in 
biefer Itaci^t ber Dieb fommt, fo bleibt er roacü^ unb forgt bafür, 
bog tein (Einbru^ gef^ie^t? tlun gut, i^r toigt au6), bag ber 
ntenfci^enfo^n fommt, plö^Iic^ unb unertoartet, aber er lommt! 
flifo waä^etl — Der3id|tcn toir auf bie (Knaelö^nli^feit, galten 



Dos rechte Derftänbnis 5er (Bleic^niffe. 19 

mix uns an btn einen Ijauptgebanlen , fo ift alles Mar. Die 
(Blei^niffe legen fi(i^ in ber Zat fettft aus, toenn wir nur bie 
Situation lennen, in ber fie gefpro(i^en finb. Sie finb o^ne 
„Deutung" oerftänbli^. 

(Eine ganje Rei^e oon i^nen finb einfa^e Spri^u)örter: tDo 
ein flas ift, fantnteln fi^ bie (Beier ufu). Solche tDorte Ibnnen 
woljH in oielen $alltn gebraucht werben. 3mnter finb fie, am 
rechten pia^e angewanbt, f^Iagenb, ob man fie ironif(i^ ober 
fc^erjenb ober im (Emfte nimmt. Ilad^ £t 4, 23 ^aben bie £eute 
oon Itajaret^ bos tDort: flrst, ^ilf bir felber! in bem Sinn auf 
3efus angesogen, baß es Reiften foHte: (Eue beine tDunber oor 
allem in ber Ijeimat! Huc^ 3ßfu 5^*^^^ unter bem Kreuj Ratten 
es anwenben lonnen; fie fagen ettoos gans ö^nli^es Iltl. 15, 31. 
tttan lann es auf einen bater ungeratener Kinber besiegen, ber 
anbere Ddter über (ögie^ng belehren toill ufto. 

Ijaben roir noäi bie Gelegenheit, bei ber ein IDort gefpro(i^en ift, 
fo brauchen wir feine Deutung, im (Begenteil, bos (Bleic^nlswort 
erleuchtet feinerfeits bie Situation; es brandet fo wenig (ErtlSrung, 
baft es oielme^r felbft erflärt unb beweift. „Die Starten bebfirfen 
bes Hr3tes ni^t, fonbern bie Kranfen; nic^t (Bereite ju rufen, bin 
i^ gelommen, fonbern Sünber" Ulf. 2, 15—17 (1). tDo wie 
^ier bie beiben ^älften b^ (bleid^niffes, bos Bilb unb ber yx be* 
grünbenbe Sa^, erhalten finb, ift alles flar. Kommt bann no6) eine 
Sc^ilberung ber Situation ^inju wie ^ier, fo empfinben wir gans 
wie bie erften I}orer bas S^Iagenbe unb Beswingenbe bes Bilbes. 
3efus ift bei bm SöHnern 3U (Bafte unb oerf c^rt überhaupt mit i^nen 
frei unb freunblic^, als ob fie nic^t bie oera^teten unb bei allen 
Srommen ausgeftofeenen Derräter an i^rem Dolf unb Solbftie^te 
ber fremben Ijerren wären. Darauf bie flnilage. Unb nun bie 
Derteibigung: Ijaltet i^r fie für Husgeftofeene, für Derlorene, für 
Sünber, nun gut, fo mügt i^r nid^t tabeln, bag i^ yx i^nen ge^e; 
ober tabelt i^r bcn flrst, weil er ju bem Kranfen ge^t? 

Überall, wo uns bie beiben I}älften ber (blei^niffe, bie Sad^« 
unb bie Bilb^älfte erhalten finb, ^aben fie erllärenbe unb be» 
weifenbe Kraft unb bewähren fi(i^ bamit als e^te (Blei^niffe. „(Ein 
iegllc^er S^riftgele^rte, jum Ijimmelrei^ gelehrt, ift glei^ einem 
Ijausoater, ber aus feinem Sä^ai^ Ileues unb flites ^eroor^olt" 
ntt. 13, 52 (38). (Ein fol^es tDort brauet feine Deutung, es ift in 
fi^ flar unb überjeugenb; wo^I gibt es ber p^antafie allerlei 3U 
tun, aber bunfle Allegorie ift es nii^t (Dber nehmen wir ein er* 



20 II- ^tts IDcfen öcr (5lcic^niffc 3cfu. 

Sä^Ienöes (Blcic^nis tote bas von öcr oon felbft toa^fcnöen Saat 
ntf. 4, 26—29 (32). IDte Hat, tole einfach, toic treffenö! (Es voiU 
fagcn: tDas 3cfus gcprcbigt ^at, brauet er nlc^t immer roteöer ju 
pflegen. (Es toirö f^on oon fclbft £ebcn unb Kraft in bm Ijersen 
toerben, bie es aufgenommen ^aben. So tod^ft auc^ bie Saat 
brausen auf bem 5^10 oon felbft, ^alm, Blatt, fl^ren unb Korn 
in ben fl^ren, roä^renb ber Bauer tocit fort ift, anbcrstoo ar* 
beitet ober ru^t. IHan^mal ftellt 3efus 3töei (6Iei(^niffe 3uf ammen, 
um ben Saijt ben er betoeifcn roill, no^ mc^r f larjumad^en : ein 
fi(i^erer Betoeis bafür, bag es auf b^n yim Derglel(^ ^crange« 
jogenen (Bcgcnftanb gar ni^t anfommt. So fte^en nebcncinanber 
bas (Blei^nis oom Senffom unb oom Sauerteig, fo ftanben too^I 
einft nebeneinanber bie beiben turnen Bilber oom bittenben 
5rcunb unb oom ungcre^ten Richter (57, 58). So brücten bie 
(Blei^niffe oom S(^a^ im flcter unb oon ber loftlic^en perle 
(35, 36) ben (Bebanfen aus, bafe ein IUenfc^, um etwas Koftbares 
ju befommen, alles opfern, aü feine Ijabe Eingeben lann. So ift 
es au^ mit bem Ijimmelreici^. Ilur auf bas Ijingeben bes gansen 
Befi^es fommt ^ier alles an, ber Kaufmann unb ber (Tagelöhner, 
ber S^a^ unb bie perle finb ni^t SeIbft3U)ect. Ulan barf nic^t 
na^ befonberen fl^nli(i^feiten 30)ifd^en i^nen unb bem (Eoangelium 
fu^en. 3^f^ ^ättc ebenfogut ein fd^Snes Ijaus ober einen anberen 
erftrebenso)erten Befi^ 3um Bilbe nehmen lönnen. ffienau fo ift 
es in ber (Befc^ic^te oom „Sc^alfsftie^t" (39). Ijier fd|Iiegt 3efu$ 
feine (Er3ä^Iung mit bem beutlic^en ^inu)eis auf bas (Bcbiet, in 
bem er bas (BIei(^nis angeu)anbt o)iffen miü: „flifo voxxb tnö) 
mein ^immlifc^er bater anii tun, roenn i^r ni^t oon Ijer3en ein 
Jeber feinem Bruber oergebt." Unb mix follen burc^ bie ffief^i^te, 
in ber uns bas Der^alten bes erften „Kne^tes" bis ins 3nnerfte 
empört ^at, bas gan3 „geregt" finben. tDir f ollen fagen: gan3 
re^t, fo mufe ffiott gegen uns ^anbeln; wxx ^aben fooicl Der* 
gebung nötig unb nehmen fie täglich ^in, unb bo^ moUen mix 
bie Kränlungen, bie uns 3ugefügt roerben, ni^t oergeben, fonbern 
befte^en auf unfercm Rec^t unb unferer Ra(^e! 3u „beuten" ift 
ba gar ni^ts, im (Begenteil, bie (Bef(^i(^te beutet uns unfer £eben, 
fie loirft ein gelles Züfi auf bie 3nfonfequen3 bes leibenf^aft« 
liiien Iltenf^en^er3ens, bas feine Sünbe oergeben ^aben, bie 
Sünbe anberer aber geragt fe^en miVL 

flm Harften fpric^t fi^ bas XDefen bts (BIei(i^niffes enbliii 
boxt aus, ojo 3ßfus nur bie Situation unb bie (Er3d^Iung bes 



Das 6Iet(^nts erflärt unö beinetft. 21 

Bilöes u)irten, no^^er aber 5en lUenf^en, 6em er eine IDa^r* 
^eit Ilarmo^en toill, felber 5en S^Iuß sieben lägt (44). (Er ift 
bei einem p^arifäcr 3U (Bafte. IDä^renö fie effen, öffnet fi^ 6ie 
(Eure unb herein tritt ein IDeib. IDeinenb fällt fie 3efus 3U Sügen. 
Der p^arifäer fie^t ertoartungsoon unb mit einem leifen Ijo^n* 
lä^eln um bie £ippen cuf. Denn fo peinli^ i^m bie Ssene ift, 
bie bos IDeib in feinem cl^rbaren Ijaufe ma^t, fo intereffant ift 
fie il^m um bts IlTannes toillen, b^n er gelaben ^at. lllan fie^t 
es i^m an, mos er bmtt: Diefer IlTenf^ ift bo^ toie bie anbem 
alle; es fci^mei^elt i^m augenf(i^einli(^, bag bos IDeib il^n fo t>er« 
e^rt. (Offenbar toeig er nici^t, roas bas für ein IDeib ift! IDäre 
er aber, toofür i^n bie £eute galten, wäre er ein Prophet, fo 
müßte er ben S^arfblid ber (Bottesmänner ^aben, ber bie Uten* 
fi^en^ersen bur^bringt, unb roiffen, wer ilfn ba onrül^rt; unb 
roäre er ein roa^r^aft Srommer, fo müßte er vor biefcr Berührung 
wie Dox einer (Enttoeil^ung surüdf %eden. 3ef us fie^t bem manne 
an, was in feiner Seele oorge^t unb fpric^t 3U i^m: „Simon, ic^ 
mö^te bir etwas fagen!" „Bitte, teurer!" Da erßäl^It 3efus ein 
(Bleici^nis: „(Es wor einmal ein (Belboerlei^er, ber ^otte yx>d 
S^ulbner. Der eine war i^m fünf^unbert Denar f^ulbig, ber 
anbere fündig. Da fie es i^m ni^t 3urüdgeben lonnten, erließ 
er es heibtn. IDer oon ilfmn wirb i^n nun me^r lieben?" Der 
P^arifäer antwortet: „3d^ oermute ber, bem er am meiften ge* 
fci^enft ^at." Darauf 3efus: „Du ^aft re^t geurteilt!" Simon 
i^at, o^ne es 3U merlen, fein Urteil felber gefproci^en, bas (Blei^» 
nis ift fo einfa(^, fo felbftoerftänblici^, ba^ öen S^Iuß baraus er 
felber 3ie^en mußte. 3^fus erflärt bem p^arifäer nur, 6a er 
i^n no^ ni^t gan3 oerftanben ^at, wie er bas (Blei^nis auf öie 
oorliegenbe Situation anmenbm foH. „Sie^ft bu bies IDeib?" 
fä^rt er fort „3(^ bin in öein Ijaus gelommen, bu ^aft mir 
leine befonbere (E^re unö £iebe erwiefen, fie aber fe^r oiel. flifo 
lann iii — wie 6u oor^in — bm Sci^Iuß mo^en, öaß i^r me^r 
gef^enft woröen ift als öir, ba^ i^r ,mel Sünben* pergeben finö. 
(Eben aus bm oielen £iebesbeweifen, öie fie mir gegeben ^at, 
weil iii xlfx als Bote ber Dergebung (Bottes erf^ien, f fließe iii 
bas." Unb im ftillen foH man mit i^m weiter beulen, ba^ es 
alfo, wenn er öiefe Stau ni^t oon fici^ ftößt, ni^t 5oIge feiner 
Unwiffen^eit 06er gar feiner gef(i^mei(^elten (Eitelleit ift, fonöern 
baß ein gan3 anöeres (Befühl in feinem ffet^tn für fie fprici^t, 
jenes (Befül^I, bos i^n fonft l^inaustreibt 3U btn oerlorenen S^af en 



22 M. Das TDefen öcr ©Iclc^niffe 3efu. 

aus 5em Ijaufe 3fraeL Diefe ganse (Erjfi^Iung ift ein flaffif^es 
Beifplcl für bos, mos ein (Blci^nis foÖ. (Es Bioingt 5as re^te 
Derftänönis einer Situation, eines beftimmten Der^altens un5 
5ie Billigung öiefes Der^altens 5em 3uf^auer ober Ijörer ein* 
^ain ab. 

So finö 5ie (Blei^niffe 3efu 3U oerftel^en, 06er oielme^r: fie 
Reifen, f^Ii(^t unb Ilar genommen, toie fie bafte^en, i^n unö feine 
Umgebung re^t tief unö innerli(^ 3U oerfte^en. Denn fie treten 
uns nie als fertige, runöe „teuren" entgegen, fonbern fie seigen 
uns bie Bewegung feines ^erßens unb feiner (Bebanlen, fie laffen 
uns bie tiefften Blide in bas Zehen feiner Seele tun. 

Dur^ bies rici^tige Derftfinbnis ber (Blei^niffe f^toinben alle 
flnftoße, bie fie als Allegorien 3U bieten f feinen, fotool^I bie 
äft^etif(^en toie bie et^ifci^en, oöllig ba^in. So wenig ber Uten» 
f(^enfo^n in bem Dieb na(^gebilbet fein foH, fo u>enig foü bos 
flas fein Bilb ober ber fci^Iäfrige Steunb eine Allegorie für (Bott 
fein. Dielme^r foHen bie Derl^filtniffe, in benen biefe Bilber t)or» 
lommen, mit ben Derpitnif f en , auf bie fie angeroanbt werben 
f ollen, oergli^en werben. Der IlTann, ber ben Sc^a^ im flder 
auf unre^tmä^ige IDeife an fi(^ bringt, wirb uns ni^t in biefer 
unb ni^t in feber Qinfi^t als Dorbilb vor Augen gefteöt, fonbern 
nur infoweit, als er um bes Beften willen, bas er gefunben ^atte, 
alles Eingab. So tun 3efu 3ünger um bes I)immelrei(^s willen. 

nehmen wir bas (5Iei(^nis oom ungereci^ten Qaus^alter, bos 
befonbers pufig flnftoß gibt (54). IDir nehmen es gans für 
fi^ allein, nur bis 3U bem Sa^e: Der ^err lobte ben ungerechten 
Ijaus^alter, baß er Hügli(^ getan ^atte. IDarum wir alle anbem 
Sprüche abtrennen, wirb fpäter beutlici^ werben; fomel ift ieben» 
falls Ilar, ba^ fie ni^t me^r alle 3ur Deutung ^erangesogen 
werben lönnen, weil fie gan3 oerf (i^iebenartige (Bebanlen enthalten. 
Heimen wir bas (Blei^nis wieberum als (Blei^nis, fo will es 
einfach fagen: ber Ijausoerwalter wußte, baß bemnä(^ft bie flb«« 
re^nung unb bann feine (Entlaffung lommen werbe. Daraufhin 
überlegte er, mos er in feinet £age tun tonnte, unb wanbte bos 
ein3ige mittel, bos er f anb, fofort an. Das war Ilug ge^anbelt. 
Settft fein betrogener IJerr mußte bos anerlennen. Itun bie fln« 
wenbung auf 3cfu Seitgenoffen: Bnin i^r wißt unb glaubt, baß 
(Bott einmal von eu^ Reci^enfci^aft forbem wirb, alfo feib Hug 
unb bereitet eu^ barauf t)or! Seib wenigftens tlug, will bas 
(Blei^nis fagen. 3cfu$ wenbet fic^ ^ier nic^t an bie (Büte unb 



Httftöße öer Allegorien fi^winöen. 23 

nlc^t an 5ie Sc^nfuc^t 5es IUenfi^en^rsens. (Es ift eine ^orte, 
ironifi^e Stimmung, 5ie bos (Banse öurci^tDe^i (Es Hingt nic^t: 
Selig 5ie 6a £ei5 tragen, f elig 5ie reines Ijersens finö ! (Es Hingt 
olelme^r: IDenn i^r auf alles nic^t ^ort, fo Hug u)enigftens roie 
ein fol^er f^urfif(^er ^ausoerroalter foütet i^r auc^ fein! (Es 
ift ein fc^arfer Itebenton in öiefem (BIei(^nis, öarum ift 5as BiI5 
fo merlu)ür6ig geu)ä^It Dag man fi^ nici^t auf öas (Beriet 
(Bottes Dorbereiten lann, inöem man roie 6er ^ausoertoalter neue 
Sc^urfereien begel^t, 6as ^insusufügen l^ai 3efu$ für überflüffig 
gehalten. 

ID{e6er ein an6eres Be6enlen lönnte man aus 6em (Bleici^nis 
t)on 6en „unnü^en Kneci^ten" fci^opfen (56). IDenn 3efus ^ier 
ol^ne je6es IDort 6er IlTipiüigung 6as l^arte ©erfahren eines 
Ijerrn mit feinem SHaoen oorfü^rt un6 es — wenn man 6as 
(Bleic^nis aöegorifc^ oerfte^t — fogar U)ie6er 3u einem BiI6e für 
6ie IDeife ma(^t, in 6er (Bott mit 6en lUenfci^en oerffi^rt, fo lönnte 
man 6araus f^Iimme Folgerungen für 6ie fosiale un6 religiöfe 
(Befinnung 3efu sieben. Itimmt man 6as (Bleii^nis 6agegen als 
(Blei^nis, fo fagt es einfa(^: toie 6er SHaoe 6em ^errn mit 
feiner gansen Kraft 3U 6ienen oerpflici^tet ift, fo 6er lUenfc^ 
©Ott; mel^r als feine Pfli(^t lann nieman6 tun, befon6ern £o^n 
ni^t ertoarten. Über 6ie Bereci^tigung 6er SHaoerei un6 6es 
Derfa^rens 6es ^errn fagt 6as (Blei^nls gar ni^ts. 

Diefe ni^t aüegorifi^e, fon6ern einfaci^e, tDÖrtIi(^e fluffaffung 
6er (Blei^niffe löft in 6er tEat alle Si^toierlgleit un6 ^ilft uns 3U 
einem lebensDOÜen Derftän6nis 6er £e]^re un6 6er perfönli^leit 
3efu. 

Denno(^ liat fie fic^ allerlei (Einwanbe gefallen laffen muffen, 
6ie aber ernftH(i^ laum gegen fie angeführt tDer6en lonnen. Daß 
6ie Hr^Ii^e Überlieferung gegen fie ift, ift ja im gansen ri^tig. 
Unfere (Eoangeliften lennen 6iefe fluffaffung 6er (Blei^niffe au^, 
nur ftellen fie 6ie aüegorif^e Deutung als 6ie tiefere un6 für 
6{e C^riften, als 6ie (Eingetoei^ten, eigentli^ beftimmte neben fie. 
Aber f(^on 6er größte Pre6iger 6er alten Kir^e, d^rijfofto» 
mus, um an6ere rbeniger be6euten6e, aner6ings nici^t 3a^Irei(^e 
HTänner 3U übergeben, f)at eine rici^tigere DorfteHung von 6en 
(Bleic^niffen gel^abt als 6er Durc^f^nitt 6er altitir^Ii^en Bibel* 
erllärer; 6ann ^aben befon6ers 6ie rationaliftifci^en i^eologen 
biefe fluffaffung befeffen, en6Ii^ ift fie, na^6em B. IDeiß in 
feinen Kommentaren fie prin3ipien, wenn auc^ ni^t energif^ 



22 n. Das TDefen öer ©leic^niffe 3efu. 

aus 5em fjaufe 3frael. Diefe ganse (ErsS^Iung ift ein llaffif^es 
Beifpiel für bas, mos ein (Bleici^nis foQ. (Es stoingt bas re^te 
Derftänbnis einer Situation, eines beftimmten Der^altens unb 
6ie Billigung biefes Der^altens 6em 3ufc^auer ober ^örer ein* 
fac^ ab. 

So finö bie (Blei^niffe 3efu 3U oerfte^en, ober oielnte^r: fie 
Reifen, f^ß^t unb Har genommen, toie fie baftel^en, i^n unb feine 
Umgebung re^t tief unb innerlich 3U oerfte^en. 'Denn fie treten 
uns nie als fertige, runbe „£e^ren" entgegen, fonbem fie seigen 
uns bie Bewegung feines ^erjens unb feiner (Bebanlen, fie laffen 
uns bie tiefften BHde in bas Zehen feiner Seele tun. 

Durc^ bies ri^tige Derftänbnis ber (Bleici^niffe fi^toinben alle 
flnfto^e, bie fie als Allegorien 3U bieten f feinen, forool^I bie 
äftl^etif^en toie bie et^ifc^en, oöüig ba^in. So toenig ber Uten» 
f^enfo^n in bem Dieb na(^gebilbet fein foll, fo tx>enig foü bas 
flos fein Bilb ober ber f(^Iäfrige Steunb eine Allegorie für (Bott 
fein. Dielme^r foHen bie Der^ältniffe, in benen biefe Bilber oor» 
lommen, mit ben Der^ältniffen, auf bie fie angetoanbt roerben 
f ollen, oergli^en toerben. Der IlTann, ber ben Si^aij im flder 
auf unre^tmä^ige IDeife an fi(^ bringt, wirb uns nici^t in biefer 
unb ni^t in feber Ijinfi^t als Dorbilb oor flugen gefteÖt, fonbem 
nur infotoeit, als er um bes Beften willen, bas er gefunben ^atte, 
alles l^ingab. So tun 3efu 3ünger um bes Ijimmelreic^s willen. 

nehmen wir bas (Bleic^nis t)om ungerechten Qaus^alter, bas 
befonbers pufig flnftoß gibt (54). IDir nehmen es gans für 
fi^ allein, nur bis 3U bem Sa^e : Der IJerr lobte ben ungerechten 
^aus^alter, bag er Süglic^ getan Ifaüe. IDarum wir alle anbem 
Sprüche abtrennen, wirb fpäter beutli(^ werben; fooiel ift ieben» 
falls Ilar, ba^ fie ni(^t me^r alle 3ur Deutung ^erangesogen 
werben lonnen, weil fie gans oerfc^iebenartige (Bebanlen entgolten, 
nehmen wir bas (Bleici^nis wieberum als (5Iei(^nis, fo wiQ es 
einfach fagen: ber fjausoerwalter wugte, bag bemnä^ft bie Hb« 
rec^nung unb bann feine (Entlaffung lommen werbe. Daraufhin 
überlegte er, was er in feiner £age tun tonnte, unb wanbte bas 
einsige ttlittel, bas er fanb, fofort an. Das war tlug ge^anbelt. 
Selbft fein betrogener Ijerr mußte bas anerlennen. Itun bie fln« 
wenbung auf 3^fu Seitgenoffen: flu(^ i^r wißt unb glaubt, baß 
(Bott einmal t)on eu(^ Re^enf^aft forbem wirb, alfo feib Hug 
unb bereitet eu(^ barauf t)or! Seib wenigftens flug, will bas 
(Bleic^nis fagen. 3^fus wenbet fic^ l^ier nic^t an bie (Büte unb 



Hnftdge 5er Hllegorten fi^totnöen. 23 

ttid^t an öie Se^nfu^t 5e$ IUenfc^en^rsens. (Es ift eine ^arte, 
ironif(^e Stimmung, bie 5a$ (Banse bur^toe^L (Es Hingt ni^t: 
Selig bie ba £eib tragen, feiig bie reines ^ersens finb ! (Es Hingt 
oielme^r: IDenn i^r auf alles nic^t l^ort, fo Ilug roenigftens toie 
ein folc^er fci^urfifc^er ^ausoerroalter foHtet i^r au^ fein! (Es 
ift ein fc^arfer Ilebenton in biefem (Bleici^nis, barum ift bas Bilb 
fo merftDürbig geroä^Ii Daß man fi^ ni(^t auf bas (Beriet 
(Bottes oorbereiten lann, inbem man roie ber ^ausoenoalter neue 
S(^urfereien begel^t, bas ^insusufügen l^ai 3cfus für überflüffig 
gehalten. 

IDieber ein anberes Bebenlen lönnte man aus bem (Bleici^nis 
oon btn „unnü^en Kneci^ten'* fc^öpfen (56). IDenn 3cfu$ ^ier 
ol^ne jebes IDort ber HTipiüigung bas l^arte Derfa^ren eines 
^erm mit feinem SHaoen oorfü^rt unb es — wenn man bas 
(Blei^nis aöegorif^ oerfte^t — fogar wieber 3u einem Bilbe für 
bie IDeife ma^t, in ber (Bott mit btn IlTenfc^en oerf fi^rt, fo lönnte 
man baraus f^ßmme 5oIgerungen für bie fosiale unb religiofe 
(Befinnung 3efu sieben. Itimmt man bas (Bleic^nis bagegen als 
(Bleic^nis, fo fagt es einfach : roie ber Sflaoe bem ^erm mit 
feiner gansen Kraft 3U bienen oerpfli^tet ift, fo ber lUenfc^ 
ffiott; mel^r als feine Pflici^t lann niemanb tun, befonbern £o^n 
ni^t erioarten. Über bie Bereci^tigung ber Sllaoerei unb bes 
Derfa^rens bes ^errn fagt bas (Blei^nis gar ni^ts. 

Diefe nici^t aüegorifc^e, fonbern einfaci^e, roörtlici^e fluffaffung 
ber (Bleicj^niffe Bft in ber tEat alle Sci^toierigleit unb ^ilft uns 3U 
einem lebensoollen Derftänbnis ber £e]^re unb ber perfönlic^leit 
3efu. 

Dennoch ^at fie fic^ allerlei (Eintoanbe gefallen laffen muffen, 
bie aber ernftli^ laum gegen fie angeführt werben lönnen. Daß 
bk fir^Ii(^e Überlieferung gegen fie ift, ift ja im gansen richtig. 
Unfere (Eoangeliften lennen biefe fluffaffung ber (Bleici^niffe au^, 
nur ftellen fie bie aüegorif^e Deutung als bie tiefere unb für 
bk (C^riften, als bie (Eingeweihten, eigentli^ beftimmte neben fie. 
Aber fci^on ber größte prebiger ber alten Kir(^e, (E^rt|fofto* 
mus, um anbere weniger bebeutenbe, aüerbings ni^t sal^Irei^e 
niänner 3U übergeben, l^at eine richtigere DorfteÜung oon ben 
(Blei^niffen gehabt als ber Durci^fc^nitt ber altitir^Iic^en Bibel* 
erflärer; bann ^aben befonbers bie rationaliftif^en (Ideologen 
biefe fluffaffung befeffen, enblici^ ift fie, na^bem B. IDeiß in 
feinen Kommentaren fie prin3ipien, wenn auc^ ni^t energif^ 



u 



24 H. Das tOefen öer 6Iei(^niffe 3efu. 

genug oertreten l^aiief 5urc^ fl. 3ün^er 3um Siege geführt 
tDoröen. Dos (Einfa^e un5 naturgemäße fielet ja meift in menf^« 
li^en Dingen nic^t am Anfang, fonbem am (Enbe einer (Entoide- 
lungsrei^e; ba lann e$ uns ni^t rounöeme^men, toenn es fic^ 
auc^ bei 6er (Erllärung 5er (Bleici^niffe erft aus 6em IDuft 6er 
taufen6jä^rigen Überlieferung aümä^Iii^ herausgearbeitet ^ai 

(Ein an6erer (Etnu)an6 u>fir6e, auc^ raenn er richtig toäre, 6oc^ 
ni^t f(i^u)crer toiegen, 6er namli^, 6aß roir 6ur^ 6iefe neue 
llIet^o6e „verarmten". IHan ift an 6en üppigen pruni 6er alle- 
gorif^en ÖIei(^nis6eutung geu)ö^nt, 6ie )e6em neuen p^antafie« 
ooHen (Erflärer immer u)ie6er Heues 3U fin6en fibrig liefe. Un6 
nun foH alles bloß auf einen einsigen Sa^ jugefpi^t u)er6en! 
3enes u)un6erx)one Ranlengeroirr oon Auslegungen, 6as man um 
eine einfa^e (Erja^Iung wie 6ie t>om verlorenen So^n üma 
äßxiQtn tonnte, 6as foll nun alles mit fc^arfer Schere wegge» 
Quitten fein? 

IDer fo gegen 6ie ri(^tige fluffaffung 6er (BIei(^niffe lämpft, 
6en lann man mit einem Kin6e Dergleichen, 6as suoiel Süfeig» 
leiten gegeffen l^at un6 6em nun 6ie einfa^e, aber nal^r^afte 
Speife nici^t me^r besagen will. Denn 6urc^ 6as Derftän6nis als 
roirf li^e (Bleic^niffe U)er6en 3efu (BIei^nisre6en aus oieHeic^t geift* 
ooHen Spielereien 3U emften un6 ftarlen 3eugen für 6ie tiefften 
IDa^r^eiten unferer Religion. 

Aber es ift ni^t einmal rici^tig, 6a6 roir ärmer U)er6en, auc^ 
ni^t im Unterri^t 6er S^ule un6 6er Kir^e, wenn mix 6ie 
(Bleici^niffe als 6as oerftel^en, was fie fin6. IDer ©lei^niffe ri^tig 
oerf teilen un6 richtig unterri^ten roill, 6er mufe fid^ un6 feine 
IJörer Dor allen Dingen lebl^aft in 6ie Situation oerfe^en lonnen. 
Der Arbeit feiner p^antafie bleibt 6a oiel ju tun. (Es ift freiließ 
ni^t 6as gefci^i^tslofe (Baulelfpiel 6er Allegorie, 6em er fic^ ^in* 
geben 6arf, fon6ern 6ie plaftifci^e Kraft 6er p^antafie, 6ie buxSi 
gefcj^ici^tli^e Kenntniffe 6er Derpitniffe genährt fein mufe, 6ie 
Kraft, 6ur(^ 6ie roir (Bef(^i^te lebhaft na4empfin6en, miterleben 
un6 an6em miebex oor 6ie Augen malen lönnen. Da muß 3^fus 
uns leibhaftig rDie6er erfte^en, 6a muffen 6ie p^arifäer un6 6as 
Doli, 6ie SöIIner un6 6as fün6ige IDeib £eben, Steife^ un6 Blut 
getoinnen; wir muffen 6ie Kin6er flauen, wie fie auf 6er (Baffe 
tEans Wtt^ ttrauerllage fpielen (15), wir muffen 6en Petrus 
fe^en un6 malen lönnen, wie er ftolj 6arauf, wieoiel er f(^on 
oon 3cfus gelernt l^abe, 6ie 5tage an 6en lUcifter rid^tet: „IDie» 



Derarmung öur(^ tOegfall öer Allegorie? 25 

oielmol mu^ ic^ oergeben? 3ff$ genug fiebenmal?'' IDir muffen 
feigen, wie er, 5er ein Zob enoartet Ifatte, rot toirb, bef^ämt 
unb ärgerli^, als 3efu$ antwortet: „Hi^t flebenmal, fiebsig mal 
fiebenmal!" Unb tote er ungläubig unb bei aller (Ehrerbietung 
^alb unroillig 3cfus anfielet, unb 3efu$ barauf anfängt 3U er« 
Säl^Ien: „(Es toar einmal" Unb rote Petrus barm — unb roir 
mit i^m — , flbertounben oon ber lHai^t ber einfa^en (Bef^ic^te 
oom S^aHsftie^t, belennen muß: „R^c^t ^aft bu, IlTeifter; roir 
finb fooiel fc^ulbig, unb ^aben foüiel Vergebung nötig, f outen 
toir ni(^t alles, ni(^t immer — auc^ ni^t bloß fiebsig mal fieben«« 
mal vergeben wollen?" (39). 

Zehen muffen roir in ber Situation unb leben muffen in il^r 
bie, bie wir unterrici^ten wollen. Das ift bas (Erfte, unb bas ma^t 
wirflic^ rei(^ an gef(i^i(^tli^er (Erfenntnis unb an ber Sä^igleit, 
au(^ bie eigene £age Aar 3U bur(^f(^auen. 

'Das 3weite ift bies, ba^ bie (Blei^nisersä^Iung felbft uns an» 
fc^aulic^ unb padenb vox ber Seele fte^t unb ba^ wir fie anbern 
fo t)or bie Seele malen lönnen. flu(^ l^ier muß mancherlei 3U« 
gefegt, nä^er gefc^ilbert, befc^rieben werben. Die (Blel^niffe finb 
in il^rer überlieferten Kurse uns oft nici^t Ilar ober ni(^t braftifc^ 
genug. Sie finb nic^t alle fo fc^ön ersäl^It wie ber oerlorene So^n. 
So muß man wo^I bie (5Iei^niffe oom Sc^a^ im Ader unb oon 
ber perle (35, 36) mit ftärleren Jotrben malen: Da ift ber tEage« 
lö^ner, ber für ben reiben Bauern arbeitet unb bei jebem Spaten» 
ftid^ an feine fc^Ie^tgenä^rten Kinber unb feine abgehärmte 5tau 
ba^eim bentt, unb ob ber fläglic^e £o^n, ben er betommt, au^ 
reid^en wirb 3um täglichen Brot. IlTit einemmal ftößt fein Spaten 
Hirrenb auf etwas partes, als ob er auf HTetall getroffen wäre. 
(Er fie^t nai^, ba Hegt ein Haften, unb wie er ben DeJfel öffnet, 
glänsen i^m lHünsen unb loftbares (Berät entgegen. Doli sittem* 
ber 5teube becft er alles wieber ju. Dann ge^t er ^in, oerfauft 
feine £e]^m^ütte unb feine eitqige Ku^, fein (Bärt^en unb feinen 
IDagen, unb lauft ben flcfer. IDie i^n ba alle anftaunen, wie fie 
i^n für oerrücft galten! (Er aber weiß, was er an feinem S^a^e 
iiat — 5J^^iß<^ ^örf bies Ausmalen nid^t fo weit gelten, ba^ es 
bie Pointe erfticft, bie Pointe muß oielme^r babur(^ gehoben, ins 
re^te £i^t gefteÖt unb gans unwiberfprei^Iici^ gemaci^t werben. 

So muß es fic^ ausmalen, wer ein (Bleic^nis lieft; fo muß aber 
t)or aQem ber £e^rer malen tonnen, ber ein (Bleic^nis ersä^Ii 
IDenn il^m beim Unterri^t beibes, bie Dergegenwärtigung ber 



26 n. Das TDefen öer ©Icic^ntffe 3efu. 

Situation unb 6ie (Ersä^Iung 5es (Bleici^mffes, gut gelungen ift, 
fo muß 6er Stiller 5en 3u betoeifenöen Sa^ ober 6ie 3U rec^t* 
fettigenöe ^an6Iung$u)cife fetter finben unb Hör ousfpre^en 
lönnen, fo tote für uns fettft bie (Blei^niffe lelner Deutung be» 
bürfen, fonbem fetter beuten. (Berabe bies Settftfinben würbe 
getDfß bcm Unterri^t in ber Religion eine Sx^i^^ unb £ebenbig» 
teit geben, bie i^m, ber fo oft mit fertigen, bloß einsuprägenben 
(Erlenntniffen beftritten wirb, lei^t verloren ge^t. Ulan brauet 
fi(^ babei in Unterri^t unb prebigt ni^t fingftli^ bavox yx Ifvittn, 
ba^ man oieüei^t mobeme 5cirben in eine fol^e Sc^ilberung ein» 
mif^e. IDeil alles barauf anlommt, baß ber 3U beweifenbe Sa^ 
leu^tcnb ^eroortrete , weil ni(^ts an ber (Knsel^eit als foI(^er 
liegt, lann eine folc^e UmHcibung in mobemes ©ewanb im Unter* 
ri^t nicj^t verboten fein, wenn fie ben Reis unb bie einleu^tenbe 
Kraft ber (Ersä^Iung er^ö^t. So ^at Jtenffen in feinen Dorf» 
prebigten bas (5Iei(^nis üom ungerechten Qaus^alter in eine ^ot' 
fteinif^e Bauerngefd^i(^te mit £ebenbigleit unb Kraft umgebic^tet, 
unb ic^ lann mir ni^t oerfagen, biefe Umbi^tung ^ier absu» 
brucfen: 

„(Ein £anbmann war bes IDirtfci^aftens mübe geworben; bas 
fliter war gelommen. Da er für feinen großen Ijof leinen Käufer 
fanb, fo maci^te er ben (Broßfned^t, ber f^on oiele 3a]^re lang 
bei i^m gewefen war, 3um Derwalter; er gab i^m alles in bie 
flänbe: fjaus unb fjof, basu bas ganse Rec^nungswefen. Unb bas 
war ein großer $ü]Hev. Denn ber (Broßlne^t war ein d^arafter» 
lofer nienfci^, einer oon b^n oielen, bie unter Kommanbo will* 
fahrig unb flinl laufen, aber untüchtig unb träge finb, wenn eine 
^arte IJanb fie nic^t mel^r regiert. Kaum l^aiie ber alte Iltann 
btn I)of oerlaffen unb faß in ber Siabt unb fa^ fo reci^t be« 
^aglid^ aus bem S^^ftcr: ba begann ein tolles Zeb^n auf bem 
^ofe. IDas weiß ici^? 5^^"^^^ Pf erbe ftanben an btn oollen 
Krippen; bie Stuben lagen voü oon lärmenben (Bäften; unb oft, 
was oon allem bas Sci^Iimmfte war, fu^r er über £anb unb 
hinterließ leine Befehle unb lam erft gegen mittag, oft erft am 
3weiten morgen, betrunfen nai^ Qaufe. Aber auci^ — ob er be» 
fa^I ober nici^t — er war nie auf bem poften: bit £eute taten, 
was fie wollten. (Es oerfam bas Diel) im Stau, bas Korn würbe 
oerfät, unb bie (Ernte lag im Regen. (Es war lein Sinn unb Der* 
^tanb in ber gansen IDirtfc^aft. 

Ilatürlicj^ bauerte bas ni^t lange. Der, weld^er in ber Stabt 



Husmalen im Unterricht. 27 

am 5cTtftcr fa^ un5 fo be^ogll^ über 5en lHarttpIa^ fa^, 6er 
erful^r, wie es 5a öraußen auf feinem fc^önen ^of e ^erging. „IDos 
fagt il^r? . . . 3c^ toill . . ." unb ber oite, fd^roere Itlann ftanb 
fteil auf unb ging in bm Stau unb fpannte felbft an unb fu^r 
l^inaus unb lam an. Unb no^ im 5^^^^^» roä^renb 6er Der* 
roalter ^eranfprang, rief er: ,,Bemfi^e biii niinil 3äi lann allein 
Dom XDagen tommen, toenn ic^ es toollte. Aber i^ itabe feine 
£uft, 6urc^ verlotterte St&IIe 3u ge^en un6 über t)er6orbenes 
£anb. 3c^ toollte bir nur fagen: ,,Iltit beiner OeriDalterei ^at es 
ein (Enbe; i^ lomme morgen roieber unb roill bie Abrechnung 
fe^en." Unb er roenbete btn IDagen unb fu^r roieber in bie 
Stabt 

Der (Bro^ftteci^t fa^ bem IDagen mit 3ufammengelniffenen£ippen 
naii. Dann teerte er fi(^ um unb fe^te fici^ in 6er unor6entIi(i^en 
Stube an 6en tEifd^. „So . . ." fagte er ju fi(^ felbft: „6as ift 6as 
(En6e." Die Kne^te lamen über 6ie Diele, ftecften 6en Kopf in 
6le (Eür un6 fragten: „Soll i^ 6ies o6er 6as tun?" Die lllag6 
{am un6 melbete, ba^ Unorbnung im StaQe roäre. (Er aber ma(^te 
ein ftummes 3ei(^en: „£a^t mici^ in Ru^!" (Ein (Erinlgenoffe t)on 
ber lta^barf(^aft lam an: „Du, roir roollen ^eute Ila^mittag . . ." 
„hinaus mit bir!" (Er faß ba unb ftarrte auf bentEifci^ un6 6ac^te: 
„Dorbei ift bein (Blüdf. Der Reft Don beinem Zebm ift Armut 
unb (Elenb." 

Sel^t ben (5roßfne^t! 6a fi^t er. (Einen Augenblid, eine l^albe 
Stunbe lang ift er gans roillenlos unb machtlos. Aber bann, toie 
einer, ber von einem Sturs betäubt tourbe, feine (Blieber leif e ftö^nenb 
roieber regt: fo fängt fein (Beift langfam roieber an 3U arbeiten. 
„IDas nun? IDas fange ic^ nun an? Kann i(^ no(^ ettoas an« 
fangen? Kann ic^ Sc^anbe unb Hot noci^ abroenben?" Unb ba 
pBp^: „So! Unb fo! So ge^t es!" Unb auf fpringt er mit 
bß^enben Augen. „3d^ roeiß, roas ic^ tun toill. 3^ toeig es gans 
genau. 3^ toiü meine 5^6^ ii^ter i^ren (Eifci^ ftellen, unb fie 
follen f auer ober ffig basu fe^en, roie fie roollen ; aber fie f ollen 
mic^ roa^r^aftig rui^ig ba fi^en laffen." Un6 fofort, flinl un6 
Hug, 6en (Beift gefpannt roie eine 5^6er oon gutem Sta^I, ma^t 
er fic^ an 6ie Arbeit. (Er ruft bie S(i^uI6ner feines Ijerm; un6, 
^ijUeä^i wie fie alle fin6, fangen fie ein luftig 5ölfc^en an. Die 
fd^u^eren S(^uI6f^eine unb pa^toerträge ge^n t>on ^anb 3U ffanb. 
3eber belommt feinen Dorteil: bie S^ulbner belommen auf £ebens» 
I$n^e pac^terlag, unb ber (Brogfnec^t be!ommt als DanI von 



28 H. Das tOefen öer 6let(^niffe 3efu. 

i^nen S^IaffteQe unb Iltittagstif c^ , fo lange fein Zthtn u>&^ren 

Dies pacfenöe Ausmalen ift öas IDic^tigfte für öen Untetri^t. 
Das (Bleici^nis muß ergreifen, roie ein (Beöi^t ergreift, roie eine 
Itooelle intereffiert, es muß unroilKürli^ mit fi^ fortreißen unb 
öen gellen Sci^ein 5er 3U finöenben (Erlenntnis toie einen Bli^ in 
bie Seele bes ^örers toerfen. HTeift ift basu aber leine Über* 
fe^ung in unfere Derl^ältniffe notig. Denn bie Dorgänge, benm 
3efus feine (Blei^niffe entnimmt, finb fo einfa(^, baß fie fici^ 
immer in ä^nlid^en Sormen toieber^olen. So l^at mi(^ ber nun 
oerftorbene Prof. D. 5ii^^^^^ i^ 3üric^ barauf aufmerifam 
gemacht, ba^ meine S(^ilberung bes Saemanns (IV 1) nid^t gans 
bem, roas ber orientalif^e Säemann tut unb nici^t tut, ent» 
fpräci^e. Aber roie roenig toeid^t nun feine, bes paläftinalenners 
Scj^ilberung von ber meinen ab! Qier ift fie: „Der ftumpfe, oft 
nur aus IJoIs befte^enbe Pflug acfert bm Jelbroeg, ber quer fid^ 
bur^ ben Ader sie^t, ni(^t auf. (Ebenfotoenig reißt er bie tiefer 
tDurseInben Domen aus. An einseinen Stellen bts Acfers, nur 
wenige Singer breit, btn fteinigten Untergrunb. Bei fo fd^Iec^t be* 
fteütem 5db ge^t oiel Samen oerloren. Auf bem 5dbu)eg piden 
i^n bie fe^r sa^Ireic^en Dögel weg. Balb seigt bas gelbli^e Aus» 
feigen ber aufgefproßten Saat bie Stellen, roo bie (Erbfrume nur 
bünn liegt. Die Domen waren wo^I abgehauen, aber ni^t aus* 
gerauft, ba^er warfen nun im tiefer grflnbigen Boben Domen 
unb junge Saat. Der gute Boben Ijat große (Eriebfraft-, ba^er ift 
es ni(^ts Seltenes, ba^ aus einem Samenlom brei, oier ^alme 
entfproffen, jeber mit einer A^re t)on 30 — 40 Kömem. So bas 
Bilb, bas 3efus gef(^aut l^at" 

Dann lommt bas £e^te: man muß lemen, btn gefunbenen Sa^ 
auf unfer Zebttt ansuwenben unb anbem basu Anleitung 3U geben. 
Ijier lann fici^ nun ber ganse Rei^tum entfalten, ben bas £eben 
uns in ä^nlic^en £agen f(^afft Heimen wir jum Beifpiel aus 
bem (Bleid^nis t)om ungerechten ^aus^alter ben Sa^: Seib Hug; 
benn i^r müßt einmal Rec^enfc^aft ablegen! Auf wieoiel (Büter 
bts Zebtns läßt fi^ bas anwenben, ni^t bloß auf (5elb unb (5ut, 
W03U £utas bur^ bie Sprüci^e anleitet, bie er unmittelbar an« 
gereift Ifat Unb felbft über bie rechte Anwenbung von (Belb unb 
(But läßt fic^ no4 t)icl me^r unb (Tieferes fagen, als was in 
biefen Sprüchen fte^t. Aber man mtnbe b^n Sa^ nur weiter an 
ouf lolente unb (Baben, bie ber UTenf^ mitbelommt, auf (Eltern 



Hnwenöung auf unfcr £cben. 29 

uttb (Befci^iDiftcr — o Heb', fo lang 5u lieben lannft — , auf 
Schüler un5 teurer, uff. auf aüe mögl^en Der^ältniffe unö (Büter 
öes £ebens. (Döer man neunte bie IDa^r^eit 5es (Ble^niffes Don 
6er Saat, bie ol^ne b^s Säemanns 3utun toeiter toäd^ft (32). Sie 
ift ein tEroft für aüe, bie fici^ um bie Seelen anberer mü^en, für 
£e^rer unb Pfarrer, aber auci^ für (Eltern, bie i^re Kinber in 
frembe fi&nbt geben, in bie 5tembe ^inaussie^en laffcn muffen u. a. 
Xdan lann blefen ttroft ferner au(^ ertoeitem auf alles, wobei 
toir nur „Säemannsarbeit" tun unb bas IDa^fen unb (Bebei^en 
ni(^t bur(^ unfere (EStigleit erstoingen lönnen. ^ier unb oft lann 
man aui^ burc^ btn Kontraft fel^r gut vertiefen. „Diefes (Bleicj^«« 
nis", lann man Kinbem, bmm man es etioa ersä^It, fagen, „ift 
ni(^t für eu^, für Kinber; es ift benen ein (Eroft, bie an anberen 
arbeiten, es ift für (Erroad^fene. 3^r gleist oielme^r noc^ bem 
fldcrfelb; aber biefes Bilb Ijätte 3^fus ni^t getoa^It, wenn er für 
eu(^ gefpro(^en l^äü^. Denn i^r feib mel^r als ein flderfelb, il^r 
feib lebenbige HTenfd^en unb lönnt oiel basutun, bafe bas, toas 
i^r ^ort, anii fru^tbringenb in eu(^ Kraft unb £eben roirb." Die 
aüegorifc^e (Erllarung mü^t fi(^ ab, biefe (Bebanlen aus ber flcfer* 
erbe unb i^ren (Eigenfc^aften ^eraus3ubeuteln unb ftellt baburc^ 
bas (Blei^nis auf bm Kopf, ttlan tann aber, toill man bas (Bleid^« 
nis in biefer IDeife fittlic^ toenben, bm (Bebanlen als ergfinsenben 
Kontraftgebanlen ^insufügen. Damit tut man bem (Blei^nis leine 
(Betoalt an. flüerbings toill i^ ein fol^es ^insufügen ni^t emp* 
fehlen; es fd^abet bem (Bebanlen bes (Blei^niffes auf aüe JäDe. 
Das Bilb fteöt nur bie eine Seite ber Sad^e bar unb ift ni(^t für 
Kinber beregnet. Ulan lann einem Kinbe no(^ ni^t alles Ilar 
maci^en, unb Religion ift ni^t eine Sa^e, bie ein S^ulunterrici^t 
erf^Spfen lönnte. 

Aber bas voixb man nac^ allebem fe^en , ba^ bie neue reali» 
ftif^e, ni^taüegorif^e fluffaffung ber (Bleid^niffe ni^t eine Der* 
armung, fonbem eine Bereid^erung ift, ba^ infonber^eit ber Unter* 
ric^t burd^ fie an £ebenbigteit unb (Liefe getoinnen lann. 

3. aitbersartide SUbrebe bei 3eftu. 

Unter bm „(Bleici^niffen" 3efu befinben fi^ enblici^ einige, fie 

te^en aüe bei £ulas, bie nid^t e^te (Bleid^niffe unb Allegorien 

inbt fonbem etwas anberes. (Es finb bie (Befci^ici^ten t)om barm* 

)er3igen Samariter, t)om p^arif 5er unb 3öüner, oon bem reid^en 

IlTanne unb bem armen fasarus unb bie oon bem reichen loren, ber 



30 n. Bas tDefen öer (Blcic^niffe 3efu. 

für feine Seele forgen toollte unb 3U 6em Stoecf größere Sd^eunen 
boute. Sie finb aixii Olluftrationen beftltnmter IDa^r^eiten, follen 
ou(^ 3um Betoeis beftimmter Sä^e blenen, finb aber me^r Bei« 
pieie als Dergleic^ungen. 3cfus roeife, ba^ man fi^neüer 5ur(^ 
bl(^e (Befci^ici^ten lernt als öurci^ loglfd^e Betoeife; er ift Dici^ter 
genug, fol^e (Befci^i^ten 3U ^aben, unb iiat Dertrauen genug 3U 
öen HTenfc^en, baß er ber 3uftimmung i^res natürlichen Sinnes 
für bas Demünftige unb (Bute fi^er fein lann. 

(Er malt ilinen in bem p^ariffier (59) ben lHann t)or bie flugen, 
bei bem fogar bas (Bebet eine ^erabfe^ung feiner IlTitmenf(^en 
ift unb nur ba3U bient, i^n felbft ins re^te £i^t 3U ftellen, in 
bem SöIIner btn mann, ber mit einem ein3igen f^Ii^ten IDorte 
feines Qer3ens Itot unb flngft feinem (Bott fagt, unb ift fi^er, 
bafe alle mit i^m eins finb, wmn er f (^liefet: „Diefer ging l^inab, 
gerechtfertigt oor jenem, in (Bottes flugen me^r roert — unb naän 
eurem Urteil woljl ani^." (Er er3ä^It bem S^riftgele^rten, ber 
i^n fragt: „IDer ift mein Itäc^fter?" bie einfaci^e (Bef^i^te oon 
bem nXanne, ber 3U)if^en 3erufalem unb 3erid^o unter bie IHörber 
fiel (45). Unb wie er fie er3ä^It l^at unb nun mit ber S^^i^' 
„IDer ift na^ beiner Uleinung ber Häufte geioefen, i^m 3U l^elfen?" 
bie (Erörterung beginnen will, ba ^at i^n ber IJörer f ci^on oerftanben. 
3efus braucht nichts me^r 3U fagen als: „(Be^e ^in, ^anble ebenfo!" 
(Eigentlich l^ätte bie flnttoort lauten foHen: „Der Häufte mar ber 
niann aus feinem eigenen DoKe, ber priefter, ber (Bottes (Bebot 
3. niofe 19, 18 am beften lannte!" Unb bann t|ätte 3efus weiter 
gefragt. Aber bie (Bef^i^te Ifaüe mel unmittelbarer gewirft. Der 
S^riftgele^rte antwortete fofort: „Der bie Barm^er3igleit an i^m 
tat." Da r)er3i(^tet 3efus auf alle (Erörterungen: „lue besgleic^en!" 
— flis fie ein anbermal (55) 3cfus um ein ll)unber3ei(^en an» 
gingen, ba fagte er i^nen feine Uleinung: glauben fie lHofes unb 
btn Propheten ni(^t, laffen fie fic^ burcj^ bie fittli^e prebigt an 
ilfct (Bewiffen nii^i be3wingen, fo werben fie auci^ bem größten 
tDunber3eid^en ni(^t (Blauben fci^enlen, au(^ nici^t, „wenn jemanb 
von ben (Eoten auferftanbe." Die IDertlofigfeit bes IDunbers für 
ben (Blauben ift nie f^ärfer unb Harer ausgefproci^en worben 
als von 3efus felbft in biefer (Er3S^Iung — ober oielme^r oon 
bem Dater flbra^am, ben 3efus im 3c^fcits fo 3U bem reici^en 
IKanne fpre^en läßt. Aus fol^em IlTunbe unb an folc^em (Drte 
gefpro(^en, wirb ber Sa^ befonbers einbrudsüoll für bie 3uben, 
weiche naäi bem Urteil bes Paulus ftets nac^ IDunbem als Be« 



Beifpieler3&^lungen. 3 \ 

glaubigung oerlangten, ,,3ei^en foröerten". Damit man aber 
au^ innerli(^ i^m jufttmme un5 tDirtlic^ oon 5er (Befc^ic^te be« 
Swungen roerbe, belommt 6er Sa^ eine lange Dorgefc^i^te. IDir 
roerben in bas Qaus bes Rcid^en geführt, ber alle tEage I)errli(^ 
unb in 5teuben lebt unb fic^ in Purpur unb löftlic^e Eeintoanb 
Ileibet; roir roerben an feine ^austür gefteüt, wo ber Bettler 
£a3arus liegt, mit S(^u)ären bebecft unb no^ üon ben Qunben 
gequält, bie i^n beleden, o^ne baß er fici^ i^rer ertoel^ren lann. 
(Ein Diener toirft il^m ^ier unb ba einmal einen Brocfen ju, btn 
fonft boci^ nur bas Diel^ belommen ^5tte. Der rei^e lHann lann 
bas (Elenb, bas an feiner Sc^toeHe liegt, ru^ig mit anfeilen, „alle 
tEage ^errlic^ unb in 5reuben". (Bott, es gibt fo t)iel (Elenb! Kein 
ntenfc^ lann es ausrotten, flifo: alle G^age Ijerrlic^ unb in 5reuben! 
liiert bes^alb wirb bas ersfi^Ü, bamit roir oerftel^en f ollen, raarum 
ber eine in Abrahams S(^o|, ber anbere in bie S^uer^öHe lam, 
fonbem bamit toir innerli^ auf ben Sci^Iuß geftimmt werben. 
Diefer UTann unb feine fünf Brüber, bie er na^^er gerne toamen 
mo(J^te — ein menf(i^Ii(i^er, freunblici^er 3ug, jfefus malt leine 
moralifci^en S^eufale, fonbem UTenf^en, wie fie leben, — biefe 
£eute ifatten feit i^rer Kinb^eit gelernt: Du foHft beinen Itfii^ften 
lieben wie bici^ felbft. (Es ftanb Ja im „IlTofes", unb wie oft 
f^ärften bie Propheten ein, ba^ Barm^ersigleit beffer fei als 
(Dpfer. Diefe fec^s Brüber lamen fic^ gewiß au(^ gar ni(^t fo 
f(^Ie^t oor, fie wollten auc^ gans gute ttlenfci^en fein, aber wer 
lann jebem Bettler l^elfen? IDie gerne wollten fie glauben, wenn 
fie ]^anbgreifli(^, bur^ ein IDunber überseugt würben. 3a, bann 
woltten fie wo^I auf alles (Erbengut oersi^ten; aber fo? ©ewiß, 
man tut au^ Öutes, gibt auci^ ben Hrmen, aber foll man fein 
£eben nici^t genießen? — Diefe £eute l^ai 3efus in feinem reid^en 
UTann c^aralterifieren wollen. Ulan l^at fd^on manchmal gemeint, 
für ben Beweis bes einen Sa^es am Sd^Iuffe fei bie (Einleitung 
3U lang, man Ifai fie gans abtrennen wollen ober bo(^ für über* 
arbeitet erHSrt im Sinne ber (E^eorie, wona(^ alle Armen in ben 
Qimmel, alle Reihen in bie IjöIIe lommen follen. Sol^e I^eorien 
fjat es im Urc^riftentum gewiß gegeben, unb bie ttlöglic^feit einer 
Überarbeitung ber (Befc^ic^te ift im allgemeinen burci^aus ^nyu 
geben; bennoci^ glaube i(|, bas Dargelegte beweift, ba^ faft alles, 
was bafte^t, für bie Pointe ber (Erjä^Iung nötig ift unb baß wir 
laum etwas miffen ISmten. Der S^aupla^ auf ber (Erbe mußte 
gef^ilbert werben, um ju seigen, wie folc^e £eute, an benen bas 



32 II. I>ös IDefcn öer 6lci(^ttiffe 3efu. 

(Elenb unb öos (Bebot 5er £iebe ol^ne tieferen (Einörucf oorüber» 
ge^en, in ber tEat auc^ 5urc^ ein IDunber nici^t oeränöert toüröen. 
„Sie tDüröen nici^t glauben." Überflüffig ift ^öc^ftens 5ie erfte 
flnttoort öes Daters Abraham in iljrer je^igen S^ffung. — (Ein 
(Bleici^nis ift öiefe (Erjä^Iung nid^t, fie gibt auc^ lein Beifpiel, fie 
oeranfc^aulid^t nur unö erstoingt unfere 3uftimmung 3U einem 
Sa^e, 5en 34ws au^ fonft ausgefpro(^en ^at, meift als Dortourf 
gegen feine IDunöersei^en foröembenDoKsgenoffen, ogLlULS, 1 2f., 
= mt. 16, 4; mt 12, 38—42 = £f. 11, 29—32. 

3n Allegorien ^at 3^fus nac^ bm brei erften (Eoangelien 
gar nic^t gefpro^enj nur bas oierte Iegt3cfus fold^e in ben IlTunb 
mit biebelanntenf ogenannten (Bleici^niffe üom guten ^irten öo^^. 1 0) 
unb t)om IDeinftod unb btn Reben (3o^. 15); aber es betoeift 
thm mit biefer Befonber^eit toie mit fo oielem anberen, bag es 
roeniger eine gef^ic^tli^e (Queüe ift als eine S(^u^fc^rift für 
3efus, aus ber toir 3U lernen ^aben, wie ein frommer unb ge« 
bilbeter, tiefer unb bebeutenber IlTann aus bem Anfang bes 
Stoeiten 3tt^t]^unberts 3^fus oerftanb, gegen bas3ubentum oer« 
teibigen unb feinen 3eitgenoff en , Dor allem p^ilofop^ifc^ ge» 
bilbeten Qelleniften, nS^er bringen tonnte. Sür fie, ble bamals 
fc^on 3cfu (Blei^niffe als Allegorien oerftanben, l^at er au^ 
Allegorien um IDorte 3^fu geu)oben. 

Ulan ^at roo^I auci^ gemeint, bas (Blei^nis oon btn IDein« 
gärtnern (7) fei eine fol^e oon fpäter fjanb gefc^affene Allegorie, 
einmal, roeil 3cfus fi^ ^ier 3U beutli^ gegenüber ben Propheten, 
bie als Knechte auftreten, ben Soifn (Bottes nenne unb 3U fieser 
feinen (Eob toeisfage; bann aber, toeil bie Kned^te, ber So^n, bie 
IDeingärtner unb ber ^aus^err 3U genau ber baburci^ nac^ge» 
bilbeten IDirflici^Ieit entfpräd^en, als bafe fie anbers benn als 
Allegorien oerftanben toerben lönnten. 3cne aus bem Sol^nes» 
beu)ugtfein unb ber tCobestoeisfagung gegen bies Stüd gefc^Spfte 
Bebenfen liahen i^re Bebeutung; bennoc^ finb fie ni^t bur^* 
f^Iagenb. Anbere Stellen, beren (E^tl^eit nic^t beftritten roerben 
lann, fte^en i^nen ftü^enb 3ur Seite. Die aft^etif^en Bebenfen 
aber finb gar nic^t betoeisfräftig. Das (Blei^nis fie^t nur bts* 
ffoJb wie eine Allegorie aus, roeil „Kneipte (Bottes" unb „So^n 
(Bottes" alte Bilber für (Bottesmänner unb ben Itleffias finb, 
ebenfo ber IDeinberg (Bottes für bas DoH 3frael, unb bie IDein» 
gärtner für feine (Oberen. Aber bie (Er35^Iung ge^t boc^ bur^» 
ous auf ben einen Sa^ hinaus : „IDas roirb ber ^err bes IDein« 



Hnegorien bei 3efus? 33 

bergs tun? (Er mixb lommen, 5ie IDeingSrtner toten un5 öen 
IDetnberg onbem geben." flifo iiüM eu^! Somel (Einselbilber 
anäi paffenö fein mögen, fo liegt ^ier 5oc^ ein echtes (5Ieic^« 
nis oor. 

Ili^t anöers ift es bei öem (Blei^nis oom Unfrout unter 5em 
tDeisen (34), bas aud^ fc^on als Allegorie aus btn eci^ten IDorten 
3efu geftric^en roorben ift flu^ 6as (Bleici^nis oom oierfaci^en 
flcferlanb (4) enthält eine Rei^e von paffenb getoäl^Iten (Einsei* 
3ügen. Daß freiließ 6ie Dogel ni^t 5er „(Eeufel" finö, wie 5ie 
angeffigte Deutung u>iQ, liegt auf 5er Qan5, 5as raSre 3U un« 
gef^idt Un5 ob 5ie Domen un5 Difteln nac^ 3efu flnfi^t roirf» 
Ii(^ bie Sorgen unb ber Rei^tum fein follen, lann man auc^ 
fragen; aber im gansen f feinen bie Bobenarten bo^ mit flbfi^t 
getoiffen IUenfci^en^ersen entfpre(^enb getoä^It: ^art, fo ba^ bas 
XDoxt ni^t einbringen lann, fernen entflammt, aber balb nai^* 
laffenb, unb enbli(| ber Boben ertragfähig, aber äußere Dinge 
erfticfen, toas roa^fen roill. Das liegt boc^ f^on im Bilbe felbft. 

VHan mixb bas anif gar nic^t unoerftänblii^ finben, wmn man 
fic^ an bas erinnert, raas roir oben über bie (Entjfte^ung ber 
(Bleici^niffe beobachtet ^aben. Huc^ ein (Bleic^nis tann aus einem 
einsigen Bilbe ^eroortoac^fen: bie prebigt — eine Säemannsarbeii 
Dann lönnen fici^ anbere (Einselbilber, sufäüig in bie Hugen 
fpringenbe fl^nli^leiten anf erließen: ^arte Ijerjen — harter 
Boben ufu). Diefe Bilberlette ift barum boci^ leine Allegorie, 
roenn fie nur gönjlic^ unter bem 3u)ange bes einen Qaupt« 
gebanlens bleibt unb bie (Elnselbilber ni^t felbftänbigen IDert 
gewinnen. Ulan barf fo^e alfo in ber (Erllärung ni^t wieber 3U 
eigenen (Blei^niffen ma^en, fonbem muß fie ftart unb fc^arf bem 
fjauptgebanten unterorbnen. 

i. (ürensen ber bUbli^en Bebeioeife. 

(Blei^niffe unb Bilber finb in ben IDorten 3efu nur bort an* 
Sune^men, wo feine ganse Sprec^weife uns basu nötigt, b. ff. wo 
Bilbf|älfte unb Sad^ffölfte ober Bilb unb Situation nebeneinanber 
fte^en. (Es ift freiließ eine befonbers bei Dilettanten beliebte 
Sad^e, alle IDorte 3cfu ols Bilber ober Allegorien 3U nehmen, 
um fid^ unb i^re fleblingsgebanlen bei i^m „in Bilbem" wieber* 
Sufinben. Sci^on S^open^auer wollte fo jfefus felbft gans unb 
gar ab St|mboI ber Demeinung bes IDillens 3um £eben unb 
bamit als 3nbegriff feiner p^ilofopl^ie oerfte^en. Au(^ Rici^arb 

Anu6 46: tPeinel, (Bleic^niffe 3<fu. 3.HufI. 3 



34 W. Dos XDefen btt (Blei^niffe 3efu. 

IDagner ^at, öes IUciftcrs Spur folgcnö, 3cfu IDotte fo ocr» 
ftanöctt unö eine toortlt^e fluffaffung als „IDa^n" nur für bas 
Dolt getten laffen toollen, bas Spinbol unö Ölauben brause, voo 
öer (Eingeroei^te öie tDirlK^Ieit unö öie (Erlenntnis ^abe. 5tleö» 
ri^ nie^f^e tft In feiner fluffaffung 3efu niemals über öle 
Illelnung S^open^auers ^Inausgelommen, er ^at, tole fein fpäter 
belämpfter Illelfter, 3efu £e^re für Buöö^lsmus unö au feine 
tDlrllldi gemeinten Dorfteüungen oon ^Immel unö ^Slle, (Bott 
unö Teufel für aüegorlf^e flusörudstoelfe gehalten. (Ebenfo 
ma^t es So Ift Ol, öer öen (Bott 3efu In öle £lebe oöer öen (Belft 
umöeutet unö age anöem Dorfteüungen öer 3elt In glel^er IDelfe 
aüegorlflert. fl^nll^ oerfu^t IDoIfgang Klr^ba^ öur^ 
flüegorlflerung öes gef amten Spra^gebrau^es 3efu fein moöemes 
pant^elftlf^es Softem et^lf^er Kultur In 3efus U)leöer3uflnöen. 
Dlefe ihet^oöe umHelöet Klr^ba^ au^ mit öem S^eln öer 
IDlffenf^aftll^lelt, Inöem er fl^ auf öle tDeItberüI(mte Bllöer« 
fpra^e öer ©rlentalen beruft unö an elnjelnen IDSrtem feine 
Deutung re^tfertlgen tolll. So foll (Bott bei 3efus nl^ts anöeres 
als „öos flu" fein, toell 3efus (Bott öen Dater Im ^Immel, \a 
oleüel^t In öem flusörucf „öas Rel^ öer IJlmmel = Rel^ (Bottes" 
ölreft tole olele 3uöen feiner 3elt „öle tjlmmel" genannt ^at 
nun Ift aber „öle I)lmmel" au^ ein flusörucf für öle IDelt ftifo 
jle^t Klr^ba^ öle (Blel^ung: (Bott = öle IJlmmel = bas flu. 3n 
IDa^r^elt beöeutet für öle 3uöen öer 3elt 3efu öle (Erfe^ung öes 
IDortes (Bott öur^ „^Immel" nur, öafe man fl^ f^eut, (Bott 
felbft, feine erhabene, ^eilige perfon In öen lHunöju nehmen; man 
gebraust (Erfa^roSrter öafür, feinen IDo^nort (©rt, pia^, mäköm, 
Ift geraöeju ein (Bottesname gerooröen), öen ^Immel, oöer IDörter 
role öer ^o^gelobte, öer ^o^fte, öle lHajeftät u. ä. Irtan oer« 
fte^t aber Immer ein perfönll^es, menf^enä^nll^es IDefen unter 
(Bott. (Benau ebenfo real gemeint flnö öer tteufel, öle ^olle, öle 
(Engel ufto. IDenn unfer IDeltbllö ^eute ein anöeres getooröen 
Ift unö voxx nl^t me^r an ein KrlftaügetDöIbe über uns, In öem 
(Bott leibhaftig u)0^ne, no^ an eine S^uer^SIIe unter uns mit 
öen Sparen öer tteufel glauben, fo toar öo^ öamals öas IDelt» 
bllö ein anöeres. 3efus fo gut tole Paulus ^aben mit l^rem 
DoK an tteufel unö Dämonen, an ^Immel unö (Engel nl^t Im 
bllöll^en Sinne, fonöem Im elgentll^en geglaubt, unö nl^t Im 
aüegorlf^en Sinne, fonöem Im roortll^en oon l^nen gefpro^en. 
Irtan öarf öas nl<j^t getoaltfam u)egleugnen unö toegöeuten toollen, 



Qat 3efu$ nur in Bxlbtxn gefpro^en? 35 

no^ öarf man 3cfu$ ober Paulus, tocil fic eine anöere Ilatur» 
betra^tung Ratten als roir, für „ungebilöet" ober für „über* 
tDunöen" erflären. 3^r fittli^es unö rdigiSfes £eben, l^re ©röfee 
toirö baoon nur Sugerli^ berührt. IDer toüröe HIejranöer als 
5elö^erm unö piato als p^ilofop^en ^erabfe^en toollen, roeil fie 
öiefetten falf^en DorfteÖungen oon 6er IDelt gehabt ^aben? 
(Eroige IDa^r^citen toeröen nur fo gefunöen, öafe fie fi^ in seit» 
li^ beöingte formen Heiöen, unö eines IUenf^en (Bröfee unö (Büte 
^Sngt gar ni^t t)on feinen DorfteHungen über öas IDeröen oon 
Sonne, ITlonö unö Sternen unö ä^nli^em ab. IDer 3efu IDorte 
alle in Allegorien über moöeme (Beöanlen umöeuten roill, mag 
bas in naio ungefc^i^tli^er tDeife tun, er gebe fi^ aber öabei 
ni^t als ^iftoriler, öenn er Ifai öie (Elemente gef^id^tlic^er tDiffen» 
f^aft no4 ni^t gelernt, öie jeöe Seit in i^rem eigenen Denlen 
oerfte^t. 

III. 
Die Cteetlieferung 6et ffilei^niffe 3efu. 

X. Die Derfi^iebeiti^eit btt (tbediefentitg. 

Die IDorte 3efu finö lange Seit nur münölic^ überliefert tooröen, 
unö öie (Eoangelien finö erft in öen legten ^a^rje^nten öes erften 
unö 3um tteil fogar erft im Anfang öes sroeiten 3a^r^unöert$ 
entftanöen. Die oier, öie f^Iiefelic^ als ^eilige S^riften öes 
neuen tteftamentes allgemein anerfannt rouröen, finö ni(^t alle 
erfte (Blieöer in öer Kette öer (Eoangelienf^riften getoefen. 3m 
(Begenteil, £1. (1, 1 — 3) roeife f^on, öafe „oiele" t)or i^m oerfu^t 
^aben 3U bef^reiben, „was unter uns fid^ jugetragen ^at", unö 
rnrnn anii öie örei erften (Eoangefien no^ in öen legten 3a^r» 
je^nten öes erften 3ö^t^unöerts gef ^rieben rooröen finö, fo ift 
i^r flbftanö oon 3^fus öo^ bereits grofe genug. S^on aus 
blefem Umftanöe muffen toir öie Überlieferung öer (Blei^niffe 
3efu* einmal nä^er ins fluge f äffen, toenn roir roirlli^ no^ feft* 
fteüen roollen, roas 3^fu (Beöanlen finö. 

flufeeröem aber liegt öie ttatfa^e oor, öafe in öen örei erften 
(Eoangelien — unö fie lommen ^ier allein in Betraft, roeil öas 
üierte uns feines öer (Blei^niffe erhalten ^at — öie (Blei^niffe 
afle ni(^t roörtli^ glei^ überliefert finö. 5aft toortli^ ftimmt 
öer Spru^ „Iliemanö lann sroei Ferren öienen" bei ITlt. unö £f. 



36 ni. Die Überlieferung 5er (Bleic^niffe 3efu. 

flbcrcitt (11), cbcnfo bas IDort oon htm rücfföIIigcTt Dämoni» 
f^cn (16). Aber öiefc $&üt finö feiten. Hlcift finö öic Der- 
f(^ieben^eitcn größer. Itc^men roir eins öer fleinftcn (Blel^nlffe, 
bas oom flrjt unö öen Kranlen (1). So Hein es ift, Jeöer ber 
(Eoangeliften bietet es in befonöerer 5onn. Die Deranlaffung 
erjd^It HTt. am Inoppften. Dagegen Ifat er ein Bibeläitat in ber 
Reöe 3efu, bas ben beiben anberen (Eoangeliften fe^It IDä^renb 
im. unb HTt. fagen: bie „Starten" bebürfen bts flrjtes ni^t, 
fagt £f. in lorrefterer Sprad^e „bie (Befunben", unb ju btm IDort 
„rufen" fügt er no^ „jur Bufee" ^inju. Das ift, rote er meint, 
llarer, in IDirlli^eit aber ni^t ri^tig. Denn mit bem 3ufa^ 
„3ur Buße" roirb bie Pointe oerborben, bas (Banje roirb platt: 
(Bereiste ruft man felbftoerftänbHc^ ni(^t 3ur Buße, fie „bebürfen 
ber Buße ni(^t". IDie bie Hbtoeid^ungen bes £t, fo finb au(^ 
bie bes ITlt oon IUI. als Änberungen ber Dorlage, bie toir in 
IUI, no^ befi^en, anjufe^en. (Es ift eine (Eigentümlic^leit bes IHt., 
ba^ er möglic^ft oft bas flite tteftament jitiert unb bafe er alle 
(ErjS^Iungen fo Diel als mögli^ !är3t (DgL 3. B. no^ litt. 1 3, 
14 f. Hr. 4). 

£efen toir bas nö^fte (Bleic^nis bei allen brei (Eoangeliften (2), 
fo flnben u)ir biefelben (Eigentümli^Ieiten roieber. Den no(^ un- 
beholfenen unb oon Derboppelungen bef^roerten Sa^bau bei Htf. 
glättet nit., er löfet alles Überflüffige toeg („folange ber Bräutigam 
bei ilinen ift, fSnnen fie nid^t faften", „an Jenem lEage"). O. 
oerfür3t nur bie erfte Derboppelung unb fu^t toleber mSgli^ft 
Har unb ri^tig 3U fein: bie Brautleute „fonnen" roo^I faften, 
überlegt er, aber man lann fie „ni(^t ba3u bringen", bafe fie 
faften; bie p^arifäer toollten ja 3efu jünger ba3U „bringen", 
3U faften. (Enbll^ ^at er bas „an Jenem ttage" bes Ulf. iwax 
fte^en laffen, aber es na^ ber Ille^r3a^I „es roerben ttage 
lommen" grammatif^ lorrefter In bie IDortc „in Jenen ttagen" 
DertDanbett. 

Ulan lann biefe Helnen Dariantcn bur^ alle (Eoangeliften ^In 
©erfolgen, bas Streben na^ Kür3e, (Blatte, Klarheit unb Korreft« 
^eit roirft überall bct^in, fol^e Darianten ^en)or3ubringen. Irtan 
lernt aus biefen Beoba^tungen stoeierlei: 

1. Die (Eüangeliften ^aben bei aller Pietät gegen bie 
IDorte 3efu fie bod^ ni^t für unantaftbare IJeiligtümer 
gehalten, fonbern an i^rerSorm geänbert, too fie es 
für nötig ober aud^ nur für roünf(l^enstDert hielten. 



Derfc^ieben^etten 5er Überlieferung. 37 

2. ni^t öcr glätteftc, Ifirjcfte unö llarftc ttejt ocr» 
ötent öen Dorjug, toenn man naäi öetn altcften WoxU 
laut fragt, fonöern es beöarf, um ölefcn fcftjuftellcn, 
ctnöringenöcr t)crglci(3^ung. 

Utan lann öte (Blci^nlffe na^ bcr (Bröfee ber Darianten, öic 
fie scigcn, in örci ©ruppcn einteilen. 

(Kne erfte ©ruppe toüröen öann fol^e Stücfe toie öie oben be» 
fpro^enen bilöen, in öenen nur ganj Heine, übenoiegenö formelle 
Derf^ieben^eiten fi(^ finöen. 

(Eine stoeite ©ruppe oon ©lei^niffen lann man aus öenen ju* 
fammenfteüen, öie größere Dorianten jeigen, aber fi^ öo^ no^ 
öeutli^ als Überarbeitungen öesfelben Stoffes erlennen laffen. 
Unter öiefe (&riq)pe fallen öie meiften ©lei^niffe, t)or allem öie 
in öoppelter Überlieferung auf uns gelommenen. 

(Enöti^ gibt es eine öritte ©ruppe Don folgen, bei öenen öie 
t)erf^ieöen$eiten fo grofe finö, öafe man emftlid^ fragen lann, 
ob überhaupt no^ öasfelbe (Bleic^nis vorliegt. Das ift 3. B. bei 
öem (Blei^nis von öen anüertrauten Pfunöen oöer Talenten öer 
San (24). Ita^ lUt. befommt öer eine Sflave fünf lEalente, öer 
anöere jroei, öer öritte ein Talent, roä^renö bei £f. jeöer ein 
Pf unö erhält; ebenfo ift öer £o^n oerf^ieöen angegeben, unö £f. 
erjS^It no^ eine befonöere ©ef^i^te Don einer Senöung öer 
feinöli^en Bürger, öie öen roeggereiften Kronprätenöenten ni^t 
^aben toollten unö öes^alb feine Betoerbung um öen tC^ron ju 
hintertreiben fu^en. (Ero^öem finö beiöe (Blei^niffe ein unö öie« 
felbe ©ef^i^te. £1. ^at roieöer Harer unö öraftif^er fein roollen, 
öes^alb erjä^It er, alle Ratten öas gleite empfangen — ©ott 
ift geregt — , aber feöer ^abe anöers mit feinem Pfunö gear» 
beitet: öer eine ^at je^n Pfunö, öer anöere fünf, öer öritte ni^ts 
ertDorben. Daju ^t er öie ©ef^ic^te um öen genannten 5ug 
bereichert, für öen öer ©runö fpäter angegeben roeröen wirb. 

Allein es ^anöelt fi^ bei öen Derf^ieöen^eiten unö IDiöer« 
fprü(^en öcr Überlieferung ni^t blofe um öen IDortlaut öer 
©lei^niffe, fonöern mitunter au^ um öie Situation, in öer fie 
gefpro^en finö, unö öie fie oerftänölic^ mad^en foöen. Denn 
aud^ öaöurc^ lann ein unö öasfelbe IDort in me^r als einem 
Sinne aufgefaßt »eröen. Das ©lei^nis: „Der jünger ift ni^t 
über feinen ITleifter, no6f öer Kne^t über feinen ^erm" wirb 
oon litt unö £f. (14) in einem ganj anöeren Sufammen^ang 
mitgeteilt Bei Itlt ^eißt es: Bin id^, 3efus, ©erfolgt »oröen. 



38 ni. Die Überlieferung ber (blei^niffe 3efu. 

fo tDtrö es eud^ ebenfo ge^en; bei £!.: (Eure S^üler toeröen fo 
ausfallen rotr i^r, Me teurer, feiö, alfo forget, öafe i^r gute 
teurer feib ! 3m 3ufammen^ang bantit l^at £1. ben Spru^ oon 
ben bfinben BHnbenfü^rem(18) als eine ITta^nung an bie3ünger 
gebrad^t litt gibt i^n in anberem 3ufantmen^ang als ein S^elt* 
roort gegen bie p^arifäer. Das IDort oom Splitter getoinnt in 
bentfelben 3ufantmen^ang bei £f. ni(^t bie uns aus Uli geläufige 
Bebeutung bes „Splitterri^tens", fonbem roirb roieber 3U einer 
emften Uta^nung an bie 3ünger 3^fu, xocnn fie teurer fein 
tDoÜen, juerft fi^ felbft jure^tsuroeifen. Das IDort vom guten 
Baum, ber gute 5tu^t bringt (30), bas roir geroö^nt finb, na^ 
bem Spra^gebrauc^ bes Paulus auf bie tCaten bes tltenf^en 
ju bejie^en, ift oieüei^t in Utt. 7, 15 tDlrfli^ fo gemeint, in 
£t 6, 43 unb in ber parallelflberlieferung tttt. 12, 33 aber auf 
bie IDorte bejogen: ©ute IDorte fommen aus einem guten 
^erjen unb bSfe aus einem böfen; IDorte finb Derräter ber 
Iltenf^en. (Die gegenteilige Beoba^tung liegt ber Husfage in 
ntt. 23, 3 jugrunbe.) Das ©lei^nis oom Derlorenen S^af (19) 
re(3^tfertigt bei £1. 3^fu Der^alten gegenüber ben Sünbem, bei 
Utt. jeigt es bie £iebe ©ottes au^ 3U ben Kleinen unb Der» 
lorenen an. Utt. ^at ^ier roo^I ben urfprüngli^en Sinn beffer 
getroffen, benn fotoo^I bei £1. als bei Utt. f^Iic|t bas ©lei^nis 
mit btm IDort, bafe „im ^immel" S^^^^^ f^i^ roerbe über einen 
IDiebergefunbenen me^r als über neununbneunjig (Bereite, bie 
ber Buße ni^t bebürfen. (Es bejie^t fi(^ alfo auf ben ^immel, auf 
(Bott. Befonbers vielfältig aber ift bie Überlieferung über ben Sinn 
bes IDortes oom Od^t, bas man ni^t unter ben Steffel ftellen, 
fonbem auf bm £eud^ter ftecfen foll (25). Ita^ Utf. 4, 21 — 23, 
£t 8, 16—18 bejie^t es fi^ auf bie Deutung ber (Blei^niffe 
unb Jon fagen: roenn au^ i^r Sinn Dieüei^t bunlel, iebenfalls 
bem t)oH verborgen ift, er roirb f^on ans £i^t fommen. Denn 
man jünbet lein £i^t an ufro., b. 4 ®ott l^at feine ©ffenbarung 
ni^t gegeben, bamit fie etoig unverftanben bleibe, fie roirb f(^on 
^ell toerben unb lenkten, nömli^ buir^ bie Auslegung, toie fie 
in ber (t^riften^eit geübt toirb. Ila^ Utt 5, 14— 16 meint ber 
Spru^ bie 3ünger, bie fl^ter finb unb i^r £i^t lenkten laffen 
feilen in guten IDerlen. Ita^ £t 11, 33 enbli^ ift 3efus felbft 
bas £i^t Die p^arifder forbem ein Seiten. Darauf anttoortet 
3efus: (Ein Seiten ift ba: i^ bin es, me^r als 3onas, me^r als 
Sdtomo, (Bott ^at es eud^ beutli^ genug gejeigt; benn (Bott glei<j^t 



Die XYtet^obe ber So^fc^ung. 39 

nid^t einem töri(i^ten Iltenf^en, ber ein Hd^t anftedt, um es bann 
3U Derbergen, er ^at mid^ öeutli^ genug eu^ 3um Seiten ge« 
ma^t. Der Spru^ t)om Derborgenen, bas ans Zii^t lommen 
roirö, roirö aber gar no(^ stoeimal in oerf^ieöenem Sinne an* 
geroanöt, nämli^ Uli 10, 26, wo er fagen foll, bafe man einft 
offen preöigen wirb, was Je^t oon Iltunb ju IHunö ge^t, unb 
£1. 12, 2, tDO er fagt: ^eu^elei ift ni^t nur f^Ic^t, fonbem 
aud^ öumm; öenn es ift nichts fo fein gefponnen, es lommt 6o^ 
enöli^ an öie Sonnen, Hun lann man ja für mögli^ galten, 
öafe 3cfus ein Bilö ober ein IDort öfters unö bei man^erlei 
©elegen^eit angetoanöt ^at. ffflein fie^t man nd^er 3U, fo trifft 
man ieöesmot, too ein folc^es tDort Dortommt, auf einen anöeren 
3u)eig ber Überlieferung. 2^be Überlieferung gibt öem IDort 
nur einen, i^ren Sinn, aber jeöe gibt i^m einen anöem. IDie 
ift bas (E^te öa 3U finöen? 

2. Die tRet^obe btt ^orfc^ung. 

Bei Wefem Su^en ertönen oon stoei Seiten abma^nenöe Stim» 
mtn. fluf öer einen Seite ma^nt man uns, öie Dinge ^inju» 
nehmen, roie fie öafte^en, alles sufammenjuf äffen; fei ni^t alles 
glei(^ urfprfingli(^ , öie Aööition enthalte fi^er öas Urfprfing« 
li^e. Diefe Ilta^nung lönnen roir ni(^t befolgen, toeil fie öie 
€^rerbietung oor öer IDa^r^eit unö vox jefus ni^t jur (Eat 
roeröen läfet 3efus fann ©erlangen, öafe roir alles tun, um i^n 
f eiber ju ^ören, ni^t irgenö einen feiner 3flnger oöer (Eoange* 
liften. Unö unfer Sinn für öas (Ed^te unö Urfprüngli^e toirö 
fi^ niemals öaoon abmatten laffen, öiefes (E(^te {ritif<l^ heraus« 
juarbeiten. 

fluf öer anöem Seite fte^en öie IHänner, öie uns jurufen: (Es 
ift alles umfonft; euer Bemühen, einen tiiim Kern oon 3efus» 
roorten in öer Überlieferung ju entöecfen, ift eiteL Ile^mt örelßig 
bis oierjig 3ö^te münöli^er Überlieferung, ne^mt ^inju, öafe 
alle IDorte aus öem flramöif^en ins (Srie^ifc^e überfe^t toeröen 
mußten, — unö i^r roollt no^ öen lllut ^aben, e^te IDorte 3efu 
aus öer Überlieferung ^erausjufc^älen? 

Sollen toir öie ^änöe finlen laffen? ^aben öie ni^t rec^t, öie 
fo rufen, Bruno Bauer unö mit i^m öie meiften S^riftfteüer öer 
Sojialöemolratie, öie ejtremften Vertreter öer (Eübinger S^ule, 
(Emft ^äcfel, neueröings roieöer Kalt^off unö Arthur Dreu)s unö 
oiele anöere, öie xäi ni^t nenne? lllüffen wxx i^nen ni(^t yu 



40 HL Die fiberlteferung btt (Blei^niffe 3eftt. 

geben, öafe toir f^Hefelic^ fein einjiges IDort nte^r in urfptflng« 
li^er 5onn ^aben, au^ xoenn einft ein Utann namens 3efu$ es 
gefpro^en ^aben follte, \a ntüffen toir i^nen oiellei^t ni^t ju« 
geben, öaß toir von 3efus lein Kares unö toa^res Bilö nte^r ju 
Sei^nen imftanöe finö? 

Die ganje Sxaqe na^ öer (Bef^ic^tli^feit öer IDotte 3efu 
^ier ju erörtern, ge^t ni(^t an. 3(^ ^offe aber, öafe öer (Einörucf 
öeffen, xoas im folgenben gefagt xoerben lann, bie Ilteinung jer« 
ftören toirö, toir lönnten oon 3cfus nichts ober ni^t t)iel Si^eres 
toiffen. Iti(^ts fann bie 3erft5rung biefer falf^en Itleinung beffer 
betoirten als ein (Einblid in bie tTlet^obe ber n)iffenf(^aftli^en 
(E^ologie unb in ben üorliegenben ttatbeftanb felbft. itur einiges 
flögemeine fei t)orausgef(^i(ft. Die ^o^e ©riginalität ber „Sprühe 
3efu", hinter benen alles, xdos oon (E^riften in ben stoei erften 
3a^r^unberten gef Raffen xoorben ift, xoeit jurüctfte^t, enoedt 
fd^on an fi(^ ein gutes Dorurteil bafür, bag toir ^ier n)irHi(^ auf 
ein ausgejeic^netes originales perfonleben ftogen. IDorten)iebas: 
„IDenn i^r ni(^t u)erbet u)ie bie Kinber, fo werbet i^r ni(^t ins 
^immelrei(^ lommen" in feiner Sc^Ii^t^eit unb (Eiefe gibt es in 
ber ganjen £iteratur jener Seit ni^t. S^mer tritt ber aramaif(^e 
Untergrunb anä^ in btn griec^ifd^en (Eoangelien no^ überall 
beutli(^ jutage. (Enbli(^ ift ber ftpoftel Paulus, beffen Briefe in 
i^rer äc^t^eit bis ^eute nic^t erf füttert finb, ein guter 3euge 
für bie ©ef^i^tli^Ieit 3efu unb einjelner IDorte unb (Eatfa^en 
feines £ebens. Ute^r als bies alles aber vermag ein emft» 
li^es, Derglei^enbes Stubium ber (Eoangelien bie Überjeugung 
3U ertoecfen, ba^ ber Überlieferung oon 3^fus ein echter Kern 
t)on ©ebanlen jugrunbe liegt Der IDortlaut im einjelnen frei- 
ließ ift preisjugeben, roennglei^ felbft feine Ituancen fi^ ßier 
unb ba bem ©ebäcßtnis ber 3önger f(ßarf eingeprägt ßaben toer» 
ben. Daju brauchten fie fein befonbers gef^ultes, no(ß befonbers 
organifiertes ©ebä^tnis, u)ie man oft im (Emft ober im ^oßn 
behauptet ßat. Itur bas (Eine ift ju bebenfen, ba^ 3^fu IDorte 
ben 3üngem unb benen, bie fie oon ißnen Porten, ber loftbarfte 
Befi^ unb bas unoerbrü^Ii^e (Sefe^ ißres £ebens waten. Unb 
bog uns ber eigenartige Klang, ber aus aü btn IDorten tönt, 
bie uns oon Jt\\xs überliefert toerben, au^ bie (Eigenart feiner 
Rebe erhalten f^ait bas bürfen roir getroft annehmen. IDenn man 
fpätere S^riftftücfe aus bem erften (Eßriftentum Heft, in bmtn 
ßier unb ba einmal IDorte 3ßfu benu^t toerben, fo ßeben fid^ 



Die (HutUtn unferer (Eoangelien. 41 

für jcöen £cfer fofort öiefe IDortc aus htm gcfamtcn Sufammen» 
ifang f(^arf heraus. Sold^e tnoppen, u)U(^ttgen Spräche, fo 
eigenartig frifc^e Bilöreöen ^at fein alt^riftli^cr Sc^riftfteller 
gefc^rieben. 



5. Die (Bttelen unferer Coangelien. 

Die (Eoangelien, bie toir ^aben, finö öie beften Quellen für 
bas £eben 3efu, öie u)lr befi^en; bas ift ni^t ein öogmatif^es 
unö ürd^Ii^es Dorurteil, fonöem eine rein u)iffenf^aftli^, bur^ 
öen Derglei^ aller uns erhaltener Hefte 6er (Eüangelienliteratur 
feftfteübare (Eatfac^e. Denn man öarf ni(^t meinen, öafe öie 
übrige (Eoangelienliteratur mit Stumpf unö Stiel t)on öer Kir^e 
ausgerottet u)oröen toäre. Dielme^r befi^en u)ir no^ fo oiel 
Refte oon öen „apofetjp^en" (Eoangelien, öafe uns öie Art unö 
öer Hauptinhalt öer meiften no(^ erfennbar finö. flu^ öer Ili^t» 
t^eologe vermag fie ^eute in öeutf^er Überfe^ung bequem ju 
lefen unö mit unfern oier (Eoangelien yi Dergleichen ((E. ^en» 
netfe, Die flpofetjp^en öes IT. (E.s, (Tübingen 1903). Dabei !ann 
au^ er feftfteüen, öafe fie mit oieüei^t einer einjigen Ausnahme, 
öie öas Qebröer'Coangelium ma^t, jünger finö als öie unfrigen 
unö ^äufig fpätere Umbilöungen öes alten Stoffes enthalten, 
nun öarf man au(^ unfere (Eoangelien nl^tunbefe^en^inne^men; 
u)ir ^aben f^on ertannt, öafe bas u)egen öer Derf^ieöen^eiten, 
öie fie seigen, ni^t angebt Irtan mufe olelme^r oerfu^en, hinter 
fie auf eine no^ ältere Überlieferung, sunä^ft auf frühere 
S^riften ju fommen unö öann eine Dorfteüung öaoon 3u ge» 
u)innen, u)ie ftarl etwa bis 3U öiefer erften f^riftli(^en S^fü^öung 
öie münöli(^e IDeitergabe öen IDortlaut oeränöert liatie. 

Unfere (Eoangelien finö nämli^, u)ie fi^ f^on aus öem Der» 
glei^ einiger ©lel^niffe ergeben ^at, untereinanöer fo oertoanöt, 
öafe man öiefe Dertoanötf^aft ni^t öer blofe münöli^en ttraöi» 
tton 3uf(^reiben fann, aus öer Irtf., Irtt. unö £1. unabhängig oon» 
einanöer gef^öpft ffatien. (Hn Spru^ wk öer „Itiemanö lann 
Sroei Ferren öienen", öer bei Irtt unö £1. mit allen Kleinigleiten 
öer Sa^ilöung toörtli^ roieöerte^rt, unö Diele anöere, bei öenen 
öasfelbe beobachtet n)irö, lönnen nur t)on öem einen (Eoangeliften 
aus öem anöem oöer oon beiöen aus einer gemeinfamen f ^rif t» 
liefen Quelle entnommen fein. 

Diefe Quelle — oöer öiefe QueOen — U)ar bereits ni^t me^r 



42 ni. Die Überlieferung ber (Blei^niffe 3efu. 

aramfiifc^ — in 3cfu Ututterfpra^c — , fonbem grte^if^ ge- 
f^ricben; öcnn öiefc Stücfc finö im gric^if^cn IDortlaut fo 
^ertoanöt, bag fie unmöglich unabhängig Donetnanber entftanbene 
Übcrfc^ungcn eines oramäifc^en tCejrtes fein lönnen; toenn jroei 
ober mehrere Überfe^ungen aus bent flramäif(^en angefertigt 
tDorben roären, Ratten fie fi^ nie fo roörtli^ ö^nli^ toerben 
lönnen, toie bie (Evangelien fi^ in Dielen Stüden finb. Au^ 
bie Dorlage unferer (Eoangelien, fotoeit es fol^e gegeben ^at, 
finb alfo bereits in grie^if(^er Sprache abgefaßt geroefen. 

IDie entf^eiben roir nun bie Sxaqtt ob unfre (Evangelien von» 
einanber abhängig finb, ober ob fie genteinfante altere (Duellen 
benu^t ^aben? tlun toieber einfa^ bur^ Oergleic^ung bes in 
i^nen enthaltenen Stoffes, Ulan muß ju bem Sroecfe roeniger bie 
(Einsel^eiten bes IDortlautes, ber üielfa^ no(^ Derfinberungen 
erlitten ^at, als bie (Befamtmaffe bes (Eoangelienftoffes unb bie 
Reihenfolge ber (Erjd^Iungen oerglei^en. 

Da finbet man benn erftens, bai bas ITlarfuseoangelium in 
ben beiben anbextn f aft DoIIftdnbig roieberle^rt unb faft genau in 
ber Reihenfolge feiner (Erjä^Iungen. (Es ift ber (Brunbftotf ber (Be* 
f^i^tserjö^Iung in allen brei (Eoangelien. tDo bie anbern von 
feiner ©rbnung abroei^en, merlen toir an allerlei fofort ent» 
fte^enben IDiberfprü^en in i^rem eigenen Bericht, ba^ fie bie (Er» 
jä^Iung aus bem (Bleife gebracht ^aben. So wirb fpSter no^ 
na^jutoeifen fein, bafe Utt. ben alten 3ufammen^ang bes (Blei^« 
nisfapitels Ulf. 4 jugunften einer neuen flnorbnung gefprengt ifat 
Unb a^nlid^es lögt fi^ fonft no^ Diel beutli^er jeigen. Run ^at 
man man^mal gemeint, Rlt fei ein flusjug aus ben beiben anbern 
(Eüangeliften. Aber angenommen felbft, er ^abe Reben ni^t gern 
überliefert, fonbem fei me^r ein Oeb^aber ber „(Eatfa<i^en" ge- 
roefen — es fpri^t in ber (Eat manches bafür — , roarum fofite 
er fi^ bie IDunber, toel^e bie anbern Aber i^n hinaus bieten, 
toarum follte er fid^ befonbers bie (Beburtsgef^ic^te ^aben ent« 
ge^en laffen? Denn er ^at leine (Beburtsgef^i^te, roä^renb Vflt 
unb £1. jeber eine, oon ber anberen oerfd^iebene, befi^en. (Es 
lommt tfinyi, bafe ber IDortlaut bts Rtf. faft burd^roeg — rolr 
^aben es in einjelnen S&üen f(^on gefe^en — unbeholfener 
unb umftänbli(^er ift als ber glatte (Eejt bes Rlt unb ber ganj 
eigenes Gepräge jeigenbe £t. So ift benn am einleud^tenbften bie 
fe^t au^ oon ben meiften 5o^f^^^ angenommene ^tjpot^efe, 
bai mi. eine (Duelle ber beiben anbern (Euangeliften ift, bog fie 



XYtarfus nnb bxt Spru^queHe. Son5erftü(fe. 43 

ben oon t^m öargcbotencn Stoff einfach übernommen unö aus 
anbttn Quellen oerme^tt l^aherx. 
t)etglei(^t man öle in ItH., Utt. unb £f. enthaltenen Stücfe 

— alfo alles ITlartusftfitfe — i^rem IDortlaut na^ mitein* 
anöer, fo ergibt fi^, bafe ni^t nur ITlt unö £!. jeber na^ 
feiner (Eigenart geändert ^aben, fonbem bafe fie au(^ gegenüber 
unferm Utarfustejt gemeinfame flbu)ei(^ungen aufjeigen. Das 
lafet fi^ am Iei(^teften fo erllären, bai i^nen ein anberer IHarfus* 
tejrt Dorlag als uns. (Es gab alfo einen Iltl., toie toir i^n ^eute 
liahtUt unb einen Utt, roie i^n Utt. unb £1. gehabt ^aben, t)iel* 
Iei(^t au(^ no^ anbere. Hlle biefe Utarlusteirte aber unterf^ieben 
fi^ nur in Kleinigfeiten. (Einer ber größten Unterf^iebe ift 3. B. 
ber, bai Utt unb £t in i^rem Utartuseüangelium bie (Bef^i^te 
oon ber von felbft roa^fenben Saat (32) ni(^t lafen. ©b bies 
„rtid^t" ein „nic^t mel|r" ober ein ,,no^ ni(^t" ift, biefe ^rage ift 
oon uns nid^t me^r 3U beantroorten. Kleinere ftiliftif^e Änberun« 
gen lann man meift no(^ beutli^ als fol^e erlennen. 

Derglei(^t man nun sroeitens bie na^ flbjug bis Utarlusftoffes 
übrig bleibenben (Eeile bes Utt unb £t toieber in berfelben IDeife, 
fo ergibt fi^, ba^ fie abermals fo fe^r oertoanbt, ia auf Stretfen 
hinaus roortli^ glei^ finb, ba^ man für fie no^ einejroeite 
gemeinfame Quelle annehmen mufe. £öft man biefe (Queue 

— alfo ben bem Utt unb £t gemeinfamen Stoff — aus bem 
Utarlusra^men, in bem fie je^t bei btn anberen (Eoangeliften fte^t, 
aus, fo 3eigt fi^, ba^ fie lauter Sprüche unb IDorte 3efu enthält. 
Die Derfu^ungsgef^i(^te, bie in i^r fte^t, ift bo^ u)efentlic^ blofe 
ein 3tDiegefprö(^ 3U)ifd^en 3efu$ unb bem (Eeufel, unb bie einsige 
(Bef^i^te, bie fie bietet, bie oon bem Hauptmann oon Kaper» 
naum, ersä^It fie u)a^rfc^einli^ au(^ nur als (Einleitung für bas 
bebeutfame IDort 3efu r>om (Eingeben ber Reiben ins Rei^ (Bottes, 
mit bem fie roo^I f^Iofe. flu^ fonft gibt fie 3U einem Spru^ 
ober (Bleid^nis too^I einmal eine Heine gef^i(^tli(^e (Einleitung, 
ettoa: Die jünger fragten 3efus, tüie fie hthn foHten; ba fpra^ 
er: Dater unfer ufro. Aber roirflic^e (Ersä^Iungen wk Utt liefert fie 
ni^t Diefe Queue nennt man um biefes i^res (E^arafters roillen 
bie Spruc^quelle ober £ogienquene (grie^. logia = H)orte). 

neben biefen beiben Quellen ^aben Utt unb £t, jeber für fi^, 
no^ Sonberftüde, bie fie ebenfogut aus ber münbli^en wk aus 
ber f^riftli^en Überlieferung gef^Spft ^aben lönnen; 3umal £t 
ift mit an frönen (Bleid^niffen, bie nur er allein ^at 



44 in. Die Überlieferung ber ^lei^mffe 3efu. 

Aus öiefer Überfiel über bie Quellen lögt fi^ nun folgenöes 
für eine £efiüre öer (Eoangefien entnehmen: 

1. Irtan ntufe ftets öie parallelen flbfc^nitte jufammen lefen 
unö ntiteinanöer oerglei^en. 

2. IDoIIen rolr finöen, was 3efus gefpro^en ^at, fo muffen 
toir 3unä^ft oon unfern (Eoangelien auf i^re (ßuellen surfitf* 
ge^en. 

3. 3ft ein Stücf nur einmal überliefert, fo ift öas lein (Bruno, 
es für roeniger e^t unö alt ju galten, als wenn es bei 6en brei 
(Eoangeliften überliefert roäre. Das ift ein 5un6amentalfa^, gegen 
öen felbft 5orf^cr no^ oerftofeen. IDenn ein Stücf breimal oor» 
liegt, fo ^eigt bas nur, bag es ein Irtartusftüd ift; liegt es yx>tl» 
mal t)or, fo ftammt es aus ber Spru^queÜe, liegt es blofe ein* 
mal Dor, fo lann es ja roo^I ein 3ufa^ bes (Eoangeliften (ober 
eines no(^ fpäteren Irtannes) fein, es lann aber au^ aus guter, 
alter Überlieferung ftammen. 

4. Ilur fol^e Stücfe finb beffer als bie anbem beseugt, bie in 
jroei Quellen vorliegen, alfo in Irt!. unb in ber Spruc^queüe 
ober in einem oon beiben unb in einem Sonberftücf. 

5. (Kn 3ufa^ ber (Eoangeliften ift oor allem ba ansune^men, 
tDo ein (Eoangelift in einem erfennbaren (Duellenftüd, bas au^ 
anbcrc (Eoangelien ^aben, einen furjen Sa^ ober toenige Sä^e 
me^r l^at ^ier ift fc^roer an eine befonbere Überlieferung yi 
glauben. 

4. Die mfinM^e flberliefentitg. 

flu(^ bei btn (Quellen unfrer (Evangelien !onncn roir ni^t fte^en 
bleiben ; toir muffen oerf u^en, hinter fie auf bie münbli^e Überliefe» 
tung ju fommen unb beren (Befe^e 3u erforf(^en; bann erft lönnen 
roir nait bem urfprünglic^en IDortlaut fragen. Hatürli^ toirb 
^icr alles no^ fc^toieriger, unb nur einseines lägt fi(^ Har fe^en. 

Da ift benn nun ^öc^ft intereffant, ba^ man nod^ beutlid^ aus 
Irtl. erlennen lann, in tüel^er IDelfe man 3efu IDorte ausu)enbig 
gelernt unb wütet überliefert ^at. UTI. ^at, abgefe^en von 
Kap. 13, bas eine literarifc^e Kompofition ift, nur yvei größere 
Rebcftütfe, bas (Blcic^nis« Kapitel 4 unb eine Spruchreife in 
Kapitel 9. Die Ic^te läßt am beutlldiften bie Art il|rer Über- 
lieferung erlennen. is Reifet ba na^ ber Überfe^ung t)on IDeisf acfer : 

„Unb fie lamen nad^ Kapemaum, unb als er na^ Qaufe ge» 
lommen, befragte er fie: »IDooon fpra^t i^r unterroegs?« Sie 



Die tnünMi^e Überlieferung. 45 

ober f^toiegen, öemt fie Ratten unterroegs miteinanber baoon 
gcrebct, rocr bcr (Brofetc fei Unb er fe^te fi^ unb rief ben 
Sroölfen unb fagte ju i^nen: >IDenn einer ber (Erfte fein roill, fo 
foH er ber £e^te oon aüen unb aller Diener fein.« Unb er ftellte 
i^nen ein Kinb Dor, no^m es in bie Arme unb fagte ju il|nen: 
>IDer eines Don folgen Kinbem aufnimmt auf meinen Hamen, 
ber nimmt mi^ auf; unb »er mid^ aufnimmt, ber nimmt ni^t 
mi^ auf, fonbem ben, ber mi^ gefanbt ^at« 

Da fpra^ 3o^annes yi ü^m: »llleifter, voix fa^en einen in 
beinem Hamen Dämonen austreiben, unb »ir roe^rten es i^m, 
U)eil er ni^t mit uns 30g.« 3efus aber fagte: >IDe^ret es i^m 
ni^t; benn niemanb tann ein XDunber tun auf meinen Hamen, 
unb toirb fo lei^t Abel gegen mid^ reben. Denn wtx nid^t u)iber 
uns ift, ift für uns. 

Denn toer eu^ mit einem ttruni IDaffers trdnft auf ©runb 
bts Hamens, ba% i^r ^bes (E^riftus' feib, toa^rlid^, iöf fage eu^, 
fein £o^n toirb i^m niöft entgegen. 

Unb toer einen oon biefen Kleinen, bie ba glauben, Srgert, 
bem tDäre es oiel beffer, toenn i^m ein IHü^Iftein um bm ^als 
gelegt unb er ins ttteer geu)orfen u)firbe. 

Unb toenn bi^ beine Qanb Srgert, fo ^aue fie ah; es ift bir 
beffer, oerftümmelt ins Zehen einsuge^en, als mit yjoei ^änben 
in bie QöIIe ju fommen, in bas 5^uer, bas ni^t Derldf^t. Unb 
wenn bein 5^6 bi^ ärgert, fo ^aue i^n ab; es ift bir beffer, 
la^m ins Zehen einjuge^fen, als mit yooei S&ien in bie fföVie ge» 
roorfen ju »erben. Unb »enn bein fluge bi^ ärgert, fo u)irf es 
toeg; es ift bir beffer, einäugig in bas Reid^ (Bottes einjuge^en, 
als mit 3tt)ei Augen in bie ^olle geroorfen ju roerben, *u)o i^r 
IDurm nid^t ftirbt unb i^r Seuer ni^t oerWf^t' O^f- 66» 24). 

Denn {eber foQ burd^ 5^uer gefallen toerben. 

Das Sal} ift gut; toenn aber bas Salj faljlos toirb, womit 
woVii i^r es u)ieber ^erfteüen? 

^abt Salj bei eu^ unb ^abt Sieben untereinanber!«" 

(Ein toa^res (E^aos, beffen Sufammen^ang alle Kflnfte ber (Er« 
Ilärer suf^anben mad^t. (ts ^at eben feinen inneren Sufammen« 
^ang. IDo einmal ettoas toie ein (Bebanfenfortf^ritt aufleu^tet, 
Derf^toinbet er beim nä^ften Spru^ toieber gänslid^. Unb bo^ 
ift bas Rätfei fo leidet ju Idfen. (Es ift tein innerliches, fonbem 
ein fe^r äußerli^es prinjip, bas biefes Spru^geröHe sufammen» 
^ält: bas ^anie ift an eitqelnen Sti(i^tD orten aufgereiht. 



46 ni. Die Überlieferung 5er (blei^niffe 3efu. 

fln öen crften Spru^ oon öem Kleinen, öem Kino, öer auf 
bie 5toge naäi öem ©röfeten im ^immelrei^ antoortet, f ^liefet 
fi(^ ein sroeiter an, öer t)om Kinöe fpri^t: „IDer ein Kino auf« 
nimmt auf meinen Hamen." fln öiefes Sti^roort f erließen fid^ 
yooei roeitere Sprfic^e an, öie Dom Damonenaustreiben unö Dom 
ttruni IDaffer im Hamen 3ßfu ^anöeln, alfo nichts miteinanöer 
gemein ^aben, als eben öiefes Sti^roort. Dann greift öie Spru^= 
fette roieöer auf öen flnfang jurficf mit einem Spru^ oom Kino: 
roer eines öiefer Kleinen ärgert. ITlit ärgern ift nun öie nä^fte 
Spru^gruppe angefc^Iagen: ärgert öi^ ^anö, 5^6, fluge. Sie 
f (^liefet mit öem IDort 5^^^^- ^^ öi^f^ ^^^^^ f^ toieöer an ein 
Spru^ mit 5cuer, öer mit S als f^^K^fet. Sroei Sprühe t)om Salj 
beenöen öie ganse ©ruppe. Xloi( ^eute roirö, roer einmal öas 
Prinsip öes flustoenöiglemens öur^fc^aut ^at, öiefe Spruc^gruppe 
nie roieöer oergeffen, toä^renö o^ne öiefe Kenntnis ein unbegreif» 
Ii(^es Konglomerat oor uns liegt, öeffen Behalten faft unmög* 
Ii(^ ift. 

flu^ öie anöere Spru^gruppe bei Ulf. seigt öiefelbe (Blieöe* 
rung. IHf . 4 beginnt mit öem ©lei^nis oom Säemann , toie es 
gen)ö^nli(^ genannt wirb; es bringt öann öie Deutung, ein oon 
Ulf. in feine Quelle eingefügtes Stücf 4, 10—20, unö fä^rt öa« 
na^, als ob ni^ts öasrotf^en ftünöe, mit anöeren (Blei^niffen 
fort. Da fommt suerft öas ©leic^nis oom £i^t unter öem Steffel, 
öaran f^fiefet fi^ öer Spru^ „mit roelc^erlei UTafe i^r meffet" 
unö öer anöere „IDer öa f^aif öem roirö gegeben", beiöe nur mit 
öer größten Künftelei auf bas Derftänönis öer (Slei^nisreöe 3u 
öeuten, unö öo^ mufe man 3u öiefen Kfinften greifen, rpenn man 
einen in^altlid^en 3ufammen^ang ^erfteüen roill, oiellei^t ^at 
niarfus f^on öiefe fünftlic^e Deutung geroünf^t. Dana^ folgt 
öas (Slei^nis oon öem oon felbft toac^fenöen Samenfom, enöli^ 
öas oom Senffom. IDarum geraöe öiefe flusroa^I? Itun, es ift 
roieöer fe^r einfach, es finö lauter IDorte, öie mit öem Saatfom 
Sufammen^ängen: erft öer Säemann unö öie öreifeig«, felsig«, 
i^unöertfältige 5tu^t, öann öer Steffel, unter öen man 
öas fl^t ni^t ftellt, öann bas Ulafe (S^effelmaß, ^o^Imafe), 
mit öem man mifet, öann öas Samenfom unö bas Senffom, 
öas ausgefät ein großer Baum roirö. So ^at man öiefe Sprühe 
eben ausu)enöig behalten, als man fie no(^ mflnöli^ lernte. Bei 
anöern Stücfen öer (Eoangelien ift es ä^nli^ sugegangen, 

flus öiefer (Erfenntnis nun ift manches ju lernen, nämlic^ 



$ti(^tDort3ufaininen^ang. Jolgerungen. 47 

1. für bic ®cf^i^tli(^!cit 3efu: 3cfus ift ni^t öic (Erfinöung 
eines großen Dieters, man fiei^t no4, u)te feine IDorte in öer 
(Eat münbli^ u)eiter überliefert rooröen finö; 

2. für bas tltarfuseoangelium : es ^at no^ fe^r na^e an bie 
ntünbli^e Überlieferung herangereicht, [a too^I meift aus i^r 
gef^opft; 

3. für öie Deutung öer IDorte 3efu, oor allem öer (Bleic^niffe: 
öie größeren ©ruppen, in öenen fie auftreten, finö erft bas IDerf 
öer Überlieferung, unö sroar sumeift öer (Eoangeliften. 3efus ^at 
nic^t, wk es je^t bei ITlt. (K. 1 3) erf(^eint, einmal amSeeCenesjret^ 
fieben (Blei^nlffe 00m Qimmelrei^ ersä^It. Sonöern öie Über» 
lieferung ^atte eine ©ruppe oon ©lei^niffen, öie t)om Säen u. ä. 
^anöeln, für öas flusu)enöiglemen sufammengefteüt. IHf. f^ai fie 
roieöergegeben, ITlt. ^at anöere fo ^insugefteüt, öafe fieben ©lei^« 
niffe na^ öer ^eiligen 3a^I öaraus rouröen; öagegen ^at er bei 
Utf. ^ier fte^enöe, aber fa^Ii^ ni^t ^ier^er paffenöe Sprühe, 
roie öie Dom £i^t unö öem tTlag, toeggelaffen, um fie anöerstoo 
untersubringen oöer aus anöeren Quellen in anöerm 3ufammen» 
^ang 3U geben. Uli ift alfo ein gelegentli^ re^t frei lomponieren» 
öer Sc^rif tfteüer. IDenn u)ir nun umgefe^rt öem Urfprünglic^en fo 
roeit roie möglich na^e fomfnen ujollen, fo muffen toir alfo jeöen 
Spru^, jeöes ©leic^nis gans unö gar für fi(^ nehmen; 
öenn e^e Sie IDorte 3efu in ©ruppen, fei es nun na(^ Sti(^u)orten 
oöer na^ öem 3n^alt, georönet rouröen, liefen fie einsein um, 
toie fie einsein gefpro^en roaren. IDir ^aben alfo, um fie 3U oer- 
fte^en, ni^t auf öen 3ufammen^ang, in öem wxt fie treffen, 
IDert 3U legen, fonöern immer öie fleinfte, grammatif^ unö fti« 
liftif^ ein^eitli^e ©ruppe 3U nehmen, um fie aus fi^ 3U oer« 
fte^en. So ^aben wir oben (S. 22) bei öem ©leic^nis 00m un« 
gerechten Qaus^alter (54) alles abgetrennt, was ni^t 3U öem 
Bilöe gehört; Je^t ift es Hör, toarum öas ni^t blofe gef^e^en 
öurfte, fonöern mußte. (Es ift öa^er 3iemli(^ gleichgültig, in voth 
^em Sufammen^ang ein IDort fte^t: es muß fi^ felbft erllfiren, 
fonft bleibt es uns öunfeL 3n öiefer IDeife erleöigt fi^ ein prob» 
lem, öas uns oor^in befc^äftigt liai, fe^r einfach (t)gL S. 36 ff.). 

flm roi^tigften aber ift, öafe wxx fogar no^ in öer £age fhtö, 
f eft3uftellen, wxt weit ettoa öie münöli^e Überlieferung öie IDorte 
3efu t)or i^rer fc^riftlic^en 5^ftfegung üeränöert ^at unö na^ 
U)el^en ©efe^en es gef^e^en ift. Die eigentümliche Art öer (Ent» 
fte^üng unferer (Eoangelien aus mehreren Quellen liat es mit fi(^ 



48 ni. Die Überlieferung ber 6Ieic^niffe 3efu. 

gebraut, baß eine flnsa^I oon tDortcn 3cfu u)irHi(^ öoppclt über* 
liefert oorllegt Don einer boppelten Überlieferung barf man 6a 
no^ ni^t reben, roo ein Stücf bei HTt, Uli unb £f. ober etoa 
bei mt unb £f. erhalten ift; roir ^aben gefe^en, ba^ bann immer 
nur oon einer Überlieferung, im erftenSaHe bes Ulf., im 3U)eiten 
Salle ber Spru^queüe, bie Rebe fein lann. Doppelt überliefert 
ift ein IDort erft bann, toenn es uns aus IUI. unb aus ber Spru^« 
queUe (ober aus einer t)on biefen unb einer anbeten (Queue), alfo 
im günftigften Solle fünfmal erhalten ift, nämli^ als IHarfus* 
ftücf in Utt, mt. unb £1 unb aus ber Spruc^quelle in TKt unb 
£f. nteiftens freili^ fte^en foI(^e Stütfe bo^ ni(^t fünf, fonbcrn 
nur viermal in unfern (Eoangelien. roeil ber eine ober anbere 
(Eoangelift, um bas IDort ni(^t boppelt ju bringen, es einmal 
roeggelaffen ^at. 3^ ^abe bie (&Iei(j^niffe, bie boppelt auf uns 
gelommen flnb, in einem befonberen flbf^nitt jufammenbrucfen 
laffen. ^ier lann nun ber £efer befonbers sa^Irei^e Beobac^« 
tungen über Darianten machen unb ben Ulotioen na^ge^en, bie 
etroa jur Umgeftaltung gen)irlt ^aben. 

(Eins fällt nun bei aü biefer Derfc^ieben^eit bo(^ immer 
»ieber auf, nämli(^ roie na^e bie Ströme ber münbli^en Über- 
lieferung fi(^ bis 3U i^rer enbli^en (Einbämmung in unferen (Eoan« 
gelien geblieben finb. IHan lann bie IDorte no(^ fe^r beutli^ 
roiebererlennen. fln einem IDort, bas ni^t 3U ben (Bleic^niffen 
gehört, fei bas no^ einmal befonbers bargetan. Iltl. 8, 30 fte^t: 
„Denn roer immer fi^ meiner unb meiner IDorte f(^dmt in biefem 
e^ebre^erif^en unb fünbigen (Bef^Ie^t — au^ ber ITlenf^enfo^n 
toirb fid^ feiner fc^ömen, roenn er in ber ^errlic^feit feines Daters 
fommt mit ben ^eiligen (Engeln." Utt ^at biefen Spruc^ in ber 
ParaHelfteüe 16, 17 ftarl umgeftaltet: „Denn es wirb ber Uten» 
f^enfo^n lommen in ber ^errli^feit feines Daters mit feinen 
(mit beffen?) (Engeln, unb bann voxxb er einem jeben einseinen 
naäi feiner ^anblungsroeife oergelten." £f. gibt 9, 26 ben Sprud^ 
faft roortli^ na^ Ulf. roieber, außer einer f leinen ftiliftif^en 
Änberung am Anfang (ftatt „au(^ . . . feiner" fagt er gifitter: 
„beffen roirb fi(^ au^" . . .) unb einer größeren am S^Iuß: „in 
feiner ^errli^feit unb ber bes Daters unb ber ^eiligen (Engel." 
Deutli^ ^ben Utt. unb £t mit bem ITlarfustejt, roie er uns vor- 
liegt, Umgeftaltungen vorgenommen; benn i^r ttejt bient 3ur 
Der^errli(^ung 3efu, bie ttenbenj auf Der^errlic^ung 3efu aber 
^at in ber (Bemeinbe immer me^r jugenommen. So roar es 



Umbilöung but^ münöli^e Überlieferung. 49 

£f. nlc^t genug, 3U fagen „in ber ^errH^felt feines Daters", toas 
burc^ nrt unb BTt. als bas UrfprüngH^e belegt roirb, er gibt 
bem Ittenf^enfo^n feine eigene ^errli^f eit unb geftaltet bm S^Iufe 
nac^ Uturgif(%er Dreisa^I: er, (Bott unb bie (Engel. BTt. ^at bk 
(Er^S^ung an anberer Stelle oorgenommen : urfprüngli^ roill ber 
Spruc^ fagen. ba^ 3efus b^ Derleugners oor (5ott fic^ frönten, 
i^n nic^t als feinen jünger anerlennen roill, roenn ©ott rietet. 
Bftt. aber ntad^t ben Ittenf^enfo^n felbft, b. ^. 3efus, 3um IDelt» 
ri^ter. Das tut er öfters. Ulan fie^t alfo beutli^, toie bie Bb» 
fi^t, 3efus 3U er^ö^en, an feinen tDorten arbeitet.^ — tDas roir 
bis je^t betrachtet ^aben, toar ber eine Sroeig ber Überlieferung, 
unb es ift gans beutlic^, ba^ unfer IHartusteft fein befter unb 
ältefter 3euge ift. 

Das tDort fte^t aber sunt stoeiten BTale in BTt 10, 32 unb 
£f. 12, 8 aus ber Spruc^queDe, bie es in bie flusfenbungsrebe 
geftellt ^tte. Da lautet es bei BTt.: „3eber, ber fid| 3U mir be- 
fennen tüirb oor ben Blenf^en — auc^ üf toerbe mi^ 3U i^m 
heUnnen oor meinem Dater in bm ^immeln; roer mi^ aber oer« 
leugnet oor ben Blenf^en — au^ id^ roerbe i^n oerleugnen oor 
meinem Dater in ben ^immeln", bei £f.: „3c^ fage euc^ aber: 
jeber, ber immer fic^ 3U mir befennt (befferes (Brie^if^ als Bit.) 
oor ben BTenf^en, auc^ ber BTenf^enfo^n roirb fi^ 3U i^m be- 
fennen oor ben (Engeln (Bottes. Aber 6er mi^ Derleugnenbe oor 
ben BTenf(!^en (befferes unb für3eres (Brie(!^ifd^) toirb oerleugnet 
ojerben oor ben (Engeln (Bottes." £f. ^t 3tDeimaI aus fpra^Ii^n 
(Brunben geänbert, bie (Eatfac^e aber, ba^ BTt. 3tDeimaI „oor 
(Bott" ftatt „oor bm (Engeln (Bottes" fagt, 3eigt roieber beutli(!^, 
baß BTt. 3efus ni(!^t unter bie (Engel emiebrigen toill; jebes* 
mal gebrandet er babei fein fleblingsroort „mein Dater in bcn 
^immeln". 

flifo ^ier roieber basfelbc Streben. S^^gli^ fann nur fein, ob 
ber Blenf(!^enfo^n in ben Spru(!^ gehört ober nii^t 

Stellen roir bie beiben Sprüche nun in i^rer älteften uns er» 
xtiiibaxm S^ffung 3ufammen: 



Blarlus: 

tDer immer fic^ meiner unb 
meiner tDorte f^ämt in bie* 
fem e^ebrec^erif^en unb fün» 
bigen (Befc^Ie^t — au(!^ ber 



Spru(!^quene: 

3eber, ber fi^ 3U mir be- 
fennen toirb oor öen BTenf^en 
— au^ ber BTenf c^enf o^n toirb 
fi^ 3U i^m heUnntn oor ben 



anu<B46: tPeittel, (Blci^niffe 3cfu. 3.HufL 



50 III« l>i^ Überlieferung 6er ^lei^niffe 3efu. 



Illenf(!^cnfo^n voixb fi^ feiner 
fc^dmen, roenn er in 6er tjerr» 
lid^Ielt feines Daters lomntt mit 
6en ^eiligen (Engeln. 



(Engeln (Bottes. tDer nti(!^ aber 
oerleugnen tDir6 oor 6en Itten» 
fc^en, 6er roir6 ocrieugnct roer» 
6en por 6en (Engeln (Bottes. 



©iefe bei6en Sprüche unterfc^ei6en fi(!^ int tDortlaut f(!^on jient» 
liil ftarf, int (Bebanten no(!^ toenig; ber fa(!^Ii(!^e Unterf(!^ieb ift 
ber, ba^ 3efus bei TUf. pom Kommen bts BTenfc^enfo^nes fpri(!^t, 
ba| in ber Spru^queQe bagegen auc^ an eine ^immlif(!^e Ssene 
o^ne bies Kommen gebac^t toerben lann, boSf ni(!^t gebadet roerben 
mu|. Die Unterf(!^iebe formeper Art finb nun ganj beutli(!^ fo, 
roie man fie bei münbli(!^er Überlieferung erroarten muß: „f^ 
f(!^5men" unb „pcrieugnen" finb jiemlicl glei(!^bebeutenb. Die 
Spru(!^queQe ^at einen frönen ParaQelismus, aus pofitiper unb 
negatlper flusfage befte^enb, Iltf. niiit tDer roill entfc^eiben, 
roos bos (Ec^te ift? Unfid^er bleibt ber tDortlaut alfo roo^I; aber 
au(!^ roenn roir bie 5otm bts (Bebanlens nic^t me^r fi^er^ f eft* 
ftellen tonnen, ber (Bebante ift Sar unb beutli(!^ in beiben Über« 
lieferungen enthalten. 

Itiiits jeigt beutlic^er bie (Ereue, mit ber bie tDorte 3efu auii 
münbli^ rocitergegeben roorben finb, unb bie flrt^jroie roir uns 
bie Umgeftaltung ber IDorte 3efu in ber münbli(!^en Überlieferung 
3U beulen ^aben, als ein foI(!^er Derglei(!^, ben iii bm £efer au^ 
mit ben abgebructten (BIei(!^niffen porjune^men bitte. 

(Einige allgemeine Beobachtungen fiber bie f(!^riftli(!^e Über* 
lieferung aber, bie eigene fritif(!^e Arbeit erteiltem ISnnen unb 
an bem gefamten (Epangelienftoff getponnen finb, feien ^ier no(!^ 
angef(!^Ioffen. 

5. Wt Spttt^quele. 

Die ältefte unb befte Quelle für bas £eben 3efu ift bie Spru^« 
quelle, roie fie fi(!^ aus Ittt. unb £f. no(!^ beutli(!^ ergibt, roenn 
man btn Stoff, ben fie gemeinfam ^aben, in ber Reihenfolge bts 
£ulas einfa4 aneinanber rei^i fUIerbings bis in alle (Hnjel' 
Reiten unb mit Sic^er^eit für i^es tDort lann bie Quelle ni(!^t 
me^r refonftruiert roerben, ba beibe (Epangeliften fie in Stüde 
gef^nitten unb ^ier unb ba bem ItlartusteEt jugefe^t ^aben, tpo« 
bei es benn ni(!^t o^ne man^rlei Umbilbungen abgegangen 
ift. S^on bie (Einorbnung in einen beftimmten 3ufammen^ang 
ift, roie toir gefe^en ^ben, pielfac!^ einer Umbilbung glei^su« 
fe^en, roeil fie 3U einer Umbeutung ber tDorte führen lann. Auger« 



Die Spru^queKe. 51 

6cm aber ^aben itibt (EoangeKften ftiliftif^e Anbetungen por» 
genommen, was man an immer tüieberfe^renben fleblingstüorten 
unö «toenöungen bes einen unb bes anbetn bemerft, fa bei £1. 
f^at bie Quelle, ob oon i^m ober einem früheren Bearbeiter ift 
ni^t fieser, fogar eine tenbensiöfe Umgeftaltung erfahren. 3m 
allgemeinen lann man fagen, bafe £1. btn überlieferten Stoff 
toeniger umgefteHt unb fo bm (Befamtc^arafter ber Quelle beffer 
betoa^rt ^at als Bit., ba^ aber Ittt treuer getoefen ift in ber 
(Erhaltung bts tDortlautes im einjelnen; freüi(!^ au(!^ bas gilt 
nxiit ausnahmslos. 

Die Spru^quelle lag bem Bit. wie bem £t in berfclben grie» 
^ifc^en Überfe^ung Dor; fie ^at namli(!^ früher pa^rf(!^einli(!^ 
aramäifc^ ejiftiert tDir ^aben no^ eine fe^r gute Überlieferung, 
bie befagt, ba| BTt., ber jünger 3efu, „3efu tDorte" aramäif^ 
auf gefc^rieben ^abe. (Es ift bei bem auff allenbcn 3ufammentreffen 
biefer Itac^ric^t mit bem aus einem bIo|en Derglei(!^ ber (E^te 
getüonnenen (Eatbeftanb einer „Spru^^^quelle möglich, ba^ wir 
in i^r Jene oon litt aufgef(!^riebenen IDorte in einer fpäteren 
(Beftalt no6i befi^en. 

Diefe Spru^queDe toar augenf^einlic^ ein Heiner Kate^ismus 
ber £e^re 3efu, toenn fie au^ ni^t bie 5tage* unb flnttjoortform 
unferer Kate(!^ismen ^atte, fonbem bie bes „Spruc^bu^s". Sie 
begann mit ber Rebe bes (Eöufers unb ber Derfu(!^ungsgef(!^i(^te, 
bra(!^te bann bie Bergprebigt, wenn biefe ni(!^t i^r erftes Stücf 
war, etwa in ber 5orm, wie fie bei £f. fte^t, banad^ in einseinen 
großen Kapiteln bie flnweifung, wk ber jünger 3efu 3U leben 
unb wie er fi^ 3U anbem — Johannes bem (Eäufer unb feinen 
3üngem, ben p^arifäem ufw. — 3U ftellen i^abe. (Enblic^ f(!^Io6 
fie mit einem flusblid in bie 3eit bes tDeltgeri^ts unb ber DJieber» 
lunft bes IJerm, Stücf e, bie je^t in Bit. 24 unb 25, in £t 12 
unb 17 i^re Stellung gefunben ^aben. 

Der Stoff, bcn fie enthält, gibt bie wertoollfte Überlieferung 
oon 3cfus wieber. fUIerbings flnben fi^ au^ in i^r f^on fpätere 
Btotioe unb bnxii fie bebingte flnberungen. So war eine ber 
größten Sorgen ber fpfiteren 3eit, ba^ bk BJieberlunft 3efu, bie 
man tagtäglich erwartete, immer wieber ausblieb. Daoon finb 
auc^ bie (bleic^niffe in ber Spruc^quelle nic^t unberührt geblieben. 
Der „IJerr oerjie^t 3U fommen" (23) (Btt. 24, 48; £f. 12, 45) 
ift ein Klang, ben auc^ fie fc^on angef plagen ^at unb in bie 
e^ten BJorte 3efu I^ineinflingen läßt (Ein e^ter Kern läßt fic!^ 



52 J^J- ^i^ Überlieferung 6er 6Ieic^niffe 3efu. 

aber felbft in Mefem tDort feft^alten, nur öarf man bann unter 
bem ^erm nic^t jfefus, roie bos (BIei(^nis fe^t toill, fonbem man 
muß unter i^m (Bott Derftc^en. flu^ blc 3uben toarteten [a lange 
oergeblic^ auf bas ^ilfreic^e (Erfc^einen unb (Eingreifen (Bottes. 
5emcr ^at bic Quelle f(!^on Derfolgungen ber d^riften gelaunt, 
unb tDorte 3efu oom £eiben ^aben babur^ beftimmte 5Srbung an» 
genommen. Aber im gansen i^ahen mit ^ier eine gute unb getreue 
Überlieferung oor uns, bic jumal bcs^alb ausgeseic^net ift, toeil 
bic Sufammenftellung ber tDorte ni^t gemalt ift, um 3efu 
mcffianif^e t)errli(!^leit ober (Bottesfo^nf(!^aft ju ertoeifen, fonbem 
um ber (Bemcinbe flntoeifung für i^r fittlic^es Der^alten 3U geben. 
Sie ift alfo no^ ni^t ftarl burc^ bie flbfi^t, 3efu$ 3U oerteibigen 
unb 3U oer^errlic^en, peränbert. 

Unter bm (Bleic^niffen ber Spru(!^queIIe finben fic^ oer^ältnis» 
mäfeig oiele (Bleic^nispaare, unb auc^ fonft ift R^r|t^mus unb 
ParaÖcIismus in i^ren Stütfen ^äuflg 3U beoba^ten. Das beruht 
tDO^I nic^t auf ber Kunft i^res Derf affers, fonbem auf ber (Eigen* 
ort 3efu fetter; bcnn es le^rt au(!^ in anbexm (ßuellen, roenn 
au^ fpärlic^er, toieber. 5ür ben Unterricht ift bicfer R^r|t^mus, 
biefe bi^terif^e 5orm tüo^I 3U beachten unb 3U oertoerten. fln 
i^m liegt es, bag fic^ 3efu tDorte Iei(!^t unb tief einprägen. 

6. mariiu. 

5ür Ulf. ^at ber apoIogetif(!^e (Befi(!^tspunlt, bie flbfidit, 3efus 
als ben IDunberbares permögenben So^n (Bottes 3U erroeifen, bei 
ber flbfaffung feines (Evangeliums bie tJauptroDe gefpielt ©a^er 
legt er gar fein (Bctüi^t auf bie tDorte 3efu, afies fommt i^m 
auf bie (Eaten an. So ^aben roir fc^on beoba(!^tet, toie toenig 
tDorte 3efu er überhaupt mitteilt, au^ fic gibt er nur als Bei* 
fpiele unb in aller Kfir3e (Ulf. 4, 33), um m5glid|ft piel Seit 
unb Raum für tDunbergefc^ic^ten 3U getoinnen. 

Die (Blei^niffe aber, bie er er3a^It ^at, ^at er auc^ nur er* 
3a^It, um 3efu übermenf(!^Ii(!^e, tpunberbore tDeis^eit 3U 3eigen. 
Damm l^at er auc^ ber (BIei(^nisbeutung burc^ flDegorie, bie 3U 
feiner Seit, um bas 3a^r 70 n. (E^r., tpo^I fc^on oflgemein be» 
liebt roar, eine gan3 befonbere, eigenartige 3ufpi^ung unb t^eore* 
tif^e (Bmnblage gef(!^affen. Sxütiet bereits ift barauf ^ingetpiefen 
tporben, bafe biefe tE^eorie Ittt 4, 10—12 (nebft ber Deutung 
4, 13 — 20) f(!^on rein Iiterarif(!^ betra(!^tet, ben 3ufammen^ang 
bes Kapitels ftörenb unterbri^t; 4, 1 — 9 fpri(!^t 3efus 3um Dolf, 



ntarfus. 53 

4, 10 fpri(!^t er ju btn Jüngern allefn, naäi 4, 33 aber inu| 
er 4, 21 — 32 toieöer jum DoHe gefpro(!^en ^aben, o^ne bafe in 
4, 21 IrgenbtDie ein tDe(!^feI öes Sc^aupla^es angebeutet toar. 
Das Stü* 4, 10—20 ift alfo ntlnbeftens, literarifdi betrad|tet, 
eine parent^efe, in tDa^r^eit tüo^I ein (Einfa^ in bm burc^ Stic^- 
tDorte beutlic^ ntarlierten 3ufantnten^ang. flufeerbem ^aben wir 
aus ben (Blei^niffen felbft erfannt, bafe bie tt^eorie TUf. 4, 1 — 1 2, 
bie (5Iei(!^niffe feien ge^eimnisooDe Rätfeireben unb bebürften 
einer Deutung, nic^t feftge^alten toerben lann. tDeiter: bie einsige 
(BIei(!^nisbeutung, bie tüir bei Ittf. no^ finben, 7, 17 — 23, mag 
fie auii erft oon BTt ^errü^ren, ift nid^t allegorifc^ (5). (Enb- 
Ii(!^ ift in ber Deutung bes (Bleic^niffes oom oierfad^en fltferlanb 
(Säemann), wie fie BTI. gibt, ein beutli(!^ fpäterer 3ug: TUf. 4, 17 
fennt bereits d^riftenoerfolgungen unb fpielt auf Derleugnung 
in i^nen an. 

Die Annahme, bafe bit (BIei(!^niffe neben bem tDortoerftanb, 
„toie man fie ^ört" (Iltl. 4, 33), noäi einen tieferen Sinn ^tten, 
^at BTI. aber nun ebenfalb jum 3wtd ber flpologetil mit ber Der- 
ftotfungst^eorle oertooben, unb In blefer Derblnbung wirb fie für 
uns erft re(!^t unannehmbar. Ulan ma^te bamals bem (E^rlften- 
tum btn (Einwurf, 3efu £e^re lönne bo^ nl^t bie IDa^r^elt 
fein, ba nur fo wenig IUenf^en flc^ von l^m Ratten überjeugen 
laffen. (Ero^lg ^at Btl. blefen Dorwurf 3urü(f gegeben: 3efu tDorte 
foHten auc^ gar n^t überjeugen, fonbem fie poDsogen ein (5e* 
rld^t. (bott ^at bie 3uben, bie oerloren ge^en follten, oerftotft, 
baß fie nl^t oerfte^en lonnten, ba% fie „fe^enb nlc^t fe^en unb 
^orenb niiit ^oren foDten". (Es Ift bie Derftocfungst^eorie, bie 
anif Paulus anwanbte, wenn er flc^ fragte, warum fo wenig 
3uben (E^rlften geworben waren (Römer 9). Das war ein (Be* 
banfengang, ber ben 3uben jener 3elt oertraut war, ben fie felbft 
auf bie tjelben anwanbten, unb ben fie nun oon ben (E^rlften ju 
^ören beiamen, wenn fie fie wegen l^rer geringen 3a^I angriffen. 

3n feiner gansen S(!^roff^elt ^at fc^on Uli blefen (bebanfen 
3efus n^t^me^r In ben Ittunb 3U legen gewagt, unb er ^at l^n 
bnxii bie flnberung eines elnslgen tDSrt^ens In fein (Begentell 
oerle^rt: n^t „bamlt" fie n^t oerfte^en follen, fonbem „well" 
fie es nidii lönnen, ^t (bott fie l^rem Ünoerftanb ba^ln gegeben. 
man foll bas beuten: „well fie f^ leine IHü^e geben, es 3U oer» 
fielen". £1 ^at f^ bagegen faft wSrtllc^ wlcber an IHt an» 
gefc^Ioffen. 



54 ni. Die äberlieferung 6er (5Ietc^niffe 3efu. 

Da| 3efu$ felbft feine (Blei^niffe niiit gefpro(!^en ^aben lann, 
6amtt man fie nid^t oerfte^e, läfet fic^ an ben (Blei^niffen felbft 
betoeifen, öle eben gans einfad^ 3U Derfte^en ftn6. ©afe 6er (Eoan- 
gelift ölefe (E^eorie, alfo oon i^nt nid^t (Befproc^enes, 3eftts in 
6en IHunö gelegt ^at, befremöet uns nac^ 6en an anöeren tDorten 
gemalten Beobachtungen tx)eiter ni^t. 

©afe IUI. in feiner Darftellung oft breit unö unbeholfen ift, 
fid^ toieöer^olt un6 tüeitfc^toeifig toirö, ift f^on oben nac^getüiefen 
rooröen. Illan ^at tüo^I gemeint, 5as feien 3üge einer fpäteren 
Bearbeitung; in tDa^r^eit finö es 3üge eines erften (Enttourfs, 
5er nie fo gleic^ unö elegant ausfallen fann, toie feine fpfiteren 
Überarbeitungen. IHarlus ^t feine (Bleic^niffe oft in einem 
einsigen, bann fe^r f^roerfäDigcn Sa^e erjä^tt. Selten ift bei i^m 
5er parallelismus 5er Spruc^quelle o5er 5ie flnfc^aulid^feit 5es 
£1. mit i^ren (Befpräc^en un5 Selbftgefpräc^en ju beobachten. 
Seine (Bleid^niffe be5ürfen — abgefe^en oom Säemann — am 
meiften 5er Der5eutlid^ung 5ur^ 5en (Erjä^Ier. 

7. matt^Stts. 

Ittatt^äus ift öerjenige unter 5en (Eoangeliften, 5er, toenn er 
aud^ toeniger Sorgfalt in besug auf ftiliftifd^e Rid^tigleit un5 
fprac^Iic^e Korreft^eit jeigt als £1, feine Stoffe 5od^ am ftärfften 
bearbeitet un5 fomponiert ^at (Er ^at fo flei|ig als möglid^ 
gefammelt un5 aufeer Ittf. un5 5er Sprud^fammlung noc^ allerlei 
Stoff für 5as £eben 3efu beigebra^t. (Er ^at 5iefen ferner 5a» 
5urc^ Derme^rt, ba^ er i^n 5urd^ einen Kraus oon biblif d^en 
3itaten gef^müctt ^at, 5ie fi^ meift fc^on 5ur^ eine fefte un5 
immer gleite (Eingangsformel „5amit erfüDt tDür5e, toas gefagt 
ift bmä) 5en Propheten — " ais fein (Eigentum oerraten. fluc^ 
fonft liebt er getoiffe tDörter un5 (5e5anfen, an 5enen man feine 
3ufa^arbeit lei^t erlennen lann. Die ^ölle fann er 3. B. nid^t 
ertoä^nen , o^ne ^insusufügen „5a tDir5 fein ^eulcn un5 3d^ne* 
Happen". Ilur einmal ftan5 5iefe 5onneI oielleid^t in 5er Spruc^» 
queDe Ittt 8, 12 = £f. 13, 28. tllt. ^at fie noc^ piermal 
22, 13; 24, 51 ; 13, 42. 50. un5 fie oerrät in 5en bei5en legten 
Stellen 13, 42 un5 50 fofort, 5a6 5iefe oon 5er Qan5 5cs (Eoan» 
geliften ftammen. (Es fin5 5ie „Deutungen" jujeier (Blei^niffe, in 
benen fie ^ier fte^t, tDir fin5en alfo ^ier toie in 5er Deutung, 
5ie marhts gibt, 5en (Eoangeliften an 5cr Arbeit un5 laffen 
uns 5a5urd^ in 5er (BetDife^eit beftärfen, ba^ 5ie „Deutungen" 



ntott^Stts. Kürje. 55 

niift aus 3efu IHunbe ftammen. Ulan fie^t, foI(!^c fpra(!^H(!^ctt 
„Klciniglcitcn" pcrratcn fe^r picL 

Dos tjcroorfted^enbfte an BTi In foaneller Bejic^uug ift aber 
fein Streben naöi Kürje. UH. ift l^nt meift oiel 3U tDeitjfc^tüeiflg, 
er perfud^t, bcffer unö Inapper ju fprec^en. BTeift gelingt i^m 
bies auäi gans guL ITtonc^ntal miggificft i^m aber auc^ ein 
Sa^ bei 6er Kürjung gfinjllc!^. (Döer er peröirbt gerabesu eine 
Pointe 6ur^ ju grofee Knappheit So ^at er 6em (Bleic^nis pon 
ben IDeingartnem (7) im (Eingang aDe tDa^rf(^einIi(!^feit geraubt, 
inbem er Inapper unb braftifc^er erjS^Ien tpoDte. Ilac^ IUI., 
ber Pon£f. beftätigt tpirb, fenbet bertjerr immer einen Sflapen 
naii bem anbern aus. Den einen töten bie tDcingärtner iebes» 
mal, unb feinen £ei(!^nam befeitigen fie. Das ift einfach unb 
porftellbar. BTt fc^ictt bagegen bie brei Sflapen auf einmal ^in 
unb läfet i^nen basfelbe Sd^idfal toiberfa^ren. Das ift untpa^r» 
f (i^einlid^, ujeil brei Sflapen fid| uje^ren f Snnen. Unb xornn barm 
noii einmal „mehrere" lommen, fo p)irb bie Sa(!^e no(!^ unuja^r- 
fd^einlic^er. Äft^etif(!^ perloren ^at burc^ biefelbe Ittanier, in 
einem Sa^e erjagten 3U ujoDen, tpas auf mehrere Sä^e perteilt 
toatf bos (Bleic^nis Pon ben ujibertpilligen (Bäften bei ber t)0(!^» 
seit (20). £f. erjäp ^ier fel^r f(!^5n, wie bie (Bäfte fi(^ Jeber 
einjeln entf^ulbigen. Dem BTt. bauert bas 3U lange, fo fi^reibt 
er einfach : „Aber fie perac^teten bos unb gingen ^in, einer auf 
feinen flcfer, ber anbere 3U feiner tjantierung". ©as ift genjife 
lür3er, aber au(!^ piel weniger anf^auli(!^ unb poefielos. 

fln biefem (BIei(!^niffe erlennen tpir überhaupt bie umbilbenbe 
Kunft bes Vflt unb i^re Ittotipe in poDer Deutli(!^feit. £1. er3ap 
n&mli(!^ xotittt, ba| naii ber (Entfc^ulbigung, xodiie bie ^äfte 
porbrac^ten, ber Qaus^err 3omig feine Diener au$gef(!^i(ft ^abe, 
bie (Elenben pon ber £anbftra6e ^rein3U^oIen. tDieber xoitb in 
anf(!^außc^er £ebenbigteit gef(!^ilbert, p)ie bas 3P)eimaI gef(!^ie^t, 
bamit bos ^aus poll tpirb; benn leiner ber 3uerft (Belabencn, 
fäme er je^t aud^ noäi, foD bas Itta^I „f(!^me(fen". (Ein einfa(!^es, 
großes unb einleud^tenbes Bilb für btn ©ebanlen, ba^ bie £eute 
aus 3frael, bie (Bott 3uerft gelaben ^atte, Priefter unb Ideologen, 
Sabbu3äer unb p^arifäer, (Bottes Boten abtpeifen, ni(!^t 3U (5ott 
lommen xooUtn; nun gut, fo ge^en biefe Boten 3U ben Sünbem 
unb (Henben, fie 3U rufen. 3n biefem f (!^Ii(!^ten , pacfenben unb 
unfere 3uftimmung er3tpingenben Bilb ^at nun Bit. allerlei neue 
3üge. 3un5(!^ft ^at er ftatt eines Blannes, ber ein Bla^I gibt, 



56 ni. Die Überlieferung 6er (5Iei^niffe 3efu. 

einen Konig, 6er feinem So^ne t)0(!^3eit ^ält Das än6ert nod^ 
ujenig. Aber ftärlcr ift, 6a6 fid| 6ic (Bäfte bei tt|m red|t nterl» 
rDÜr6ig benehmen. Sie fc^Iagen ni^t bloß 6ie (Einla6ung aus 
— wie bei Ct. — , fon6em „etll^e griffen 6le Knechte, ^S^nten 
un6 töteten fle. Da 6as 6er König ^örte, warb er jomlg un6 
fc^lctte feine ^eere aus un6 bra(!^te 6lefe Itt5r6er um un6 jünöete 
l^re Sta6t an." Un6 6ann ge^t es, als ob feine tjeere ausgc* 
f(^lctt un6 Staaten In Krieg un6 Ilot gefegt rDor6en roären, ein- 
\aii tDclter: „Da \pxaii er 3U feinen Kne(!^ten: Die tjo^selt Ift 
3»)ar bereit" ufro. S(^on 6a6 6ie Ilotls oon 6em Krieg 6le ganse 
fc^Ilc^te (Erjä^Iung oom VflatjH auselnan6erfprengt, betüelft, ba% 
6le Derfe 6 un6 7 ein 3ufa^ fln6. Ilo^ 6cutll4er betoelft es 
l^r 3n^alt Sie fln6 ja nichts an6eres als eine Allegorie auf 
6en Untergang 3erufalem$; 3erufalem Ift 6le Staöt, voo öle 
tllöröer tüo^nen, öle (Bottcs Boten getötet ^abcn. £eölgll^ öer 
Allegorie sullebe Ift öer tjaus^err In einm König (= (Bott) oer» 
roanöelt unö öer gät^Ilc^ umtatürll^e 3ug, öag (5äfte öle Diener, 
öle fle laöen foDen, töten, pon BTt. in öle (Befc^ld^te eingeführt 
tüoröen. So ^at BTt. nai^ öem (Befc^matf feiner 3elt aus ölefem 
(Ble^nls, öas (Bottes unö 3efu Der^alten 3U öen (Elenöen unö 
Sünöem re^tfertlgt, eine aDcgorifc^e IDelsfagung auf öen Sau 
3erufalems gemalt 

Aber toelter, bas (Ble^nls ^at auc^ hü BTt. einen befonöeren 
S^Iu| 22, 11 — 14 oon öem BTanne, öer lein ^oc^jeltll^ Klelö 
anhatte. tDes^alb fte^t er öa? — (Er bef eltigt ein morallf d^es 
Beöenfen, bas man an bas (Blel^nls oon öen (Böften anfnüpfen 
lonnte. BTan tonnte fagen: alfo oon öer Eanöftrafee toeröen öle 
(Bäfte geholt, fo tole fle öa flnö, ö. I|. alle Sfinöer unö SöDner 
foDen fo o^ne toelteres Ins tjlmmelrel^ fommcn? — ® nein! 
anttoortete Blatt^us, toer nld^t richtig oorbereltet lommt, öer 
rolrö toleöer ^Inausgctoorfen. So tole fle flnö, fönnen Sünöer 
nl^t Ins IJlmmelreld^ eingeben, fle muffen erft Bufee tun unö 
gute tDerle mitbringen. Damit Ift jeöes morallfd^e Beöenfen 
gegen öas (Ble^nls befcltigt. — Das (Bleidinls felbft fennt ölefes 
morallf^e Beöenfen nl^t, toell 3efus In öem Augenblld , too er 
es fpra^, eben nur fein (Be^en 3U öen „Sünöem" re^tfertlgen 
unö öen p^arifäem l^r Splegelbllö oorljaltcn toollte. Der tjörer 
foDte l^m 3ugefte^en: öer tjaus^err ^atte gan3 red^t, toenn er, 
nac^öem feine (Bäfte l^n fo f^mä^Ildi im Stidie gelaffen Ratten, 
fein (Effen öen Armen gab! Aber bei langem (Brübeln üUx öas 



HKegotifierung. (Et^if^e un6 fitc^Ii^e Iltotioe. 57 

(5Iei(!^ni$ fft bann in 6cr (Bemeinbe Jenes von Uli befeitigteBeöenfen 
aufgetaucht, ganj n)ie etma bei öent oben ertlarten (5Ieic^nis oon 
6er oon felbft tDa(!^fen6en Saat 6as Bebenfen auftauten fann, 
ob wir, fofem wir 6er (Er6e gleid^en, ni^t 6a3U ntittolrlen fönncn, 
6a6 6ie Saat in uns aufgebt un6 S^^u^t trägt. 

neben fol^e äftl|etifd|e un6 fittlid|e Ittotiüe, 6ie 3ur UntbiI6ung 
6er tDorte 3efu fülfren, treten bei IHi no^ fir(|lid|c. IHt ift 
in ganj befon6crcnt Illaße ein Iir^Ii(!^er S^riftfteDcr, 6. ^. er 
6enft immer an 6ie (E^riften^eit, toill für fie f(!^reiben un6 fin6et 
fie 6arum au^ oft, tüo fie eben, tüie bei 3efu$ überhaupt, gar 
nid^t fein lann. So liat er 6as (Bleic^nis 00m perlorenen Sd^af (19) 
nid^t auf 6ie Sün6er un6 Derlorenen in 3frael ge6eutet, fon6em 
auf 6ie (Beringgeac^tetcn, 6ie Kleinen^ in 6er (E^riften^eit, an 
6enen (5ott boö^ ^o^e Sxenbt ^abe. Über^upt ^at er in 6em 
1 8. Kapitel eine fleine (5emein6eor6nung aus gans an6ers ge« 
meinten Sprühen 3efu jufammengeftellt. Dabei ^at er alles, 
toas 3efus auf 6ie Kin6er o^ne BiI6 gefagt ^at, als flDegorie 
auf 6ie Kleinen in 6er (E^riften^eit ge6eutet toiffen töollen. Aus 
6em gleiten 3ntereffe ^at er — wie 6as (Blei^nis oon 6en tDi6er« 
willigen ©äften in eine IDeisfagung auf 6ie 3erftörung ^erufa* 
lems — fo 6a$ (Blci^nis oon 6en tDeingärtnern (7) in eine tDeis* 
fagung auf 6ie (E^riften^eit umgewan6elt. 3u 6en IDorten bei 
HU.: „(Er wir6 6ie tDeingärtner umbringen un6 6en tDeinberg 
an6em geben", 6ie aud^ £f. als urfprünglid^en tDortlaut bcseugt, 
fügt Uli ^itqu: „weld^e i^m 6ie 5rüc^te 3ur redeten 3eit geben" 
un6 in Ders 43: „Deshalb fage i^ euc^: 6as Reic^ (bottes wir6 
oon eud^ genommen un6 einem Dolfe gegeben wer6en, 6as feine 
(= 5es Reiches) Srüd^te bringt." Damit ift 6ie (E^riften^eit, oiel» 
leicht 6ie ^ei6end^riften^eit im Befon6eren, fo 6eutlid^ wie mög» 
ß^ als 6as neue Dolf (Bottes geweisfagt! Un6 6as Stärlfte ift 
6ies, 6a6 Bit. fene erfte tDeisfagung 6en (Begnem, 6en p^arifäem 
in 6en IHun6 legt; 6enn fie fin6 es — ni^t 3efus — , 6ie feinen 
41. Ders fpred^en. fUfo 6ie 5ein6e muffen fetter 6ie Kirche weis- 
fagen, wie Kaipljas bei 3o^. (11, 50 — 52) 6en (ErI8fungsto6 
3efu. Das (Bleid^nis ift 6amit als flllegorie auf (E^riften un6 
3u6en genommen, wä^ren6 3^fus unter 6en IDeingärtnem 6ie 
£eiter 6es Dolfes oerftan6, 6ie (Bott beftrafen un6 i^er Sü^rer» 
ftelle berauben wer6e. 

Die Kird^e ^at fid^ 6em tili 6anlbar bewiefen. IHan I|at 
6iefes (Eoangelium nid^t bIo| öugerlid^ an 6ie Spi^e 6er an6em 



58 ni. Die Überlieferung 6er 6Iei^niffe 3efu. 

gcfteDt, fonbern au(!^ im Iir(!^It(!^en (Bebraud^ unb im Unterricht 
bis auf ben heutigen (£ag btn anbem beiben oorg^ogen. Dos 
3o^annes • (Eoangelium freili^ ift no^ über bic brei anbem 
erhoben tüorben. Die meiften (t^riften sitieren ^eute no^ un« 
roilHürü^, toenn fie 3efu DJorte geben toollen, suerft 3o^.. bann 
mt. 5^^ ^i^ tüiffenfc^aftlid^e, fachgemäße Betra^tung fallen bie 
Reben bes 3o^anneseoangeliums aber faft gans toeg, unb bie 
BeDorjugung bes Ittt. ^at fic!^ baran yx rechtfertigen, ob er ein 
tDort aus ber Spruc^queDe genauer tüiebergibt als £!. ober nic^t. 
3n faft aDen S&Uzn, voo er ein BTarfusftüct benu^t, ift i^m unfer 
tut, unb tüo er ein Stütf aus ber Spru^quelle tüiebergibt , ift 
i^m fe^r oft £t porjusie^en, toie roir thm gcfe^en ^aben. Über» 
^aupt ift £f. oiel ^o^er 3U toerten, als es gemeinhin, befonbers 
aber im Unterri^t oon Schule unb Kirche, gefc^ie^t. 

8. £it!a$. 

Das britte (Eoongelium ift roo^I jünger auc!^ als ITtt. unb gegen 
bas (Enbe bes erften 3a^r^unberts oerfaßt; es seigt einen Sd^rift» 
teuer oon ausgeprägter (Eigenart unb oiel Kunft, babei oon großer 
aißäiex (treue gegen feine (ßueDen. (Er folgt bcm BTarlusf aben 
3iemlic^ genau unb ^at ben Stoff, bm bie Spru^qucIIe bot, in ein» 
fac^fter tDeife faft gans an einer Stelle unter gebraci^t. (Er gibt 
i^n als „Reifegefpräc^e", bie auf ber IDanberung nad^ 3^i^föSi«wi 
ftattgefunben ^aben foDen. BTit 9, 51 reißt barum bie (Ersä^» 
lung abf um erft in Kapitel 18 toieber bem Ulf. parallel fort» 
Suge^en. Ilur bie Rebe bes (Eäufers, bie Derfu^ung 3efu unb bie 
fogenannteBergprebigt, bie Stüde, bie ben Anfang ber Spruc^quelle 
bilbeten, ^t £1. oorausgefteHt, 3, 7— 17; 4, 1—13; 6, 20—49. 
Der Relfeberid^t enthält neben ber Sprud^quelle no^ eine Rei^e 
ber fc^önften (Blei^niffe aus einer anbem (QueOe, bie toir nic^t 
me^r fennen, beren (E^aralter aber ber ift, baß fie fi^ befonbers 
mit ben Armen, (Elenben unb Derlorenen bef^äftigi 3a, au(% 
bie Spmc^quelle liegt bei £f. in einer Bearbeitung oor, bie ftarl 
fojial gefärbt ift, bzn Armen bas tjimmelrei^ oerfpric^t unb ben 
Reid^en geroaltig bro^t; ob biefe 5äi^bung erft oon £t hinein» 
gebracht toarb ober fc^on oon einem Bearbeiter feiner Quellen 
ftammt, lann man fragen. (Es ift aber leidster, mit ber Annahme 
einer Bearbeitung burd^ £t aussufommen, er scigt auc^ in ber 
Apoftelgefc^id^te ä^nlic^e (Eenbensen. Außerbem enthalten bie 
(Befd^id^ten, wenn man fie rein für fid^ nimmt unb o^ne Rüdffi^t 



£tt!as. Untbilöungen. 59 

auf i^re Umgebung, oft gar xAiits von fosialcn Husgleid^sgebanlen, 
wie Ol bas oben an 6en (5Iei(!^niffen oom ungerechten Qaus^alter 
unö oom armen £a3arus geßeigt^abe. (Erftbie Deutung öes£ulas: 
„Bittest euc^ 5^^wn6e mit 6em ungcre^ten (!) IHammon", erft 
Me Umgebung, in öie er folc^e (Bleid^ntffe ^inftellt — er ^at 
garqe Kapitel pon Sprüchen toiöer 6en Rektum gebtibet (12 
unb 16) — , geben biefen tDorten 3efu eine f(!^arf proIetarif(!^e 
unb fommuniftifc^e (Eenbens. S^^iß^r 0^^ 3^fi^ Ml>ft ^^t ben 
Rei(!^tum für gefä^rli(!^ gehalten, bie Armen felig gepriefen, fein 
Sorget nid^t! unb Sammelt ni^t! gefpro(!^en, unb erfahren, ba^ 
ni(!^t bie Satten unb Reichen, fonbern bie Armen unb Se^nffi(!^tigen 
ju i^m lamen. Aber nie treten bei i^m bie tx)irtf(!^aftli(!^en ®e* 
banfen in bcn Dorbergrunb, too^in fie £f. rüctt, na^bem er fie 
fedftig oerftärft ^at 

IHanc^mal merft man es £1 au(!^ an, baß er in ber großen 
oon Paulus gegrünbeten tjeibenlir^c aufgetDa(!^fen ifi Da lautet 
ein Spru(^ (12) bei Ittt 7, 11 : „So i^r, bie i^r arg feib, fönnet 
bemtod^ euren Kinbem gute ®aben geben, u)iet)iel me^r mkb 
euer Dater in btn tjimmeln (Butes geben benent bie ilfn bitten." 
Bei £!. fte^t er faft toörtfic^ ebenfo, nur ^at £f. für „feib" ein 
eleganteres tDort gebraust; xoo tili fein fleblingstoort „euer Dater 
in btn tjimmeln" eingefe^t ^at, ^t er tüo^I bas urfprüngli^e 
„ber Dater aus bem tjimmel" betoa^rt; enblic^ fte^t für „(butes" 
bei i^m „ber ^eilige ®eift". Damit aber perrät fid^ ber Paulus« 
fc^üler, ber für bm 3nbegriff aller ^ahm ben tjeiligen (Beift an* 
fie^t. 3efus lennt biefen Sprachgebrauch nic^t. Das IDort pon 
bm tjunben für bie tjeiben (6) fe^It bei Cf., boc!^ tpo^l, tpeil es 
i^m, bem tjeibenc^riften, ju f(!^arf toar; ebenfo bas bei Uli nod^ 
fte^engebliebene tDort 10, 5: „(Be^et nid^t auf ber ^eibenftraße 
unb betretet leine Samariterftabt, fonbern ge^et 3U bm perlorencn 
Schafen aus bem IJaufe 3frael!" IHt ^at bies IDort burc^ feinen 
tHiffionsbefc^I 28, 19 f. aufgehoben, £f. fannte biejen nid^t unb 
^at es barum weggelaffen, natürlid^ in ber feften Uberjeugung, 
jfefus lonne gar ni^t fo ^art gefproc^en ^abcn, anbere, 3uben» 
d^riften, ^tten bas IDort sugefe^i Denn fo gut, xok er felbft 
fid^ erlaubte 3U anbem, mußte er bas aud^ Pon anbem annehmen. 

tHe^r als alle anberen ^at aber £ufas an feinen Dorlagen 
formen gebeffert, tpeil er fid^ als Sd^riftf teuer fii^It unb für bie 
gebilbete (Bried^entpelt f^reiben tpill. tDir ^aben i^n fd^on mehrere 
tHale babei getroffen, p)ie er IDSrter aus ber DoHsfprad^e burd^ 



60 JW. Die Überlieferung 6er 6Iei^n!ffe 3eftt. 

befferc erfe^t, roic er einen Sa^ ftiliftifc^ eleganter geftaltet; faft 
überaD f ann man i^n fo an ber Arbeit beoba(!^tcn. Rnii er lürjt, 
tDo er fiberflfiffige Umft5n6H(!^feit bei tili finbei Aber er fe^t 
auc^ 3u, öamit bas (Bleic^nis an Klarheit unö DerftänöK^feit 
getüinne. 3n öemSpru^ oont £i(^t (25) fagt er 8, 16 ni^t „unter 
6cn Scheffel", fonöem „unter ein (Befäfe", unt auf jeben $aü aud^ 
oon btmn oerftanben 3U roerben, bie ein S^effelmafe noii ni^t 
gefe^en ^ben. Aus bemfelben ©runb fpri^t er 21, 29 nic^t 
blofe oon bem 5^i9^«6öunt, ber Knofpen treibt, fonbem er fe^t 
^insu „unb alle Bdume" (8). Damit serftort er betbe IHale oiel 
Don ber poefie bzs (Blei^niffes; btxm biefe haftet an bem Kon- 
feeten: „ein (Befaß" ift ebenfo unpoctif^ rolc „ein S^fl^nbaum 
unb alle Bäume". 3efus ift me^r Diäftex als £f. 

Dennod^ ift £t in feiner Art ein au$ge3ei(!^neter (Erjä^Ier. (Bc* 
rabe feine Sonberftütfe, beren (Eigenart freilid^ au(!^ mit auf Re(!^- 
nung feiner (ßuelle lommt, finb bie am farbigften unb pacfenb» 
ften erjä^Iten Ölei^niffc, toä^renb IUI. beutli(!^ feine ganse trocfcne 
Art in ben Samenglei^niffen oerrät. Der oerlorenc So^n, ber 
rei^e Ittann unb ber arme Easarus, ber rei^e BTann, ber 3U 
feiner Seele fpra(!^: 36 unb trini unb ^abc Ru^e! unb aD bie 
anbexn Stücf e.bes legten Abfc^nittes (43 ff.), wie reid^ finb fie 
an Haren, padenben Bilbem, an Selbftgefprä(!^en unb 3tx)iege» 
präc^en, bie bie Situation malen toie nid^ts anberes! Ulan per» 
enle fid^ einmal in eine fol^e (ögä^Iung toic bie oon ber Sün» 
berin ober oom oerlorenen So^n, um bie ganse Pracht ber (E^a* 
ralteriftil 3U crlenncn. (Dber man lefe btn ungerechten ^aus^Iter 
(54). — Der ^err oernimmt, ba^ i^n fein Dertoalter betrügt. 
Das ift bie Dorausfe^ung, bann beginnt bie ^anblung in einigen 
lursen Sscnen, bie alle 3um Ittalen anfc^aull^ uns oor bie Seele 
treten. „Da lieg er bm tjaus^lter lommen unb fprad^ 3U i^m: 
IDas mufe ic^ oon bir ^Sren! (Bib Rec^enf^aft oon beiner Der- 
toaltung, bu barfft ni^t langer Denoalter bleiben!" Der Der- 
toalter entgegnet lein IDort; aber als er braufecn im tjof ift unb 
bort auf- unb abgebt, bas (Betörte innerlid^ 3U ©erarbeiten, ba 
„fpri^t er 3U fic^ felbft: IDas foH i^ ma^en, ba mein ^err mir 
gelünbigt ^at? (Braben lann i^ (alter Rlann) m(!^t me^r, 3U 

betteln f^äme i^ mi^. " lilan fie^t i^n, roie er überlegt, 

um einen Ausroeg 3U finben. piö^Ii^ bleibt er fte^en, er ^at ge- 
funben: „26) toeife, toas i^ tue, bamit fie mld^ in i^re tjäufer 
aufnehmen, toenn iä) nic^t me^r Dertoalter bin." „Da lie^ er bie 



£u!as. (Erjö^Iungsfunft 61 

S(!^uI6ner feines Qerm alle elnjeln ju fic^ lommcn — " unö nun 
fpielt fi^ ble Ssene jebesmal gans glei^ ab. 3n 6er Dertoalter* 
ftube fte^t 6er Bauer, 6le BTü^e e^rfür(!^tig in 6er t)an6, oor 
6em „^errn DertDalter". Iloc^ toeife \a lein Iltenfc^, 6a6 i^m ge- 
fün6igt ift. Illerftx)ür6ig, tüie 6er ^err DcnDalter ^eute re6et: 
„tDieoiel bift 6u meinem ^erm f^uI6ig?" — IDas foll 6as? 
6enft 6er Bauer, es ift fein (Eermin 3um Beja^Ien, un6 beja^Ien 
fann 6er Bauer ni^t (Er fagt aber einfa^ 6ie (Eatfac^e: „tjun* 
6ert Ittaß ®l" un6 f(!^u)eigt Da tDir6 6er tjerr Dertoalter plö^* 
li^ liebenstoürbig un6 oertrauli^. „nimm 6ein Bu^, fe^e 6idi 
un6 f treibe flugs fünfjig!" ©er Bauer lächelt oer6u^t un6 oer- 
fd^mi^t. So? Sö^fS^S? Aber i^m fann's Ja red^t fein, roenn 
6er tjerr Dcnoalter unterf^reibi — Un6 6amit wir toirflid^ 
glauben un6 überjeugt fin6, ba^ 6er Derroalter es bei aDen fo 
ma(!^t, tDir6 uns no(!^ ein S^uI6ner oorgefü^rt, lürjer, aber immer 
noäi anf(!^aulic^ genug, um uns mit feinen „^un6ert lilaß IDeisen" 
Har un6 6eutlic^ oor 6ie Seele 3tt treten, bie Konfequens 6ur(!^* 
f(!^auen 6ie 6ummen Bauern nid^t, fie meinen, es gef^e^e aus 
„5reun6f^aft". „Aber 6er ^err lobte 6en ^aus^aüer, 6a6 er Ilug 
getan l^attt" 3ft ^ier 3efus gemeint mit 6em ^errn, fo ift es 
ein 3ufa^ 6es (EÖangeliften. (Es fann aber au^ feigen: HIs 6er 
tjerr oon 6em Betrug feines Dertoalters fpdter ^5rte, fagte er: 
„(Es toar 6oc^ ein (bauner! Aber tin f flauer (Bauner". Seiner 
(berieben^eit fann felbft fein betrogener tjerr mit einem ärger- 
nden £ad^en fein £ob nic^t oerfagen. (Ein 6erbrealiftifc^er 3ug, 
wie er 6en Kenner 6er BiI6erfpra^e 3efu nic^t befremben fann. 
Das fin6 6ie IHittel 6er plaftifc^en DarfteHung 6es £f.: 6er 
IHonoIog un6 6er Dialog. (Er f^iföert nt^t eigentlid^ 6ie Situa- 
tion, nod^ au^ Seelen3uft5n6e toie es oben 6ur^ 6ie (Einfüge ge- 
^e^cn ift, um an3u6euten, toas er mit Dialog un6 Itlonolog 
agen tüill; aber 6ie (befprä^e ergeben alles 3U einer tDun6er- 
)aren flnf(i|aulid|feit Daß es Stil 6es £f. ift, gel|t 6araus 6eut* 
lic^ ^eroor, 6a6 er, wo i^m IHt 3U fnapp un6 farblos ift, eine 
5rage 06er ein (Befprö^ cinfc^iebt. 3n 6er (Bef^i^te von 6cn 
tDeingärtncm fagt Ulf. 3. B. nur: „Ilo^ einen ^atte er, feinen 
geliebten So^n, 6en fan6te er 3ule^t 3U i^nen in 6er IUeinung: 
fie tDer6en meinen So^n fürd^ten". Ittt. fagt 6asfelbe no^ fnopper. 
Aber für £f, ift lUf. noc^ nid^t 6eutli^ genug, er 3eigt uns 6en 
f)errn in Derlegen^eit un6 Überlegung. „Da fprad^ 6er tjerr 6es 
IDelnbergs: IDos foII id^ tun? — 3d^ werbe meinen geliebten 



62 HI. Die Überlieferung 6er ^lei^niffe 3efu. 

So^n f(!^i(fen; pieDeici^t töeröen fie i^n für(!^ten." 3ntcreffant ift 
nebenhex ou^ bas „olellcic^t". £f. ^at überlegt: (Bott — öenn 
er ift naii aüegorif^er Deutung öer tjerr, öorf fi^ ni^t irren, 
er 6arf alfo bas S<d\iie nur fagen, inöem er es 6ur^ ein 'piet 
Iei(!^t' milöert; 6ie anbern, 6ie einfac!^ bas (Bleid^nis erjS^Ien, 
laffen aud^ 6en tjerm 6es IDeinbergs fic^ irren. TXlan fie^t, toie 
genau £L überlegt. 3n ö^nlic^er XDeife ^ot tpo^I £!. anä) bas 
©lei^nis pon 6en Pfunöen (pgl. oben S. 37) bramatifc^er ge* 
ftaltet. Den (Einroanö, 5en unfer „(5ere(!^tigleitsgefü^I" machen 
tpin, läfet er toirflic!^ porbringen 19, 25: „^err, ^at er 6o^ 
\6ion 3c^n Pfunb!" 

5teili^, es ift 6es £f. Stil; aber man barf bo^ fragen, ob er 
ni(!^t ber Art 3efu nd^er fte^t, als ber bürre Stil bes Ittt, ber 
tPontSgli^ ein ganses (5teic^nis in einem einsigen, man^mal per* 
tporrenen unb fe^ler^ften Sa^ roiebergibt 5^^ lanQe Sä^e finb 
femitif^e Sprachen ni^t re^t geeignet; unb ein (Bleic^nis roill boä^ 
erjä^Ien. IlTan bebenfe femer, ba^ bie Überlieferung ebenfogut, 
tpie fie ausmalt, auc^ fürst, (Einselsfige pergigt, fic^ an ben fjaupt» 
gebanlen anllammert unb nur no^ bie berbften (Effefte behält. 
tDer alfo formell in feiner (Ersä^lungstpcife jfefu Sprache beffer 
trifft, ob £t ober litt, faiin man fragen. Die Spruc^queDe ^ält 
eine mittlere £inie ein. 

flu^ £1. aDegorifiert bie (Bleic^niffe öfters, unb mand^e feiner 
Änberungen bes IDortlautes ober feiner Sufa^e ^aben ben Sroed, 
ben £efer ju einer allegorif^en Deutung ^insuffi^ren. So ^at er in 
bas (5Ieid^nis Pon ben anpertrauten Pfunben (24) eine Seine 
Allegorie eingefügt, bie eine (5ef(!^i(!^te für fi(!^ bilbet: ber BTann, 
ber über £anb reift, tut es bei i^m „um fein Rei(!^ 3U erhalten 
unb bann ujieberjufommen" (19, 12), fo roie bamafe bie tjero» 
bianer naii Rom reiften, um fic^ pom Kaifer als Konige ober 
Dierfürften anerlennen ju laffen. „Seine Bürger ujaren i^m feinb 
unb f Rieften Botfc^aft i^m naii unb liegen fagen: IDir rooDen 
ni(!^t, baß biefer über uns ^errf(!^e (19, 14)" fe^t £t roeiter ^in» 
JU, unb 3U ber Ila^ric^t pon ber RücRe^r bes BTannes bie IDorte 
„nac^bem er bas Rei^ eingenommen ^atte" =» bie tjerrf^aft 
empfangen ^atte (pgL Uli 25, 19 unb £t 19, 15). (Enblid^ 
fagt bei i^m ber ^err jum Sifin^ 19, 27: „Doc^ jene meine 
Selnbe, bie nid^t ujoDten, bafe id^ über fie ^errf^en foHte, 
bringet ^er unb ertpürget fie por mir!" tDas f ollen biefe 3u* 
fä^e? Sie finb beutlid^ Allegorien auf 3efus, ber in ben tjimmel 



£tt!as. HKegorifierung. 63 

fortsog, aber töieberlommt, um feine $einbe 3U pem{(!^ten. £t 
^at öle ganse (Erjä^Iung pon 6en Pfunben als eine S^ilöerung 
öes (Enbgerid^ts genommen un6 in 5er 5orm, roie fie l^m oor- 
lag, permifet, öaß neben 6en (E^riften, als tDeI(!^e er Me „Kne(!^te" 
f(!^on perftanö, ni(!^ts Pon 6er Beftrafung 6er 3u6en un6 Ün» 
glaubigen gefagt max. So ^at er unter 6em „tjerm" 3efus per» 
ftan6en un6 feine Sänbz in 6iefer tDeife auftreten laffen. IDir 
je^en, ba^ 6ie UmbiI6ung aud^ ^ler 6enfelben 3ntereffen 6ient 
ipie beilttt: man nimmt 6ie (Bleidiniffc als ge^eimnispollc IDeis* 
fagungen Pon 6er (Enöseit un6 fügt 3U 6em dwtd noii allerlei 
^insu. Ilad^ 6er (Knieitung, 6ie £t gibt („fie meinten, 6as Rei(!^ 
(Bottes foDte alfobafö offenbart tper6en")» nJÜI er au^ ^ier tröften: 
tDenn jfefus ju perjie^en f(!^eint, nun, er wirb roieöerlommen, 
ob er f(!^on in 6en tjimmel perreift ift, un6 er pjir6 6ann feine 
5ein6e fd^on beftrafen! Denfelben (Be6anfen ^at£t an bas(BUi6i» 
nis pom ungere^ten Richter (58) angehängt, 6a$ urfprfinglid^ 
einfa(!^ auf ie6es (Bebet ge^t, Pon £f. aber erft auf 6as (bebet 
6er (t^riften um Beftrafung i^rer fie perfoIgen6en 5^in6e im 
tDeltgerid^t eingeengt tPor6en ift £t 18, 8. Ru6i bas (blei^nis 
pom tDeinberg (7) ^at £1. 6urc^ einige gefc^icf te tDen6ungen alle» 
gorifieri Da Reifet es ni^t me^r, tpie in XSIV. Tlodi (Einen ^atte 
er, feinen geliebten So^n", fon6em 6er tjerrf priest: „36^ roeröe 
meinen geliebten So^n f^itfen." Das 'geliebt' ift ^ier ebenfo über» 
Pffig roie mit 6er tjimmelsftimme bei 6er (Eaufe un6 6er Der» 
Härung bejie^ungsreic!^ gleid^. Un6 nac^^er ift es nid^t me^r fo 
natürli(!^ roie bei litt, 6a6 6ie IDeingärtner 6en So^n erf^Iagen 
un6 6en £ei(!^nam aus 6em tDeinberg tperf en, f on6em fie fd^Ieppen 
6en So^n 3um tDeinberg hinaus un6 töten i^n 6rau|en £t. 20, 
15, eine (Eatfa(!^e, 6ie au(!^ fjehx. 13, 13 bebeutfam als 3efu 
S(!^i(ffal betont roirb, 6er {a au|er^alb 6er Sta6t ftarb. 

9. €rgebniffe. 

Dreierlei foDten 6ie Porfte^en6en Ausführungen 6em nid^t» 
t^eoIogif<!^en £efer jeigen. 

€rftli(!^ foDen fie 6ie Ilottpen6igleit un6 6ie Art unferer 
fritif d^en roiff enf^aftlid^en Arbeit an 6en (Epangelien 6ar» 
tun. Sie ergibt fi<^ einfad^ aus 6er Befd^affen^eit 6er (Epangelien ; 
i^re Derfd^ie6en^eiten un6 tDi6erfprüc^e nötigen uns 3um Der» 
gleid^en un6 3ur Kritil. 

So — 6em natürlid^en tDo^r^eitsfinn un6 6en (Eatfad^en ent» 



64 III- t)te äberlieferung 6er 6Ietc^mffe 3efu. 

fptungcn, unö nii^t irgcnöcincr bofcn flbfi(^t 6cr Krittler, ni(^t 6er 
£uft am Serftören — tutrft 6tefe Kritif au(^ gar ni(^t 3erftören6, 
fon6em aufbauen6, in6em fie alles tDie6er befeitigt, was fpätere 
Iltenfc^en getutfe in guter flbfi^t un6 im guten (Blauben, 6er 
„^err" lönne nur fo un6 nic^t an6ers gefpro^en ^aben, 6en 
IDorten 3ßfu ^in3ugefügt ^aben. Sie mxVL im legten (Brun6e 6o(^ 
nur feine IDorte felbft reiner un6 llarer befi^en un6 aus i^nen 
ein 6er IDirHi^feit möglic^ft na^e fommen6es BiI6 3cfu 3ei(^nen. 

Un6 6ie I1Tet^o6e, nac^ 6er 6iefe Kritif 6er (Eoangelien ge« 
f^ie^t, ift gar nichts Befon6eres, (Be^eimnisoolles o6er Iünftli(^ 
(Bemac^tes, fon6em ein einfaches Dergleichen un6 prüfen 6e$ 6a» 
bei (Befun6enen an 6er ^an6 einer genauen Kenntnis 6er 3u- 
ftän6e, 3ntereffen un6 Strömungen religiöfer, fittli^er un6 fo» 
Sialer Art, tuie fie im Uri^riftentum lebten. Das le^te erfor6ert 
t^eologifc^e S^c^few^ttniffe, 6as erfte Ireue im Seinen, (Betoiffen* 
^aftigfeit un6 fleißige, ein6ringen6e Arbeit. Iltit großen, ^o(^« 
f[iegen6en, ni(^t aus einer gan3 grün6Ii(^en Cinselarbeit gefc^Spften 
Konftrultionen ift 6abei gar nichts geleiftet, fo geiftreic^ fie Hingen 
un6 fo einleuc^ten6 fie erfc^einen mögen. Der (Einblid in 6ie Ute« 
t]^o6e Iritif(^er (Ein3elarbeit, 6en 6ie oorfte^en6en Ausführungen 
geben foHten, m\xb, tuie ic^ ^offe, au^ ni(^tt^eoIogifc^e £efer 6a» 
oor betoal^ren, folc^en 6ilettantif(i^en Derfu(^en tue^rlos an^eim« 
3uf allen, un6 il^nen 6ie HTögli^feit geben, felbft 6ie (Eoangelien 
mit lritif(^em Auge 3u lefen un6 6ur(^ beftan6iges Dergleichen 
fi(^ 6ie $xmbt 6es eigenen 5i^i>^"s 3u bereiten. 

3um 3tx)eiten tDir6 man erlannt ^aben, 6a6 es 6ur^aus feine 
l^offnungslofe Aufgabe ift, welche 6ie l^iftorifc^e IDiffenf^aft am 
£eben 3cfu oor fic^ l^at Dielmel^r gera6e tueil tuir 6ie fpäteren 
Iltotioe, 6ie 3U einer UmbiI6ung 6er Überlieferung oon 3ßfus 
geführt l^aben, noc^ fo gut 6urc^f(^auen fönnen, tueil 6iefe Ilto» 
tioe oer^altnisrmagig einfa^ un6 ni^t sal^Irei^ fin6, fo läfet fic^ 
fe^r gut ein echter Kern oon (Be6anfen 3^fu ^er ausfeilen, un6 
auc^ oon 6er leichter oeran6erlic^en5orm mxtb 6o(^ nod^ manches 
6en Stempel feines Schöpfers tragen; 6enn es trägt 6en Stempel 
einer großen (Eigenart. IDenn alfo populäre fo3iaI6emofratifc^e 
Sc^riftfteHer o6er ein €mft ^adel, A. KaItl|off un6 je^t A. Dretos 
6ie £age als oöllig oer3tr)eifeIt 6arftenen, fo treffen fie 6amit 6en 
Sac^oer^alt in feiner IDcife un6 ocrraten enttoeöer i^re Unfennt« 
nis o6er i^re Doreingenommen^eii (Es ift 6urc^aus möglich, 6ie 
(Brun6ge6anfcn 3^fu 3u erfennen. Ja fogar ein BiI6 feiner per« 



(Ergebniffe. 65 

fSnlic^leit 3U enttoerfen, tx)el(^es 3tDat nic^t in allen (Einsel^eiten, 
aber im gansen Hat ift unö 6er gef^tc^tH(^en IDirllt^feit ent» 
fpri^i 

IDelc^e Süge laffen m nun für btefes Bilö aus 6en (BIei(^» 
ntffen int bcfonöeren gewinnen? Ulan lann 3cfu Bilb oon oer- 
fc^iebenen Seiten ^er erarbeiten. Ulan lann i^n beoba^ten, tuie 
er 6en Sünöem gegenfibertritt oöer öen „(Bereiten", man fann 
i^n im Kampf mit feinen (Begnem fe^en ober im ^aus bei feinen 
5reunöen unb 3üngem, man lann i^n beoba^ten, tuie in feiner 
llä^e unter bem ©nflufe feiner ^ersbestoingenben perfönlic^leit 
Seelen unb £eiber ber UTenf^en gefunben, unb man lann feinem 
(Bebete lauften, tuenn er mit ber Öerfuc^ung ringt ober toenn er 
feinem (Bott in überfprubeinben IDorten banlt für bas (Broge, bas 
er in fic^ unb um fic^ ^er erleben barf. Ulan lann i^n fo fc^auen, 
um i^m nal^e 3U lommen, um einen (Einblid in fein £eben 3U 
tun, bas grog unb geheimnisvoll ift toie alles e(^te unb moSit» 
Saftige tltenf^enleben. tnan lann i^n auc^ flauen toollen, um 
£e]^ren oon il^m 3U belommen unb oon biefen teuren für bas 
eigene £eben ettoas 3U ^aben. IDer 3€fus nur unter bem (Befi(^ts* 
punlt ber £e^re betrachtet, tuirb immer eine bürftige flnf^auung 
oon i^m belommen; alle feine £e^ren ^aben rechten IDert nur 
für ben, ber fie als ein Stüd bes großen, ^eiligen unb gütigen 
£ebens fie^t, bas in biefem 3cfus geglül^t ^ai 

IDenn tuir im folgenben 3cfus cds (Blei^nisbi^ter 3ei(^nen, fo 
tun mit es in bem Betuufetf ein , ni^t ein (Befamtbilb, fonbem 
eine ein3ige Seite feines £ebens 3U geben, aber alles tuoHen tuir 
boc^ fo 3U fc^auen perfu^en, ba% uns feine gan3e perfönlic^leit 
Har oor bie Seele tritt 



IV. 

3efus als (Blei^nisöi^ter. 

IDenn man unter einem Dieter einen Iltann oerfte^t, ber Derf e 
machen lann unb ma(^t, fo ift 3ßfus lein Dieter getuefen. IDenn 
man aber mit Jenem IDorte einen Iltann meint, ber „fc^affen" 
lann, ber ben Dingen £eben unb Seele 3U geben oermag, ber 
flugen l^at 3U feigen, tuas tuir flütagsmenfi^en ni(^t fe^en, unb 
©^ren 3U ^ören, tuas tuir nic^t oeme^men, fo ift 3^fws ein 
Dichter getuefen. Dieter unb Prophet gehören 3ufammen. Sc^on 

Hnu<B46: XDeinel, ^Uif^tiiffe 3(fu. 3. AnfL 5 



66 IV. 3efus als <5Ietc^nis6ic^ter. 

bie Alten l^aben bas geumgt 3n t^ren Sprachen ^aben fie bos» 
felbe IDort für Dieter unb Prophet 3lfct propl^ctcn fprac^en 
in (Bebic^ten, unb i^te Dichtet gaben fi^ unb galten i^nen als 
gottbegeiftette propl^eten. fluc^ alle altteftamentßc^en ptopl^eten 
finb Dieter im engeren unb tueiteren Sinne getuefen. (Es l^at 
lange gebauert, bis man bas erfannt l^ai (Erft ^erber l^at uns 
bie Hugen bafür geöffnet 

3efus voQX ein propl^et, einer iener HTänner, bie über bie (Erbe 
^inge^en, ben anbem ein £ic^t 3U fein auf il^rem tDege. Sie 
tueisfagen nic^t bie Sufunft. Das ift eine lleinlic^e fluffaffung. 
Aber fie füllen, in tuelc^er IDeife bas (Brofee, bas Ileue, bas nie 
bagetuefene (Bute in ber UTenf^l^eit lommen unb toac^fen tuirb, 
(Bott ift in il^nen lebenbiger unb getualtiger als in ben anbem. 
3]^re ^erjen glül^en oon il^m, unb für i^n opfern fie £eib unb 
£eben. IDas tuir (Benins nennen auf ben anbern ©ebieten bts 
£ebens, bas ift in ber Religion ber propl^ei Überall in ber 
UTenf^l^eit finb bie Propheten aufgetreten, ni^t bloft im alten 
3frael; überall treten fie auf unb werben fie auftreten, bie 
Schöpfer ber UTenf^^eit, bie fie aus bem tier^aften Dafein ^in» 
auffül^ren 3U unbefannten ^ö^en eines tua^ren UTenfc^entums, 
3n i^re Reil^e gehört 3ßfus als i^r (Bröfeter unb für bie Rtenfc^- 
l^eit Bebeutungsoollfter. 

hinter bem Schein bie IDirllic^leit 3U fe^en, bas grofte £eben, 
bas unfer £eben umfaßt unb leitet, 3U fpüren unb feinen IDillen 
3U oerfte^en, bie Seele ber Dinge, bas £eben bes £ebens 3U er» 
lauften, bas ift prop^etengabe, bas ift l^öc^fte Dic^tergabe. 

Unb ein (Eeil oon il^r jpiegelt fic^ auc^ in 3^fu (Bleic^niffen 
u)iber. 

t. Va% erleben. 

UTit feinen Sorgen unb feinen (Bebanfen ge^t 3cfu$ über bas 5db 
^in, tx)o ber Säemann feinen Samen fSt. — flu^ er ift ein Säe- 
mann, ber Samen ausftreut über ein tueites Zanb. (Er prebigt 
unb arbeitet ben gan3en lag. Unb boc^: tuirb es tua^fen? (Er 
fie^t f^on HTlßerfoIge genug. Da fte^en fie um il^n unb ^oren 
i^n an. IDenn ein Kranf er gefunb tuirb, jubeln fie i^m 3U, getuife ; 
aber i^re ^er3en finb ^ort, unb tuas er i^nen eigentlich prebigen 
totn, bas nehmen fie ni^t an. „(Es ift 3U f^toer, es ift 3U l^o^, 
es ift toa^nfinnig", fo reben fie. Unb ba finb anbere, bie finb 
freiließ raf^ entpammt unb begeiftert, feine tounberbaren IDorte 



Die Saotglei^iffe als (Erlebniffe. 67 

pom Qimmelret^ reisen i^re p^antafie unö il^re Heugier. Aber 
tx)enn er toieöertommt, ift alles öa^in. Selbft ein mann toie 
Petrus — toie leicht entflammt unö tuieöer toie oerjagt! — (Ein 
UTeer oon Sorgen miü über 6en einfamen BTann sufammen» 
fc^Iagen, 6er 5a am Ader entlang 6en Abgang bes Berges l^in* 
aufgellt Doc^ nein, ber Saemann gibt il^m HTui Der fät bo^ 
unoerbroffen tueiter. Da finb ein paar Körner auf bm IDeg ge» 
fallen, unb fc^on freffen fie oortui^ige Sperlinge tueg, faft oor 
beti Süften bes IDanberers. Unb l^ier neben bem S^li^tain frei« 
Hc^, tDo bie ^ede oon Difteln unb Domen fte^t, tuirb auc^ nichts 
gebell^en. Aufgellen tuerben bie Kömer tuo^I, aber bie ^ede er« 
fticft, tuas warfen wiVL Au^ bort brilben, wo man bie Seifen 
f^on ^ter unb ba bur(^ ben Ader ftofeen fie^t, tuirbs nichts wer» 
ben; roas ba aufgellt, bas brennen bie erften l^eifeen Stral^Ien 
ber Sonne roeg, roeil es bort feine 5^wc^ttgleit finbet unb ber 
Boben leine (tiefe l^at Aber ber f^öne Ader fonft! S^on fielet 
3efus, u)ie ber Sommerwinb über bie roeifeen Ä^ren läuft unb 
bie Qalme il^re f(^tx)eren Qöupter neigen, breigigf altig , fec^sig« 
f&Itig, l^unbertfSItig bas tleine golbne Kom toiebergebenb, bas 
ba eben in bie braunen Schollen fönt. 

Da tx)irb i^m ber Bauer unb fein Ader 3ur ©ffenbamng, 3ur 
Der^eifeung, 

IDieber einmal roanbert er bur(^ bie 5dl>«t. S^on neigen fi(^ 
bie jungen ^alme unb fäufeln bie BIStter im S^W^^gsroinbe. 
3efus ift tuieber ooHer Sorgen. IDas tuirb aus ber Saat werben, 
bie er ausftreut? (Er ift ein Prophet, ber m^elos tueiter mufe, 
oon ©rt 3U ©rt. Ilur ein IDort ben UTenfc^en 3u fagen, ^at i^n 
(Bott gefanbt: „S^ttget ein anberes £eben artf benn bas Rei^ 
(Bottes ^at fi(^ gena|t!" IDer es l^ört, ber oerfte^t es au^. (Es 
ift fo einfaci^; jeber weife, toas es Reifet, toenn man i^m fagt: 
IDerbe ein neuer UTenf^, in toenig iagen wirft bu oor (Bottes 
Angefi(^t fte^en, Bift bu bereit ba3u? Unb boc^, wieoiel gilt es 
5ragen 3U löfen unb (Er3ie^ungsarbeit 3U tun! © wenn boc^ 
laufenbe oon Arbeitem i^re ^änbe regen wollten 3U biefer (Emte ! 
Aber er ift fo allein, unb was finb bie 3wölf, bie er fluiden 
lann, unter b^n laufenben feines Dolfes? Raftlos muffen fie 
weiter, überall bas Kommen ber (Bottes^errf(^aft 3U lünben unb 
ben Bufemf erf trauen 3u laffen. IDirb es Beftanb ^aben, was 
i^re fc^neüe JJrebigt erreicht? IDirb es nic^t wieber 3ugmnbe 
ge^en, wenn fie oorüberge3ogen finb? — Iltit folc^en (Bebanfen 



68 IV. 3^fu$ als 6Ieic^nis6ic^ter. 

gc^t 3cfus öurc^ 6ie Saat. Da ^ört er, mit öic feinen fjalnte 
anfangen 3u fprec^en, tote fie i^n tröften: „Rui^ uns f^at ein 
Säemann gefät, unö tuo ift et ^eute, ba 6er 5tü^Hngstx)in6 über 
uns tuel^t? 5^^^ ift ^» 3w tjaus oöer am anbem (Enbe 6es 
Selbes, unö ferne toar er uns aü öie läge, feit fein $u% über 
6ie Scholle ging unö öie Körner in f^imntemöem Stral^I aus 
feiner tjanö fielen. (Er roar ferne, afe unö trani, arbeitete unö 
fc^Iief, flu(^ öie Körner f(^Iiefen in öer (Eröe. Aber als i^re Seit 
lant, öa fing ein munöerfantes £eben in öer (Eröe an. Kleine 
IDur3eIn ftredten fi(^ unö toanöerten langfam in öie liefe, Heine 
Blätt^en ^oben fic^ öem £i^t entgegen unö grüne Spieen redten 
fi(^ aus öer (Eröe. Unö es tuu^s unö tuud^s, erft öas ©ras, 
bann öie ^alme toie tuogenöe Speere. Ilun tueröen öie Ä^ren 
Ipmmen, roenn es ^eife toirö, unö enölic^ aud) öie 5tuc^t in öen 
ä^ren." So fprac^ öie junge Saat 3U 3^fus : oon felbft bringt es 
öie (Eröe, Unö er glaubte i^r unö ging getröftet öaoon. Seinen 
3üngem aber erjSl^Ite er fpäter einmal, toie i^n öas Saatfelö 
getröftet ^atte, als fie Heingläubig tuaren unö ooHer Sorgen. 

So fpra(^ öie Ilatur 3u i^m, fo tuarö fie i^m eine ©ffen» 
barung (Bottes. eine Stimme feines Daters im tJimmeL Unö fie 
^at il^n nic^t betrogen. 

Aber auc^ öie Iltenfc^en um i^n ^er, öie Straßen öer Staöt, 
öas £eben in öen ^Sufem, alles ^tiSfß i^m in öerfelben Spraye; 
öenn er roar ein Dichter, unö 3u öem reöen öie Dinge. Die Kin- 
öer toaren i^m befonöers lieb. Unö öo^ fal^ er fie ni(^t fenti» 
mental an als Heine (Engel, er lannte fie au(^ in i^ren Unarten. 
Unö felbft i^re Unarten mußten i^m ein (Blei^nis meröen unö 
ein (Beöi^t (15). Da fi^en fie auf öer Dorfftraße unö fpielen; 
fpielen, tx)ie es öer Kinöer Art ift, toas fie öen (Broßen abgegudt 
^aben. Sie ^aben fi(^ in 3tx)ei Parteien geteilt, unö einige finö 
öa, öie tDoIIen ^axiyn fpielen. Sie ^aben fi(^ f(^on ^ingefteOt 
unö fpielen auf i^ren improoifierten oöer eingebilöeten Snftru» 
menten. Aber öie anöem trollen ni^t, es ift i^nen langtoeilig, 
öas (Eansen. (But, öann toollen toir Klagetoeiber fpielen. Unö 
öa fi^en öie Heinen (BefeHen fc^on unö fangen im eintönigen 
Rl^rjtl^mus an, ein Klagelieö 3U fingen unö IDe^e 3U rufen. Ilun 
fofien öie anöem in öen Refrain einftimmen unö fi^ f(^mcr30on 
oor öie Bruft f erlagen. Aber nein, fie tuollen tuieöer nid^t; es ift 
il^nen auc^ langtoeilig. (Eine Seitlang fie^t il^nen 3(fus IS^elnö 
3U. Sie 3anlen unö fd^elten, fie 3uden öie Ac^feln unö f^moUen. 



Die fpielenöen Kinöer. 69 

(Es iDtrö ni^ts. (Er gel^t toeiter. Unö im IDeitetge^en ftc^t il^ni 
mit einem TTtale 6et Kinöer treiben als fein unö öes Idufers 
S^idfal por öet Seele. 3a toal^tli^, fo finö auc^ bie (Etmai^* 
fenen. (Er preöigt i^nen ein £eben ooll freier, frS^Ii^er 5töm- 
migleit im Dertrauen auf öen Dater im ^immel; er ißt unö 
trinit toie fie, ift ein freuöiger IItenf(^ unter UTenf^en, öa fagen 
fie: „(Er muß öo(^ fein rec^t frommer UTann fein. 5^^^^^^ 
Xltenfd^en fie^t man i^re 5tommigleit oon tueitem an, i^r Soften 
unö i^re Selbftfafteiungen sengen für fie. Sie ma^en faure (Be» 
fic^ter." Unö was fie fic^ felbft nic^t übel nehmen, i^m, öer il^nen 
preöigt, nehmen fie es übel, )a fie übertreiben es ins UTaglofe, 
fro^, fi(^ feinen IDorten fo entsie^en 3U ISnnen: „(Er ift ein 
5reffer unö Säufer!" — Soll 3^fus anöers toeröen, folt er roie 
öer Käufer lommen? Aber tuie ^aben fie's öem gemacht? (Er 
roar ein Asfet, er !am nur als getoaltiger Drol^prop^et, er 
lebte in öer IDüfte unö aß fjeuf^reden unö toilöen fjonig — 
finö fie il^m gefolgt? l^aben fie auf i^n gehört? Hein, öamals 
jagten fie bloß: „(Er l^at einen Dämon, er ift unmenf^Ii^; 
roas foHen tuir mit feiner preöigt anfangen? (Er oerfte^t uns 
unö unfer bürgerliches £eben in feinem S^natismus nic^t!" 
Unö fie blieben roie fie roaren, unö Iie|en fic^ roeöer pon 3efus 
no^ oon 3o^annes in Betoegung bringen. Sie toaren toie öie 
Kinöer, öie auf öer Dorfftraße „ni(^t mit" fein roollten. 

IDie oiele (Bleic^niffe laffen fic^ no(^ fo oerfte^en als öie (Er* 
lebniffe einer Seele, öer aües 3um Bilö unö (BIei(^nis toirö, öer 
öie Dinge il^re (Bel^eimniffe fagen, eines lUannes, öer Augen 
^atte, ju feigen, unö 3U £euten fpred^en roollte, öie 0^ren Ratten, 
ju Igoren. Unö toas er fc^aute, öas ift ^eute noc^ fo too^r, fo 
lebenöig, roeil es fo menf^Iid^ unö fo ec^t ift, toeil es ein 
frommes Qer} erlebt ^at, öas öie anbetn bis in i^re (Eiefen 
tannte. 

2. Altes unö Heues. 

nic^t aKe (BIei(^niffe finö fo erlebt unö fo frei öem überoollen 
Qerjen entquoKen roie geraöe öiefe (Bleic^niffe 00m I}immelreic^, 
öie eigentli^ ni^t betoeifen unö ni^t ftreiten roollen, fonöem 
einfach anöem 3um (Eroft oöer 3ur tltal^nung ersS^Ien, roas 
3efus erlebt l^at Sonft f^at aber 3«fus au^ unö geraöe im 
Streit mit (Begnern oöer 3um Beroeis nac^ überlieferten Stoffen 
unö UTotioen gegriffen. So toie i^m beim Betreten öes lempels 



70 IV. 3efiis als (Blcic^nisöic^ter. 

mit feinen Käufern unö Detfäufcm, als öet 3om in il^ni auf« 
fteigt, plo^Iic^ ein berül^mtes Kapitel aus 2^emxa oor 6ie Seele 
tritt unö er mit öen flammenöen IDorten öiefes propl^eten oor 
öen oeröu^ten Krämern fte^t, fo ift i^m ein anöermal, im. 12, 
3efaias £ie6 oom IDeinberg (Bottes ins (Beöäc^tnis gelommen, 
unö er ^at es um« unö ausgebilöet 3u einer Dro^reöe gegen öie 
£elter öes Dottes, öenen (Bott feinen IDeinberg oerpac^tet ^at (7). 
flu^ oom „^irten" ffaiie bas flite leftament f(^on oft ersä^tt, 
unö Bilöer toie öas öes Bräutigams unö anöere toeröen in öet 
Bilöerfprac^e feines DoHes lange umgelaufen fein, immer toieöer 
aufs neue vetmanbt oon (Erjä^Iem unö preöigern. (Rnige oon 
öen (Bleic^niffen 3^fu finö tuo^I gar nichts anöeres als Sprieß« 
tDorter, öie gang unö gäbe toaren. „IDo ein flas ift, fammeln 
fic^ öie flöler", fo fpri(^t öas DoH, unö au(^ öas IDort oom £i(^t 
unter öem S(^effel fie^t ftarl roie ein Spric^toort aus. (Betoife 
]^at 3^fus mand^es öerartige oenoanöt, nac^ öem IDorte, öas 
int. hinter feine (Blei^nisfammlung geftellt ^at: „(Rn jegli(^er 
Sc^riftgele^rter, für öas Himmelreich gelehrt, ift gleich einem 
^ausoatcr, öer aus feinem Sc^a^e flitcs unö Ileues ^eroor^olt" 
(13, 52). 

Iltan reöet oft in übertriebener IDeife oon 3ßfu (Bleic^niffen 
unö überf^ä^t getoig auc^ oft feine Originalität. Hber toenn 
man anörerfeits oerfuc^t ^at, alle Sprühe unö IDorte 3cfu irgenö 
einem jüöifd^en Sc^riftgele^rten 3U3uf ^reiben, fie im lalmuö 3U 
finöen unö, too irgenö ein flnHang oorlag, auf flb^ängigleit 
3efu oon öen Rabbinen 3u fi^Iiefeen, enöli(^ i^m faft jeöe Origi- 
nalität ab3ufpre^en, fo toar bos toeit über öas Siel ^inausge« 
f(^offen. (Es gehört eine große Dofis (Befc^macflofigfeit oöer iüöi» 
fc^en ITationalgeiftes Öa3u, 3U oertennen, toie ^0^ 3^f^ ^^ 
Dichter über öen meiften (Befc^i^ten öes lalmuö fte^i 

Um il^rer fl]^nli(^feit toillen feien 3um Derglei^ einige iüöif^e 
(Bleic^niffe ^ier mitgeteilt unö 3toar öie fc^önften, öie ic^ finöen 
tonnte. 

Die Ägi)pter fc^iiten öie 3fraeliten toeg, ol^ne 3u beöenfen, 
toel^e QueHe öes IDo^Iftanöes fie öamit aus öem £anöe toiefen. 
3u öiefem (Beöanlen toirö folgenöes (Bleic^nis gebilöet: „(Ein 
Utaf^aL IDem gleist öie Sa(^e? — (Einem, öem ein großes 5dö 
in einem fernen £anöe 3ufieL Unö er oerlaufte es um ein (be* 
ringes. Der Käufer ging ^in, grub es um unö fanö öarin S(^ä^e 
oon Silber unö S^ä^e oon (Bolö unö loftbare Steine unö 



Sprtc^tDötter. 3üMfc^e (Bleic^niffe. 71 

Perlen, Da begann 6er Derfäufer fi(^ 3U tuürgen (oor Ärger). 
So taten 6ie Ägt)pter; btnn fie f Rieften tueg unb tougten nic^t, 
mos fie tuegfc^idtcn." Das BTotio ift fe^r oertuanbt mit bent 
(Blel^nis oont Sc^a^ int flder. Doc^ nur int Bilö. Der (Bebanfe, 
öem bas Bilb bient, ift bei 3cfus ein gans anberer» 3cfus eigen* 
tünili^er; er ift fooiel ^o^er als ber {übifc^e, toie bas ^öc^fte 
3beal bes fittlid^en ©pfers ^ol|er ift als eine d^auoiniftif^e Be» 
tra^tung über ben IDert ber 3uben für ben p^arao. 
' Unter ben jübif^en (Blei^niffen flnbet fi^ auc^ ein IDort 00m 
flc^t. 3ct^to, ntofes Sc^tuiegeroater, oerlägt iflofes unb le^rt 
^eint. Seinen IDeggang begrünbet er mit folgenben IDorten an 
Iltofe unb flaron: „Ilfi^t etroa eine £eu^te ettoas, außer an 
einem finfteren ©rte? Unb ^aben ettua oon einer £ampe Itu^en 
Sonne unb UTonb? — Du bift bie Sonne, unb flaron, bein Bru» 
ber, ift ber Iltonb. IDas fann bie £euc^te ausriß ten 3tx)if^en 
euc^?" (Ein f^önes unb treffenbes Doppelgleic^nis, bas mit einem 
IJauptgebanfen no^ bie Ilebena^nli(^feit oerbinbet, baß fi(^ flaron 
unb ntofes ßueinanber oer^alten toie Iltonb unb Sonne, — (Ein 
feines unb auf guter Itaturbetrai^tung ru^enbes (Blei^nis ift 
au(^ bies: „3n jener Stunbe toaren bie 3fraeliten einer (Eaube 
glei^, bie oor bem Sperber fliegt. Sie frie(^t in eine S^^fP^Ite 
linein: ba 3ifc^t i^r eine Solange entgegen. Kriecht fie tiefer 
hinein, fie^e, fo ift es bie Schlange, roill fie heraus ins 5^«*^» 
fie^e, fo toartet i^rer ber Sperber. So ging es ben 3fraeliten in 
jener Stunbe (am Roten Bteere): bas fitcer oerfc^Ioß ben IDeg 
unb ber 5cinb jagte ^inter^er." (Banj gute (BIei(^niffe, aber gan3 
elementare, jübifc^e (Bebanfen. 

fluc^ formen bleiben inbeffen bie jübifc^en (Blei^niffe oft hinter 
ben (Bleic^niffen 3cfu yxxM. (Es ift ni^t jeber ein Dieter, ni^t 
jeber oermag bie (Beftalten unb DorgSnge plaftif^ in feiner 
P^antafie 3U fc^auen, unb fo oerfü^rt oft ber (Bebanfe 3U fe^r 
mäßigen unb unmogli^en (Erflnbungen, bie ben Stempel ber Un« 
roa^rfi^einli^feit an ber Stime tragen. So bas folgenbe (Bleich* 
nis, toel^es bas Der^alten (Bottes 3U feinem Dolfe f^ilbern toill: 
„IDem gleicht bie Sa^e? (Einem, ber feine Straße 30g unb babei 
fein SS^nc^en oor fic^ ^erlaufen ließ. Da lamen Pauber, um 
bas Kinb 3U rauben unb in (Befangenf^aft 3U führen. Da na^m 
er feinen So^n oor fic^ toeg unb ließ i^n hinter fi^ ^crge^en. 
Da lam oon hinten ein IDoIf, ber toollte bas Kinb 3erreißen. 
Ilun toaren Räuber 00m, unb oon hinten bro^te ber Äolf. Da 



72 IV. 3efiis als 6Ieic^nisMc^ter. 

nafpn er ben Knaben unö legte il^n auf feine Schütter." (Eine 
ganj unmögliche (Befc^i^te. 

natfitlic^ tDir!t bet platte 3n]^alt rabbinif^er (befe^esreligion 
mit il^rer feierten Dcrftänbigfeit auc^ auf bie tfinftlerif(^e ^ö^en- 
lage ber talmubif(^en (BIei(^niffe ein. Da^er tommt es, ba% au^ 
ba, wo bie Bilbmotipe au|etotbentIi^ il^nlic^ finb, meift bas 
(Bleic^nis 3efu auc^ tünftlerifc^ oiel l^ö^er ftel^t als bas talmu« 
bif^e. So ift es j. B. bei bem folgenben: „Ab Rabbi Bun bat 
C^ija |ung entfc^Iummert mat, ging Rabbi Sera l^inauf unk 
fprac^: »Süfe ift bet Schlaf bes fltbeitets, et mag oiel obet toenig 
gegeffen l^aben. (Bleich einem Könige, bet oiele fltbeitet gemietet 
^atte, untet toeli^en fic^ einet butd^ 5I^ig unb (befc^icfli^feit fo 
ausseic^nete, bag bet König il^n bei bet Qanb fagte unb mit 
il^m auf« unb abtoanbelte. 3ut flbenbseit !amen bie fltbeitet, 
untet il^nen auc^ bet (befc^idte, um il^ten £o]^n in (Empfang ju 
nehmen. Det König gab allen benfelben £o]^n. Datfibet muttten 
bie, toelc^e ben gansen (Eag geatbeitet l^atten unb fptac^en: ,tDit 
^aben ben gansen (Eag unb biefet ^at nut imex Stunben ge< 
atbeitet unb ^at auc^ feinen poKen £o^n etl^alten.' Det König 
antiDOttete: ,l)iefet ^at in yooei Stunben mel^t geleiftet als i^t 
ben gansen lag.* — (Ebenfo ^at auc^ Rabbi Bun bat (E^ifa in 
ben 28 3ö]^ten me^t in bem (Befe^e geleiftet als manc^et fleißige 

Spület in 100 34ten-«" 

Uetgleic^t man biefe (bef(^i^te mit bem (bleic^nis pon ben flt« 
beitetn im IDeinbetg (40), fo metft man balb, toie fe^t fie lünft» 
Ietif(^ tiefet ftel^t. „ID03U mufe es ein König fein, bet bie fltbeitet 
bingt, ift ein Qausl^ett tx)ie HTt. 20, 1 ni(|t auc^ genug? . . 3ft 
es benibat, bag ein König pon motgens 8 bis abenbs 8 Vüfc 
mit einem gefc^iiten fltbeitet ^anb in ^anb um^etgebt? £autet 
3äge, bie um bet Deutung tpiKen ba finb; im Bilbe ftöten fie, 
auf bie gebac^te Situation tteffen fie 3U: Die Ilatut ift 3U hug 
gelommen." (3filic^et.) IDes^alb bet König genommen tputbe, ift 
|iet tiat; man tDiÖ (bott but^ bas Bilb me^t e^ten, gans toie 
bas nti tDoUte im (blei(^nis oon bm (biften (20), abet bet 3ug 
ift unnatütlic^. Dot allem enbli(^ ift bie Pointe bei 3efus eine ganj 
anbete als im (Ealmub: 3ülic^et nennt fie mit Re^t ttioial, es 
ift eben einfach bie pi^iliftetmotal unb bie pi^iliftenoeisl^eit, bie 
im lalmub fpti(^t: es gibt fltbeitet, bie in stoei Stunben mel^t 
leiften als anbete btn gansen (Eag, batum e^tt man fie unb gibt 
il^nen l^öl^eten £o^n. 3efus etjäl^It ein fibettafd^enbes (Eun bes 



ftfi^etif^er unö religiöfer Derglei^. 73 

Qous^erm. Der ^anbelt nic^t gerecht, fonöem oornel^tn, „gütig", 
uttö Me pi^Uiftennotal mit i^rem Po^en auf 6ie „(Berei^tigleit" 
— man merfe motjH, fle ift bei jefus nic^t 3U lurj gelommen, 
fonöem übertroffen — toe^rtvfi^ bei 2^\us gegen Mefe (Büte 
unö fie^t „^iieü" bayL Das (EDangcKum ift eben nlc^t eine Bot- 
fc^aft oon öer (Berec^tigleit, fonöem oon öer (Büte (Bottes. (Es ift 
jenfeits oon öer (Büte öer „(Berec^tigfeit", es oerfünöet, öaß (Bott 
liebe ift unö öer IHenfc^ toie (Bott toeröen foll, oome^nt unö 
gütig. (Berec^t fein tonnen lUenfc^en gar nid^t, öafür ift unfer 
tneffen 3U grob unö unfer (Eun 3U ungefc^idt; aber gütig fein 
fönnen roir. 

Ilel^nten roir an, öag öos einige ^unöert 3a]^re fpäter ge« 
fc^riebene tEalntuögleic^nis unö öos (Blei^nis 3efu auf ein unö 
öasfelbe int Dotte untlaufenöe (Ersä^Iungsmotip surüdge^en, fo 
ift öoc^ fi^er, öag öie Art, mit 3efus es benu^t l^at, unoer« 
glei^Ii^ piel öic^terif(^er ift unö augeröent einem gans neuen, 
großen (Beöanfen flusömd gibt, pon öem öie )üöifc^e (Befc^ic^te 
leine Spur enthält. 

(Ein anöeres (Bleic^nis ^at eine geu^iffe äl^nlii^teit mit öem 
00m oerlomen So^n. „Rabbi Samuel fagte im Itamen öes Rabbi 
UTelr: »(Bleich einem KSnigsfo^ne, toelc^er ausgeartet roar. Der 
König fanöte feinen (Erjiel^er il^m na^ unö Heft i^m fagen: ,Ke]^re 
jurüd, mein Sol^n!' Da lieft öer So^n feinem Dater fagen: ,lTßt 
toel^em (Befielt fann ic^ surücHe^ren, ic^ f^öme mic^ por öir/ 
Der Dater lieft i^m nun fagen: S^ämt fic^ too^I ein So^n, 3U 
feinem Dater surfic^ule^ren? Ke^rft öu ni^t 3U öeinem Dater 
3urüd? — (Ebenfo lieft (Bott öem DoHe 3frael, als fie gefünöigt 
i^atten, fagen: ,Ke]^rt surüd!' toorauf 3frael anttoortete: ,Illit 
toel^em (Befielt tann ic^ 3U (Bott surüdüe^ren?' Darauf lieft 
i^nen (Bott fagen: ^eine Kinöer, toenn il^r surüdlel^rt, tel^rt 
i^r ni^t }u eurem Dater 3urüd?'«" 

Überaß erlennt man: toieoiel 3^fus auc^ feinem Dolle oer- 
öarrft ^aben mag, es mar piel mel^r, toas er il^m gab. (Es mag 
i^m vt>oi(l einige ffileic^nismotioe gefc^entt ^aben: als er fie jurüd« 
gab, toaren öaraus tounöerbare (Beöic^te getooröen, in btntn öie 
er^abenften (Beöanlen öer UTenf^^eit einen mac^tooKen, eroig 
jungen Husömd gefunöen Ratten. 

n>eit Derbreitet ift in öer (Begentoart öie Rleinung, öas (Eoan» 
gelium 3^fu unö öer Buöö^ismus feien im (Bmnöe öiefelbe Reli- 
gion. S^open^auer unö Ric^arö IDagner ^aben in Deutf^Ianö 



74 IV. 3efus als (Bleic^nisMc^ter. 

öiefe nteinung ein5ru(Ist)on oertreten unb unter öiefent (Befic^is« 
punite bas (EDangelium als bie Rettung empfohlen. Als fic^ 
Itie^fc^e oon i^nen abtoanbte, ^at et es eben bes^alb belämpft; 
feine flnf(^auung oont (Eoangeltunt ift aber biefelbe geblieben. 
Dann ^aben I^eofop^en ganse Romane erbietet, bie 3^fus feine 
IDelsl^eit in 3nbien ^olen laffen, unb ein Sc^tuinbler Itilolaus 
Itotoroitfc^ roollte fogar „bie £ü(Ie im £eben 3cfu", n?ie er 
fein Buc^ nannte, mit einem, toie er angab, in (Eibet gefunbenen 
(Eoangelium ausfüllen, in bem bie 3ugenb 3cfu oIs ein Huf ent- 
halt in einem inbifc^en Klofter gefc^ilbert toar, 3nbeffen, bas 
(EDangelium unb ber Bubbl^ismus ^aben innerlich nichts mitein* 
anber 3U tun, fonbem fte^en genau im (Begenfa^ sueinanber. 
Deshalb Knuten freiließ bod^ ein3elne inbif^e (Erjä^Iungsmotioe 
fo gut roie etu)a bie Parabel Rüderts na^ IDeften getuanbert 
unb oon 3cfus ober oon ben (Et)angeliften oenoanbt toorben fein. 
Diefe S^^ge l^at suerft unb am ausfü^rli^ften Rubolf Setjbel 
unterfu(^t (Das (Eoangelium oon 3ßfu in feinem Derl^öltnis 3ur 
Bubb^a«Sage unb Bubb]^a'£e^re, 1884). (Er ^at bei einer ri^tigen 
(Erlenntnis bes innerli^en unb tuefentlic^en (Begenfo^es steiferen 
Bubb^a unb 3cfus bo^ eine ftarfe Beeinfluffung ber (Erjä^Iung 
pon jfefus bur(^ bie £egenbe pon Bubb^a fonftatieren, nic^t 
minber aber auc^ anbem Stoff auf 3nbien surflcffü^ren 3U Mnnen 
gemeint. Allein es ift toa^rf^einlic^er, bag bie (Beburtsgefc^i^ten 
Bubb^as unb 3^fu, bie aKerbings penoanbt finb, auf eine ge* 
melnfame ältere (Erja^Iung surüdgeffl^rt toerben mflffen; Jene 
Rebeftoffe aber gleiten einanber fo tuenig, bafe fie roo^I in gar 
{einer Bestellung sueinanber fte^en. Die (Bleic^niffe Bubb^as 
^aben alle ein ftarles inbifc^es £otaItoIorit Die RoKe, bie bei 
3efu$ bas (Betreibe fpielt, l^at bort etroa bie £otosbIume; man 
ujÄrbe, toenn ber (Einfluß bemerlbar ftarf roäre, in ben (bltify 
niffen 3^fu fi(^er bas 5^^^^^ erfennen tonnen (ogL S. 9). 

Die größte Ä^nli^Ieit mit einem (BIei(^nis 3efu ^at bie fol* 
genbe inbif(^e (Erjäl^Iung: „Drei Kaufleute gingen auf Reifen, 
ein jeber mit feinem Kapital Der eine oon il^nen getuann fe^r 
oiel, ber anbere lam mit bem Kapital surfid, ber britte Kauf» 
mann lehrte ^eim, nac^bem er fein ganses Kapital oerloren 
^atte. — Diefe Parabel ift aus bem täglichen £eben genommen, 
lerne fie ansutoenben auf bas (Befe^. Das Kapital ift bas menf^» 
li^e £eben, ber (Betoinn ift ber fjimmel; na^ Derluft jenes Ka- 
pitals muß man oiebergeboren toerben als Bürger ber fJöUe 



3n6{fc^e <5Iei^niffe. 75 

ober als toilöes ZktJ* Sie^t tnon ouc^ gons pon öem legten 
Sa^ mit feinem in6if(^en SeelentDanberungsglauben ab, öer im 
(Eoangelium nirgenbs ju flnöen ift, unb nimmt man 6ie (Erjä^* 
lung für fic^, fo ift i^re DertDan6tf(^aft mit öem (BIei(^nis oon 
öen anvertrauten Pfunöen öoc^ fe^r gering. Sie ift gSnsIic^ falj* 
los. Daß örei Kaufleuten ettoas Derartiges gefc^iel^t, ift uns ganj 
gleichgültig, flnöers 3cfu (Bleic^nis. (Kn ^aus^err teilt fein Der- 
mSgen 3ur Denoaltung an örei Sflaoen aus. IDas u^eröen fie 
öamit tun? 3tx)ei arbeiten, öer öritte aber erregt unfer gan3es 
3ntereffe; er oergräbt fein pfunö, toie tuirö's il^m ge^en? fluc^ 
öer 3n^alt öes (Blei^nisgeöanlens ift bei 3^fus oiel tiefer: an- 
ertraute (Bflter finö es, tuas öu auf (Eröen öein nennft, feien 
es (Büter öes (Beiftes unö öer Seele oöer öes £eibes, feien es 
Sugere (Büter oöer innerer Befi^, öarum mußt öu natürli^er- 
weife Rec^enfc^aft ablegen. 3n öer inöif^en (ErsS^Iung fe^It ge- 
raöe öiefer (Beöanle, öer öem (Bansen erft öie jtDingenöe Kraft 
oerlei^t. Kurs, ^^'^ finöen ^ier öasfelbe Refultat tuie bei einem 
Derglei(^ mit öen jflöif(^en (Erjä^Iungen. IlTag 2^\^ öu^ „flltes" 
aus feinem Sc^a^ ^erüorge^olt l^aben, fo ^at er es mit feiner 
öic^terif(^en Kunft formell oerf(^önt unö inl^altlii^ 3um IrSger 
gan3 neuer, feiner großen (Beöanlen gemalt. Seine Originalität 
tuüröe nic^t im geringften betroffen, au^ toenn toir i^m beffer, 
als mix es fönnen, öie Benu^ung alter, fremöer Stoffe na^3U- 
toeifen oermö^ten, fo toenig roie (Boet^es (Bröge öurd^ öie iat» 
fac^e, öaß er alte Stoffe oenoanöt l^cA. Unö toie (Boet^es 3p]^i- 
genie 3U öer öes (Euripiöes, fo oerl^olten fic^ au^ 3€fu (BIei(^niffe 
etwa 3U öen äl^nlic^ alten Illotioen in 3frael unö 3nöien. 

3m gan3en aber finö es ni(^t fremöe oöer alte Stoffe, fonöem 
öie (Erlebntffe feiner Seele unö öie (Einörfide feiner fjeimat, 
toas fic^ in öen (BIei(^niffen 3cfu toiöerfpiegelt IHan fann aus 
i^nen noc^ öie gan3e Umgebung, in öer 3^fus gelebt ^at, lebenöig 
erfte^en laffen. Das Heine Dorf mit feinem (Butsl^of , auf öem 
ein Dertoalter unö oiel Sllaoen arbeiten, mit feinem Bauern« 
antoefen, öeffen Befi^er 3ur Seit öer IDeinlefe, too öie Arbeit f^neU 
gef^e^en muß, ^Inausge^t, noc^ Arbeiter 3U öingen, unö immer 
toieöerlommt, öa er nic^t tJSnöe genug finöet Da fe^en mit öen 
Säemann, öer öen Samen toirft, unö öen Simmermann, öer ein 
fjaus baut. IDir fe^en öen 5«l9^"l>öum, roie er Knofpen treibt, 
unö öie Saat, u)ie fie ^erantofi^ft. IDir fe^en öie Beinen Dögel, 
toie fie i^re Ila^rung ^nöen, o^ne öaft fie in öie Scheunen fam- 



76 IV. 3eftis als ^lei^nisötc^ter. 

mein, mix feiert bie (Beier, mk fie auf bos Aas ftfirjen. IDit 
fe^en bos Spiel ber Uinber unb ben I}0(^3eits3ug bet iungen 
mannet. tDir treten hinein in bos tieine I}aus, fo Hein, bag ein 
£{(^t allen benen leuchtet, bie im Qaufe finb. Da fi^en bie (Eltern 
unb Uinber am tEifc^e, unb bas Qfinblein fingt bie Brofamen 
auf, bie oom (Eifere faflen. Des Itad^ts f^ISft ber Dater mit ben 
Uinbem in ber Kammer unb roirb untoillig, roenn i^n ein S^eunb 
toedt, ber no^ Brot geliehen ^aben mWl, roeil ein (Baftfreunb 
fp&t abenbs erft bei il^m (Eintel^r gel^alten l^ai IDSI^renb es fo 
bei ben Armen sugel^t, bie bas Brot nic^t Aber ITac^t ^aben, 
roarten brfiben im reid^en (Butsl^of bie SflaDen auf ben ^erm, 
ber pon einem großen (Baftmal^I na^ Qaufe tommt, fc^Ieic^t ber 
Dieb bur^ bie Hac^t bem Qauje 3u, in bas er einbre^en roill; 
unb brausen auf bem 5^Ib fät ber feinblic^e Hac^bar bem Bauer 
ben Untrautfamen in btn IDeisenader. tDie bunt ift bas Bilb, 
roie reic^ an Ssenen, tx)ie natürlich fpiegelt es bas ganse £eben 
ber Qeimat 3cfu piber! (Es gibt gar leinen beffern Beroeis für 
bie (Ec^tl^eit ber Überlieferung oon 3^fus im gansen als biefe 
£o!aIfarben, bie in Ieu(^tenben (Eönen aKe tDorte 3efu aufleben 
laffen. Das (E^riftentum ift bur(^ Paulus fel^r balb eine Religion 
ber unteren S^id^ten in ben großen afiatifc^en, griec^if(^en unb 
italienifc^en Qanbelsftäbten geroorben; fo treffen mit es an, als 
es jum erften Dtale ber römifc^en tDelt etioa um bas 3^4^ 100 
bemertbar roirb. Unb biefe £eute follten foI(^e Bilber erfunben 
l^aben, roie fie uns in 3^fu (Bleic^niffen entgegentreten? (Es ift 
eine reine Unmöglic^teit, roenn Bruno Bauer bas gemeint ^at, 
roenn bie fosialbemotratifc^en Sc^riftfteKer bas ^eute no^ als bie 
IDa^rl^eit über 3^fus oortragen unb roenn neuerbings roieber 
Kalt^off unb Dreros il^nen sugeftimmt l^aben. 

Kaltl^off ift fogar fo roeit gegangen, 3U behaupten, bag im 
(Gegenteil bie Ssenerie in ben (Epangelien im allgemeinen moljH 
Paliftina fei, „aber roie unbeftimmt unb fliegenb, mit roiber* 
fpruc^SDoK roirb biefelbe im einseinen!'' XDorauf ftü^t fic^ Kalt« 
^off ? (Einmal barauf ((E^riftusproblem S. 49, 50), bag ber Sc^au^ 
pla^ im oierten (Evangelium ein anberer ift, als in ben brei 
erften, meift 3erufulem, unb baft im £utasepangelium 3«fus oiel (?) 
im Samariterlanb toeüte, „oon beffen Betoo^nem lein frommer 
3ube ein Stüd Brot nel^men burfte", llun, bas oierte (Eoange» 
lium f^ibet \a überhaupt aus, es l^at ben Sc^aupla^ einfa^ 
oerfi^oben. Da^ bei £t 3cfus fo lange in Somarien 3U tueilen 



0riglnaIit&t unö Cofalfarbe. 77 

fc^eint, foTitmt, mk f^on oben ertoä^nt, öa^er, bog £t. aus ber 
Spruc^queHe einen Relfeberic^t gemad^t ^at. Überbies max 3cfus 
lein frommer 3ube im gefe^Ilc^en Sinne. Unb ^ebenfalls finb bas 
alles feine geogrop^if^en S^rDierigteiten! Scoeitens toeift 
Kalt^off barauf ^in, baß einige ©rtsnamen, bie in ben (Eoan* 
gelien fi(^ finben, au^ llcqaret^, in ber fonftigen flteratur nic^t 
ertr)SI)nt werben, flis ob bie fonftige Oteratur aus jener Seit fo 
reic^ mSxtf bag in i^r unbebingt jebes galiliifc^e Dörfchen irgenb» 
iDo einmal oorlommen mflgte! (Enbli^ ^at Kalt^off bie Killen' 
l^eit, 3U behaupten, pä^ter, toie fie in ben (Blei^niffen oorlommen, 
feien nur in Italien, nic^t aber in paläftina „mit feinen Hein« 
bäuerlichen Der^SItniffen" mögli^. flIs ob ni^t in ber gansen 
IDelt £anb oerpac^tet Mrbe! 3ö, bie Derpitniffe, unter benen 
es ber UTann im (Bleic^nis (IK!. 1 2) tut, finb gerabe ni(^t italifc^ j 
benn ber UTann ift ni(^t ein (Brofegrunbbefi^er, roie fie in 3talien 
geroo^nlic^ toaren, fonbem ein Kaufmann, ber oerrelft, um irgenb- 
wo (Befc^äfte 3U mad^en. Kalt^offs geograp^if^e „Unmögli(^feiten" 
finb £uftgefplnfte. 3n IDa^r^eit fpiegeln bie (Blei^niffe 3efu fo 
treu feine galil5if(^e ^eimat toiber, bafe i^re £olaIfarbe immer 
eines ber ftSrfften Argumente für bie (Ec^tl^eit ber (EoangeIif(^en 
(Bef(^ic^te bleiben roirb. 

5. AufterH^es — 3imetfte$. 

IDenn toir bie (Blei^niffe nun au(^ no^ na^ i^rer 5orm als 
Di(^tu)erle ins fluge f äffen, muffen roir uns oor allem baxan 
erinnern, bafe toir gerabe über fie nur roenig fagen fönnen unb 
bies IDenige mit oieler Dorfic^t fagen muffen, roeil bie münblic^e 
roie bie fd^riftli^e Überlieferung an ber S^xm ber (Erjä^Iungen 
mannigfach geSnbert ^ai Bilbet man aus bem (Befamtftoff ber 
eoangelifc^en Überlieferung brei (Bruppen: 1. Sprüche, 2. (Bleich- 
niffe, 3. Begebenheiten, unb prüft, an toelc^er (Bruppe bie (Epan* 
geliften felbft am ftärfften Umarbeitungen oorgenommen ^aben, 
fo ift es bie britte. fjier lagen ja leine IDorte 3cfu oor, fonbem 
bie (Ersä^Iungen anberer £eute; alfo bewegte man fic^ freier, flm 
ftrengften wörtlich finb bie Sprüche bei allen (Eoangeliften erhalten. 
(Eine UTittelfteHung nehmen bie (BIei(^niffe ein, weil fie jwar 
IDorte 3cfw, aber boc^ (Bef^i^ten finb, bie fic^ ein (EÖangelift 
unter Umftänben beffer 3U ersS^Ien getraute als feine (QueÖe. 

3nbeffen einiges ISfet fic^ boc^ au(^ über bie formelle Seite ber 
Kunft 3efu fagen. Don einer Kunft aber ift ^ier 3U fprec^en; 



78 IV. 3eftt$ als (^lei^nisöi^ter. 

bean öie Kunft be$ (Erjil^Iens max öomals int Orient 3a]^rtau« 
fenbe cdt, unö fie max eine tDirtlic^e Kunft Dtan las nic^t piel 
6ü(^er, aber ntan \a% um öen (Ersä^Ier l^er unö laufc^te bem, 
roas er oorbra^te, mit offenem ©^r unö mit fünftlerif^em Der» 
ftänönis für 6ie 5^i«^riten feines Dortrags. Die IItdrc^ener3ä^Ier 
in (Eaufenb unö eine Uai^t finö öie fpäten (Enfel öiefer (ErsS^Ier 
öes alten Orients. tDas in (Briei^enlanö unö Deutfd^Ianö öie 
Sänger unö Sager toaren, öas toaren öem Orientalen öie (Be» 
f^ii^tenerjSI^Ier. Don öiefer Kunft feines Dottes unö feiner ^ei« 
mat ]^at 3^fus gelernt, unbetougt gelernt Denn nie max i^m öie 
5orm feiner Reöe ettoas, toorfiber er nad}öac^te unö tooran er 
abfi^tli^ bilöete. Seine (Bleic^niffe finö f(^einbar garg funftlos, 
aber eben in öiefer (Einfac^l^eit Iflnftlerif^ poüenöet tlie fu(^t 
3efus naii 3ierat, nic^t ein einsiger 3ug feiner Bilöer ift 3um 
blogen ,,Sd^mu(f' öer Reöe öa, aÜes öient öem großen Smtd, 
öem einen (Beöanlen, öen 3cfus betueifen unö in öie ^erjen ein« 
prägen mxSL 

liiert aus Hrmut ftammt öiefe Knappheit, 2^\us ift immer 
iDieöer originell in öen Dtotioen — unö padenö. IDo er ein Bilö 
öoppelt bringt, mit öas oon einem Dater unö stoei ungleichen 
Salinen (41. 53), mit gans perf^ieöen ift alles gemalt, mit öient 
es ganj anöem ffieöanfen 3ur (Brunölage! Unö öo(^ ift in öiefer 
ntannigfaltigteit toieöer nichts (Befuc^tes, ni^ts manieriertes. (Es 
finö nic^t Bilöer fo feltfamer Art, öag ard^äotogif(^e, geogra* 
pl^ifc^e unö naturtDiffenfc^aftIi(^e Kenntniffe nötig tooren, fie 
3U perftel^en. Selbft ^eute noc^ unö uns flbenölänöem finö fie 
unmittelbar oerftänölic^. 3^fus ^at nichts Raffiniertes an fic^, 
tein Suchen nad^ öem (Effett, fonöem er ift einfach menf^Ii^ 
unö natürlich. Hber geraöe öem lUenfc^Iic^en unö natürlichen 
]^at er fo neue unö lebenöige (Einörüde abgelauf^t, öag ^eute 
noc^, mas er gefagt ^at, nic^t abgegriffen ift, obtoo^I mUIionen 
es im ntunöe gefül^rt ^aben. 

Itic^it Armut ift 3efu Knappl^eit, fonöem IDa^rt|aftig!eit, öie 
befte unö grunölegenöe (Babe für ieöen Künftler. S^arf unö Har 
unö stoingenö foH öer ^auptgeöanfe l^eroortreten, öarum fort mit 
allem p^antafiefpiel, bas i^m ni(^t öient! Unö mmn öer Qaupt« 
geöanfe erreicht ift, nic^t fic^ gef^tuä^ig unö breit über öie 
„IKoral" auslaffen. Rafc^ bricht öie (Erjä^Iung oom barml^erßigen 
Samariter ab. 3ßfus roeife, er ift oerftanöen, mo^u noc^ IDorte 
machen: (Bel^e ^in, ^anöle ebenfo! 3^fus ift lein IlToralpreöiger 



3efu <5Iei^niffe nnb fein Seelenleben. 79 

in öem belannten Sinne öes XDortes, er oerabfc^eut öie erbauliche 
P^rafe ni^t toeniger als öie fromme (Betoanbung (Itlt. 12, 38) 
unb bas faure (Befielt. £Do einmal ausmalenbe 3üge Dortommen, 
bienen fie einsig unb allein jur Derftärfung ber Pointe, biefe f elbft 
ober befielt in Jebem 5^11 aus einem einsigen IDort ober Sa^i. 
IDenn jtefus vielerlei flderlanb fc^ilbert unb bos gute toieber 
breierlei (Ertrag bringen läfet, fo liegt eben barin ber ITroft für 
bie (Erfahrung oon ber fo gans oerfc^iebenen Hrt, in ber fic^ bie 
nienfc^en 3U feinem (Eoangelium ftellen. 2^b^ IDort gebort 3ur 
Sac^e, es ift leine Spielerei, fonbern nottoenbig. Die (Entfc^ul* 
bigungen ber gelaben ffiäfte bienen gans bemfelben 3u)ed, ebenfo 
bie mannigfachen Stunben, in benen bie Arbeiter für bm IDeinberg 
gelaben toerben, nic^t minber bie brei Ulänner, bie bie Pfunbe on* 
oertraut erhalten. Illan lann in biefer 3erlegung ber Ausführung 
in mehrere Stabien gerabesu eines ber mittel fe^en, burc^ bie 
3efus lünftlerifc^ toirü Ilirgenbs ift babei ein Bilb ju oiel, gerabe 
fo oiel Stufen ber IJanblung werben getoä^It als nötig finb, ben 
(Bebanlen gan} einbrudsDoU ju machen. 

Huc^ pfibagogifc^e Kunft wenbet ber grofee „£e^rer unb IUeifter" 
an. Durc^ 5^ö9^« läfet er felbft feine IJörer btn ffiebanlen finben. 
Der barm^ersige Samariter unb bie beiben (Gläubiger, fc^on oben 
befproc^en (S. 30 u. 22), finb bie beften Beifpiele bafür. (Ein 
anberes enthalt bie Stage an Petrus: „Don toem nehmen bie 
KönigeSteuem, oon i^renKinbemobert)on5remben?" (IHt. 17,25. 
Doc^ ift bie (Ed^tl|eit biefer (Ersä^Iung fraglic^.) 

(Ein echter £e^rer wat 3^fus, feine (Bleic^niffe bereifen es burc^ 
i^r Dafein f(^on, ein £e^rer, aber fein pebant. Seine (Bleic^niffe 
muffen ben p^ilifter unb pebanten immer toieber erfc^reden bur^ 
i^re Kü^n^eit unb Überfc^wenglic^feit. IDir füllen fie meift nic^t, 
u)eil ber mec^anif c^e Unterricht uns alle S^^gen, bie mix bei i^nen 
ettoa liaben fönnten, oon 3ugenb auf erftidt ^ai Allein bes 
5rinbes Huge fie^t btn (Begenfa^. IJören mix einen Sojialiften, 
ber ein wütenbes Pamphlet unter bem lEitel „5tnfterniffe" (3üric^ 
1896) gegen 3cfus gef einrieben ^at, über ben oerlorenen So^n: 
^„Unfere Stjmpat^ie fte^t gans auf ber Seite bts altem Sohnes. 

(Er ^atte wa^rlic^ leine Urfa^e, barüber frö^Iic^ ju fein, ba^ 
fein Bruber als ein oerlotterter Illenfc^ nac^ IJaufe surüdle^rte 
unb Sc^anbe über bie ganse 5ctmilie brachte ... Die Be^anblung, 
welche ber Dater feinem {üngeren So^ne angebei^en läfet, fc^Iief t 
eine fc^toere Ungerec^tigleit gegen ben älteren So^n in fici^. Der 



80 IV. 3efus als <5Iei^ni$5i^ter. 

3u)ed ^eiligt nic^t bie IltttteL XDerte bes tDo^ItooIIens unb ber 
Suneigung finb t)ertx)erflt(^, fobalb bie (Berec^tigleit gegen anbete 
In irgenb einer IDetfe burd^ fie oerle^t toirb." 

Da fte^t ber p^ilifter in ber (Blorie feiner tabeüofen (Berec^* 
tigleit, gan3 loie i^n 3efus in bent filtern Bruber gejeic^net ffat 
VOet aber ein IJerj ^at 3U füllen, bafe £iebe beffer ift als (Be* 
rec^tigleit, ber fie^t ben serluntpten So^n unb ben alten oor 5reube 
jittemben Dater unb ^ört fein IDort: „Du foHteft bic^ freuen!" 
ffietoiß, bes Daters 5teube ift überf(^u)engli(^, anbere Dfiter Ratten 
anbers ge^anbelt, Ratten bie Sc^anbe gefürchtet, ^fitten too^I ge« 
Rolfen, aber DerftecCt unb fingftlic^, bag nichts ^erauslomme, 
^fitten ntoralprebigten gehalten unb fi(^ mit Belagen ^ineiu' 
gelniet in i^re „(Berec^tigleit" unb (E^rbarleii Ilic^ts oon aüebent 
tut 3efu Dater. (Er fie^t (Elenb unb Eunipen, er fie^t feines Sohnes 
Qungergefic^t: alfo ^erbei mit bem beften IlTaftfalb unb bm 
fc^önften Kleibern! Diefer Dater ift ni(^t gerecht, er ftraft nic^t, 
er prebigt nic^t: er liebt Die Kunbe, bafe (Bott fo ift, unb baß 
ein rechter IUenfc^ ebenfo 3U feinem IHitmenfc^en fte^t, bas ift 
bie 5to^botf(^aft, bie 3efus auf bie (Erbe gebracht ^at. IDfiren 
mix fo, fo ISnnten bie (Engel fingen: 5riebe auf (Erben. Aber noc^ 
fiabtn unsfi^Iige (C^riften bas nic^t einmal als bes (E^riftentums 
Kern begriffen. Sie ^aben toieber einen (Bott ber (Berec^tigleit 
erfunben, ber Sü^ne, blutige Sü^ne, bas Blut feines lieben Sohnes 
fogar, für bie Sflnben ber Iltenfc^en forbert, unb fie vertreten i^re 
turjfic^tige „(Berec^tigleit" als 3n^alt bes (E^riftentums. Kein 
IDunber, ba^ biefe bann im Iltunbe bes Sosialif ten fic^ gegen 
3efus le^rt IDSre (Berec^tigleit bas Befte in ber IDelt, bann 
^fitte 3«fus umfonft gelebt unb 3rriges gelehrt. 

IDem bie (Bef^ic^te oom oerlorenen So^n bas Qer3 abgetoonnen 
^at, ber loirb auc^ Derfte^en, toarum es lünftlerifc^er ift, ba^ 
jfefus nai( ben XDorten bes Daters ben Dor^ang fallen lögt, ba% 
er ni^t toeiter erjS^It, ba^ gerabe bie (Büte bes Daters ben So^n 
gebeffert ^abe. (Er toirb nic^t mit bem p^ilifter einen „Schlug" 
oerlangen ober gar mit i^m fo argumentieren: „IDas aus bem 
Jüngern So^n bes roeitem wirb, erffi^rt man nid^t. IDflrbe bas 
übriggebliebene (But no^ einmal unter bie beiben Sö^ne geteilt 
toerben, fo ift je^n gegen eins ju toetten, ba^ ber Jüngere So^n 
fi^ ^eimlic^ ins 5äuftc^en lachen unb fein tEeil abermals oer* 
praffen würbe. Hrt Ififet nic^t oon Art!" (Bewiß, ber lorrefte 
Bruber wirb bie Korreften allejeit auf feiner Seite ^aben. (Es 



3efu IPefen in 5en <5Iei^niffen. 81 

fptic^t fo mel für i^n. ,,Unb loo follen loir ^tnlommen, woUten 
toir alle ^anöeln rote öer Dater?" 

(Ebenfo überfc^tDengltc^ toie öie $teube bes Daters ^ter f(^il' 
bert 3«fus bie 5teu5e bes Qirten, 5er fein Sc^af, ber $xau, bie 
i^ren „(Brofc^en" gefunben ^at. ®b toirtlic^ ade Ijirten unb 5tauen 
i^re 5ifeunbe unb Ilac^bam sufammenrufen unb fi^ mitfreuen 
feigen? (BetDiß nic^t. Aber biefer Qirte, biefe 5tau tun es. Unb 
roir oerfte^en fie, roir füllen mit i^nen. Barauf lommt alles an. 
flu^ fonft malt 2^us in ftarfen 5ötben, in großen Kontraften. 
Don ben jtoei ,,Dienem" bes Königs fc^ulbet ber eine bem König 
10000 ITalente, 40 IHillionen IHarf, ber anbere biefem 100 Be- 
nare, 75 niart Hu^ toenn man bie 10000 ttalente ni^t 
genau, fonbem blog als Abliefen Ausbrud für eine Iltaffe von 
ICalenten nehmen toill, bleibt ber Abftanb ber beiben Sc^ulb- 
fummen no(^ ungeheuer, fo ungeheuer, bog man fagen ISnnte: 
(Ein mann, ber ntittionen fc^ulbet, roirb feinen eignen S(^ulbner 
um 75 niarl ni^t anfallen unb „toürgen". IDirb? — Ilein, fagt 
3efus: foHte ni^t! 3^r finbet es alfo felbft unnatürlich unb un* 
oome^m, ba^ man fo ^anbelt ~ in (Belbfac^en. Aber too es fi^ 
um eure Rac^e ^anbelt, ba tut i^r fo toie mein Knecht; fo un- 
natürli^ ^anbelt i^r bal Don (Bott unb anbem Itlenf^en brauet 
i^r immer lieber Dergebung, unb i^r felbft roollt auf eurer 
Ra(^e befte^en unb Strafe verlangen? 

ÜberaU lögt fi(^ bie (Blut unb bie (Bröge ber Seele 3efu in 
feinen Bilbem empfinben, wenn man fic^ nur einmal oon ber 
(Bebanlenlofigteit unb Stumpfheit frei gemacht ^at, mit ber man 
feine XDorte geroö^nlic^ am (D^r Dorübersie^en ISgi tliemanb 
lann jroei Ferren bienen, er muß ben einen lieben unb btn 
anbem Raffen! 3ft bas roa^r? 3ct, für eine ganse, groge toa^r- 
^aftige Seele, toie 3^fus fie ^atte, ift bas toa^r. Aber befte^t ni^t 
bie „£ebenslunft" ber meiften nienf(^en, unb gerabe ber als „Hug" 
gerühmten, barin, rec^t oielen Qerren bienen ju ISnnen? ni(^t 
blog (Bott unb bem IHammon? 

Bis in bie Kleinigteiten feiner Spraye hinein lann man ben 
S^tDung feines IDefens unb bie tDuc^t feines (Empfinbens oer* 
folgen. £eic^ter ge^t ein Kamel burc^ ein Habelö^r — bas grögte 
©er burc^ bas Heinfte „lor" — als ein Reicher ins Qimmelrei^! 
Qeute no(^ ift bas IDort btn p^iliftem auc^ unter ben (E^riften 
ein f^merjß^er Anftofe, unb fie fu^en fi^ mit l^m abjufinben, 
fo gut fie ISnnen. Unb boc^ ift es blofe ber Sc^mersensf^rei einer 

Rnu<B 46 : ID e i 11 e I , (Blei^nif f e 3efu. 3. AufL 6 



82 IV. 3efus als <5Iet^nts5t(^ter. 

Stunbe, in öer 3cfus einen reinen jungen IUenf^en oerlor, toeil 
er 5as grofee ©pfer feines Befi^es nic^t bringen lonnte; einen 
3ängling, oon bent IRarhis fagt: er fa^ i^n an unö getoann i^n 
Heb. — „IDenn öiefe fc^toeigen, toerben bie Steine f freien!" 
£t 19, 40. IDerben nic^t manche oon ben p^arifäem über 
folc^en ffilauben — „5ö^ötismus" toürben fie es genannt ^oben, 
i^atten fie 3U unferer 3eit gelebt — oerfic^tlic^ gelächelt ^aben? 
©ber flo^ einen bas £fi(^eln, biefem (Blauben gegenüber? — Hoc^ 
man^es toäre ansufü^ren, i^ überlaffe bem £efer ber ffileic^niffe, 
fic^ felbft bie $xe\ibe ju oerfc^affen, fie einmal in i^rer ganjen 
Kraft auf fic^ toirlen 3U laffen, inbent er btn IUe^anismus, ber 
über i^rer Betrachtung aus unferer Kinb^eit ^er ju ru^en pflegt, 
abftreift. (Es ift i^nen gegangen, toie es mit oielen Heiligtümern 
ge^t. (Berabe toeil ber Qauc^ bes Ijeiligen über i^nen liegt, tragen 
bie (gläubigen fie nic^t fc^arf ausuferen, unb bie Ungläubigen 
toenben i^nen einfa(^ ben Rüden. IDürben beibe nä^er ^ersu« 
treten unb fc^auen toollen, fo toürben fie fo oiel bes Ileuen unb 
(Brogen fe^en, ba^ fie eine ganj anbere als bie feit^erige Achtung 
getoinnen fönnten. 

fliegt eine £e^re 3^fu aus feinen (Bleic^niffen ^abe i(^ ju ent- 
toidCeln oerfuc^t. (Es toürbe bas boc^ nur eine tDieber^oIung beffen 
fein, loas feine £e^re auc^ fonft enthält. Aber feine £e^re ift gar 
nic^t JU oerfte^en, o^ne bag man einen lebenbigen (Einbrud oon 
ber (Büte unb (Bröge, oon ber tDa^r^aftigieit unb (Blut feines 
innerften XDefens ^at. Unb gerabe baoon geben feine (Bleid^niffe 
in i^rer (Eigenart einen befonbers tiefen (Einbrutf, berat fie jeigen 
i^n als Dieter unb Propheten. 

Alte Seiten ^aben gemeint, fie tonnten bas (Betoaltige, bas 
i^nen in 3^fu entgegengetreten toar, nic^t beffer in IDorte Ileiben, 
als inbem fie i^n für ein XDefen aus einer anbem IDelt erllärten, 
i^n (Bott unb (Bottes So^n nannten. £Dir oerfte^n bas, wenn mit 
biefe alten 5ormeIn aud^ abgetan ^aben; benn auc^ ^eute noc^ 
entbot fi(^ bas IDefen (Bottes am reinften unb tiefften in biefem 
nianne aus Ilajaret^. Uns aber fte^t oor allem bas eine oor 
ber Seele, ba^ in biefem Hanne fic^ au(^ bas IDefen bes Iltenf^en 
neu enthüllt ^ai (Ein neues Dlenf^entum ift mit i^m auf bie 
(Erbe getommen. tlic^t blog feine £e^re roar es, toas mit fo un« 
geheuerer (Betoalt auf Dlenfc^en^erjen toirlte, fonbem fein £eben, 
fein IDefen. Unb fo ift es nod^ ^eute. IDenn roir i^m nafie treten, 
toenn totr feine Seele in unferer lebenbig »erben fül^Ien, fo reißt 



Das neue nienf^entum nnb 5er neue <5ott. 83 

er uns über uns fclbft empor, bafe mix Selbftfuc^t unb (5ere(^tig* 
feit als übertDunbcne Stufen bts IUenfc^cntums hinter uns laffen 
unb bte ffiüte unb £iebe als bas IDefcn bes IUenfc^en erfaffen, 
mit es olelleic^t erft eine ferne 3ulunft auf (Erben ocrmrlllc^t 
ftnben roirb, tole es aber einmal oerrotrHi^t getoefen ift, in 3^fus 
oon nasaret^. 



84 



I. SiAdt aus HXartus. 



I. Stütfe aus ntarfus. 



X. Dom Otit mh 5em Kronfen. 

maxhis2, 16f. matt||äus9, 11—13. 

Cufos 5, 30—32. 

ügl. S. 19, 36. 



2. Dom BrSiiti0am. 

marfus 2, 18—20. matt||ftus 9, 14t. 

£u!as 5, 33—35. 

ügL $. 36. 



3. Dom tteuen tapptn mh oom 
iteuett wein. 

marfus 2, 21 f. ITlattliöus 9, 16f. 
Cttfas 5, 36—39. 



ntarius. 

2, 1 6. Unb Sc^rlftgclelirte unter 
5en p^arifäern, 5a fic fasert, öaß 
er mit bm SoHnem unb Sünbem 
afe, fprac^en ju feinen 3üngem: 
tDos ißt unb trinft er mit ben 
SöIIncm unb Sünbem! 

17. Da bos 3efus !|orte, fpric^t 
er ju i^nen: Die Starlen bebürfen 
besHrstesnic^t, f onbem bie Kraulen. 



2äi bin ni(^t gelommcn ju rufen 
ffierec^te, fonbem Sflnber. 

2, 1 8. Unb bie 3üngcr bes 3o* 
!|annes unb biep^arifäer faftetcn; 
unb fie lommen unb fprec^cn ju 
i^m: IDarum faftcn bie jtünger bes 
3o^annes unb bie 3ünger ber 
ptiarifäer, beine3ünger aber faften 
nic^t? 

19. Unb 3efus fprac^ 3U i^nen: 
Können bie IJo^jeitleute, bieweil 
ber Bräutigam bei it|nen ift, faften? 
Solange fie ben Bräutigam bei fi(^ 
^aben, lönncn fie nic^t faften. 

20. (Es toerben aber Siage lom« 
men, tpann ber BrSutigam oon 
i^nen genommen tpirb; unb bann 
loerben fie faften, an fenem ttagc. 



2, 21. niemanb nä^t einen 5ßd(en 
oon ungeroalftem ttud^ auf ein altes 



I. $tü<fe aus lYtorlus. 



85 



niatt!)Su$. 

9, 11. Da 5as 6ic p^arifäer 
fa^en, fprac^en fie ju feinen 3ün* 
gern: IDarum ifet euer £c^rer mit 
5en SoHnem unö Sünöem? 

12. Da er bas ^orte, fpra^ er: 
Die Starten bcöürfen öes flrstes 
nic^t, fonbem öie Kranfen. 13. 
(Be^et aber ^in unb lernet, was 
bas fei: ,,3(^ ^abe XDe^Igef allen 
an Barm^ersigleit unb nic^t am 
©pfer." Denn ic^ bin ni^t gefom* 
men, ju rufen ©ere^te, fonöem 
Sünöer. 

9, 1 4. 3n5es tommen 3U i^m öie 
3ünger öes 3o^annes, öie fprac^en: 

IDir faften; öeine 3ünger aber 
faften nic^t? 



15. Unö 3«fus fpra(^ ju i^nen: 
Können öie Qoc^jeitleute £eiö 
tragen, folange öer Bräutigam bei 
i^nen ift? 

(Es toeröen aber ITage fommen, 
roann öer Bräutigam oon i^ncn 
genommen toirö ; unö öann toeröen 
fie faften. 



9, 16. tliemanb flicCt einen 
5Iiden oon ungetoaKtem ^uif an 



£utas. 

S, 30. Unö öie p^orifäer unö 
öie Sc^riftgele^rten unter i^nen 
murrten tpiöer feine 3üngcr unö 
fprac^en: IDarum cffet unö trinfet 
i^r mit öen SöHnem unö Sflnöem? 

31. Unö 3ßfus anttDortete unö 
fprac^ JU i^ncn: Die (Befunöen be* 
öürfen öes Hrjtes nic^t, fonöem 
öie Kranfen. 



32. 3^ bin ni(^t getommen, yi 
rufen (Bereite, fonöem Sflnöer jur 
Buge. 

S, 33. Sie aber fprac^en ju 
i^m: Die 30^9^1^ öes 3o^annes 
faften ^äufig unö oerri^ten (Bebcte, 
öesfelbigengleic^enauc^ öieöerp^a« 
rifäer; öeine aber cffen unö trinicn. 



34. 3^fws aber fprac^ ju i^nen: 
Könnt i^r öie Qoc^jeitleute, öietoeil 
öer Bräutigam bei bei l^nen ift, 
3um Soften treiben? 

35. (Es roeröen aber ICage tom* 
mcn, unö toann öer Bräutigam 
t)on i^nen genommen tpirö, öann 
tperöen fie faften, in fcncn iagen. 

S, 36. Unö er fagte ju i^ncn 
noc^ ein (Bleic^nis: 

Iliemanö pidt einen S^den, 
öen er oon einem neuen Weiö ab* 



86 



I. Stü<fe Otts IVtarfus. 



*) fonöem neuer TDein in neue 
S^Iöu^e! fe^It inoerfAieöenenf^anö« 
fünften un5 ift too^I ein alter 3ufa^. 

♦*) HnöereCesart: ,,$on5em jungen 
TDein fagt man in neue S^ISuqe un5 
beiöe toeröen ntiteinanöer behalten", 
iDobI bem tCejrt bes HXatt^Sus ange« 
gliqen. 



4. Dom vielerlei Mtt ($9emaitit). 

lltarfus 4, 2—20. ITlatt^äus 1 3, 3—23. 
£u!as 8, 4—15. 

(£u!as, befonbers in ber Deutung, 

loa^rf^einlicb von ber Spru^queüe 

beeinflußt.) 

DgL $. 17, 28, 33, 66f., 79. 



ntarlus. 

Kleib; u)o anbers, fo reigt bas 
5ünfel oon t^nt ab, ba$ neue t)om 
alten, unb ber Rig toirb Srger. 

22. Unb ntemanb fagt {ungen 
XDein in alte Sc^ISuc^e ; too anbers, 
fo tDirb ber IDein bte Sc^Ifiuc^e 
jerreißen, unb ber IDein f ontntt um, 
cbenfo bie S^Iäuc^e.*) 



4» 2. Unb er lehrte fie vieles in 
ffilelc^niffen; unb in feiner £e^re 
fprac^ er ju l^nen: 

3. Qoret ju! Sie^e, es ging ber 
Säemann aus, faen. 

4. Unb es begab fic^, inbent 
er fäete, fiel etli^es an ben 
IDeg; ba lanten bie Dögel unb 
frafen's auf. 

5. Unb anberes 
fiel in bas Steinige, ba es nic^t 
Diel (Erbe ^atte, unb ging bdb 
auf, barum ba^ es nic^t tiefe (Erbe 
^atte. 6. Unb ba bie Sonne auf' 
ging, oertoellte es, unb btetoeil es 
nic^t IDurjel ^atte, oerborrte es. 
7. Unb anberes fiel in bie Domen; 
unb bie Bornen wuc^fen empor, 
unb erftidten's jugleic^, unb es 
brachte feine Sxniit 8. Unb 
anberes fiel auf ein fein £anb unb 
brachte Smifif bie ba suna^m unb 



I. Stücfe aus IVtarfus. 



87 



niattliäus. 

ein altes Kleib; btm fein Sun* 
fei reigt bo^ toteber ab oont 
Kletb, unb ber Riß totrb ärger. 

17. Ulan faßt auif nic^t jungen 
XDein in aIteS(^ISu^e; tpoanbers, 
fo serreißen bie S(^Iäu(^e, unb ber 
IDein u)irb oerfc^üttet, unb bie 
S(^ISu(^e lomnten um. Sonbem 
man fa^t jungen IDein in neue 
S(^Iäuc^e, unb beibe tperben mit» 
einanber behalten. 



15, 3. Unb er rebete 3u i^nen 
oieles in (Bleic^niffen unb fprac^: 

Sie^e, es ging ber Sfiemann aus 
3um SSen. 

4. Unb inbem er fäete, fiel eU 
Ii(^es an bm XDeg; ba tarnen bie 
Dögel unb fraßen's auf. 



5. flnberes aber fiel in bas Stei* 
nige, ba es ni^t oiel (Erbe ^atte, 
unb ging alsbalb auf, barum bag 
es ni(^t tiefe (Erbe ^atte. 

6. flis aber bie Sonne aufging, oer» 
toelfte es, unb bietpeil es nic^t 
IDurjel ^atte, oerborrte es. 

7. flnberes 
aber fiel unter bie Bornen; 
unb bie Bornen rouc^fen empor 
unb erftidten's. 8. flnberes aber 
fiel auf ein fein £anb unb 
brachte S^^i» etliches ^unbertf ac^, 



£utas. 

gef^nitten ^at, auf ein altes Kleib ; 
u)o anbers, fo jerreifet er bas neue, 
unb ber £appen oom neuen reimt 
fic^ ni(^t auf bas alte. 
37. Unb niemanb f afet jungentDein 
in alte S(^Iäu(^e; tpo anbers, fo 
tpirb ber junge IDein bie S(^Iäu(^e 
jerreifeen, unb er loirb oerfd^üttet, 
unb bie S(^Ifiuc^e toerben um* 
fommen. 38. Sonbem jungen IDein 
foH man in neueSc^Ifiuc^e f äffen.**) 
39. Unb niemanb ift, ber oom 
alten trinft unb moUt halb bes 
neuen; benn er f priest: Ber alte 
ift müber. 

8, 4. Ba nun otel DoHs bei* 
einanber toar, unb aus ben Stäbten 
3U i^m eilten, fpra^ er burc^ ein 
(Bleid^nis: 5. €s ging ber Säe* 
mann aus 3um Säen feines Samens ; 
unb inbem er fäete, fiel etliches an 
ben IDeg unb toarb oertreten, unb 
bie Dögel unter bem Qimmel fra* 
ften's auf. 

6. Unb etliches fiel 
nieber auf ben $ds; 



unb ba es aufging, Derborrte es, 
bietoeil es ni(^t Saft ^atte. 

7. Unb etliches fiel mitten unter 
bie Bornen; unb bie Bornen gingen 
mit auf unb erftidten's gänslic^. 

8. Unb etliches fiel auf ein gut 
£anb; unb es ging auf, unb gab 
^unbertfältige Smdit 



88 



I. Stü<fe aus HXarfus. 



3u)ed ber (Bleic^ntsrebe. 
ügl. $. 52f. 



[14. Bibelsitat öes litt, na^ feiner 
(BetDO^nlieit: 3ef. 42, 1—4.] 



[16, 17. Das nur in Uli un6 £!. 
fte^enbe Stü(f , alfo ein Beftanbteil 5er 
Spruc^queüe, iftoonlUt. ^ier^ergefe^t, 
um öie Bedeutung ber 6Iei(^nisre6e 
im Sinne ber Allegorie noäf ftärfer ju 
betonen; es fte^t bei £!. in ganj 
anöcrm Sufammen^ang.] 



niarlus. 

tDUC^s; unb es trug breigigfSItig 
unb fec^sigfältig unb ^unbertf Sltlg. 
9. Unb er fprac^ ju i^nen: IDer 
©^ren ^at ju ^oren, ber ^Sre! 

4» 10. Unb ba er allein max, 
fragten i^n um bie (Bleic^niffe bie 
um i^n toaren famt ben 3u)oIfen. 
11. Unb er fagte ju i^nen: (Euc^ 
ift bas (Be^eimnis bes Reiches 
(Bottes gegeben; 



mt. 15, 12 =4f 25 S. 115. 



benen aber brausen 
u)iberfS^rt alles burc^ (5tei(^niffe, 
12. auf bafe fie es mit fe^enben 
Augen fe^en unb boc^ ni(^t er« 
Icnnen unb mit ^orenben ®^ren 
^ören unb boc^ ni(^t Derfte^en, 
auf ba^ fie fi^ nic^t bermaleins 
belehren, unb i^re Sflnben i^nen 
vergeben tperben. 



I. St^dt aus IVtatftts. 



89 



ntatt^Sus. 
etliches fec^sigfac^, etliches breigig* 

9. 3^^^t J>^t ©^ren ^at, 6er 
^5re! 

15, 10. Unö öle 3ünger traten 
3U l^m unö fprac^en: IDarum 
reöeft bu ju irrten burc^ (Bleich« 
niffe? 11. (Er aber antroortete 
unb fpra^: (Euc^ iffs gegeben, 
bie (Be^eintniffe bes Qtntmelrei^es 
3U oerfte^en; blefen aber iff s nic^t 
gegeben. 12. 'Denn met ba ^at, 
bem mixb gegeben, baft er bie 5üne 
^abe; roer aber ni^t fiot, t)on bem 
mixb au(^ genommen, bas er ^at. 
13. Darum rebe Ic^ ju i^nen 
bur^ (Blei^niffe. Denn mit fe^en« 
ben flugcn fe^en fie nic^t, unb 
mit ^örenben ®^ren ^ören fie 
nic^t, unb fie Derfte^en es au(^ 
nic^i 14. Unb über i^nen toirb 
bie IDeisfagung 3efaias erfüllet, 
bie ba fagt: „Hit ben (D^ren 
roerbet i^r ^dren unb toerbet es 
ni^t oerfte^en; unb mit fe^enbcn 
Augen roerbet i^r fe^en unb toerbet 
es ni(^t Deme^men. 15. Denn 
biefes DoHes ^ers ift ocrftodt, 
unb i^re ®^ren ^oren übel, unb 
i^re flugen fc^Iummem, auf baß 
fie nic^t bermaleins mit btn Augen 
fe^en unb mit ben ©^ren ^Sren 
unb mit bem Qerjcn oerfte^en 
unb fi(^ belehren, bag i^ i^nen 
I|ülfe." 16. Aber feiig finb eure 
Augen, ba^ fie fe^en, unb eure 
®^ren, ba% fie ^ören. 1 7. IDa^r- 
li^, i^ fage eu(^: Diele Propheten 



£ula$. 



Da er bas fagte, rief er: 3^^^^t 
ber ©^ren ^at ju ^ören, ber ^öre! 

8t 9. (Es fragten i^n aber feine 
3ünger unb f prägen, roas bies 
(Blei^nis toäre. 

10. (Er aber 
pra^: (Eu(^ iffs gegeben, ju oer» 
tc^en bie (Be^eimniffe bes Reiches 
(Bottes; 

mt 15, 12 =8, 18 S. 115 

btn anbem aber in (Bleich« 
niffen, ba^ fie es mit fe^enben 
Augen nic^t fe^en unb mit ^ören* 
ben ©^ren nic^t oerfte^en. 



10, 23. Unb er manbte fi^ ju 
einen 3üngem unb fprac^ in* 
bnber^eit: Selig finb bie 

Augen, bie ba fe^en, toas i^r fe^t. 

24. Denn 
i^ fage eu(^: Diele Propheten 



90 



I. Stü<fe aus IVtarfus. 



Die Beutung. 



niarlus. 



Die 5ottfc^ung bts Kapitels In 
ntt fte^t 4, 21—25 5.114. 

4, 26—29 S. 122. 

4, 30—32 S. 115. 



13. Unö er fprac^ ju i^nen: XDifet 
t^r öies (Bleic^nls nic^t? IDie 
woUi Ufc bmn 6ie anöem alle 
oerfte^en? 

1 4. Der Säemann f ät bas 
VOoxt. 15. Blefe finö's aber, öie 
an bem IDege finb, tpo bas IDort 
gefät voitb unö wenn fie es gebort 
^aben, fo lomnit alsbalö 6er Sotan 
unb nimmt weg öos IDort, öas 
in i^nen gefät war. 16. flifo 
au(^ 5ie, bei welchen aufs Steinige 
gefät ift, bas finö: 6ie, wenn fie 
öas IDort gebort ^aben, es als* 
balb mit S^euben aufnehmen 17. 
unb ^aben nic^t tDurjel in fi(^, 
fonbem finb Kinber bes flugen^ 
blids; wenn fic^ bann ttrübfal 
ober Derfolgung ergebt um bts 
IDorts willen, fo ärgern fie fi^ 
alsbdb. 18. Unb anbere finb's, 
bei welchen unter bie Bornen ge* 
fät ift; bas finb bie, bie bas IDort 
^oren, 19. unb bie Sorgen biefer 
IDelt unb ber Betrug bes Reich- 
tums unb oiel anbre £üfte ge^en 
hinein unb erftitfen bas IDort, 
unb es bleibt oI|ne $tni(t 20. Unb 
biefe finb's, bei welken auf 
ein fein £anb gefät ift: bie bas 
IDort ^örcn unb ne^men's auf 
unb bringen $mäit breifeigfältig 
unb fec^jigf ältig unb !|unbertf ältig. 



I. Stü<fe aus IVtatftts. 



91 



ntatt^äus. 

unb (Bereite ^aben begehrt, yx 
feiert, was i^r fe^t, unö ^aben's 
nic^t gefeiert, unb ju ^ören, mos 
ifyc ^Srt, unb ^aben's ni^t gehört 

t5, 18. 3^r nun ^5ret biefes 
(Bleic^nis von bent SSemann. 



19. IDenn \emanb bas IDort oon 
bcm Reic^ ^ört unb nic^t ocrftc^t, 
fo lommt bcr Hrge unb reifet ^tn» 
toeg, was ba gefSt voax in feinem 
Qerjen; bas ift ber, bei toelc^em an 
bem XDege gefäet ifi 

20. Der 
aber, bei bent auf bas Steinige 
gefät ift, bas ift ber, toelc^er bas 
IDort ^ört unb basfelbige als« 
balb aufnimmt mit St^^t^^^; 21. 
aber er ^at ni^t XDursel in fic^, 
fonbem er ift ein Kinb bts flu» 
genblicts; toenn fi^ ITrübfal ober 
Verfolgung ergebt um bts XDorts 
toillen, fo ärgert er fic^ alsbalb. 

22. Der aber, bei bem unter bie 
Bornen geffit ift, ift ber, welcher 
bas XDort ^ort, unb bie Sorge 
biefer IDelt unb ber Betrug bts 
Reichtums erfticCt bas XDort, unb 
es bleibt o^ne $xniit 

23. Ber aber, bei bem auf ein 
gut £anb gefät ift, bas ift ber, 
toelc^er bas IDort ^ort unb oer- 
fte^t unb bann auc^ $xniit bringt; 
unb 3U)ar gibt einer ^unbertfa(^, 
einer fec^jigfac^, einer breifeigfac^. 



£ulas. 

unb KSnige toollten 
fe^en, mos \fyc fe^t, unb ^aben's 
nic^t gefe^en, unb ^ören, roas 
i^r ^ört, unb ^aben's nic^t gehört 

8, 11. Bas aber ift bas 
(Blei^nis: 



Ber Same ift bas 
IDort ffiottes. 12. Bie aber an 
bem IDege finb, bas finb, bie es ge* 
^ört ^aben ; bamac^ lommt ber tCeu» 
fei, unb nimmt toeg bas IDort oon 
i^rem Qerjen, auf bafe fie nic^t 
glauben unb feiig roerben. 13. 
Bie aber auf bem $t\s, finb bie: 
votnn fie es ^ören, nehmen fie bas 
IDort mit 5teuben an, 

unb fie 
^aben ni(^t IDurjel, fie, bie einen 
flugenblid glauben, unb im flugen« 
blid ber flnfe^tung abfallen. 



14. Bas aber unter bie Bornen 
fiel, finb bie, bie es ^Sren, unb 
ge^en ^in unter ben Sorgen, 
Rei(^tum unb IDoIIuft biefes 
£ebens unb erftidCen unb bringen 
es nlc^t 3ur Reife. 

15. Bas aber 
auf bem guten £anb finb bie, bie 
bas IDort ^5ren unb behalten in 
einem feinen, guten Qerjen unb 
bringen 5^# in (Bebulb. 



92 



I. $tü<fe aus HXarfus. 



5. Oott htt ttm^tett Oentmreiitigititd. 

HXarfus 7, 14—23, 

mott^äus 15, 10. 11. 15—20. 

ügL S. 53. 



Die Deutung. 

[(Es ^anbelt ^x6\ bei 5em Spruc^ 
gar ni^t um ein <5let(]^nis, fonbern 
nur unt eine ni^t fofort flare Hebe, 
ba^er 5er (Euangelift bas TDort als 
eine parabole bejeicj^net. Die „Deu« 
tung" ift u>o^I auä^ ^ier fpSt, ob« 
tDO^l an fi^ gegen fie nici^ts einju« 
wtnbm ift Die £after!ataIoge finö 
int 3uöentum u)ie in orp^if^en unö 
toif^en Kreifen, au(b banadi bei 
)aulus eine ftets beliebte Soxm 6er 
ittli^en Untenoeifung.] 



6. Don 5en Brofomen. 

ntarfus 7, 24—28. 

matt||öus 15, 21—27. 

DgL S. 59. 



marlus. 

7, 1 4. Unö er rief roieöerunt 
ju fi(^ öie niaffe unb fagte 3u 
i^nen: IJöret mir alle ju unö oer» 
fte^et! 15. (Es ift ni^ts auger 
öem IUenfc^en, öas i^n Mnnte ge« 
mein machen, fo es in i^n ge^t; 
fonöem bas oon öem Henf c^en aus- 
gebt, öos ift's, tDOs öen IUenfc^en 
gemein mac^t [16. fjat Jemanö 
©^ren, ju ^örcn, öer ^öre!] 

7t 17. Unö öa eroonöerlHaffe 
ins Qaus lam, fragten i^n feine 
3ünger um öies ffileic^nis. 18. 
Unö er f priest ju i^nen: So fe^r 
feiö au(^ i^r unoerftänöig? Be* 
greift i^r nic^t, öaß alles, toos oon 
außen in öen Henfc^en eingebt, 
i^n ni^t gemein machen lann? 
19. Denn es ge^t nic^t in fein 
^erj ein, fonöem in öen Bau(^, 
unö ge^t aus in öen Abtritt, öer 
alle Speife „reinigt". 20. Unö er 
fprac^*): IDas aus öem Iltenfc^en 
^erausge^t, öas mac^t öenlRenfc^en 
gemein; 21. öenn oon innen, aus 
öem fersen öer IUenfc^en, ge^en 
heraus böfe (Beöanien: Habgier, 
^urerei, Dieberei, IHorö, (E^e- 
bruc^, Sc^welgerei, Sc^all^eit, £ift, 
Sc^aHsauge, £äfterung, Qoffart, 
Unoernunft. 23. Aue öiefe böfen 
Stüde ge^en oon innen heraus 
unö machen öen IUenfc^en gemein. 

7, 24. Unö er ftanö auf unö 
ging pon öannen in öer (Begenö 
von I[t)rus unö Siöon; unö er ging 
in ein Ijaus unö toollte es nie« 
manö toiffen laffen, unö lonnte 



I. Stü<fe aus HXarfus. 



93 



niatt^aus. 

IS, 10. Unb er rief ju m 5ie 
ntaffe unb fpra(^ ju irrten: Ijöret 
3U unb oerfte^et! 11. tlic^t, mos 
3um ntunbe ^tneiniontntti bas 
nta^t ben nienf(^en gemein; fon« 
bem was jum tttunbe ausgebt, 
bas mac^t ben IHenfc^en gemein. 

12—14 S. 104. 

tS, 15. Da antoortete Petrus 
unb fprac^ 3U i^m:' Deute uns bics 
(Blei^nis. 16. Unb 3^fus fprac^ 
3U i^nen: 3^^t noc^ feib auc^ i^r 
unoerftfinbig? 17. Herft i^r noc^ 
nic^t, bag alles, toos 3um Dlunbe 
eingebt, 



bas roanbert in ben Bau^ unb 
wirb in ben Abtritt ausgetoorfen? 

18. £Das aber aus bem Dtunbe 
^erausge^t, lommt aus bem Qer3en, 
unb bas ma(^t beninenf(^en gemein. 

19. Denn ous bem Qer3en lommen 
heraus orgeffiebanlen: IHorb,(E^e« 
bru^, Qurerei, Dieberei, fdfc^ 
Seugnis, £äfterung. 20. Das finb 
bie StüdCe bie btn inenf(^en ge* 
mein machen. Aber mit unge* 
toaf^nen Qänben effen, mac^t ben 
ntenfc^en nic^t gemein. 

15, 21. Unb 3efus ging aus 
oon bannen unb entroi^ in bas 
(Bebiet oon ^xfcus unb Sibon. 



£ufas. 

[Bei £!. fe^It bas $tü(f, ido^I meil 
in feinem Xlt!. ber ganse Abf^nitt 6, 45 
bis 8, 26 überhaupt gefehlt f^at V^axaU 
lelen, bie man ju ben Stü(f en biefes Ab* 
fc^nittes bei £f. bat auftDeifen tDoIIen, 
finb nur fe^r unoeutlid^, unb in^alt« 
Ii(]^e (brünbe, bie man f^on für bie 
IPeglaffung biefer Stüde bur^ £!. bei« 
gebracj^t ^at, fc^Iagen nici^t 6ur^. Am 
beften benft man an einen mecbani« 
f^en Ausfan bes Stüdes in feinem 
Inf. Das gilt alfo au^ oon bem fofort 
folgenben Stücf vom lanaanSif^en 
TDeib.] 



*) Ulan fann au^ — unb mir 
f^eint es ri^tiger — ilberfe^en: „(Er 
meinte aber", fo bai alles folgenbe 
eine Bemerfung besiEoangeliftenmirb, 
ber au^ im Anfang bes Abfci^nittes 
7, 2—4 bas TDort ju einer löngeren 
(ErüSrung ergriffen hat — Ulan 
bea^te no^, mieoiel lürjer fi^ tlXt 
geholfen l^ai mit Umgebung bes 

B^tDer« ober unoerftönbU^en So^es 
. 19 „reinigt". 



94 



I. $tü<!e aus Ulacfus. 



[Cttan bea^te bit umftftnMi^e Rxi, 
in Set HI!. b\t Hbftantmung 6er Stau 
na<!^trftgt unb bxt Qt^d^idtt O^Iftttung 
bes Zt^ts bei Hit.] 



7. 9oit ben Mfen tOehtgSrtnent. 

ntatfus 12, 1—12. 
matt^fius 21 , 33—46. £u!as 20, 9—19. 
Dgl. S. 32 f., 55, 57, 61, 63, 70, 77. 



niarlus. 

bod^ ntd^t Derborgen fein. 25. (Ein 
XDeib ^atte Don i^m gehört, toel* 
ä^et tEöc^terbin einen unfauberen 
(Beift ^atte. Unö fie lam herein 
unb fiel nieöer 3U feinen 5^6^«. 26. 
(Unb es max ein gried^if c^ IDeib aus 
Sqrop^dnice). Unb fie bat i^n, ba^ 
er ben tEeufel Don i^rer ^oc^ter 
austriebe. 27. 3efus aber fpraci^ 
3U i^r: tag suoor bie Kinbleinfatt 
roerben; es ift nic^t fein, ba% man 
ben Kinbem i^r Brot neunte unb 
toerfe es vox bie ^finblein. 28. Sie 
anttDortete aber unb fagt i^m: 
3a, Qerr; aber boc^ effen aud^ bie 
Qünblein unter bem tEifc^ Don ben 
Brofomen ber Kinber. 

t2, 1. Unb er fing an, ju i^nen 
burc^ (Bleic^niffe 3U reben: (Ein 
Utenfci^ pflanste einen IDeinberg 
unb führte einen 3aun brum unb 
grub eine Kelter unb baute einen 
tEurm unb tat i^n aus ben Wem 
gärtnern unb 30g über £anb. 2. 
Unb \anbte 3U feiner Seit einen 
Knecht 3U ben XDeingortnem, ba^ 
er von ben IDeingärtnem empfinge 
oon ben Stützten bes IDeinberges. 
3. Sie nahmen i^n aber unb 
ft&upten i^n unb liegen i^n leer 
oon fic^. 4. Unb abermal fanbte 
er 3U i^nen einen anbem Knecht; 
bemfelben 3eru)arfen fie ben Kopf 
mit Steinen, fc^mä^ten i^n. 5. 
Unb er fanbte einen anbem, ben* 
felben töteten fie; unb noc^ Diele 
onbere, etliche ft&upten fie, etliche 
töteten fie. 



I. Stücfe aus ntarfus. 



95 



niatt^öus. 

22. Unb fie^e, ein tanaanSifd^ 
XDeib aus öerfetbtgen (Begenö ging 

unb fc^rie i^m nac^ ... 25. Sie tont 
aber unb fiel oor i^m nieber unb 



fprac^: ^err, ^üf mir! 26. Aber 
er antoortete unb fprad^: (Es ge» 
^ört fic^ nic^t, ba^ man ben Kin« 
betn üft Brot ne^me unb werfe 
es T)or bie ^ünblein. 27. Sie 
fpraci^ aber: 3a, ^err; aber boän 
effen aud^ bie ^finblein Don ben 
Brofamen, bie pon i^rer ^erm 
tEif^e fallen. 

2\fZZ. Qöret ein anber (SlAfy 
nis: (Es roar ein Qausoater, ber 
pflanste einen IDeinberg unb führte 
einen 3aun brum unb grub eine 
Kelter in i^m unb baute einen 
tEurm unb tat i^n aus ben XDein« 
gärtnern unb 30g über Zanb. 
34. Da nun ^erbeitam bie 3eit 
ber 5tflc^te, f anbte er feine Knechte 
3U ben ibeingfirtnem, bie 5riic^te 
besfelben 3U empfangen. 35. Aber 
bie IDeingirtner nahmen feine 
Knechte; einen ftäupten fie, bm 
anbetn töteten fie, ben britten 
fteinigten fie. 36. flbermal fanbte 
er anbere Kned^te, me^r bmn ber 
erften waren; unb fie taten i^nen 
gleid^ alfo. 



£utas. 



20» 9. (Er fing aber an 3U 
fagen bem DoR bies (Bleic^nis: 
(Ein nienfd^ pflargte einen IDein* 
berg unb tat i^n aus ben Wein* 
gärtnern unb 30g über £anb eine 
gute 3eii 

10. Unb 3ur 3eit 
fanbte er einen Knecht 3U ben 
XDeingSrtnem, ba% fie i^m g&ben 
T)on ber 5tu(i^t bes IDeinbergs. 
Aber bie XDeingärtner ftöupten 
i^n unb liegen i^n leer oon fic^. 
II. Unb ilber bas fc^idte er no(^ 
einen anbem Kned^t; fie aber 
ft&ubten benfelbigen aud^ unb 
fd^mä^eten i^n unb liegen i^n leer 
Don fic^. 12. Unb über bas 
fc^icfte er ben britten; fie aber 
Derwunbeten ben auc^ unb warfen 
i^n hinaus. 13. Da fprac^ ber 



96 



I. $tü<!e aus IVtarfus. 



Pefus fügt noä^ bas neue (bUid\' 
nis Dont (Edftetn aus htm Paffa^' 
pfalnt 118, 22 an, bas bort auf 6as 
Volt, f\itt auf i^n 3U be3{e^en ift.] 



*) Ders 44: „Unb toer auf ölefen 
Stein fSnt, btt mixb aerf^ellen, auf 
toel^en aber er fdlU, öen wirb er 

fermalmen", ift ido^I ein alter 3u* 
a% nad^ £u!as un6 nad\ 3^f^i^ B, 14. 
♦♦) Die IVte^rsa^I, roeil Jeöes ein» 
3elne BiI6 parabole ^eigt, ein ganses 
<5Iei(!^nis alfo als eine Kette Don 
(Bleic^niffen aufgefaßt toeröen fann. 



niarlus. 

6. Da ^atte er no(i^ einen (Ein* 
Sigen, feinen So^n, 6er i^m Heb 
tDor; bm fanbte er jum legten auc^ 
3U i^nen unb fprac^: Sie toeröen 
\iäi vor meinem So^n fc^euen. 

7. Aber 
biefelben IDeingärtner fprac^en 3U 
einanber: Das ift ber (Erbe; tommt, 
lagt uns i^n töten, fo toirb bos 
(Erbe unfer fein! 

8. Unb fie 
nahmen i^n unb töteten i^n unb 
toarfen i^n heraus vor ben IDein* 
berg. 

9. IDas wirb ber 
Ijcrr bes IDeinbcrgs tun? (Er 
toirb lommen unb bie IDeingdrtner 
umbringen unb ben XDeinberg an« 
betn geben. 



10. Qabt i^r auc^ nic^t gelefen 
biefc Schrift: „Der Stein, btn 
bie Bauleute penworf en ^aben, ber 
ift 3um (Etfftcin toorbcn; 11. von 
bcm IJerm ift bos gefc^c^en, unb 
es ift tDunberbarlid^ Dor unfern 
flugcn"? 

12. Unb fie trachteten bomad^, 
u)ie fie i^n griffen, unb für(i^tcten 
fic^ boci^ vor ber Ätaffe; benn fie 
oerftanben, bafe er ouf fie bies 
(Bleic^nis gefagt ^otte; unb fie 
liegen i^n unb gingen baoon. 



I. Stücfe aus lYlarfus. 



97 



niatt^äus. 

37. Sule^tfanöte 
er feinen So^n 3U i^nen unö 
fprac^: Sic toeröen fic^ por 
meinem So^n fc^eucn. 

38. Da 
aber öie IDcingärtner öen So^n 
fa^en, fpra(i^en fie unteteinanber: 
Das ift 5er (Erbe, tommt, lagt 
uns i^n töten unb fein (Erbgut 
an uns bringen! 39. Unb fie 
nahmen i^n unb toarfen i^n 
heraus Dor ben XDeinberg unb 
töteten i^n. 40. IDenn nun ber 
IJerr bes IDeinbergs lommen 
u)irb, was mixb er biefen IDein» 
gärtnern tun? 41. Sie fprac^en 
3U i^m: (Er wirb bie Übeltäter 
fibel umbringen unb feinen IDein* 
berg anbem IDeingartnem aus* 
tun, bie i^m bie Stückte 3U reci^ter 
3eit geben. 



43. 3efus fprac^ 3U 
i^nen: fjdbi i^r nie gelefen in 
ber Schrift: „Der Stein, bm bie 
Bauleute Denoorfen ^aben, ber ift 
3um (Etfftein toorben. Don bem 
i^erm ift bas gefc^e^en, unb es 
ift tDunberbarlic^ t)or unfern 
flugen"? 43. Darum fage iii 
euc^: Das Rei(i^ (Bottes toirb 
von euc^ genommen unb einem^ 
DoHe gegeben toerben, bas feine 
5rüc^te bringt.*) 

45. Unb ba bie ^o^enpriefter unb 
pfiarif äer feine(6Ieic^niff e**)^örten. 



£utas. 

Qerr bes IDeinbergs: IDas foll 
iil tun? 3c^ miü meinen So^n, 
ber mir lieb ift, fc^icfen; oiel» 
Iei(i^t toerben fie fic^ Dor i^m 
fc^euen. 

14. Da aber bie XDeingSrtner ben 
So^n fa^en, backten fie bei fic^ 
felbft unb fpra(i^en: Das ift ber 
(Erbe, lagt uns i^n töten, ba^ bas 
(Erbe unfer toerbe. 

15. Unb fie 
toarf en i^n hinaus Dor ben XOein* 
berg unb töteten i^n. 



IDas toirb 
nun ber ^err bes IDeinberges ben» 
f eibigen tun? 16. (Er wirb lom* 
men unb biefe XDeingörtner um* 
bringen unb feinen IDeinberg an» 
bem geben. 

Da fie bas ^örten, 
fpraci^en fie: Das fei ferne! 

17. (Er aber fa^ fie an unb fprac^: 
XDas ift benn bas, bas gefd^rieben 
fte^t: „Der Stein, ben bie Bau* 
ieute ©ermorfen ^aben, ift 3um 
(Edftein toorben? 18. 3eber, ber 
auf biefen Stein fällt, toirb 3er* 
f ereilen; auf toelc^en aber er fällt, 
ben wixb er 3ermalmen." 



19. Unb bie IJo^enpriefter unb 
Sd^riftgele^rten trachteten barnac^, 



anu(B46: tDeinel, (Blei^niffe 3eftt. 3. HufL 



98 



I. Stüde aus IVtarfus. 



8. Xitofpeit ab 9otboteit. 

marftts 13, 28f. irtatt^Sus 24, 32f. 

£u!as 21, 29—31. 

Pgl. S. 60. 



[3n öiefent <5I. ftnö 3tDet Unbe* 
!annte: „fol^es'' un5 „es". Xiadi 
htm Sufantmen^ang von Wit 13 tft 
„foI(^es'' = 5ie munöerbaren 3ei^en 
6es (Enöfs, „es'' 5as (Enöe felbft 
mit 5er TDieöerfunft 6es IVtenf(^en« 
fo^nes. HUein bas Kapitel ift ein Kon' 
glomerat Don fe^r t)erf(^ie5enartigen 
Beftanbteilen, un5 5as (blei^nis ift 
in feinen nft^eren Be3ie^ungen nii^t 
me^r f(^arf erfennbar. TDa^rf^ein« 
lidi ^at £!. mit feiner <blei(^ung 
„es'' » 5as Heid^ (bottes re<!^t.] 



ITlarlus. 



t5» 28. An öem S^^S^nbaum 
lernet bos (Bleic^nis: IDenn fein 
Stoeig ie^it fafüg toirö unö Blätter 
getoinnt, fo toigt i^r, ba% 5er 
Sommer nalie ift 

29. flifo auci^ i^r, toenn i^r fe^et, 
bog fo^es gefd^ie^t, fo toiffet, ba\^ 
es na^e Dor ber Züx ift 



I. Stüde aus niathts. 



99 



ntatt^äus. 

öerftanöen fie, öaß er von i^ncn 
rebete. 46. Un6 fie trachteten 
öamac^, tote fie i^n griffen; aber 
fie für^teten fici^ oor öen Iltaffen; 
öenn fie hielten i^n für einen pro» 
Poeten. 

Hf 32. An bem 5^i9^nbaum 
lernet bas (Bleic^nis: XDenn {e^t 
fein Stoeig f af tig toirö unö Blätter 
getoinnt, fo toigt i^r, ba^ ber 
Sommer na^e. 

33. fllfo au(i^ i^r, 
toenn t^r bas alles fe^t, fo toiffet, 
baß es na^e Dor ber iür ift. 



£utas. 

toie fie bte Qönbe an i^n legten 
3U berfelbigen Stunbe, unb fürc^» 
teten fi(j^ boc^ oor bem DoH; 
btnn fie ©erftanben, bafe er auf 
fie bies (Bleic^nis gefagt ^atte. 



2|, 29. Unb er fagte i^nen 
ein (Bleic^nis: Se^et an ben 5^* 
genbaum unb alle Bäume; 30. 
wenn fie {e^t ausfd^Iagen , fo fe^t 
i^r's gleid^ unb toigt, ba^ 
jefet ber Sommer na^e ift. 31. 
Alfo aud^ i^r, wenn üfx fe^et, bag 
na^e ift bas Reic^ (Bottes. 



100 II« Stüde aus 6er Spruc^queüe, in Ulatt^äus un5 £u!as überliefert. 



IL StücEc aas öcr SpnK^qucIIc, in UTatt^aus unö 

Zutas überliefert. 

9. Oet Caitg }itm Rietet. 

(Bei £u!as Dieüei^t aus anbetet (ßuelle.) 



ntatt^Sus. 



5, 25. Sei tDÜIfertig öeinem 
IDiberfac^er halb, bietoeil bu 
noii bei i^m auf bem IDege 
bift, auf bo6 bici^ bcr IDiber» 
fachet nic^t überantoorte bem 
Richter unb ber Kleister fibcr« 
antoorte bici^ bem Diener unb bu 
toerbeft in bm Kerler geworfen. 
26. IDa^rlic^, ic^ fage bir: Du 
toirft nid^t oon bannen heraus« 
lommen, bis bu ben legten IJeller 

Das <5Iei(^nis mabnt mie bas oom 
tlon 3ur Klugf^eii (Ein Hinter ^arri 
bem IDege" finb. Bei £!. ift bie Saene 
Parteien Dor btn (bemeinbevorfte^er 
ftrafenbe 3nftan3 ift. 

Statt „tu Steig" uftD. ift üieüei^t 3u überfe^ien: ,,gib (i^m) nod^ auf 
bem TDeg (feinen) Derbienft". 



£utas. 

t2f 57. IDarum rici^tet i^r aber 
ni(j^t Don euc^ f eiber, roos rec^t 
ift? 58. So bu mit beinem IDiber* 
fac^er 3um Dorfte^er ge^ft, fo 
tu Slti^ auf bem IDege, ba^ bu 
fein los toerbeft, auf bag er nic^t 
ettoa bic^ oor bm Rici^ter 3ie^e 
unb ber Richter fiberantroorte biä^ 
bem Stoimeifter unb ber Stod* 
meifter werfe bici^ In btn Kerfer. 
59. 2ii fage bir: Du toirft 
nic^t oon bannen ^eraustommen, 
bis bu auc^ bm legten Pfennig 
be3a^Ift. 



ungere^ten f)aus^alter mit ^erbem 
ber IVtenfd^en, bie miteinanber ,,auf 
tDO^I fo gebaut, bag 3tDei ftreitenbe 
ge^n unb ber Hinter bie ^ö^ere, 



to. 9om Hitge al$ bt% Seibes Si^t 



6, 22. Das Auge ift bes £eibes 
flc^t IDenn bein fluge einfältig 
ift, fo wirb bein gan3er £eib lici^t 
ein; 23. ift aber bein Aug böfe, 
b wirb bein ganser £eib finfter 
ein. IDenn nun bas £ic^t, bas 
in bir ift, Sinftemis ift, toie grofe 
wirb bann bie $inftemis fein! 



Uf 34. Dein Auge ift bes £eibes 
£ic^t. IDenn bein Auge ein» 
fältig ift, fo ift auc^ bein gan3er 
£eib Ii(^t; ift es aber böfe, 
fo ift auci^ bein £eib finfter. 

35. So fc^aue barauf, ba^ nic^t 
bas £i<i^t in bir 5inftemis fei. 

36. IDenn nun bein £eib gan3 



II. Stüde aus btx Spru^queüe, in Utatt^&us un5 £u!as überliefert 101 



niatt^Sus. £utas. 

li^t ift, öag er fein Stücf von 
5inftcmis ^at, fo toirö er gans 
lic^t fein, toie toenn ein £ic^t mit 
^eUent Bli^ 6i^ erleuchtet. 

Das böfe Huge ^at, roie unfer „fc^eel" in öer üolfsfpra^e, jroei Be* 
Deutungen: Iran! unö nciöifd); ebenfo ift „einfältig" entn)e5er = gefunb 
ober = neiblos. Darauf ru^t bas (bleid^nis, bas btn tleib als bas 
fc^Iimmfte Übel bes ITIenfd^en be3ei(^net. (Eine Don (5elb neibifc^ genta(^te 
Seele ift ganj „finfter", nid|ts ©utes tDa(^ft itt:iftr:ii|e||r, fie;1lt:^ttn!el, 
toie ber £eib, roenn fein Huge erblinbet. \} :'•: : v . **,- ^ 



U- 9om OoppiIMeiitt. : 

Dgl. $.35 f., 4i;"gl." 



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6f 24. Keiner tann stoeien 
IJerren Menen: entroeber er toirb 
ben einen Raffen unb ben anbem 
Reben, ober er wirb bent einen 
anfangen unb bm anbem oer* 
aci^ten. 3^r fönnt nic^t (Bott 
bienen unb bent Dtantmon. 



1 6, 1 3. Kein Kneci^t lann yx>mn 
IJerren bienen: entioeber er toirb 
ben einen Raffen unb ben onbem 
lieben, ober er wirb bent einen 
anfangen unb ben anbem Der« 
achten. 3^r fönnt nic^t (Bott 
bienen unb bem Dtantmon. 



12. 9om bittenbeit Sohlte. 

Dgl. S. 59. 



7» 7. Bittet, fo toirb euc^ ge* 
geben; fu(i^et, fo toerbet i^r fin» 
ben; Hopf et an, fo toirb eu^ auf» 
getan. 8. 'Denn toer ba bittet, 
ber empf&ngt; unb toer ba fu^t, 
ber finbet; unb toer ba anflopft, 
bem toirb aufgetan. 9. ©ber 
toelc^er ift unter eu^ Iltenfc^en, 
fo i^n fein So^n bittet um Brot, 
ber i^m einen Stein biete? 1 0. ©ber 
fo er i^n bittet um einen S^^i ^^^ 
i^m eine Schlange biete? 

11. So 
benn i^r, bie arg feib, ionni tuten 
Kinbem gute (Baben geben, t»ie 
oiel me^r toirb euer Dater im 



Uf 9. Bittet, fo toirb eu(i^ gc» 
geben; fu(i^et, fo toerbet i^rfinben; 
Ilopfet an, fo toirb euc^ aufgetan. 
1 0. Denn toer ba bittet, ber emp* 
fängt; unb toerbafuc^t, ber finbet; 
unb toer ba anflopft, bem toirb 
auf getan. 1 1. IDo bittet unter euöi 
ein So^n btn Dater um Brot, ber 
i^m einen Stein bafür biete? unb fo 
er um einen 5if^ bittet, ber i^m 
eine Solange für btn 5if(^ biete? 
1 2. ©ber fo er um ein (Ei bittet, ber 
i^m einen Slorpion bafür biete? 

13. So 
btnn i^r, bie i^r flrge feib, lönnt 
euren Kinbem gute (Baben geben, 
toieoiel me^r t»irb ber Dater oom 



102 n. Siüdt aus 6er SpnK^queüe, in niatt^&us unb Zulas überliefert. 



niatt^äus. 

Qimmel (Butes geben benen, bte 
l^n bitten. 

13. Dom Q<m$baiteit 

7» 24. Darum ieöer, 6er biefe 
meine Rebe ^ört unb tut fie, 

ben 
Derglei^^'ic^ einet>i .%^9 ^ann, 
ber fein ^aus Baute' auf btn ßüs. 
25i;.f d/hHii rebt; J3a|r^en fiel 
uiib bte (B^uJaffcr lartteW uhö'bie 
IDinbe roe^ten unb an bas Qaus 
ftiegen, fiel es boc^ nic^t; benn es 
tDor auf ben $ds gegrflnbei 

26. Unb {eber, ber biefe meine 
Rebe ^ort unb tut fie nid^t, ben 
Dergleic^eic^ einem töric^tenlllanne, 
ber fein I}aus baute auf ben Sanb. 

27. Da nun ein pia^regen fiel unb 
bie (BetDäffcr lamen unb bie IDinbe 
roe^ten unb an bas Qaus ftiegen, ba 
fiel es, unb fein S^D toar groß. 



£utas. 

Qtmmel ^erab geben ben Ijeiligen 
(Beift benen, bie i^n bitten! 

auf Seifen ober Sottb. 

6t 47. 3eber, wer auci^ immer 
3U mir fommt unb meine Rebe 
^9rt unb tut fie, ben wxü id^ 
euc^ Seigen, toem er gleid^ ifi 

48. (Er ift glei^ einem Vttenjiien, 
ber ein Qaus baute, unb grub 
tief unb legte ben (Brunb auf ben 
5els. Da aber I}oc^f(ut lam, ba 
umbraufte ber Sturm {enes Qaus, 
oermo(i^te aber nic^t, es ju er* 
f(i^fittem, roeil es roo^Igebaut roar. 

49. IDer aber ^5rt unb nici^t tut, 
ber ift gleich einem Rtenfci^en, ber 
ein Qaus baute auf bie (Erbe o^ne 
(Brunb; unb ber Strom umbraufte 
es, unb alsbalb fiel es sufammen, 
unb ber Sturj Jenes Kaufes roar 
grofe. 



H. Dom Jünger nnb Oteifter. 

PgL $.37 f. 



10,24. Der 3finger ift nic^t über 
ben Illeifter, no(i^ ber Knecht über 
feinen IJerrn. 25. (Es ift bem3ünger 
genug, baß er werbe tote fein Dteifter, 
unb ber Knecht, roie fein^err. Qaben 
fie ben ^ausoater Beelsebub ge* 
feigen, tote oiel me^r werben fie 
feine I}ausgenoffen alfo feigen! 



6, 40. Der 3ünger ift nici^t 
über ben Rteifter; {eber, wenn er 
öSnig jubereitet ift, wirb fein wie 
fein Rteifter. 



U» 16. IDem aber foll l(^ bles 
(Bef^Iec^t vergleichen? 



15. 9on ben fpielenben Xinbetn. 

PgL S. 68 f. 

7» 31. Aber ber ^err fprac^: 
IDem nun foII i^ bie Rlenfd^en 
biefes (Befc^IeiJ^ts Dergleichen? unb 



II. Stfide aus ber Spruc^queHe, in ITtatt^&us un5 £u!as überliefert. 103 



niattpus. 

(Esift 
5en Kinblein gleid^. öie auf 5en 
TKarften fi^en unö rufen gegen 
i^re (BefeÜen 17. unö fprec^en: 
IDir ^aben euc^ gepfiffen, unö i^r 
^abt ni^t getanst; toir ^aben eu^ 
gellagt, unö i^r f^abt euc^ nic^t 
an öie Bruft gefc^Iagen. 

18. Denn es lam 3o^anne$, 
ag nic^t unö tränt ni(^t, fo 
fagen fie: (Er ^at öen Teufel 

19. (Es tarn öes IIlenf(i^en So^n, 
ißt unö trtnft, fo fagen fie: Sie^e, 
öer ntenfc^ ift ein 5^^ff^t unö dn 
IDeinfäufer, öer SöIIner (Befelle 
unö öer Sünöer! Unö öie IDcis* 
^eit muß fic^ rechtfertigen laffen 
oon i^ren IDerten. 



£utas. 
toem finö fie gleici^? 31. Sie 
finö qlüii öen Kinöem, öie auf 
öem niarlte fi^en unö rufen 
gegeneinanöer unö f preisen: IDir 
^aben euc^ S^pfiffen unö i^r ^abt 
xAiit getanst; toir ^aben möi ge« 
Hagt unö t^r ^abt niiit getoeini 

33. Denn es ift gelommen 3o» 
Cannes öer Qlöufer, ag niiii Brot, 
unö trani feinen IDein, fo fagt 
i^r: (Er ^at öen Qleufel. 34. (Es 
ift lommen öes Illenfc^en So^n, 
igt unö trinit; fo fagt i^r: Sie^e, 
öer nienfd^ ift ein S^^ff^^ ^^^ 
IDelnfSufer, (Befelle öer SSIIner 
unö Sünöer. 35. Unö öie XDeis« 
^eit mug fic^ rechtfertigen laffen 
Don allen i^ren Klnöem. 



X6. Dom sitriMgefommeiteit b5feit OSmon. 



t2» 43. XDenn öer unfaubre 
(Beift Don öem Illenfc^en ausge« 
fahren ift, f o öurc^roanöelt er öürre 
Statten, \uiit Ru^e unö finöet fie 
nic^t. 44. Dann fprici^t er: Zif 
wiü in mein Qaus toieöet um« 
lehren, öaraus i(j^ gegangen bin. 
Unö wenn er lommt, fo finöet 
er's leer, gelehrt unö gefc^müclt. 
45. Dann ge^t er ^in unö nimmt 
mit fici^ fieben anöere ©eifter, öie 
ärger finö öenn er felbft; unö 
wenn fie ^ineintommen , wohnen 
fie allöa; unö toirö ^emoci^ mit 
öemfelben Utenfci^en ärger berm 
oor^in. 

flifo toirö's auc^ biefem 
argen (Befc^Ie^t ge^en. 



tt, 24. IDemt öer unfaubre 
Seift Don öem Illenfc^en ausge« 
fahren ift, fo öurci^tDonöelt er öürre 
St&üm, fu(^t Ru^e, unö, finöet 
er fie nid^t, fpri(i^t er: 3c^ roill 
roieöer ^eimle^ren in mein IJaus, 
öaraus iii gegangen bin. 25. Unö 
toenn er lommt, fo finöet er's 
geteert unö gef(i^müc(i 
26. Dann ge^t er ^in, unö nimmt 
anöere ©eifter ju fic^, öie ärger 
finö bmn er feftft, fieben an öer 
3a^I; unö roemt fie ^ineintommen, 
tDo^nen fie allöa; unö toirö ^er« 
nac^ mit öemfelben Rlenfd^en ärger 
öenn öor^in. 



104 II* Stüife aus btx Sprui^quelle, in ITtatt^&us nnb Zulas überliefert. 

Das TDort ift oon Htt. öeutlt^ als <5Iei^ni$ gegeben, £f. ^at ben 
$(^Iu6fa4 ni(^t un5 bringt bas IDort im 3ufamnten^ang ber Spru^queUe 
in einen Hbf<!^nitt, ber Don TDunbem unb f)eilungen ^anbelt. (Db es toirf« 
Ixä^ als <5Iei^nis auf ,,bies arge 6ef^(e(^t" (nSntlid): 6as nad\ 2^\n Bug« 
prebigt nur no(^ fiebenmal ärger mirb) gemeint ift, mug fragli(^ bleiben, 
is lann auc^ olint Bilb Iebigli(^ eine (Erfahrung 3eigen, bie 3^fus ^it 
(bedeuten gemalt ^at. Hüerbings munbert man fi(^ bann, bag er folc^e 
mebi3inif(^e Utitteilungen gemad^t ^aben foll unb nimmt 6as IDort als 
eine ,,Kritif ' ber TDunber^eilungen. Das ift es aber fi^tlid) au(^ ni<^t. 
(Es ift tDO^I ein <bleid)nis, beffen Situation uns verloren unb bas barum 
ni^t me^r Derft&nblic^ ift. 

IT. Dom Sauerteig. 



DTatt^äus. 

15» 33. (Ein anbres (bUxiinis 
rebete er 3U i^nen: 

Das ^intntcl» 
reic^ ift einem Sauerteig gleich, 
btn ein IDeib na^m unb Derbarg 
i^n unter brci Scheffel Ute^Is, 
bis bag es gar bur^fauert toarb. 



£utas. 

X5f 20. Unb abermals fprad^ 
er: XDem foII i^ bas Reic^ (Bottes 
oerglei^cn? 21. (Es ift einem 
Sauerteige qUiii, btn ein IDeib 
na^m unb barg i^n unter brei 
Scheffel nie^Is, bis bag es gar 
burc^fauert toorb. 



3n ber Spru^queüe ftanb biefes 6Iei^nis mit bem Dom Senffom 3u« 
fammen (27). €s ^at u)o^I aud^ gan3 ft^nli^en Sinn, nur bog es bem aus 
fleinen Hnfftngen ilberraf(^enben ^fn)a(^fen bes Senflorns (roie bes 6otte$« 
rei^s) no^ bie Derborgen^eit ber Anfänge ^in3ufügt. 



XS. 9om 9Hitbeit als QHitbenfl^tet. 

Dgl. S. 38. 



XSt 12. Da traten feine 3finger 
3U i^m unb fagten 3u i^m: tDeigt 
bu aud^, bag fic^ bie p^arifaer 
ärgerten, ba fie bas IDort ^örten? 
1 3. Aber er antroortete unb fpra^ : 
3ebe Pflan3e, bie mein ^immlifc^er 
Dater nic^t gepflanst ^at, rohrb 
ausgerottet toerben. 14. £affetfie 
fahren! fie finb blinbe Blinben* 
fetter. IDenn ober ein Blinber 
einem Blinben ben IDeg roeift, fo 
werben fie beibe in bie (Brube fallen. 



6f 39. Unb er fagte 3U t^nen 
ein (bUxiixAs: Vtlaq aud^ ein 
Blinber einem Blinben btn IDeg 
toeifen? IDerben fie nici^t beibe 
in bie (Brube hineinfallen? 



II. Stüde aus 5er Spru^queüe, in ITtatt^öus unb £u!as überliefert. 105 



X9. Dom oetloteiteit S^af. 

(£!. tDo^I aus anderer (ßuelle, ntitHnfIftngen oöer(EinfIüffena.6.Spru4quene.) 

Dgl. S. 38, 57, 81. 



niatt^aus. 

t8, 10. Se^ct 3U, öafe i^r nic^t 
jemanö von öiefen Kleinen ©er» 
aifM. Denn i^ fage euc^: 3^re 
(Engel im ^imntel fe^en aHeseit 
öas flngefic^t meines Daters im 
^immeL [1 1 . Denn öes Iltenfc^en 
So^n ift lommen, feiig 3U ma^en, 
öas Derloren ift] 1 2. IDas öünfet 
eu^? IDenn irgenö ein Iltenfc^ 
^unbert Schafe ^atte unb eins 
unter i^nen fic^ oerirrte: lägt er 
niiit bie neununbneunsig auf ben 
Bergen, ge^t ^in unb fu(i^t bas 
öcrirrte? 13. Unb fo fici^'s begibt, 
bag er's finbet, malfxliiif fage ic^ 
eu(|: (Er freut fi(i^ barüber me^r 
bznn über bie neununbneunsig, bie 
nici^t perirrt finb. 



1 4. flifo auc^ iff s öor eurem Dater 
im IJimmel nici^t ber tDillc, bafe 
{emanb Don biefen Kleinen ©er* 
loren toerbe. 



£u!as. 

XSt 1. (Es nagten aber 3U i^m 
allerlei SöIIner unb Sünber, bag 
fie i^n Porten. 2. Unb bie p^a» 
rifäer unb Sc^riftgele^rten murr? 
ten unb fprad^en: Diefer nimmt 
bie Sünber an unb igt mit 
i^nen. 3. (Er fagte aber 3U i^nen 
bies (5Iei^nis unb fpra(i^ : 4. TDtU 
^er ITlenfc^ ift unter euc^, ber 
^unbert S^afe ^at, unb fo er 
beren eines oerliert, ber nic^t laffe 
bie neununbneun3ig in ber IDüfte 
unb ^inge^e nac^ bem Derlomen, 
bis baß er*s finbe? 5. Unb toenn 
er's gefunben ^at, fo legt er's 
auf feine S^ultern mit 5^^^^^^^. 

6. Unb toenn er ^eimfommt, ruft 
er feinen S^eunben unb Ilac^bam, 
unb fpri(i^t 3U i^nen: 5^^ii^t eu(^ 
mit mir; benn iöi ^abe mein 
S^af gefunben, bas oerloren toar. 

7. 3^ fage eu^: Alfo toirb au(^ 
5tcube im IJimmel fein über einen 
Sünber, ber Buße tut, Dor neun* 
unbneun3ig (Berec^ten, bie ber Buge 
nliii bebürfen. 



20. 9oit bell toibemiligeit (BSfteit. 

Dgl. S. 55f., 72, 79. 



22, 1. Unb 3cfus antwortete 
unb rebete abermal bur^ (5Iei(i^« 
niffe 3U i^nen unb fprac^: 

2. Dos 
^Immelrei^ ift gleici^ einem KS» 
nige, ber feinem So^n ^o<i^3eit 



H, 15. Da ober folc^es ^orte 
einer, ber mit 3U ttifci^ fafe, fpraci^ 
er 3U i^m: Selig ift, ber bas 
Brot ifet im Rei^ (Bottes. 16. (Er 
aber fprac^ 3U i^m: (Es toar ein 
ntenfd^, ber ma^te ein grofe 
flbenbma^I unb lub Diele ba3u. 



106 n. Stüife aus 6er SpnK^queHe, in Ulatt^ftus unb £u!as überliefert. 



niatt^Stts. 
machte 3. unö fanbte feine Kned^te 
aus, öag fie öie (Belabenen jur 
Qo^seit riefen; unb fie toollten 
niiit tommen. 4. Abermal fanbte 
er anbere Kne(i^te aus unb f prac^ : 
Saget btn Öelabenen: Sie^e, 
meine Illa^Iseit ^abe ic^ bereitet, 
meine Q>ii\en unb mein niaftoie^ 
ift gef(i^Iad^tet unb alles bereit; 
tommt 3ur Qod^jeit! 5. Aber fie 
Dera<i^teten bas unb gingen ^in, 
einer auf feinen Ader, ber anbre 
3U feiner Qantierung. 6. (Etli(i^e 
ober griffen feine Kned^te, ^o^nten 
unb töteten fie. 



7. Da bos 
ber König ^örte, roarb er 3omig, 
unb f(i^i(fte feine I}eere aus unb 
bxaiitt biefe Illdrber um unb 
Sünbete i^re Stabt an. 8. Da 
fprac^ er yx feinen Knechten: 
Die Qod^seit ift yx>ax bereit, aber 
bie Selabenen roaren's niiit toert. 
9. Darum ge^et ^in auf bie 
Strafen, unb labet 3ur I}oc^3eit, 
roen i^r finbet. 10. Unb bie 
Kned^te gingen aus auf bie Stra- 
fen unb brachten 3ufammen, tx>en 
fie fanben, Böfe unb (Bute; unb 
bie lifc^e tourben alle voVL 

II. Da ging ber König hinein, 
bie (BSfte 3U befe^en, unb fa^ 
allba einen Utenfc^en, ber ^atte 
fein ^o<i^3eitIid^ Weib an, 12. unb 
er fprac^ 3U i^m: 5reunb, wie 



£utas. 
1 7. Unb \anbte feinen Kne(i^t aus 
3ur Stunbe bes Abenbma^Is, ju 
fagen bm (Belabenen: Kommt, 
benn es ift alles bereit! 18. Unb 
ie fingen an alle nac^einanber 
Ol 3u entf(i^ulbigen. Der erfte 
fptad^ 3U i^m: 2ii ^abe einen 
Ader getauft unb mug hinaus« 
ge^en, i^n befe^en; ic^ bitte bic^, 
entjfc^ulbige mid^. 19. Unb ber 
anbre fpra(i^: 3(^ ^abe fünf 3oc^ 
Oc^fen getauft, unb ic^ ge^e {e^t 
^in, fie 3U befe^en; iä^ bitte 
bi^, entfc^ulbige mic^. 20. Unb 
ber britte fpra(i^: 3c^ ^abe ein 
XDeib genommen, barum tann ic^ 
niiit tommen. 21. Unb ber Knecht 
tam unb fagte bos feinem Qerm 
toieber. Da roarb ber Qaus^err 
3omig unb fprad^ 3U feinem 
Kne^te: (Be^e aus f^nell auf bie 
Straßen unb (Baffen ber Stabt, 
unb fü^re bie Armen unb Krüppel 
unb £a^men unb Blinben herein. 

22. Unb ber Kned^t fprac^: ^err, 
es ift gef(i^e^en, roas bu befohlen 
^aft; es ift aber no^ Raum ba. 

23. Unb ber Qerr fpra(i^ 3U bem 
Kne(i^te: (Be^e aus auf bie Stra« 
gen unb an bie 3aune, unb nötige 
fie ^ereinsutommen, auf bag mein 
Qaus Don toerbe. 24. 3(^ fage 
euc^ aber, ba^ ber Itlfinner iSeiner, 
bie gelaben finb, mein Abenbma^I 
fci^meden toirb. 



IL Stüde aus 6er Spru^queHe, in Ulatt^aus unb £ufas überliefert. 107 



niatt^Sus. 

bift 5u ^ereingetommen, unb ^aft 

bod^ fein ^o^seiUi^ Kleib an? 

(Er aber Derftummte. 13. Da 

fprac^ 6cr König 3U feinen Dienern: Binöet i^m I)5n6e unö 5ü6^» unö 

roerf et i^n in 6ie SMt^'^ts hinaus ! 6a wxxb fein ^ulen un6 Sä^ne* 

fnirfc^en; 14. 6enn öiele fin6 berufen, aber toenige fin6 ausermä^It. 

2t. Dom fta$ itn6 6eit A6Ietn. 

PgL S. 17. 

\Z, 37. Un6 fie anttDorteten un6 
fpraci^en 3U i^m : ^err, too ? (Er aber 
fprac^ 3U i^nen: too 6er £ei<i^nam ift, 
6atommenau(i^6ieH6Ier3ufammen. 



2^, 28. XDo aber 6as Aas ift, 
6a lommen 6ie AÖIer 3ufammen. 



22. Dom Dieb. 

PgL S. 17. 

2^, 42. Darum road^et; 6enn 
i^r roigt ni(i^t, roel^e Stun6e 
euer IJerr tomnten tDir6. 43. Das 
fönt t^r aber toiffen: IDenn ein 
IJaus^err wüßte, 3U toelci^er Stun6e 
6er na^t 6er Dieb tommen roollte, 
fo waiitt er un6 liege i^n niiit 
fein I}aus 6ur(i^u)ü^Ien. 44. Darum 
fei6 i^r au(j^ bereit! Denn 6e$ 
ntenf^en So^n mixb fommen 3U 
öer Stun6e, 6a i^r's nic^t meint. 



X2, 39. Diefes follt i^r aber 
toiffen: IDenn ein^aus^err roüfete, 
3U U)elc^er Stun6e 6er Dieb 
tommen roollte, fo waiite er un6 
gSbe niiit 3U, feine IDo^nung 3U 
6urc^rDÜ^Ien. 40. Auc^ i^r, fei6 
bereit! Denn 6es Utenfc^en So^n 
tDir6 tommen 3U 6er Stun6e, 6a 
t^r's nici^t meint. 



25. Dom treiteit nnb »out itittreiteit ^aus^altet. 

Dgl. S. 51 f. 



2^, 45. XDelc^er ift nun 6er 
treue un6 tluge Knecht, 6en 6er 
Qerr gefegt fat über fein ®e» 
fin6e, 6a6 er i^nen 3U reci^ter 
3ett Spelfe gebe? 46. Selig ift 
6er Kne^t, welci^en fein IJerr 
fin6et alfo tun, wtnn er tommi 
47. Sflttx>a^r, ic^ fage euc^: (Er 
tDir6 i^n über oQe feine (Büter 



12, 42. IDel^er ift nun 6er 
treue, tluge Qaus^alter, weläien 
6er ^err fefeen tDtr6 über feine 
D{enerf(i^aft, 6ag er i^nen 3U 
rechter Seit i^re (Bebfi^r gebe? 
43. Selig ift 6er Kne(i^t, roe^en 
fein IJerr fin6et alfo tun, wenn 
er tommi 44. XDa^rlic^, ic^ fage 
eud^: (Er roirb i^n fiber oQe fetne 



108 n. Si^dt aus 5er Spru^queQe, in Utait^äus unb £u!as überliefert. 



£ufa$. 

(Bütcr fc^cn. 45. So aber jener 
Knecht in feinem IJerßen fagen 
tDirö: Utein ^err cerjeuci^t ju 
fommen! unb fängt an 3u fc^Ia» 
gen Kne(i^te unb Ill&göe, auc^ 
3U effen unb 3u trinfen unb ft^ 
ooH 3U faufen; 46. fo wirb ber 
Ijerr besfcften Kneci^ts fontnten 
an bent läge, b^ er fl^ nic^t 
oerfie^t, unb 3U ber Stunbe, 
bie er nic^t meint, unb wirb t^n 
3erf<i^eitem unb wirb i^m feinen 
£o^n geben mit btn Ungläubigen. 

47. Der Kne^t aber, ber feines 
IJerrn IDillen toeiß unb ^at fi^ ni^t bereitet, auc^ nic^t nac^ feinem 
ibinen getan, ber toirb oiele Streiche leiben muffen. 48. Der es aber 
ni^t toeife, ^at aber getan, bas ber Streici^e toert ift, toirb toenig 
Streiche leiben. Denn toelc^em oiel gegeben ift, bei bem tiirb man Diel 
f u^en ; unb welchem oiel befohlen ift, von bem wirb man oiel f orbem. 



niatt^äus. 

fe^en. 48. So aber ber böfe 
Kne^t in feinem I)er3en fagen 
toirb: ntein ^err oer3euc^t! 
49. unb fangt an 3U fc^Iagen feine 
irtitfnec^te, ifet unb trinft mit 
ben ttrunf enen : 50. fo toirb ber 
IJerr besfelben Kne^ts fommen 
an bem läge, bes er fic^ ni^t 
oerfie^t, unb 3U ber Stunbe, bie 
er nid^t meint, 51. unb toirb 
i^n 3erfc^eitem unb wirb i^m 
feinen £o^n geben mit ben IJeu^« 
lern; ba wirb fein ^eulen unb 
Sä^nelnirfci^en. 



24. 9oit bell am^ertraitten Pfunben. 

Pgl. S. 37, 62 f., 75. 



25, 14. ®Iei(i^wie ein Illann, 
ber über £anb 30g, berief feine 
Kne^te, unb übergab i^nen feine 
(Büter; 15. unb einem gab er 
fünf Talente, bem anbem 3wei, 
bem britten eines, einem \eben 
naäi feinem Dermögen, unb 30g 
balb hinweg. 16. Da ging ber 
^in, ber fünf tEoIente empfangen 
^atte unb ^anbelte mit benfelbigen 
unfc gewann anbere fünf ttolente. 



t9, 11. Da fie nun 3u^orten, 
fagte er weiter ein (Bleic^nis 
borum, baß er na^e bei 3^nifalem 
war, unb fie meinten, bos Reic^ 
(Bottes foHte alfobalb offenbart 
werben, 12. unbfpraci^: (Hnoor* 
ne^mer Dtann 30g ferne in ein 
£anb, bag er ein Rei(i^ einnähme, 
unb bann wieberfäme. 13. Diefer 
berief 3e^n feiner Kne(i^te unb 
gab i^nen 3e^n Pfunb unb fprac^ 
3U i^nen: Qanbelt, bis bag ic^ 
wieberlomme. 14. Seine Bürger 
aber waren i^m feinb, unb 
f(i^i(ften 6otf(i^aft i^m nac^ unb 
liegen fagen: IDir wollen ni(^t. 



II. Stücfe aus 5er Spru^quelle, in ITlatt^Sus unb £u!as überliefert. 109 



tltattI)Sus. 
17. Desgleichen auc^, 5er jtDei 
tlalente empfangen ^atte, getoann 
ouc^ jtoei anbere. 18. Der aber 
eines empfangen ^atte, ging ^in 
unb machte eine (Brube in öie 
(Erbe unb oerbarg feines Qcrm 
(Belb. 19. Über eine lange 3cit 
lam ber ^err blefcr Kne^te unb 
^ielt Red^cnfc^aft mit i^nen. 
20. Da trat t/erßu, ber fünf tta* 
lente empfangen ^atte, unb legte 
anbere fünf latente bar unb 
fpra^: ^err, bu ^aft mir fünf 
(Ealente getan; fie^e ba, ic^ ^abe 
bamit anbere fünf ttalentc ge* 
roonncn. 21. Da fprac^ fein ^err 
ju i^m: (Ei, bu frommer unb 
getreuer Kne^t, bu btft über 
wenigem getreu gen)efen, ic^ roill 
bi(^ über oiel fc^cn; ge^e ein ju 
beines ^erm 5^cube! 22. Da 
trat auc^ ^erju, ber jroei (Ealente 
empfangen ^attc unb fprac^: ^crr, 
bu ^aft mir jtoei ttalente getan; 
fie^c ba, i^ ^abc mit bcnfelbcn 
3tt)ci anbere gewonnen. 23. Sein 
^err fprac^ ju i^m: (Ei, bu frommer 
unb getreuer Knecht, bu bift über 
wenigem getreu geu>efen, ic^ roill 
bic^ über oiel fe^en, ge^e ein 3U 
beines ^erm 5^^ube! 24. Da 
trat au^ ^erßu, ber ein ttalent 
empfangen i^atte unb fprac^ : ^err, 
ic^ rougte, bag bu ein harter 
mann bift; bji erntcft, roo bu 
ni^t gefdt ^aft, unb fammelft, 
ba bu ni^t geftreut ^aft; 25. ic^ 
fürchtete mic^, ging ^in, unb oer» 
borg bein latent in bie (Erbe. 



£ufas. 
ba^ biefer über uns ^errfc^e. 
15. Unb es begab fi^, ba er 
roicbcrlam, nac^bcm er bas Rei^ 
eingenommen ^atte, ^ieft er bie« 
fetbigen Une^te forbem, u>etc^en 
er bas (5etb gegeben ^atte, bog 
er u>ügte, roos ein iegtic^er ge« 
^anbett ^Stte. 

16. Da !am oor 
i^n ber erfte unb fpra^: ^err, 
bein Pfunb ^at je^n Pfunb er» 
roorben. 



17. Unb er fprac^ ju i^m: 
(Ei, bu frommer Knecht, bieroeit bu 
bift im geringften treu gcwefen, 
fottft bu IKa^t ^abcn über je^n 
Stäbte. 

18. Der anbere lam 
au^ unb fprac^ : ^crr, bein Pfunb 
^at fünf Pfunb getragen. 19. 3u 
bem fprad^ er auc^ : Unb bu fottft 
fein über fünf Stäbte. 



20. Unb ber britte lam unb fprac^ : 
Qcrr, fie^e ba, ^ier ift bein Pfunb, 
roetc^es ic^ ^abe im Sc^u>eigtuc^ 
begatten; 21. i^ für^tete mi^ 
oor bir, btnn bu bift ein ftrenger 
Vlann; bu nimmft, bas bu nic^t 
gctegt ^aft, unb emteft, bas bu 
nic^t gcfät ^afi 



IIO H. Stücfe aus 6er Spru^quelle, in lUatt^Sus unö £ufas Überliefert. 



tltattI)Sus. 

Sie^e, 5a ^aft 5u 5as Deine. 
26. Sein Qerr aber antoortete 
unb fpra^ ju i^nt: Du böfer 
unö fauler Une^t! IDugteft bu, 
bag ic^ fc^neibe, ba ic^ nic^t ge« 
fSt ^abe, unb fammle, ba ic^ 
ni^t geftreut ^abe, 27. fo 
foHteft bu mein (Belb 3U bcn 
IDec^flem getan ^aben, unb wenn 
ic^ gelontnten to&re, ^5tte ic^ bas 
meine ju mir genommen (roenig* 
ftens) mit 3lns. 28. Darum nehmet 
bas (Ealent oon i^m unb gebefs 
bem, ber je^n ttalente ^at 



29. Denn jebem, ber ba ^at, roirb 
gegeben roerben, unb roirb bie 
5üne ^aben; wer aber nic^t l^aif 
bem roirb auc^ bas genommen 
loerben, bas er ^at 30. Unb ben 
unnü^en Knecht roerft in bie 
5inftemis hinaus; ba tolrb fein 
Qeulen unb Sfi^netnirfc^en. 



£utas. 

22. (Er fprac^ ju i^m: Hus beinern 
ntunb richte i^ bic^, bu böfer 
.Unecht; rougteft bu, bog iäi ein 
harter IKann bin, ne^me, bas idf 
nic^t gelegt ^abe, unb ernte, bas 
iäi ni^t gefeit ^abe, 23. toarum 
^aft bu benn mein (5elb nic^i 
in bie IDec^felbant gegeben? unb 
wtnn ic^ getommen u>Sre, ^Stte 
i^'s (wenigftens) mit 3ins erf orbert. 
24. Unb er fprac^ ju btnmi bie 
babei ftanben : Ue^met bas Pfunb 
oon i^m, unb gebefs bem, ber 
3e^n Pfunb i^at 25. Unb fie 
fprac^en ju i^m: ^err, ^at er 
boc^ je^n Pfunb. 26. 3c^ fage 
euc^ aber: jebem, ber ba ^at, 
bem u>irb gegeben roeröen, oon 
bem aber, ber nic^t ^t, toirb auäi 
bas genommen toerben, bas er l^at 
27. Do^ jene meine 5^i^l>^» Me 
niäit tDoHten, bog iäi übet fie 
^errf^en foHte, bringet ^er unb 
erwürget fie oor mir! 



III. 

Doppelt überlieferte Stutfe. 



108 n. Stücfe aus 6er Sptu^queEe, in ITtatt^äus unö £u!as überliefert. 



ntattl/dus. 

fe^en. 48. So aber öer bofe 
Kne^t in feinem IJerjen fagen 
toirb: nXein ^err oerßeu^t! 
49. unb fangt an 3U f^Iagen feine 
Ittitfned^te, ißt unb trinft mit 
ben ttrunfcncn: 50. fo toirb ber 
^err besfclbcn Kne^ts lommen 
an bem lEage, bes er fi^ nic^t 
oerfie^t, unb 3u ber Stunbe, bie 
er nid^t meint, 51. unb toirb 
i^n serf^eitem unb toirb i^m 
feinen £o^n geben mit ben IJeu^» 
lern; ba roirb fein Qculen unb 
35^nclnirf^cn. 



£ulas. 

(Bfiter fe^en. 45. So aber jener 
Unecht in feinem IJerjcn fagen 
roirb: ntcin IJerr oerseuc^t 3U 
tommen! unb fangt cm ju f^Ia» 
gen Unechte unb tITSgbe, auc^ 
3U effen unb ju trinlen unb fic^ 
DoH 3U faufen; 46. fo toirb ber 
^err besfelbcn Kne^ts lommen 
an bem läge, bes er fi^ nidii 
oerfic^t, unb 3U ber Stunbe, 
bie er ni^t meint, unb toirb i^n 
3erf^eitcm unb roirb i^m feinen 
£o^n geben mit ben Ungläubigen. 

47. Der Knecht aber, ber feines 
^errn tDillcn toeiß unb ^at fi^ nic^t bereitet, au^ nic^t nac^ feinem 
ibillen getan, ber roirb oicie Streiche leiben muffen. 48. Der es aber 
ni(^t toeiß, ^at aber getan, bas ber Streiche roert ift, roirb toenig 
Streiche leiben. Denn roclc^cm oiel gegeben ift, bei bem tibirb man oiel 
fuc^en; unb toelc^em t)iel befohlen ift, von bem roirb man t)iel forbem. 

24. Don bett anoertrattten Pftinbeit. 

Dgl. S. 37, 62 f., 75. 

t9, 11. Da fie nun 3ut|örten, 
fagte er rociter ein (Bleic^nls 
barum, ba^ er naf^e bei 3erufalem 
roar, unb fie meinten, bas Rdc^ 
(5ottes fönte olfobalb offenbart 
toerben, 12. unb fprac^: (Ein oor« 
ne^mer IlTann 30g ferne in ein 
£anb, baß er tin Rei^ einnähme, 
unb bann toieberläme. 13. Dicfer 
berief 3e^n feiner Knechte unb 
gab i^nen 3e^n Pfunb unb fprac^ 
3U i^nen: ^anbelt, bis baß i(^ 
toiebcrlomme. 14. Seine Bürger 
aber tooren i^m feinb, unb 
fc^idten Botf^aft i^m na^ unb 
liegen fagen: IDir toollen nic^t, 



25, 14. <5Ieic^tDie ein tITann, 
ber über £anb 30g, berief feine 
Knechte, unb übergab i^nen feine 
(5üter; 15. unb einem gab er 
fünf iaiente, bem anbtxn 3tDei, 
bem britten eines, einem [eben 
naäi feinem Dermogen, unb 30g 
bdb ^intoeg. 16. Da ging ber 
^in, ber fünf ttalente empfangen 
^atte unb ^anbelte mit benfelbigen 
unfc getoann anbere fünf lolente. 



^ II. Stücfe aus 6er Spru^quelle, in ITlatt^Sus uriö Cufos überliefert. 109 



tltattl)aus. 
17. Desgleichen auc^, 5er jtoei 
TEalcnte empfangen ^atte, getoann 
auc^ jtoei anöere. 18. Der aber 
eines empfangen ^atte, ging ^in 
unö machte eine <5ruBe in bie 
(Erbe unb tjerbarg feines ^erm 
(Belb. 19. Über eine lange Seit 
lam ber IJerr biefer Knechte unb 
^ielt Red^enfc^aft mit i^nen. 
20. Da trat ^erßu, ber fünf tta* 
lente empfangen ^atte, unb legte 
anbere fünf latente bar unb 
fpra^: IJerr, bu ^aft mir fünf 
(Ealente getan; fie^e ba, i(^ ^abe 
bamit anbere fünf ttalente ge* 
roonnen. 21. Da fprac^ fein ^err 
3u i^m: (Ei, bu frommer unb 
getreuer Knecht, bu bift über 
toenigem getreu getx)efen, ic^ roill 
bxii über oiel fe^en; ge^e ein ju 
beines Qerm 5^^^^^^! 22. Da 
trat au(^ ^crßu, ber jwei ttalente 
empfangen ^atte unb fpra^: ^err, 
bu ^aft mir jtDei latente getan; 
fie^e ba, l^ ^abe mit benfetben 
3tt)ei anbere gewonnen. 23. Sein 
^err fprac^ ju i^m: (Ei, bu frommer 
unb getreuer Knecht, bu bift über 
toenigem getreu getoefen, i(^ roill 
bic^ über oiet fe^en, ge^e ein 3U 
beines IJerm S^eube! 24. Da 
trat auc^ ^erßu, ber ein latent 
empfangen ^atte unb fprac^ : ^err, 
{^ rougte, bag bu ein harter 
ntann bift; byi ernteft, roo bu 
nic^t gefät ^aft, unb fammetft, 
ba bu ni^t geftreut ^aft; 25. ic^ 
fürchtete mic^, ging ^in, unb oer» 
barg bein latent in bie (Erbe. 



£ufas. 
ba^ biefer über uns ^errf^e. 
15. Unb es begab fic^, ba er 
tt)ieberlam, na^bem er bas Reic^ 
eingenommen ^atte, ^ieft er bie« 
f eibigen Kne^te forbem, roel^en 
er bas (5elb gegeben ^atte, ba^ 
er mügte, mos ein iegti^er ge« 
^anbelt ^atte. 

16. Da lam oor 
i^n ber erfte unb fpra^: ^err, 
bein Pfunb ^at yt^n Pfunb er* 
roorben. 



17. Unb er fprac^ 3u i^m: 
(Ei, bu frommer Knecht, bieroeit bu 
bift im geringften treu gewefen, 
foöft bu IKac^t i^ahtn über 3e^n 
Stäbte. 

18. Der anbere lam 
au^ unb fprac^: ^err, bein Pfunb 
^at fünf Pfunb getragen. 19. 3u 
bem fprad^ er auc^ : Unb bu f ottft 
fein über fünf Stdbte. 



20. Unb ber britte tarn unb fpra^ : 
IJerr, fie^e ba, ^ier ift bein Pfunb, 
roelc^es i^ ^abe im Sc^roeigtuc^ 
begatten; 21. i^ fürchtete mic^ 
oor bir, benn bu bift ein ftrenger 
titann; bu nimmft, bas bu ni^t 
getegt ^aft, unb ernteft, bas bu 
ni^t gefät ^afi 



110 n. Stücfe aus 6er Spru^qucÜe, in lUott^ftus unb Cufos Überliefert. 



tltattI)Sus. 

Sie^e, 5a ^aft 5u 5as Deine. 
26. Sein Qerr aber antoortete 
unb fprac^ ju i^m: Du böfer 
unb fauler Kne^t! IDuftteft bu, 
ba^ iäi fc^neibe, ba ic^ ni^t ge« 
fSt ^abe, unb fantmle, ba ic^ 
nic^t geftreut ^abe, 27. fo 
foHteft bu mein (5elb ju ben 
IDec^flem getan ^aben, unb toenn 
xäi gelontmen toäre, ^5tte ic^ bos 
meine ju mir genommen (roenig* 
ftens) mit 3ins. 28. Darum nehmet 
bas JLaUnt von i^m unb gebefs 
bem, ber je^n (Ealente ^ai 



29. Denn jebem, ber ba l^ai, wirb 
gegeben toerben, unb toirb bie 
Sülle ^aben; toer aber nic^t f^ai, 
bem roirb auc^ bas genommen 
loerben, bas er ^at 30. Unb ben 
unnü^en Knecht roerft in bie 
5htftemis hinaus; ba toirb fein 
f}eu(en unb Sfi^netnirfc^en. 



£u!as. 

22. (Er fprac^ ju i^m: Hus beinern 
niunb richte ic^ bid), bu böfer 
.Kne^t; toufeteft bu, ba% iäi ein 
harter titann bin, ne^me, bas i^ 
nic^t gelegt ^abe, unb ernte, bas 
i^ ni^t gefeit ^abe, 23. toarum 
^aft bu benn mein <5elb nic^i 
in bie IDec^felbant gegeben? unb 
toenn ic^ ge!ommen toSre, ^Stte 
i^'s (toenigftens) mit 3ins erf orbert. 
24. Unb er fprac^ ju benen, bie 
babei ftanben : nehmet bas Pfunb 
oon i^m, unb gebefs bem, ber 
je^n Pfunb i^at 25. Unb fie 
fprac^en ju i^m: IJerr, ^t er 
boc^ je^n Pfunb. 26. 3c^ fage 
euc^ aber: jebem, ber ba ^at, 
bem u>irb gegeben toeröen, oon 
bem aber, ber nic^t f^aif toirb auän 
bas genommen toerben, bas er ^at. 
27. Doc^ jene meine S^^i^^e, bie 
nic^t tooUten, bag ic^ aber fie 
^errfc^en foHte, bringet ^er unb 
ertoürget fie oor mir! 



III. 

Doppelt überlieferte Smt. 



112 



IIl. Doppelt überlieferte StiSidt. 



\. dtt$ lRaritt$ mb Ht 

25. Dom £i<^t attf 6em £ett<^ter. 

Dtemtal erhalten: lUarfus 4, 21 u. 

£u!as 8, 16 (in 5er £)auptfa^e aus 

lUarfus) ; 

Xltatt^ätts 5, 14— 16 u. Cufas 1 1 , 33 (in 
6er £)auptfa^e aus 6er Spru^quelle). 

lUan beadbte 6ie Ban!, als (L^axah 
teriftifum oer Utarfus-Überlieferung. 

Dgl. S. 14, 38 f., 60. 



26. Don 6er Cnt^fllttttg 6e$ 
Derborgenen. 

Diermal: ITlarfus 4, 22 u. £u!as 8, 17 

(in 6er EJauptfac^e aus 6er lUarfus» 

Quelle); 

lUatt^äus 10, 26f. u. £u!as 12, 2f. 
(aus 6er Spruc^queüe). 

Dgl. $. 38 f. 



nXarlus. 

4f 21. Unb er fprac^ yx i^nen: 
Dient au^ ein Ziäft baju, bag 
mon's unter ben Scheffel ober 
unter bie Banl fe^e? Iltit nic^- 
ten, fonbern bafe ntan's auf ben 
£eu^tcr fe^e. 



4f 22. (Es ift nichts oerborgen, 
benn ba^ es geoffenbart ©erbe, 
unb ift nichts ^eimlic^, btnn ba^ 
es an ben lag lomnte. 



4, 23. IDer ®^ren ^at 3U ^örcn, 
ber ^ore. 24. Unb fpra^ 3U l^nen: 
Sc^et ju, tDos i^r ^öret Ulit 
welcherlei Iltafe i^r meffet, wkb 
eu^ genteffcn tocrben; unb man 
toirb euc^ no^ jugeben. 



III. Doppelt Überlieferte Stficfe. 



113 



tltatt^Sus. 



5, 14. 3^r feib bas £ic^t 5er 
IVeli (Es mag bie Stabt, bie auf 
einem Berge Hegt, nic^t oerBorgen 
fein. 15. Utan jänbet auc^ nic^t 
ein £ic^t an unb fe^t es unter 
ben Scheffel, fonbem auf ben 
£euc^ter; fo lenktet es benn allen, 
bie im ^aufe finb. 16. flifo lafet 
euer £ic^t leuchten oor ben £euten, 
ba^ fie eure guten XDerf e fe^en unb 
euren Dater im Qimmel preifen. 



tO, 26. So färbtet tnäi benn 
ni^t oor i^nen. Cs ift ni^ts 
Derpnt, bas nic^t ent^fillt roerben 
toirb, noäi oerborgen, bas ni^t 
lunb toerben roirb. 27. IDas id^ 
eu(^ fage in ber Sl^ft^tnis, bas 
rebet im Oc^t; unb roas i^r ^ört 
in bas (DlfCf bas prebigt auf btn 
Dfic^em. 

7, 1. Rietet ni^t, auf baß i^r 
nic^t gerichtet roerbet. 2. benn mit 
tDcIc^erlei ©eric^t i^r richtet, toerbet 
i^r gerichtet roerben, unb mit 
toelc^erlei IKag i^r meffet, toirb 
euc^ gemeffen toerben. 



£ulas. 

8, 1 6. niemanb aber mac^t ein 
£tc^t an unb bebecffs mit einem 
(Befftfe ober fe^fs unter eine 
Banl; fonbem er fe^fs auf einen 
£euc^ter, auf bag, roer ^ineinge^t, 
btn S^ein fe^e. 



t tf 33. niemanb mac^t ein £ic^t 
an unb fe^t es an einen ^eim« 
liefen ®rt, fonbem auf ben 
£cuc^ter, auf ba^, wer hinein« 
ge^t, bie QeHigleit fe^e. 



8, 17. Denn es ift nichts oer» 
borg^, bas nic^t offenbar toerbe, 
auäi nichts ^eimlic!^, bas nic^t 
htnb roerbe unb an btn JLaq tomme. 

12, 2. nichts ift aber tief oer- 
I)fint, bas nic^t ent^fillt toerben 
oirb, noc^ oerborgen, bas nic^t htnb 
toerben ojirb. 

3. Darum, oas i^r 
in ber 5^*^^^ f^Ö*» l^ös u)irb 
man im £id^t ^dren; o^as i^r rebet 
ins ®^r in ben Kammern, bas toirb 
man auf ben DSc^em prebigen. 



8, 1 8. Seilet alfo, toie üfc I|dret. 

[6, 38. Denn mit U)elc^em ttlage 
i^r meffet, wvtb eu^ u)ieber ge» 
meffen toerben.] 



Anu<5 46: tD eiltet, <5(ei^niffe 3<fu. 3. HufL 



8 



114 



in. Doppelt Überlieferte Stücfe. 



27. Dom Senftom. 

Iltarfus4, 30—32. lUatt^&us 13, 31 f. 

(aus 5er ITlar!us«(Quene, bei Xltatt^. 

finöen fi^ {eöo^ aud^ HnflSnge an 

bit Spru^queEe). 

mt. 13, 31 f. £ufas 13, 18f. (aus 5er 
Spru^queÜe, ^ier toar es als 6e« 
fffii^te ersS^It: ein VXann na^muftD. 
l)ier tDir5 6ie Kleinheit nt^t befonöers 
betont, 5as ^lei^nis 5ent t>ont Sauer* 
teig ö^nli^er, t>gl. S. 104). 



28. Dom $al). 

lUarfus 9, 49f . (aus 6. ntarfus^dluelle). 

Xltatt^äus 5, 13. £ufas 14, 34f. (aus 
5er Spru^queÜe, für 5ie „öumnt 
iDirö" unö 5er tla^fa| be3ei^nen5 
fin5. Das 6Iei^nis gel^t 5o^ ido^I 
auf 5ie 3ünger, toie ITlt. un5 £!. 
tDOlIen, l^er feine SteEung bei Ulf. 
DgL $. 45 f.). 



29. Die Deel)ebttl9lei<^iti|fe. 

lUarfus 3, 22—27 
(aus 5er ITtar!tts*(l)uene). 



tITartus. 

25. Denn toer ba ^at, bem tpirb 
gegeben; unb toer ni^t ^at, von 
bent toirb auc^, toas er ^at, ge« 
nontmen toerben. 

26—29 f. S. 122. 

4f 30. Unberfpra^: IDemfoI*i 
len rotr bas Reic^ (5otte$ Der« 
gleichen? unb burc^ roelc!^ (Sleic^« 
nls toollen rolr es oorbilben? 
31. Dem Senffom, bos, vottm es 
gefdt roirb aufs £anb, fo iff s 
bas tieinfte unter allen Samen 
auf (Erben; 32. unb roenn es 
geffit ift, fo ge^t es auf unb mxxb 
grdger benn alle Uo^Itrfiuter unb 
getoinnt groge Stoeige, alfo bag 
bie Dögel unter bem Qimmel 
unter feinem Schatten n)oT)nen 
lönnen. 

9r 49. (Es mug ein jeglicher mit 
5euer gefaljen toerben [unb alles 
©pfer rolrb mit Salj gefalsen]. 
50. Dos Salj ift ein gut Ding; 
fo aber bas Sal} foljlos cDtrb, 
tDomit roerbct i^r es toürsen? 
Qabt Sal} bei euc^, unb |a6t 
Stieben untereinonber. 



III. Doppelt überlieferte Stücfe. 



115 



IKatt^äus. 

\5f 12. Titnn icbcm 6cr ^at, 
öem wirb gegeben toerben, bag er 
Me SüHe ^aBe; toer aber nic^t ^at, 
Don bem roirb auc^ genommen 
roerben, roos er ^at. 

tS, 31. (Ein anber (Sleic^nts 
legte er i^nen oor unb fprac^: 



Dos f}tmmelrei(!^ ift gleic^ einem 
Senffom, bos ein IUenfc^ na^m 
unb fäte auf feinen flder; 
32. toelc^es bas lleinfte ift unter 
allen Samen; toenn es aber er* 
roäc^ft, fo ift es größer als bie 
Ko^Krduter unb roirb ein Baum, 
alfo bag bie Dögel unter bem 
IJimmel tommenunb roo^nen unter 
feinen Stoeigen. 



5, 13. 3I|r fetb bas Salj ber 
(Erbe. IDo aber bas Salj bumm 
toirb, roomit foll man's falsen? 
(Es taugt ju nichts ^infort, btnn 
bQ% man es ^inausfc^ütte unb 
laffe es bie £eute jertreten, 

X 2, 22. Da warb ein Befeffener 
ju i^m gebracht, ber roar bitnb 
unb ftumm; unb er feilte i^n, 
alfo bai ber Blinbe unb Stumme 
betbes rebete unb fa^. 23. Unb 



£u!as. 

8, 18. Denn toer ba ^at, bem 
roirb gegeben; toer aber nic^t f^ai, 
von bem roirb au^, mos er ju 
^aben meint, genommen »erben. 

X5f 18. (Er fpra^ aber: IDem 
ift bas Reic^ (bottes gleic^, unb 
toem foH ic^'s Dergleichen? 

19. (Es 
ift einem Senflom gleic^, bas 
ein nXenfc^ na^m unb warf s in 
feinen (Barten; unb es touc^s, 
unb warb ein Baum, unb bie 
Dögel unter bem ^immel wohnten 
unter feinen Stoeigen. 



H, 34. Das Salj ift ein gut 
Ding; wo aber au^ bas Salj 
bumm wirb, womit wirb man's 
wür3en? 35. Cs ift weber auf 
bas £anb no(^ in ben IKift nü^e, 
fonbem man wirb's ^inausf ^ütten. 
IDer (D^ren l^ai 3u ^ören, ber ^öre! 

XX, 14. Unb er trieb einen 
tteufel aus, ber war ftumm. Unb 
es gef^a^, ba ber tteufel ausfuhr, 
ba rebete ber Stumme. Unb bie 
IKaffen oerwunberten fic^. 1 5. (Et» 

8* 



116 



HL Doppelt überlieferte Stücfe. 



6egen IVtf . ftimmenlUt. un6£f . über* 
ein in 6en Säulen ITlt. 26 b— 28, 30 = 
£!. 18 b— 20, 23 unö au^ Dörfer 
in mannen XDenbungen. Dos alles 

Stammt alfo aus 6er Spru^queÜe, 
^et au^ iDo^l 5ie abtpeicqenöe 5onn 
Don £!. 21—22 am beften entfpri^t. 

[lYtf. ijatte toefentli^ nur 6as 
6leidbnis t>om uneinigen Hei^ als 
Dertetöigung 3^fu gegen 5en Dor« 
iDurf 5es lEeufelsbünöniffes, 6ie 
Spru^queüe f^ai noi^ anöere, f(^ta> 
genbere 6e6an!en.] 



[♦) Das 3^ ift ni^t 3efus, fon» 
bern = man; ber Sa^ fpti^t eine 
aEgemeine (Erfahrung aus.] 



nXarfus. 

5, 22. Die Sc^riftgele^rten aber, 
öie oon 3erufalcm ^erabgefommen 



U)aren, fpraci^en: (Er ^at 6en 
Beelsebul, unb burc^ ben 6berften 
ber tteufel treibt er bie tteuf el aus. 
23. Unb er rief fie äufammen 
unb fprac^ ju l^nen in ©leici^» 
niffen: IDie tann ein Satan btn 
anbem austreiben? 24. IDenn ein 
Rei^ mit fic^ felbft uneins roirb, 
tann es nid^t befte^en. 25. Unb 
roenn ein I}aus mit fic^ felbft 
uneins roirb, fo roirb es nic^t be» 
fte^en Knnen. 26. Unb toemt fic^ 
ber Satan roiber fi^ felbft fe%t, 
fo muß er uneins fein unb lann 
nic^t befte^en, fonbem es ift aus 
mit i^m. 



27. (Es lann niemanb in eines 
Starlen IJaus fallen unb feinen 
f}ausrat ausrauben; es fei benn, 
i>a% er suoor ben Starten binbe 
unb olsbann fein Qaus ausraube. 



in. Doppelt überlieferte Stücfe. 



117 



ntatt^ftus. 

bie ganjen ntaffen entfetten fi^ 
unb fpraci^en: 3ft biefer nic^t 
Daotbs So^n? 24. Hber bie 
P^orifäer, ba fle es ^5rten, 
fpra^cn fie: (Er treibt bie tteufcl 
ni(^t anbers aus benn bur^ Beel« 
jebul, ben ©berften ber ieufeL 
25. 3efus oema^m aber i^re (Be* 
banlen unb fprad^ 3U irrten: (Ein 
ieglic^ Rcic^, fo es gegen fl^ 
felbft uneins toirb, bos toirb rofifte; 
unb eine ieglic^e Stabt ober Qaus, 
fo es gegen fic^ felbft uneins roirb, 
toirb nic^t beftc^en. 26. Unb wenn 
ein Satan ben anbem austreibt, 
fo mufe er mit fi^ felbft uneins 
fein; u)ie rolrb benn fein Rei^ 
ftc^en? 27. IDenn ic^ bie tEeufel 
burc^ Beelsebul austreibe, bur^ 
toen treiben fie eure Kinber aus? 
Darum werben fie Richter fein 
Aber euc^. 28. XDenn ic^ aber 
bur^ ben (5eift <5ottes bie lEeufel 
austreibe, fo ift ja bas Reic^ 
<5ottes 3u euc^ getommen. 
29. (Dber toie tann jemanb in eines 
Starlen IJaus fallen unb feinen 
IJausrat rauben, es fei benn, ba% 
er juoor bm Starlen binbe, unb 
aisbann fein IJaus ausraube? 



30. IDer ni^t mit mir*) ift, ber 
ift toiber mid^; unb ©er ni^t mit 
mir fammelt, ber jerftreut. 



£utas. 
Ii(^e aber unter i^nen fpraci^en: 



(Er treibt bie tteufel aus burc^ 
Beeljebul, ben (Dberften ber (Ecu* 
fei. 16. Die anbem aber oer« 
juchten i^n unb begehrten ein 
3ei(^en oon i^m oom QimmeL 

17. (Er aber oema^m i^re Über» 
legungen unb fprac^ ju i^nen: (Ein 
ieglic^ Rei^, fo es mit fi^ felbft 
ganj uneins u>irb, bas wirb rofifte, 
unb ein Qaus f&nt über bas 
anbre. 18. IDenn nun ber Sa» 
ianas anii mit fic^ felbft ganj 
uneins roirb, roie wirb fein Reici^ 
bcfte^en? — bieroeil i^r fagt, ic^ 
treibe bie (Eeufel aus burc^ Beet 
3ebuL 19. So aber ic^ bie 
Teufel burc^ Beeljebul austreibe, 
burd^ wen treiben fie eure Kinber 
aus? Darum werben fie Richter 
fein fiber eu^. 20. IDenn ic^ 
aber bur^ (Bottes Sinqex bie 
tteufel austreibe, fo ift ja bas 
Reid^ (5ottes ju euc^ gelommen. 
21. IDenn ein ftarter (Bewappneter 
feinen palaft bewahrt, fo bleibt 
bas Seine mit Stieben. 22. IDenn 
aber ein Stärlerer über i^n ^er« 
fsnt unb flberwinbet i^n, fo 
nimmt er i^m feinen IJamifd^, 
barauf er fic^ oerließ, unb teilet 
feinen Raub aus. 23. IDer nic^t 
mit mir ift, ber ift wiber mi^; 
unb wer ni^t mir fammelt, ber 
jerftreut. 



118 



IIL Doppelt überlieferte Stücfe. 



2. UnfiSitnt Qetittitft. 

30. Dom Baum ttnb fehtett 
Srli<^teit. 

irtott^öus 7, 15—20. Cufos 6, 43-45. 
irtatt^äus 12, 33—35. 

(£u!as 6 unö IVtatt^äus 12 Spruch- 

quelle, lUatt^Sus 7 t)ieEei(^t blog 

eine Umgeftaltung von ITIt. 12.) 

Sunt Sinn vqt S. 38. 

[Die Be3ie^ung 6es 61. auf „falfc^e 
Propheten" tft von Htt. eingetragen, 
ebenfo tpie nac^^er in 7, 22, vql. 
mit £!. 6, 40; 6as tDort ift gan3 
aügemein ju ©erfte^en.] 



tltar!us. 



3t. Dom Ji>8t (etotfe^reitben 
^aus^emt. 

marfus 13, 33—37. £tt!as 12, 35—38. 

(ITlarfus 13 ntarfusquelle. £u!as 12 

Spruc^queüe?) 

S. 51 f. 



tS, 33. Se^et 3U, toac^et unb 
betet; benn i^r toifet nic^t, »onn 
es 3eit ifi 34. (5Ieic^ als ein 
ntenf^, ber über £anb 30g, unb 
liefe fein IJaus unb gab feinen 



IIL Doppelt fiBetliefette Stücfe. 



119 



tltattl)äus. 

7, 15. Sc^et euc^ oor oor öen 
falf^en Propheten, bie in Sc^af$> 
Heibcm ju euc^ lommcn, intoenbig 
aber finb fle reifeenbe IDöIfe. 
16. Hn il/ren Srü^tw follt ll/r 
fie ertennen. Kann man auc^ 
([rauben lefen von ben Domen 
ober Seigtn von bcn Dtfteln? 
1 6. fUfo ein {egli^er guter Baum 
bringt feine 5i^<^te; aber ein 
fauler Baum bringt böfe Stützte. 
18. (Ein guter Baum tann nic^t 
böfe 5i^^te tragen, unb ein 
fauler Baum tann nic^t feine 
5rfl^te tragen. 1 9. (Ein jegli^er 
Baum, ber nic^t gute 5i^<^te 
bringt, toirb abgehauen unb ins 
5euer geworfen. 20. Darum an 
i^ren Stückten foIIt i^r fie erlennen. 

X2, 33. Se^et enttoeber einen 
feinen Baum, fo toirb bie 5^^^* 
fein; ober fe^et einen faulen Baum, 
fo u)irb auc^ bie Smiit faul. 
Denn an ber 5nic^t roirb ber 
Baum erlannt 34. 3^re ©ttem« 
gQfic^te, u)ie Idnnt i^r (5utes 
reben, bietoeil i^r bSfe feib? 
Denn toes bas fjerj voü ift, bes 
ge^t ber IlTunb über. 35. Der 
gute nienfc^ bringt (Butes ju» 
tage aus bem guten Sc^a^, unb 
ber böfe Ittenfc^ bringt Böfes 
jutage aus bem böfen Schafe. 



£utas. 



6, 43. Denn es ift lein feiner 
Baum, ber faule 5^^t bringe, 
unb anbererfeits lein fauler Baum, 
ber feine S^ic^t bringe. 44. Cin 
{egli^er Baum toirb an feiner 
eigenen S^ic^t erlannt Denn 
man lieft nic^t 5^igen oon btn 
Domen, auc^ ni^t Q^rauben Don 
btn IJedten. 45. Der gute IKenfci^ 
bringt bas <5ute ^eroor aus bem 
guten Sc^a^ feines Ijersens; unb 
ber böfe nienfc^ bringt bas Böfe 
^eroor aus bem Böfen. Denn 
toes ein Qer} voü ift, bes ge^t 
ber IlTunb über. 

t2, 35. £affet eure Zmbm um« 
gürtet fein unb eure £ic^ter 
brennen, 36. unb feib gleich ben 
nienfc^en, bie auf i^ren Qerm 
toarten, wann er aufbrechen toirb 



120 



III. Doppelt überlieferte Stüde. 



ntarlus. 

Knechten Vflaäti, einem jeglichen 
fein IDerl, unb gebot bem lEür» 
^üter, er foHte roac^en. 35. So 
tDac^et nun; bmn i^t wi^i nxiit, 
mann ber ^err bes IJaufes lommt; 
ob er tommt am flbenb ober ju 
ntittemac^t ober um ben ^a^nen» 
f(!^tei ober bes titorgens; 36. auf 
bag er nic^t fernen tomme, unb 
flnbe euc^ fci^Iafenb. 37. IDos 
ic^ aber euc^ fage, bas fage ic^ 
aÜen: IDac^et! 



£utas. 

oon ber Qoci^jeit, auf ba^, wenn 
er lommt unb anllopft, fie i^nt 
alsbalb auftun. 37. Selig finö 
bie Kneci^te, bie ber ^err, fo er 
lommt, roaci^enb finbet. IDa^rlicft, 
iil fage euc^: (Er wirb fic^ auf« 
fc^ürsen unb roirb fie 3U (Eifd^ 
fe^en unb oor i^nen ge^en unb 
i^nen bienen. 38. Unb fo er 
tommt in ber anbem IDac^e unb 
in ber britten IDaci^e, unb roirb's 
alfo finben : feiig finb biefe Knechte ! 



121 

IV. Sonöcrübcriicfcrungcn bei öcn cinscincn 

€t)angcliftcn. 

1. (Ein Si&A Sonöergut bei ntarftits. 

32. Vom tOa^ftn htt Saat 

DgL S. 20, 29, 43, 67 f. 

4, 26. Unö er fprac!^: Dos Rctc^ (Bottcs ^at m alfo, als toenn 
ein ntenfc^ Samen aufs £an6 toirft 27. unö fc^Iäft unö fte^t auf, 
nac^t unb trag. Unb ber Same ge^t auf unb tDS^ft, bag er's nic^t 
weife; 28. benn bie (Erbe bringt oon i^r felbft ßum erften bas (Bras, 
banac^ bie fl^ren, banac!^ btn ooHen IDeißen in bm fl^ren. 29. IDenn 
fie ober bie S^uc^t gebrad^t ^at, fo fc^idft er balb bie Sici^el ^in; benn 
bie (Ernte ift ba. 

2. Befonöere Überlieferungen bei ntattf^Sus. 

33. Von bet $taM onf beut Berge. 

5, 14. 3^r feib bos £id|t ber IDelt. (Es lann bie Stabt, bie auf 
einem Berge Hegt, rdiit ©erborgen fein. 

Der Spruch ift auc^ in btn — loa^rfc^einlic^ aus bem Agi)pter« 
et)angeltuin ftammenben — „Sprüchen 3efu" überliefert unb lautet bort 
fo: £ine Stabt, bte auf bem (Bipfei eines ^o^en Berges gebaut ift unb 
feftgegrünbet, fann nic^t fallen nod^ verborgen fein. 

34. Vom Unirattt uittet bem tOeiseit. 

15, 24. (Er legte i^nen ein anberes (Slexiims por unb fprac^: Das 
Himmelreich ift gleic^ einem HTenf(!^en, ber guten Samen auf feinen 
fldter fäte. 25. Da aber bie £eute fci^Iiefen, lam fein S^tnb unb fäte 
Unlraut stoifci^en ben tDeißen unb ging baoon. 26. Da nun bas Kraut 
rouc^s unb Sxniii brachte, ba fanb fi(!^ auc^ bas Unfraut. 27. Da 
traten bie Kneci^te 3U bem ^ausoater unb fpraci^en: IJerr, ^aft bu 
nic^t guten Samen auf beinen fldter gefät? IDo^er ^at er benn bas 
Unfraut? 28. (Er fprac^ 3U i^nen: Das ^at ein 5^lttb getan. Da 
fprac^en bie Knechte: IDillft bu benn, bag roir ^inge^en unb es aus« 
jäten? 29. (Er fprac!^: ITein! auf ba^ i^r nic^t sugleic^ ben üDeijen 
mit ausrauft, fo i^r bas Untraut ausjätet 30. £affet beibes mitein« 
anber toaci^fen bis jur (Ernte; unb um ber (Ernte 3eit toill iii yx ben 
Schnittern fagen: Sammelt jupor bas Unfraut unb binbet es in Bünblein, 
ba^ man es oerbrenne; aber ben IDeijen fammelt mir in meine Seidener. 



122 IV. Sonöerüberliefcrungcn bei bm cinjclncn (Eoangeliften. 

Die Deutung. 

34. So^es alles reöete 3efus burc^ (5Iei(!^niffe ju öem OoH, unb 

o^ne (Bleic^nis reöete er nic^t ju i^nen; 35. auf bai erfüllt würbe, 

bas gefagt ift burc^ öen Propheten, ber ba fprici^t: ,,3c^ tDiU meinen 

ntunb auftun in (Bleici^niffen, unb toill ausfpreci^en bie IJeimltci^Ieiten 

pon Anfang ber DJeli" 36. Da liefe 3efus bas OoH oon fic^ unb tarn 

^eim. Unb feine 3ünger traten ju i^nt unb fpraci^en: Deute uns bas 

(Bleic^nis oont Untraut auf bent Ader. 37. (Er anttoortete unb fprac^ 

3U i^nen: Des BTenfci^en So^n ift's, ber ba guten Samen fät 38. Der 

Hier ift bie IDelt. Der gute Same finb bie Kinber bes Reichs. Dos 

Uniraut finb bie Kinber ber Bos!|eit. 39. Der Seinb, ber fie fät, ift 

ber (EeufeL Die (Ernte ift bas (Enbe ber IDeli Die S^nitter finb bie 

€ngeL 40. (Bleic^toie man nun bas Unfraut ausjätet unb mit S^uer 

oerbrennt, fo wixVs auii am (Enbe biefer IDelt ge^en. 41. Des Uten» 

(!^en So^ toirb feine (Engel fenben; unb fie tuerben fammeln aus 

einem Reic^ alle flrgemiffe, unb bie ba unrecht tun, 42. unb toerben 

ie in ben 5^werofen u)erfen; ba toirb fein ^eulen unb 3fi^nelnirfc^en. 

43. Dann werben bie (Bereci^ten leuchten toie bie Sonne in i^res Oaters 

Reic^. IDer ©^ren ^at, ju ^ören, ber ^öre! 

[tü&^renb 6te Deutung bes (bleic^ntffes 6as^(bert(^t mit (Eifer ausmalt, 
ge^t bas 6Ietc^nis felbft beutlic^ gegen bm Übereifer, ber nic^t iDarten 
tanrif bis 6ott bie Sc^eibung DoUste^t. — Die gegen bie (Ec^t^ett btefes 
6eban!ens unb bes 6Ieic^ntffes vorgebrachten (brfinbe ge^en rote immer 
Don ber falfd^en Hüegorie ber Deutung aus unb finb bes^alb nic^t ftic^» 
faltig.] 

35. Vom $4^^ im Mtt. 

Dgl. 5. 18, 20, 22, 25, 71. 

|3, 44. Abermals ift gleic^ bas IJimmelreic^ einem oerborgenen 
Siiaii im flder, roe^en ein ütenfc!^ fanb, unb oerbarg i^n unb ging 
^in oor S^^^wben fiber benfelbigen unb oerlaufte alles, toas er ^atte, 
unb laufte ben flder. 

36. Von htt fSttli^en Perle. 

DgL S. 20. 

13, 45. Abermals ift gleic!^ bas I}immelrei(!^ einem Kaufmann, ber 
gute perlen fuci^te. 46. Unb ba er eine löftlic^e perle fanb, ging er 
|in unb oerlaufte alles, tuas er ^atte, unb laufte biefelbige. 

37. Vom $if4ne^. 

|3, 47. Abermals ift gleic!^ bas IJimmelreic^ einem Ile^e, bas ins 
tHeer getuorfen ift, bamit man allerlei (Battung fängt 48. IDenn 



Bei tltati^dus. 123 

es aber ooll ift, fo jle^en fle es heraus an öas Ufer, fi^en unö lefcn 
öle guten in ein (5efä| jufammen; aber öle faulen toerfen fle tueg. 
49, Alfo rolrb es auc^ am (Enbe ber IDelt ge^en. Die (Engel wtx» 
ben ausgeben unb ble BSfen oon bm (gerechten fc^elben 50. unb 
werben fle In ben S^uerofen roerfen; ba wirb IJeuIen unb 3d^ne» 
fttlrfci^en fein. 

[Das 6Ieic^nis mug iDie 34 beurteilt n)er6en.] 

38. Vom testen S^riftgele^rten. 

DgL $. 19, 70. 

|3, 52. Da fprac!^ er: Darum ein jeglicher Sc^rlf tgelel^rter , jum 
I)lmmelrel(!^ gelehrt, Ift glelc^ einem ^ausoater, ber aus feinem S^a^ 
neues unb flites ^eroortrSgt. 

39. Vom S^albfne^t 

DgL S. 20, 25, 81. 

|8, 21. Da trat Petrus 3U l^m unb fprac!^: IJerr, tole oft muß Ic^ 
benn meinem Bruber, ber an mir fünblgt, ©ergeben? 3ffs genug 
flebenmal? 22. 3efus fprac!^ 3U l^m: 2äi fage blr, nl^t flebenmal, 
fonbem flebenjlgmal flebenmaL 23. Darum Ift bas Himmelreich glelc^ 
einem Könige, ber mit feinen Kneci^ten rechnen ujoüte. 24. Unb als 
er anfing 3U rechnen, lam l^m einer oor, ber toar l^m je^ntaufenb 
Pfunb fc^ulblg. 25. Da er's nun nl(!^t l^atte 3U be3a^len, ^lefe ber 
Herr ©erlaufen l^n unb fein IDelb unb feine Klnber unb alles, tuas 
er ^atte, unb be3a^Ien. 26. Da fiel ber Kneci^t nleber unb betete l^n 
an unb fprac!^: IJerr, ^abe ©ebulb mit mir, Ic^ rolll blr's alles be» 
3a^Ien. 27. Da jammerte ben IJerm besfelblgen Kneci^ts unb Hefe l^n 
los, unb bleSc^uIb erlieg er l^m auc^. 28. Da ging berfelbe Kneci^t hinaus 
unb fanb einen feiner BTletfnec^te, ber wax l^m ^unbert (Brof(^en 
fc^ulblg; unb er griff ll^n an unb tuürgte l^n unb fprac^: Be3a^le 
mir, roas bu mir f^ulblg blft! 29. Da fiel fein BTltfneci^t nleber unb 
bat l^n unb fpra(i^: ^abe (Bebulb mit mir, Ic^ wxü blr's alles be» 
jaulen. 30. (Er toollte aber niiitf fonbem gfng l^in unb toarf l^n Ins 
ffiefängnls, bis baß er bqa^Ite, tuas er fd^ulblg max, 31. Da aber 
feine lllltfnec^te fol^es fa^en, tuurben fle fe^r betrübt unb lamen unb 
braci^ten por l^ren ^erm aües, bas flc^ begeben ^atte. 32. Da for» 
berte ll^n fein ffexx vox f^ unb fprac^ 3U l^m: Du Sc^attslneci^t, alle 
blefe S^ulb ^abe Ic^ blr erlaffen, bletoell bu m^ bateft; 33. follteft 
bu benn blc^ n^t auc^ erbarmen über belnen IHltfneci^t, tüle Ic^ mld^ 
über bl^ erbarmt ^abe? 34. Unb fein ^err roarb 3omlg unb über» 



124 IV. Sonöcrüberlteferungen bei btn cinjelnen (Eoangellftcn. 

anttDortete il^n öcn petnlgcm, bis baß er bcja^Itc alles, toos er t^m 
fc^ulbig toar. 35. flifo roirb enät mein ^ImTnllfci^er Ooter aui^ tun, 
fo i^r niiit ©ergebt ein jeglicher feinem Bruöer von IJersen. 

40. Die Arbeitet im Weinberge. 

Dgl. S. 14, 72. 

20, 1. Dos IJimmelreic^ ift glei(^ einem IJausüater, 6er am BTorgen 
ausging, Arbeiter ju mieten in feinen IDetnberg. 2. Unö ba er mit 
öen Arbeitern eins toarö um einen ©rofc^en yxm (Eaglo^, fanöte er 
ie in feinen IDeinberg. 3. Vinb ging aus um bie öritte Stunöe unö 
a^ anöere an bem ÜTarlt müßig fielen 4. unb fprac!^ yx i^nen: 
(be^et i^r auii ^in in ben IDeinberg; ic^ roill euc^ geben, cdos rec^t 
ift. 5. Unb fie gingen ^in. flbermal ging er aus um bie feci^fte unö 
neunte Stunbe unb tat gleic!^ alfo. 6. Um bie elfte Stunbe aber ging 
er aus unb fanb anbere müßig fielen unb fprac!^ 3U i^nen: IDas fte^t 
i^r ^ier ben gansen lEag müfelg? 7. Sie fpraci^en ju i^m: (Es ^at 
uns niemanb geblngt (Er fprac^ 3U il^nen : (Be^et i^r aud^ ^in in ben 
IDeinberg, unb was reci^t fein u)irb, foH euc^ toerben. 8. Da es nun 
flbenb roarb, fprac!^ ber ^err bes IDeinbergs yx feinem Sci^affner: 
Rufe ben Arbeitern, unb gib i^nen ben £o^n, unb ^eb an an ben 
legten bis 3U ben erften. 9. Da lamen, bie um bie elfte Stunbe ge» 
bingt toaren, unb empfing ein fegll^er feinen (Brofc^en. 1 0. Da aber 
bie erften lamen, meinten fie, fie toürben me^r empfangen; aber fic 
empfingen auc^ ein ieglic^er feinen (Brofc^en. 1 1. Unb ba fie ben emp« 
fingen, murrten fie roiber ben ^ausoater 12. unb fprac^en: Diefe 
legten ^aben nur eine Stunbe gearbeitet, unb bu ^aft fie uns glei(!^ 
gemaci^t, bie roir bes (Eages £aft unb ^i^e getragen ^aben. 13. (Er 
anttDortete aber unb fagte ju einem unter i^nen: litein 5teunb, xii tue 
bir nliit unrecht. Bift bu nic^t mit mir eins roorben um einen (5rof(!^en? 
14. nimm, was bein ift, unb ge^e ^in! 3c^ wxVi aber biefem £e^ten 
geben gleich roie bir. 15. Ober ^abe i^ nic^t tlta^t, 3U tun, coas 
ic^ will, mit bem üteinen? Sie^eft 6u barum fc^eel, bafe ic^ fo gütig 
bin? 16. flIfo toerben bie £e^ten bie (Erften unb bie (Erften bie 
£e^ten fein. 

4t« t)ie }toei unglei^en Bribet ($54ne). 

2|, 28. IDas bünit euc^ aber? €s l^aüe ein IlTann iwei So^ne unb 
ging 3U bem erften unb fprac^: IUein So^n, gel^ ^in unb arbeite ^eute 
in meinem IDeinberge. 29. (Er antroortete aber unb fprac!^: 3c^ tüiffs 
ni^t tun. Dama^ reute es i^n unb ging ^in. 30. Unb er ging 3um 



Bei irtattliäus. 125 

anbem un6 fprac^ glcic!^ alfo. (Er antoortete aber unö fprac^: ^err, 
Ja; unö ging nt(^t ^in. 31. IDcIci^er unter öen jtoeien ^at 6es Oaters 
tDillen getan? Sie fpra^en ju il^m: Der erfte. 3efus fprac^ ju t^nen: 
IDa^rlic!^, xii fage euc^: Die Zöllner unb ffuxen mögen roo^I e^er 
ins ^intmelreid^ lommen benn ifyc, 32. 3o^annes lam 3U tu6) unö 
lehrte tnii öen reci^ten IDeg, unö i^r glaubtet i^nt ni^t; aber öie 
SoHner unö IJuren glaubten i^m. Unö ob i^r's roo^I fa^t, tatet i^r 
öennoc!^ niiit Buße, öafe i^r i^m öamac^ auii geglaubt hättet 

42. Die fingen mh Me t5ti4ten Jungfrauen. 

25, 1. Dann wixb öas IJimntelreic^ gleich fein se^n 3ungfrauen, 
öle i^re £antpen nannten, unö gingen aus, öem Bräutigam entgegen. 
2. Aber fünf unter i^nen waten törici^t, unö fünf roaren Hug. 3. Die 
töri(!^ten nahmen i^re £ampen; aber fie nahmen nic^t (Dl mit fi(!^. 

4. Die flugen aber nal^men (Dl in i^ren (Befäfeen famt i^ren £ampen. 

5. Da nun öer Bräutigam oerjog, rouröen fie alle fci^läfrig unö ent» 

f einliefen. 6. 3urIHitterna(!^t aber toarö ein (Befci^rei: Sie^e, öer Bräu» 

tigam lommt; ge^et aus, i^m entgegen! 7. Da ftanöen öie 3ung» 

frauen alle auf unö fci^müdtten i^re £ampen. 8. Die törichten aber 

fprac^en 3U öen Ilugen : (Bebt uns von eurem ©le, benn unfere £ampen 

üerlöf(!^en. 9. Da anttoorteten öie Ilugen unö fprac^en: Ilici^t alfo, 

auf öafe niiii uns unö euc^ gebreche; ge^et aber ^in ju öen Krämern, 

unö laufet plr euc^ felbft. 1 0. Vinb öa fie Eingingen, 3U laufen, lam 

öer Bräutigam; unö toelci^e bereit roaren, gingen mit i^m hinein yxx 

fioiiitxi; unö öie (Eür U)arö üerfc^loffen. 11. 3ule^t lamen au^ öie 

onöem 3ungfrauen unö fprac^en: ^err, ^err, tu uns auf! 12. (Er 

anttoortete aber uuö fpra^: IDa^rlic!^, iii fage eu(!^: 3ii kenne euer 

ni^t. 13. Darum u^ad^et; öenn l^r u^iffet U)eöer lEag noc^ Stunöe, in 

toelci^er öes Btenfci^en So^n lommen roirö. 

[Hu(^ von öiefem Stüd gilt, iDas S. 51 f. oon allen 61. öer Spruc^quelle 
gefügt ift, öie öenfelben ©eöanfen enthalten: Der fjerr ©erjie^t! (Es ift 
öie Stimmung einer fpöteren 3eit, öie fic^ in i^nen ausfpric^t. Aft^etifd^ 
ift öos (Blei^nis ebenfalls nic^t einiDanösfrei; öie Situation nic^t fe^r 
natürlich. Dielleic^t liegt auc^ ^ier ein eqter Kern 3ugrunöe, öer aber 
nic^t Don öer IPieöerfunft 3efu fprac^, fonöern nur öen 6eöanfen öes Be« 
reitfeinmüffens unö „öie S^reden öes 3ufpöt" betonte (3ülic^er).] 

3. Befonöere Überlieferungen bei £ufta$. 

45. Otii, mt hit felbet. 

4f 22. Vinb fie gaben alle 3eugnis oon i^m unö rounöerten fi(!^ 
öer ^olöfeligen IDorte, öie aus feinem ÜTunöe gingen, unö fprac^en: 



126 IV. Sonöerüberlicferungcn bei 6en einjclncn (Eoangcliften. 

3ft 6as niiit 3ofcp^s So^n? 23. Unö er fptac!^ 3U i^nen: 3^r tocröet 
freiließ ju mir fagen bies Spric^oort: flrst, ^ilft bir felber! T)tnn tote 
große Dinge ^aben tüir gebort ju Kapernaum gefd^e^en. tEu ou^ 
olfo ^ier in beiner Oaterftabt! 24. (Er fprac^ aber: tDa^rlic^, iii fagc 
euc^: Kein Prophet ift angenehm in feinem Oaterlanbe. 

44- t)ie beiben S^ulbnet. (Die Sfinberiit.) 

Dgl. S. 21 f. 

7, 36. (Es bat i^n aber ber p^arifäer einer, ba^ er mit i^m äße. Unö 
er ging hinein in bes p^arifäers IJaus unb fe^te fi^ ju lEifc!^. 37. Unö 
fie^e, ein IDeib tüar in ber Stabt, bie toar eine Sünberin. Da bie 
oema^m, baß er 3U (Etf(!^e faß in bes p^arifäers IJaus, braci^te fie 
eine fllabafterflafc^e mit Salbe 38. unb trat i^inten ju feinen Süßen 
unb roeinte unb fing an, feine 5üße 3U ne^en mit (Er änen unb mit 
ben paaren i^res ^auptes 3U trorfnen, unb fußte feine 5üß^ ^^^ 
falbte fie mit Salbe. 39. Da aber bas ber p^arifäer fa^, ber i!|n 
gelaben liaüe, fprac!^ er bei fic^ felbft unb jagte: IDenn biefer ein 
Prophet tüäre, fo toüßte er, tüer unb toelc^ ein IDeib bas ift, bie 
i^n anrührt; benn fie ift eine Sünberin. 40. 3efus anttoortete unö 
fprac!^ 3U i^m: Simon, id^ ^abe bir ettoas 3U fagen. (Er aber fprac^: 
liteifter, fage an. 41. (Es ^atte ein (Belbüerlei^er 3tDeiSc^uIbner. (Einer 
tuar fc^ulbig fflnf^unbert (5rof(!^en, ber anbere tünf3ig. 42. Da fie 
aber ni(!^t Ratten, 3U besagten, fc^enlte er's beiben. Sage an, roel^er 
unter benen wirb i^n am meiften lieben? 43. Simon antujortete 
unb fprac^: 3c^ aci^te, bem er am meiften gef(^enlt ^ai (Er aber 
fpra^ 3U i^m: Du ^aft reci^t gerichtet. 44. Unb er roanbte fic^ 3U 
bem IDeibe unb fprad^ 3U Simon: Sie^ft bu bies IDeib? 3c^ bin ge» 
lommen in bein ^aus, bu ^aft mir nl^t IDaffer gegeben für meine 
Süße; biefe aber ^at meine 5üße mit ordnen bene^t unb mit ben 
paaren i^res^auptes getrorfnet. 45. Du ^aft mir leinen Kuß gegeben; 
biefe aber, nac^bem fie l^ereingelommen ift, ^at fie ni(!^t obgelaffen, 
meine Süße 3U füffen. 46. Du l^aft mein ^aupt nic^t mit (Dl gefalbt; 
fie aber l^at meine Süße mit Salbe gefalbt. 47. Derl^alben fage iit 
bir: 3^r flnb üiele Sünben ©ergeben, benn fie ^at piel geliebt; weh 
c^em aber toenig pergeben roirb, ber liebt toenig.*) 48. Unb er fprac!^ 

*) [Iltan ^ütc ftc^ vor allem oor bem lanbläufigcn IltißoerftSnbnis blefes 
IPortes. CEs loill, loie ber 3ufammen^ang unb bie ^xoette f)älfte besSa^es 
aeigen, fo ciel fagen als: 3ä\ weiß xdo^I, bai fie eine Sünberin ift; btnn 
fie ^ot (mir) otel £tebe enoiefen (aus Danfbarfeit für bie empfangene 0er* 
gebung). Keinesioegs mac^t 3efus bie Dergebung ((bottes!) Don ber Ciebe 
ab^öngig, bie man i^m (mand^e benfen fogar an anbere: „oiel"!) enöctft.] 



Bei irtattliäus. 127 

3tt tl^r: Dir finö öclne Sünbcn ücrgeben. 49. Da fingen an, 6ic mit 
3U ©fc^ fafecn, un6 fprac^cn bei fi^ felbft: DJcr ift öiefer, 6er auc^ 
bie Sünben ©ergibt? 50. (Er aber fprac^ ju bem IDeibe: Dein (Blaube 
^at bir gel^olfen; ge^e l^in mit Sieben. 

45. Vom bamt^erjigen Somorttet. 

Dgl. S. 30f., 79. 

|0, 25. Unb fie!|e, ba ftanb ein Sci^riftgele^rter auf, oerfu^te il^n 
unb fpra^: üteifter, roas muß iät tun, baß i^ bas etoige Ztben er* 
erbe? 26. (Er aber fprac!^ ßu i^m: IDie ftel^t im (Befe^ gefc^rieben? 
IDie liefeft öu? 27. (Er antwortete unb fprac^: „Du foHft (5ott, beinen 
Qerrn, lieben pon ganjem ^erjen, üon ganjer Seele, üon allen Kräften 
unb oon gansem (5emüte, unb beinen Ilaci^ften als bic^ felbft." 28. (Er 
aber fprac^ ju i^m: Du l^aft rec^t geantwortet; tue bas, fo wirft bu 
leben. 29. (Er aber wollte fic^ felbft rechtfertigen unb fpra^ ju 3efu: 
IDer ift benn mein Iläci^fter? 30. Da antwortete 3efus unb fprac^: 
(Es war ein ütenfc^, ber ging oon 3erufalem ^inab gen 3eri^o unb 
fiel unter bieüTorber; bie sogen il^n aus unb f dringen i^n unb gingen 
baoon unb liegen i^n ^alb tot liegen. 31. €s begab fic^ aber o^n« 
gefä^r, bafe ein priefter biefelbige Straße ^inabsog; unb ba er i^n 
fa4 ging er oorfiber. 32. Desf eibigen gleici^en auc^ ein £eoit, ba er 
lam 3ur Stätte unb fal^ i^n, ging er oorüber. 33. (Hn Samariter aber 
reifte unb lam ba^in, unb ba er il^n fal^, jammerte il^n fein, 34. ging 
ju i^m, perbanb i^m feine DJunben unb goß brein Öl unb IDein unb 
^ub i^n auf fein (Eier unb fül^rte i^n in bie Ijerberge unb pflegte fein. 
35. Des anbem tTags reifte er, unb 30g heraus ßwei (5rof(!^en unb gab 
fie bem IDirte unb fprac!^ 3U il^m: Pflege fein; unb fo bu was mel^r 
wirft bartun, will id^ bir's besa^len, wenn ic^ wieberlomme. 36. IDel» 
c^er bünit bic^, ber unter biefen breien ber Iläc^fte fei gewefen bem, 
ber unter bie ITtorber gefallen war? 37. (Er fprac^: Der bie Barm* 
^erjigleit an i^m tat. Da fpra^ 3^fus 3U i^m: So gel^e l^in unb tu 
besglei^en! 

46. Vom t5H4ten Seiten. 

J2, 13. €s fprac^ aber einer aus bem OoH 3U i^m: üteifter, fage 
meinem Bruber, baß er mit mir bas (Erbe teile. 14. (Er aber fprac^ 
3U i^m: IlTenfd^, wer l^at mic^ 3um Rici^ter ober (Erbfc^ic^ter über 
eu^ gefegt? 15. Unb fprac^ 3U i^nen: Seilet 3U, unb lautet euc^ üor 
bem ®ei3; benn niemanb lebt baoon, bafe er oiel (5üter ^at. 16. Unb 
er fagte i^nen ein (5lei(i^nis unb fprac^: (Es war ein rei(!^er ütenfc!^. 



128 IV. Sonöerüberliefentngen bei 6en etnselnen iEoangeliftetu 

bes $üb ^atte too^I getragen. 17. Unb er gebaute bei ^idi felbfi lui 

pra^: IDas foH i^ tun? 3^ ^abe nic^t, ba i^ mdne S^üc^te ^i^ 

ommle. 18. Vir\b fpra^: Das tDill ic^ tun: {<!^ toill meine S<i^eund 

abbre^en unb größere bauen unb roill brein fammdn alles, toas nt| 

geu)a^fen ift, unb meine (Büter; 19. unb min fagen ju meiner Seelri 

Ciebe Seele, bu ^aft einen großen Oorrat auf ofele 3a^; ffctb nvi 

Ru^e, ig, trint unb ^abe guten Iltut 20. Hber (bott fpra^ ju ilfltt 

Bu ITarr, biefe Ilac^t mirb man beine Seele oon bir forbem; unl 

mes mirb's fein, bas bu bereitet ^aft? 21. Alfo ge^t es bent, &er ftd^ 

S(!^&^e fammelt unb ift nt^t rei^ in (bott 

[Stimmung bes (51. ^erbe Derac^tung, loie im ungere<l^ten Qaus^alter, 
ogl. S. 131]. 

47. Vom ttitftti^tbateit $eigeiibaiiii. 

tS, 6. (Er fagte i^nen aber bies (bleic^nis: (Es ^atte einer einen 
5eigenbaum, ber u)ar gepflaußt in feinem IDeinberge, unb lam unb 
fud}te 5tuc^t barauf unb f anb fie niätt 7. Da fprac^ er ju öem IDein* 
gftrtner: Sie^e, ic^ bin nun brei 3a^re lang aUe 3a^re gelommen 
unb ^abe Sxuiit gefugt auf biefem S^igenbaum unb finbe fie ni^i 
Qaue i^n ab; mas l^inbert er bas £anb? 8. (Er aber antmorteie unb 
fprac^ 3U i^m: I}err, lag i^n noc^ bies 3a^r, bis bag ic^ um i^n 
grabe unb bebflnge i^n, 9. ob er u)one 5^^^^ bringen; mo ni(^t, fo 
^aue i^n bamac^ ab. 

[Au<4 ^ier tOarnung oor bem unbulbfamen Übereifer ober eine €rQä« 
vung, warum (5ott nid^t raffet eingreift unb bas (Enbe bringt] 

48. Oon ber engen unb 9on htt üerf^Ioffenen Pforte. 

Da bie gan3e Umgebung aus bet Spruc^quelle ftammt, n)a^rfc^einlic^ 
au<4 aus btefer. tltatt^äus ^at an ber entfprec^enben Stelle bas (bleich 
n{$ von ben flugen unb törichten 3ungfrauen (S. 125). 

tSt 23. €$ fprac^ aber einer yx i^m: ^err, meinft bu, bag menige 
fellg werben? (Er aber fprac^ 3U i^nen: 24. Ringet bamac^, ba^ i^r 
burd} bie enge Pforte eingebt; benn oiele roerben, bas fage i(j^ euc^, 
barnad^ trachten, wie fie ^Ineinlommen, unb werben's ni^t tunfönnen. 
1 B. Don bem an , wann ber Hauswirt auf geftanben ift unb bie (Efir 
t)erfd|Ioffen fjat, ba werbet i^r bann anfangen brausen ju fielen unb 
an bie tüx Ilopfen unb fagen: ^err, tu uns auf! Unb er wirb ant» 
Worten unb 3u euc^ fagen: 3c^ lenne euer nic^t, wo i^r ^er feib. 
26. So werbet i^r bann anfangen 3U fagen: IDir ^aben oor bir ge» 
Qtffen unb getrunfen, unb auf btn (Baffen Ijaft bu uns gele^ri 27. Unb 
fr wirb fagen: 3^ fage euc^: 3c^ lenne euer nic^t, wo ^r ^r feib; 



Bei Znlas. 129 

xDei^et alle von mit, ifft ÜbeltSter! 28. Da wbcb fein Qeulen unb 
Säl^nelnirf^ett, tuenn t^r fe^en toeröet Abraum unb 3faal unb 3aIob 
unb alle Propheten im Reiche (Bottes, euc^ aber l^inausgeftogen. 29. Unb 
es toerben tontmen oom tltorgen unb oont Abenb, oon Iltittemac^t unb 
oom ntittage, bie ju lEifc^e fi^en toerben im Reid| (Bottes. 30. Unb 

'^] fiel^e» es finb £e^te, bie toerben bie (Erften fein, unb finb (Erfte, bie 

*I^ xDerben bie £e^ten fein. 

^' 49. t)ie Sangotbnung beim ^aflma^l. 

J4» 7. (Er fagte aber ein (BIeid|nis ju ben ©fiften, ba er mertte, 
" roie fie erroal^Iten, obenan ju fi^en, unb fprac^ 3U il^nen: 8. IDenn 
bu von {emanb gelaben toirft 3ur I}od)3eit, fo fei^e bic^ ni^t obenan, 
ba^ nid)t etroa ein Domel^merer benn bu oon i^m gelaben fei 9. unb 
bann tomme, ber bic^ unb i^n gelaben ^at, unb fpreci^e ßu bir: IDeic^e 
biefem! unb bu müffeft bann mit Sd|am untenan fi^en. 10. Sonbem 
xDenn bu gelaben tüirft, fo ge^e ^in unb fe^e bic^ untenan, auf baß, 
xDenn ba lommt, ber bi^ gelaben ^at, er fpre^e ju bir: S^^^^J^» 
rüdte hinauf! Dann u)irft bu (E^re l^aben oor benen, bie mit bir ju 
(Eifere fi^en. 11. Denn toer fic^ felbft er^o^t, ber foH emiebrigt u)er» 
ben; unb toer fic^ felbft emiebrigt, ber foH erl^ö^t werben, 

50. XHe Hi^itn ^i^t. 

;ig( H» 12. (Er fprac^ auc^ 3U bem, ber i^n gelaben ^atte: tDenn bu 
^ ein Iflittags» ober flbenbma^I maci^ft, fo labe nid|t beine S^eunbe, 

noc^ beine Brüber, noc^ beine (Befreunbeten, no^ beine Ilac^bam, bie 
t ba reic^ finb; auf bag fie btc^ niiit ettoa toieber laben, unb bir Der« 
ijjf gölten werbe; 13. fonbem wenn bu ein üta^l maci^ft, fo labe bie 
Jß* Armen, bie Krüppel, bie £a]^men, bie Blinben, 14. fo bift bu feiig; 

benn fie l^aben's bir nic^t yi üeigelten; es wixb bir aber oergolten 
¥, roerben in ber fluferfte^ung ber (Berec^ten. 

-' ■ [TDir ^oben es bei 41 unb 50 nur t)telleic^t mit (Bleic^niffen ju tun, bei 
\i: 49 no<l^ e^er als bei 50.] 

\i 5t. Oom (Turmbatt unb 9om XHegffi^ren. 

* Hf 25. (Es ging aber üiel OoHs mit i^m; unb er toanbte fi(^ unb 

i^' fprac^ JU il^nen: 26. So jemanb ju mir lommt unb Raffet niiii feinen 

^^ Dater, IHutter, IDeib, Kinber, Brüber, Sc^toeftem, aud^ baju fein eigen 

:^- £eben, ber lann nic^t mein 3ünger fein. 27. Unb wet ni(^t fein Kreuj 

2'' trägt unb mir naci^folgt, ber lann niätt mein 3ünger fein. 

«^ 28. DJer ift aber unter euc^, ber einen (Eurm bauen toill, unb fi^t 

anu<B46: IDeinel, <BIei^nifre3efu. S.aufL 9 



118 



IH. Doppelt flberlteferte Stflde. 



2. ttitfidftetet Qetittitft. 

30. Vom Baum mh feinen 

mattl|äus 7, 15—20. £u!as 6, 43-45. 
irtott^äus 12, 33—35. 

(£u!as 6 un6 tltatt^&us 12 Spruc^« 

quelle, tltatt^äus 7 t)tenei(^t blog 

eine Umgeftaltung von litt. 12.) 

3uin Sinn Dgl. S. 38. 

[Die Besie^ung 6es 61. auf „falfc^e 
Propheten" ift von litt, eingetragen, 
ebenfo wie nac^^er in 7, 22, t)gl. 
mit £f. 6, 40; bas Wott ift gans 
aUgemein ju ©erfte^en.J 



ntarlus. 



3t. Vom JpIK ^ehnle^f enben 
Qatts^emt. 

irtarfus 13, 33—37. £u!a$ 12, 35—38. 

(Htarfus 13 Ittarfusquelle. £ufas 12 

Spruc^queUe?) 

S. 51 f. 



15, 33. Se^et ju, toac^et unö 
betet; 6enn i^t toigt nic^t, toann 
es 3eit ift 34. (ßleic^ als ein 
tltenfc^, ber über £anb 30g, unö 
lieg fein Qaus unb gol) feinen 



IIL Doppelt überlieferte Stücfe. 



119 



tltottpus. 
7f 15. Seilet eu^ por oor öen 
falf(!^en Propheten, bie in Sd)af$> 
tieiöem 3U eu^ totntnen, intDenbig 
aber finb fie rciftenbe DJöIfe. 
16. fltt il^ren Srüc^ten follt i^r 
fie erlernten. Kann man au^ 
(Trauben lefen von ben Domen 
ober Selqen r>on ben Difteln? 
1 6. Alfo ein {eglic^er guter Baum 
bringt feine 5^^te; aber ein 
fauler Baum bringt bofe S^l^te. 
18. (Ein guter Baum tann nid)t 
bofe 5i*^te tragen, unb ein 
fauler Baum tann nid)t feine 
5rfl(!^te tragen. 19. (Kn {eglic^er 
Baum, ber nic^t gute 5i*<^t^ 
bringt, toirb abgehauen unb ins 
5€uer getDorfen. 20. Darum an 
i^ren Stückten foIIt il^r fie erlennen. 
12, 33. Se^et enttoebet einen 
einen Baum, fo roirb bie $tviiit 
ein; ober fe^et einen faulen Baum, 
roirb auc^ bie Stniit faul. 
'>etm an ber 5^^^t roirb ber 
Baum erlannt 34. 3^re fflttem» 
g^fi^te, UDie tonnt i^r (5ute$ 
reben, bietoeil i^r bSfe feib? 
Denn toes bas Qers ooll ift, bes 
ge^t ber ÜTunb über. 35. Der 
gute ntenfc^ bringt (Butes 3U» 
tage aus bem guten S^a^, unb 
ber böfe IlTenf^ bringt Böfes 
3utage aus bem bSfen S^a^. 



Cutas. 



6, 43. Denn es ift fein feiner 
Baum, ber faule 5^^^* bringe, 
unb anbererfeits lein fauler Baum, 
ber feine S^uc^t bringe. 44. €in 
ieglic^er Baum toirb an feiner 
eigenen Stuart ertannt Denn 
man Heft ni^t 5^igen ©on ben 
Domen, au^ ni(^t Trauben oon 
ben Redten. 45. Der gute BTenf^ 
bringt bas (Bute ^en)or aus bem 
guten Sc^a^ feines Qerjens; unb 
ber bSfe tltenfc^ bringt bas Böfe 
^eroor aus bem Böfen. Denn 
tDes ein Qer} poll ift, bes ge^t 
ber titunb über. 

12, 35. Caffet eure £enben um« 
gürtet fein unb eure £ic^ter 
brennen, 36. unb feib gleic^ ben 
ntenfc^en, bie auf i^ren IJerm 
toarten, roann er aufbre(^en toirb 



120 



III. Doppelt fiberlieferte Stfide. 



titartus. 

Knechten tltad)t, einem jeglichen 
fein IDerl, unö gebot öem lEür» 
^fiter, er follte tDac^en. 35. So 
roac^et nun; beim iifc u)igt nt(!^t, 
toann öer ^err öes IJaufes lommt; 
ob er tommt am Rbenb ober 3U 
ntittemac^t ober um ben ^al^nen* 
fc^rei ober bes ÜTorgens; 36. auf 
baft er nic^t fernen lomme, unb 
flnbe eu^ fc^Iafenb. 37. IDas 
ic^ aber euc^ fage, bas fage xät 
aUen: IDac^et! 



£utas. 

Don ber Qoc^jeit, auf ba^, wenn 
er lommt unb anllopft, fie i^m 
alsbalb auftun. 37. Selig finb 
bie Knechte, bte ber ^err, fo er 
!ommt, toac^enb finbet. IDal^rlic^, 
ic^ fage eu(^: (Er tDtrb fi^ auf« 
fci^flrsen unb u)irb fie ju (Tifd^ 
fe^en unb üor il^nen ge^en unb 
l^nen bienen. 38. Unb fo er 
lommt in ber anbern IDac^e unö 
in ber brltten IDaci^e, unb roirb's 
alfo finben : feiig finb biefe Knechte! 



121 

IV. Sonöcrübcriicfcrungcn bei öcn cinscincn 

€t)angcliftcn. 

1. (Ein Si&A Sonöergut bei ntarftits. 

32. Vom tOa^ftn htt Saat 

DgL S. 20, 29, 43, 67 f. 

4, 26. Vinb er fprac^: Dos Rcic^ ©ottcs ^at m alfo, als toenn 
ein ntenfc^ Samen aufs £an6 tuirft 27. un6 fc^Iäfi unö ftel^t auf, 
nac^t unb trag. Unö ber Same ge^t auf unb toa^ft, bag er's nici^t 
toeife ; 28. benn bie (Erbe bringt oon i^r felbft jum erften bas ©ras, 
banac^ bie fl^ren, bana(^ ben ooHen IDeisen in ben fl^ren. 29. IDenn 
fie aber bie S^uc^t gebrad^t l^at, fo fci^idft er balb bie Si^el ^in; benn 
bie (Ernte ift bd. 

2. Befonöere Überlieferungen bei ntaiiltSits. 

33. Von bet $taM onf bem Berge. 

5, 14. 3^r feib bas £ic^t ber IDelt. €s lann bie Stabt, bie auf 
einem Berge liegt, nic^t ©erborgen fein. 

Der Spruch ift auc^ in ben — loa^rfc^einUc^ aus bem Agi)pter« 
et)angeUum ftammenben — „Sprüchen 3efu" überliefert unb lautet bort 
fo: £ine Stabt, bie auf bem (Bipfel eines ^oI)en Berges gebaut ift unb 
feftgegrünbet, fann nic^t fallen nod^ verborgen fein. 

34. Vom Unlratit unter bem Weisen. 

15, 24. (Er legte i^nen ein anberes (5Iei(!^nis oor unb fprad): Das 
Himmelreich ift gleich einem HTenf(!^en, ber guten Samen auf feinen 
fldter fäte. 25. Da aber bie £eute fci^Iiefen, fam fein Sexnb unb fäte 
Uniraut stoifc^en ben IDeisen unb ging bapon. 26. Da nun bas Kraut 
rou^s unb Sxnift braci^te, ba fanb fid} au^ bas Unfraut. 27. Da 
traten bie Kneci^te ju bem ^ausüater unb fprac^en: ^err, l^aft bu 
niiit guten Samen auf beinen fldter gefät? IDo^er l^at er benn bas 
Unfraut? 28. (Er fprad| 3U il^nen: Das ^at ein 5^inb getan. Da 
fprac^en bie Knechte: IDillft bu benn, bag roir l^ingel^en unb es aus* 
jsten? 29. (Er fprad}: ITein! auf baß i^r rüiit ßugleic!^ btn üDeijen 
mit ausrauft, fo i^r bas Unfraut ausiätet 30. £affet beibes mitein« 
anber roaci^fen bis 3ur (Ernte; unb um ber (Ernte 3eit toill ic^ 3U ben 
Schnittern fagen: Sammelt juoor bas Unfraut unb binbet es in Bünblein, 
ba^ man es oerbrenne; aber ben IDeijen fammelt mir in meine Steuer. 



122 IV. Sonöcrübcrlieferungcn bei 6cn einselnen (Eoangeliften. 

Die Deutung. 

34. Solches alles reöete 3efus öurc^ ©leic^niffe ju beut OoH, unb 

o^ne (Blei^nis reöete er nic^t 3U il^nen; 35. auf ba% erfüllt würbe, 

bas gefagt ift öurc^ btn Propheten, 6er 6a fpric^t: „3c^ u^ill meinen 

tltun6 auftun in (ßleic^niffeni un6 toill ausfprec^en 6ie I}eimlic^!eiten 

pon Anfang 6er DJelt." 36. Da liefe 3efus 6as Doli von fic^ un6 lam 

l^eim. Un6 feine 3ünger traten ju il^m un6 fprac^en: Deute uns bas 

(BIei(^nis 00m Unlraut auf 6em flder. 37. (Er antwortete un6 fpra<^ 

JU il^nen: Des HTenf(!^en Sol^n iff s, 6er 6a guten Samen fät 38. Der 

fWer ift 6ie IDelt. Der gute Same fin6 6ie Kin6er 6es Reichs. Das 

Unlraut fin6 6ie Kin6er 6er Bos!|eit 39. Der 5ein6, 6er fie fät, ift 

6er (EeufeL Die (Ernte ift 6as €n6e 6er IDelt Die Sd|nitter fin6 6ie 

€ngeL 40. (SlAiiwk man nun 6as Unlraut ausjätet un6 mit 5cuer 

oerbrennt, fo toirö's auc^ am (En6e 6iefer IDelt gelten. 41. Des Uten» 

f^en So^ tDir6 feine (Engel fen6en; un6 fie tueröen fammeln aus 

feinem Rei^ alle Argemiffe, un6 6ie 6a unrecht tun, 42. un6 toeröen 

fie in 6en 5^uerofen toerfen; 6a voixb fein ^eulen un6 3ä^nelnirfc^en. 

43. Dann roeröen 6ie (Berec^ten teuften u)ie 6ie Sonne in i^res Oaters 

Reic^. IDer ©^ren ^at, ju ^oren, 6er ^5re! 

[tüä^renö 6ie Deutung 6es (bleic^niffes 6as^6eri(^t mit (Eifer ausmalt, 
ge^t 6as 6leic^nis felbft 6eutli(^ gegen 6en Übereifer, 6er nic^t n)arten 
!ann, bis 6ott 6ie S^etöung Donjie^i — Die gegen 6ie (Ec^t^eit 6iefes 
(be6an!ens un6 6es 6leic^niffes t)orgebrac^ten 6rfin6e ge^en n)ie immer 
Don 6er falfc^en Allegorie 6er Deutung aus un6 fin6 6es^alb nic^t fti<l^« 
faltig.] 

35. Vom $4a^ im Mtt. 

Dgl. S. 18, 20, 22, 25, 71. 

t5, 44. Abermals ift gleich 6as Qimmelreic^ einem verborgenen 
Sc^a^ im Adter, roelci^en ein IUenfc^ fan6, un6 oerbarg il^n un6 ging 
l^in üor 5teu6en über 6enfelblgen un6 perlaufte alles, roas er ^atte, 
un6 laufte 6en Ader. 

36. Von 6et fSttn^en perle. 

DgL S. 20. 

Xif 45. Abermals ift gleic!^ 6as Himmelreich einem Kaufmann, 6er 
gute perlen fuci^te. 46. Un6 6a er eine Ioftlid|e perle fan6, ging er 
^in un6 Derlaufte alles, was er l^atte, un6 taufte 6{efelbige. 

37. Vom $if4ne^. 

Xif 47. Abermals ift gleic!^ 6as Himmelreich einem Ile^e, 6as ins 
nteer getoorfen ift, 6amit man allerlei (Battung fängt 48. IDenn 



Bei ITtati^dus. 123 

es aber doII ift, fo sieben fie es heraus an bas Ufer, fi^en unb lefen 
öte guten in ein (5efSg sufammen; aber bie faulen toerfen fie toeg. 
49. flifo toirö es auäi am (Enöe öcr IDcIt gc^en. Die (Engel toer» 
öen ausgeben unb bie Böfen von ben (bereiten f^eiben 50. unb 
tDerben fie in btn 5euerofen toerfen; ba mxxb Qeulen unb So^ne« 
fnirf^en fein. 

[Das 6Ieic^nis mug toie 34 beurteilt toerben.] 

58. Dom teilten Si^riftgtlt^rten. 

DgL S. 19, 70. 

\5f 52. Da fprat!^ er: Darum ein jegli^er S^riftgelel^rter , jum 
Qimmelreii!^ gelehrt, ift glei^ einem QausDater, ber aus feinem Sd^a^ 
neues unb flites ^eroorträgt. 

39. Dom Si^albfnei^t 

DgL S. 20, 25, 81. 

J8, 21. Da trat Petrus 3U i^m unb fpra^: ^err, mit oft mufe i^ 
benn meinem Bruber, ber an mir fünbigt, t)ergeben? 3ffs genug 
fiebenmal? 22. 3efus fpra^ 3U il^m: 3^ fage bir, ni<!^t fiebenmal, 
fonbem fiebensigmal fiebenmaL 23. Darum ift bas ^immelrei^ gleit!^ 
einem Könige, ber mit feinen Kne^ten rennen toollte. 24. Unb als 
er anfing ju rennen, fam i^m einer t)or, ber toar i^m se^ntaufenb 
Pfunb fd^ulbig. 25. Da er's nun ni^t l^atte ju besagten, l^iefe ber 
^err ©erlauf en i^n unb fein IDeib unb feine Kinber unb alles, toas 
er ^atte, unb htiaiiUn. 26. Da fiel ber Kne^t nieber unb htUtt i^n 
an unb fpra^: Qerr, liaht (bebulb mit mir, i^ miü bir's alles be« 
Sal^Ien. 27. Da Jammerte btn ^erm besfelbigen Kne^ts unb liefe i^n 
los, unb bieS^uIb erliefe er i^m au^. 28. Da ging berfelbe Kne^t hinaus 
unb fanb einen feiner Iltietfne^te, ber war i^m ^unbert (Brof^en 
f^ulbig; unb er griff i^n an unb würgte il^n unb fpra^: Besagte 
mir, was bu mir f^ulbig bift! 29. Da fiel fein Iltitfne<!^t nieber unb 
bat i^n unb fprad^: fjaht Öebulb mit mir, i^ roill bir's alles be« 
sa^Ien. 30. (Er tDoÜte aber ni^t, fonbem gtng ^in unb toarf i^n ins 
(befängnis, bis ba% er bga^Ite, roas er f^ulbig toar. 31. Da aber 
feine l!titfne<!^te fol^es fa^en, würben fie fe^r betrübt unb lamen unb 
brauten t)or i^ren ^erm alles, bas fi^ begeben l^atte. 32. Da for» 
berte i^n fein ^err oor fi^ unb fprad^ 3U i^m: Du Sii^aHslne^t, alle 
biefe S^ulb liahe i^ bir erlaffen, bieweil bu mi^ bateft; 33. foHteft 
bu btnn bi^ ni^t au^ erbarmen über beinen ntitfne^t, wie ic^ mi(i^ 
über bi^ erbarmt f^aht? 34. Unb fein Qerr warb somig unb über- 



124 IV. Sonöerüberlteferungen bei 5en einzelnen (Eoangeliften. 

anttDortete i^n bert Peinigern, bis ba% er besa^Ite alles, mos er t^m 
(!^ulbig wax. 35. Alfo toirb eu^ mein ^intntlif^er Dater aucl^ tun, 
b i^r ni^t ©ergebt ein iegll^er feinem Bruber von ^erjcn. 

40. Die flrbtittt im tOtinbttgt. 

Dgl. S. 14, 72. 

20» 1. Das Qimmelrei^ ift glei^ einem Qausoater, ber am Ittorgen 
ausging, Arbeiter 3U mieten in feinen IDeinberg. 2. Unb 6a er mit 
ben Arbeitern eins warb um einen (Brof^en 3um lEaglo^, fanbte er 
ie in feinen IDeinberg. 3. Unb ging aus um bie britte Stunbe unb 
a^ anbere an bem Ätartt müfeig fte^en 4. unb fpra^ 3U i^nen: 
(Be^et il^r au^ ^in in btn IDeinberg; i^ toill eu^ geben, toas rec^t 
ift 5. Unb fie gingen ^in. Abermal ging er aus um bie fe^fte unb 
neunte Stunbe unb tat glei^ alfo. 6. Um bie elfte Stunbe aber ging 
er aus unb fanb anbere müfeig fte^en unb fprac^ 3U i^nen: IDas fte^t 
i^r ^ier btn Qan^tn lEag müfeig? 7. Sie fpra^en 3U i^m: (Es ^at 
uns niemanb gebingi (Er fprac^ 3U i^nen: (Be^et i^r aud^ ^in in ben 
IDeinberg, unb was re^t fein wirb, foH eu^ werben. 8. Da es nun 
Abenb warb, fpra^ ber ^err bes IDeinbergs 3U feinem S^affner: 
Rufe btn Arbeitern, unb gib i^nen btn Zolin, unb ^eb an an btn 
legten bis 3U btn erften. 9. Da famen, bie um bie elfte Stunbe ge» 
bingt waren, unb empfing ein Jegliil^er feinen (Brof^en. 1 0. Da aber 
bie erften famen, meinten fie, fie würben me^r empfangen; aber fie 
empfingen au^ ein jegli^er feinen (Brof^en. 11. Unb ba fie ben emp* 
fingen, murrten fie wiber bm ^ausüater 12. unb fpra^en: Diefe 
legten ^aben nur eine Stunbe gearbeitet, unb bu ^aft fie uns gleit!^ 
gemalt, bie wir bes lEages £aft unb Qi^e getragen l^aim. 13. (Er 
antwortete aber unb fagte 3U einem unter i^nen: Iltein 5teunb, ic^ tue 
bir ni^t unre^t. Bift bu ni^t mit mir eins worben um einen (Brofc^en? 
14. nimm, was bein ift, unb ge^e ^in! 3^ will aber biefem festen 
geben gleid^ wie bir. 15. Ober iiahe ii^ ni^t Ittad^t, 3U tun, was 
i^ will, mit bem Itteinen? Siel^eft bu barum f^eel, ba% i^ fo gfitig 
bin? 16. Alfo werben bie testen bie (Erften unb bie (Erften bie 
testen fein. 

2|, 28. IDas bünü eu^ aber? (Es ^atte ein Ittann 3wei Sd^ne unb 
ging 3U bem erften unb fprad^: Ittein So^n, ge^ ^in unb arbeite ^eute 
in meinem IDeinberge. 29. (Er antwortete aber unb fpra^: 3^ wiffs 
niäit tun. Dama(!^ reute es t^n unb ging ^in. 30. Unb er ging 3unt 



Bei trtatt^öus. 125 

anöem unö fpra^ glei^ alfo. (Er antoortcte aber unö fpra^: ^err, 
ja; unö ging ni^t ^in. 31. IDel^er unter bm jwelen ^at öcs Daters 
tDillen getan? Sie fpra^en 3u i^m: Der erfte. 3efus fpra^ 3U i^nen: 
tDa^rli^, i^ fagc eu^: Die SSHner unö ^uren mögen wo^I e^er 
ins ^immelreid^ lomnten btnn i^r. 32. 3o^annes tarn ju eu^ unö 
lehrte eu^ öen regten IDeg, unö i^r glaubtet i^nt ni^t; aber öie 
SöHner unö ^uren glaubten i^m. Unö ob t^r's wo^I fal^t, tatet i^r 
öenno^ ni^t Buge, öag i^r i^m öama^ au^ geglaubt hättet. 

42. Die flugen mi Me iMi^itn ^ungfratten. 

25, 1. Dann toirö bas ^immelrei^ glei^ fein 3e^ 3ungfrauen, 
öie i^re £ampen nannten, unö gingen aus, öem BrSutigam entgegen. 
2. Aber fünf unter i^nen waren töri^t, unö fünf waren Hug. 3. Die 
tSrt^ten naljmen i^re £ampen; aber fie nahmen ni^t ©I mit fi^. 

4. Die Ilugen aber nahmen Öl in i^ren ffiefäfeen famt il^ren £ampen. 

5. Da nun öer Bräutigam üersog, wuröen fie alle f^Iäfrig unö ent« 
f einliefen. 6. 3urlltitterna^t aber toarö ein ffief^rei: Sie^e, öer Bräu» 
tigam fommt; ge^et aus, i^m entgegen! 7. Da ftanöen öie 3ung«» 
frauen alle auf unö f^müdften i^re £ampen. 8. Die töri^ten aber 
fprai^en ju öen flugen : (Bebt uns x>on eurem ©le, b^nn unfere £ampen 
Derlöf^en. 9. Da antworteten öie flugen unö fpra^en: Hi^t alfo, 
auf öag ni^t uns unö eu^ gebre^e; ge^et aber ^in yx öen Kr&mern, 
unö f auf et für eu^ felbft. 1 0. Unö ba fie Eingingen, 3U f auf en, f am 
öer Bräutigam; unö wel^e bereit waren, gingen mit l^m hinein 3ur 
^o^3elt; unö öie lEür warö üerf^Ioffen. 11. 3ule^t famen au(!^ öie 
anöem ^Jungfrauen unö fpra^en: ^err, Qerr, tu uns auf! 12. (Er 
antwortete aber uuö fprat!^: DJa^rli^, i^ fage eu^: 3^ fenne euer 
ni^t. 13. Darum wa^et; bmn xfft wiffet weöer lEag no<!^ Stunöe, in 
welker öes Iltenf^en So^n fommen wirö. 

[Au(^ Don öiefem Stüd gilt, was S. 51 f. Don allen 61. öer Spru^queüe 
gefagt ift, öie öenfelben ©eöonlen entgolten: Der Qerr üerjie^t! (Es ift 
öie Stimmung einer fpöteren Seit, öie fi^ in i^nen ausfpri^t. Äft^etifcq 
ift öos ©lei^nis ebenfalls ni^t einwonösfrei; öie Situotion ni^t fe^r 
natürli^. Diellei^t liegt au^ ^ier ein e^ter Kern 3ugrunöe, öer aber 
ni(^t Don öer IPieöerlunft 3^fu fproc^, fonöem nur öen ©eöonlen öes Be« 
reitfeinmüffens unö „öie S^reden öes Sufpdt" betonte Qüli^er).] 

3. Befonbere Cteerliefetungen bei £uiias. 

45. Uni, tilf ötr felbet. 

^f 22. Unö fie gaben alle Seugnis Don i^m unö wunöerten fic^ 
öer ^olöfeligen IDorte, öle aus feinem Iltunöe gingen, unö f prägen: 



126 IV. Sonöerüberlieferungen bei 5en einjcinen Coangeliften. 

3ft bas ni^t 3ofcp^$ So^n? 23. VLnb er fpra^ 3U irrten: 3^r toeröet 
frclH^ 3U mir fagen Öles Spri^toort: Rxit, ^ilft öir felbcr! btnn wie 
grofec Dinge l^dbm wir gehört 3U Kapernaum gef^c^cn. lEu aui^ 
alfo ^ier in öcincr Daterftaöt! 24. (Er fpra^ aber: IDa^rli^, iif fage 
eu^: Kein Prophet ift angenel^m in feinem Daterlanöe. 

44- 1>it beiden Si^tinntt. (Die Sfinfttrin.) 

Dgl. S. 21 f. 

7, 36. (Es bat i^n aber 5er p^arifäer einer, öafe er mit i^m äfee. Unö 
er ging hinein in bts p^arifäers ffaus unb fe^te fi^ 3U lEif^. 37. Unö 
fie^e, ein IDeib war in 5er Stabt, öie war eine Sünöerin. Da bie 
üema^m, öafe er 3U lEif^e fafe in bes p^arifäers ^aus, braute fic 
eine fllabafterflaf^e mit Salbe 38. unb trat i^inten 3U feinen S^ife^w 
unb toeinte unb fing an, feine 5^6^ 3^ mi^tn mit (Eränen unb mit 
bm paaren i^res ^auptes 3U trotfnen, unb füfete feine 5ü6^ wnö 
falbte fie mit Salbe. 39. Da aber bas ber p^arifäer fa^, ber i^n 
gelaben ^atte, fpra^ er bei fi^ felbft unb fagte: IDenn biefer ein 
Prophet wäre, fo toüfete er, wer unb toel^ ein IDeib bas ift, bie 
i^n anrührt; bmn fie ift eine Sünberin, 40. 3efus anttoortete unö 
fpra^ 3U i^m: Simon, id^ l^aht bir ettoas 3U fagen. (Er aber fpra^: 
Itteifter, fage an. 41. (Es ^atte ein (Belboerlei^er sweiS^uIbner. (Einer 
wax f^ulbig fünf^unbert (Brof^en, ber anbere fünfsig. 42. Da fie 
aber ni^t Ratten, 3U besagten, f^enlte er's beiben. Sage an, toel^er 
unter benm toirb il^n am meiften lieben? 43. Simon antcoortete 
unb fpra^: 3^ a^te, bem er am meiften gefc^enft ^ai (Er aber 
fpra^ 3U i^m: Du ^aft re^t gerietet. 44. Unb er coanbte fi^ 3U 
bem IDeibe unb fprad^ 3U Simon: Sie^ft bu bies IDeib? 3<!^ bin ge» 
fommen in bein ^aus, bu ^aft mir ni^t IDaffer gegeben für meine 
Süfee; biefe aber ^at meine 5^6^ ^It iränen bene^t unb mit btn 
paaren i^res^auptes getrotfnet. 45. Du ^aft mir feinen Kufe gegeben; 
biefe aber, na^bem fie ^ereingefommen ift, ^at fie ni^t abgelaffen, 
meine Süfee 3U tilffen. 46. Du ^aft mein ^aupt ni<!^t mit (DI gefalbt; 
fie aber ^at meine Süfee mit Salbe gefalbt 47. Der^alben fage i<!^ 
bir: 3^r finb üiele Sünben vergeben, btnn fie ^at t)iel geliebt; roel« 
^em aber wenig ©ergeben wirb, ber liebt wenig.*) 48. Unb er fpra(!^ 

*) IVXan pte fi(^ Dor allein t)or bem lanblöufigen ITtigDerft&nbnis biefes 
XDortes. (Es will, wie ber Sufammen^ang unb bie 3weite Q&Ifte besSa^es 
3eigen, fo üiel fagen oIs: 3(^ weife wo^I, öafe fie eine Sünberin ift; btnn 
fie ^ot (mir) Diel Ciebe erwiefen (aus Danfborfeit für bie empfongene Der« 
gebung). Keineswegs ma^t jtefus bie Dergebung (6ottes!) Don ber Ciebe 
abhängig, bie man i^m (mand^e benfen fogar on anbere: „Diel"!) erweift.] 



Bei irtatt^öus. 127 

3U l^r: Dir flnö öeinc Sfinben ©ergeben. 49. Da fingen artt öie mit 
3U (Eif^ fafeen, unö f prägen bei fi<!^ felbft: IDer ift btefer, öer aui^ 
Mc Sünöen ©ergibt? 50. (Er aber fpra^ 3U öent IDeibe: Dein (Blaubc 
l^at öir geholfen; ge^e ^tn mit 5rie5en. 

45. Dom botm^trsigen SamoHttt. 

DgL S. 30 f., 79. 

|0, 25. Unö fie^c, 6a ftanö ein S^riftgele^rter auf, ©erfaßte i^n 
unb fpra^: Iltcifter, mos mufe l^ tun, ba^ id^ bos ewige Zthtn er- 
erbe? 26. (Er aber fpra^ 3U i^m: IDic ftc^t im (5cfe^ gef ^rieben? 
IDie liefeft öu? 27. (Er antwortete unö fpra^: „Du foHftCott, öeinen 
Qerrn, lieben x>on gan3em ^er3en, x>on qart^et Seele, t)on allen Kräften 
unö von gan3ent (Bemüte, unö öeinen Häuften als öl^ felbft." 28. (Er 
aber fpra^ 3U il^nt: Du ^aft re^t geantcoortet; tue bast fo wirft öu 
leben. 29. (Er aber wollte fi^ felbft re^tfertigen unö fpra^ 3U jjefu : 
IDer ift bmn mein Hfi^fter? 30. Da antwortete 3efu$ unö fpra^: 
(Es war ein Iltenf^, öer ging x>on 3erufalcm ^inab gen 3eri^o unö 
fiel unter öieUtöröer; öie 3ogen i^n aus unö f dringen i^n unö gingen 
baoon unö ließen i^n ^alb tot liegen. 31. (Es begab fi^ aber o^n* 
gcfä^r, öafe ein priefter öiefelblge Strafte ^inab3og; unö öa er i^n 
fa^, ging er vorüber. 32. Desfelbigen gleiten au^ ein £et)it, öa er 
f am 3ur Stätte unö fa^ i^n, ging er vorüber. 33. (Ein Samariter aber 
reifte unö fam öa^in, unö öa er i^n fa^, jammerte t^n fein, 34. ging 
3U i^m, üerbanö i^m feine IDunöen unö gofe örein Öl unö IDein unö 
^ub il^n auf fein lEier unö führte l^n in öie Verberge unö pflegte fein. 
35. Des anöem (Eags reifte er, unö 30g heraus 3wei (Brof^en unö gab 
fie öem IDirte unö fpra^ 3U i^m: Pflege fein; unö fo öu txxts me^r 
wirft öartun, will t<!^ öir's be3a^Ien, mmn i^ wieöerlomme. 36. IDel« 
^er öünft öl^, öer unter öiefen öreien öer Häufte fei gewefen öem, 
öer unter öie IltSröer gefallen war? 37. (Er fpra^: Der öie Barm« 
^er3igfeit an i^m tat Da fprat!^ 3efus 3U i^m: So ge^e ^in unö tu 
öesglei(!^en! 

46. Dom iMi^itn HtU^tn. 

|2, 13. (Es fpra^ aber einer aus öem Don 3U i^m: Ilteifter, fage 
meinem Bruöer, öafe er mit mir öas (Erbe teile. 14. (Er aber fpra^ 
3U i^m: Iltenfd^, wer ^at mi<!^ 3um Ritter ober (Erbf^i(!^ter über 
eu<!^ gefegt? 15. Unö fpra^ 3U i^nen: Se^et 3U, unö ^ütet euc^ oor 
öem 6ei3; bmn niemanö lebt baoon, öafe er t)lel (Büter ^at 16. Unö 
er fagte i^nen ein (Blei^nis unö fpra^: (Es war ein reicher Iltenfc^, 



128 IV. Sonöerüberlieferungen bei 5en einzelnen ^Dangeliften. 

bes $db ^atte too^I getragen. 1 7. Unb er geba(!^te bei fi(!^ felbft un6 

pra<!^: IDos foH i^ tun? 3^ l^ahe ni^t, ba i^ meine 5^<S^te ^In- 

antmic. 18. Unb fpra^: Das miU i^ tun: i^ toill meine S^cunen 

abbtti^m unb größere bauen unb roill brein fammeln alles, toas mir 

gewac^fen ift, unb meine (Büter; 19. unb will fagen 3U meiner Seele: 

flebe Seele, bu ^aft einen großen Dorrat auf oiele 3a]^re; ^ab nun 

Ru^e, ife, trinf unb iiaht guten IHut. 20. Aber (Bott fpra^ 3U i^m: 

Du Harr, biefe Ha^t wirb man beine Seele oon bir forbem; unb 

toes wirb's fein, bas bu bereitet ^aft? 21. flifo gel)t es bem, ber fi^ 

S^S^e fammelt unb ift ni^t rei^ in (Bott. 

[Stimmung bes 61. ^erbe Oerac^tung, toie im ungerechten Qaus^alter, 
ogl. S. 131]. 

47. Dom unfmi^tbattn $tigtnbaiim. 

|5, 6. (Er fagte i^nen aber bies (BIei(!^nis: (Es ^tte einer einen 

5eigenbaum, ber war gepflanst in feinem IDeinberge, unb fam unö 

fu^te Stu^t barauf unb f anb fie ni^t 7. Da fprat!^ er 3U bem U)eln» 

gSrtner: Sie^e, i^ bin nun brei 3a^re lang alle 3a^re gefommen 

unb iiait 5^^t gefu(!^t auf biefem S^igenbaum unb finbe fie ni(!^t 

Qaue i^n ab; mos ^inbert er bas Zanb? 8. (Er aber antwortete unb 

fpra(!^ 3U i^m: Qerr, lag i^n noi^ bies 3a^r, bis bag iii um i^n 

grabe unb bebünge i^n, 9. ob er wolle Smiit bringen; wo ni^t, fo 

laue i^n bama^ ah. 

[Au^ ^ier IPamung Dor bem unbulbfamen Übereifer ober eine (Erfift« 
rung, warum 6ott nid^t rafc^er eingreift unb bas ^nbt bringt] 

48. Don btt engen unb oon ber oerfi^Ioffenen Pforte. 

Da bie ganse Umgebung aus ber Spru^queüe ftammt, wa^rf^einli^ 
auc^ aus btefer. Ittatt^Sus ^at an ber entfprec^enben Stelle bas 6Iei<!^« 
nis Don btn fingen unb törichten 3ungfrauen (S. 125). 

|5t 23. (Es fpra^ aber einer 3U i^m: Qerr, meinft bu, ba% wenige 
feiig werben? (Er aber fpra^ 3U i^nen: 24. Ringet bama^, ba% i^r 
bur^ bie enge Pforte eingebt; bmn oiele werben, bas fage i^ eu(!|, 
bamat!^ trauten, wie fie ^ineinfommen, unb werben's ni^t tunfSnnen. 
15. Don bem an, mann ber Hauswirt aufgeftanben ift unb bie lEfir 
oerfc^Ioffen ^at, ba werbet i^r bann anfangen brausen 3U fte^en unb 
an bie t£fir Ilopfen unb fagen: Qerr, tu uns auf! Unb er wirb ant* 
Worten unb 3U eu^ fagen: 3^ fenne euer ni^t, wo i^r ^er feib. 
26. So werbet i^r bann anfangen 3U fagen: VOix l^ahtn t)or bir ge« 
geffen unb getrunlen, unb auf bm (Baffen ^aft bu uns gelehrt 27. Unb 
er wirb fagen: 3c^ fage eu^: 3^ fenne euer ni^t, wo i^r ^er feib; 



Bei Culos. 129 

toc^et alle r>on mir, i^r ÜbeltSter! 28. Da wirb fein ^eulcn unö 
3ä^nclnirf<!^cn, tocnn i^r fc^en toetbct Abraham unö 3faaf unö 3alob 
unö alle Propheten im Reiche (boties, eu(!^ aber hinausgeflogen. 29. Unb 
es toeröen fommen oom morgen unö oom flbenö, von IHittema^t unö 
Dom ntittage, öie 3U (Eif^e fi^en toeröen im Reic^ (Bottes. 30. Unö 
fie^e, es finö £e^te, öie toeröen öie (Erften fein, unö finö (Erfte, öie 
roeröen öie testen fein. 

49. Die Hangorömtng beim ^apaaffl. 

H, 7. (Er fagte aber ein (Bleic^nis 3U öen (Bäften, öa er merfte, 
role fie erroäl^Iten, obenan 3U fi^en, unö fprat!^ ju i^nen: 8. IDenn 
öu oon jemanö gelaöen wirft yxx ^o^jeit, fo fefee öi^ ni<!^t obenan, 
öafe niil^t etwa ein Dome^merer bmn öu oon i^m gelaöen fei 9. unö 
bann lomme, öer öic^ unö i^n gelaöen ^at, unö fpre^e 3U öir: IDeic^e 
öiefem! unö öu müffeft bann mit S^am untenan fi^en. 10. Sonöem 
mtnn öu gelaöen wirft, fo ge^e ^in unö fe^e öi^ untenan, auf öafe, 
mmn öa lommt, öer öi^ gelaöen ^at, er fpre^e 3U öir: 5i^^unö, 
rüde hinauf! Dann wirft öu (E^re iiahm oor btnm, öie mit öir 3U 
(Eif^e fi^en. 11. Denn wer fi^ felbft er^ö^t, öer foH emieörlgt wer* 
öen; unö wer fi(!^ felbft emieörigt, öer foH er^ö^t weröen. 

50. Die niiUn (5a|le. 

I4r ^2. (Er fpra^ au^ 3u öem, öer i^ gelaöen ^atte: IDenn öu 
ein ITHttags« oöer flbenömal^I ma^ft, fo laöe nic^t öeine S^eunöe, 
no<!^ öeine Brüöer, noc^ öeine (Befreunöeten, no<!^ öeine Ita^bam, öie 
öa rei^ finö; auf öag fie öi^ ni^t etwa wieöer laöen, unö öir oer« 
gölten weröe; 13. fonöem wenn öu ein Rta^I mac^ft, fo laöe öie 
Armen, öie Krüppel, öie £a^men, öie Blinöen, 14. fo bift öu feiig; 
benn fie ^aben's öir ni^t 3U oeigelten; es wirö öir aber vergolten 
weröen in öer fluferfte^ung öer (Bereiten. 

[XDir ^aben es bei 41 unö 50 nur Dielleic^t mit 6Iei^niffen 3U tun, bei 
49 nod^ e^er als bei 50.] 

5j(. Dom Stirmbatt unö oom Xriegffi^ren. 

Hf 25. (Es ging aber oiel Dolts mit il^m; unö er wanöte fi(!^ unö 
fpra^ 3U i^nen: 26. So jemanö 3U mir fommt unö Raffet ni^t feinen 
Dater, Htutter, IDeib, Kinöer, Brüöer, S^weftem, aud^ öa3U fein eigen 
Zehen, öer fann ni^t mein 3ünger fein. 27. Unö wer nic^t fein Kreu3 
trägt unö mir na^folgt, öer fann ni^t mein 3ünger fein. 

28, IDer ift aber unter eu^, öer einen (Eurm bauen will, unö fi^t 

Hnu<B46: Weinet, (Bleidiniffe 3efu. 3. HufL 9 



130 IV. Sonöerüberlieferungen bei 5en einseinen (EDangeliften. 

nid^t ywox unb überf(!^Iagt bie Koften, ob et!s ^abe ousjufü^ren? 
29. Auf ba% m(!^t, voo er ben (5runb gelegt ^at, unb lann's nid^t 
hinausführen, alle, bie es fe^en, fangen an fein 3U fpotten 30. unb 
fagen: Biefer IRenfi!^ ^ub an 3U bauen, unb lann's ni(!^t hinausführen. 

31. Ober, roeld^er König toill fi^ begeben in einen Streit n>iber 
einen anbem König, unb fi^t ni^t suoor unb ratf^Iagt, ob er lönne 
mit se^ntaufenb begegnen bem, ber über i^n fommt mit yooan^g» 
taufenb? 32. IDo ni^t, fo f^idft er Botf^aft, wenn jener no^ ferne 
ift, unb bittet um Sieben. 

33. HIfo du^ ein iegli(!^er unter tnii, ber ni^t abfagt allem, ba$ 
er ^at, lann nid^t mein 3ünger fein. 

Pn bem S^Iugfa^ fommt bie Pointe bes Cft^erlic^« unb Derfpottet* 
toeröens, bie in btn 6Iet^niffen enthalten ift, ni^t fc^arf genug jum 
Husbrud] 

52. Dom verlorenen frofd^en. 

Ogl. S. 13, 81. 

|5, 8. ©ber welt!^ IDeib ift, bie se^n (Brof^en ^at, fo fie ber einen 
vertieret, bie ni^t ein £i^t anjünbe unb le^re bas Qaus unb fu(!^e 
mit $lü^t bis ba^ fie il^n finbe? 9. Unb roenn fie i^n gefunben ^at, 
ruft fie i^ren 5teunbinnen unb Ita^barinncn unb fpri^t: 5^^ii^ ^uc^ 
mit mir; benn i(^ l^aht meinen (5rof(!^en gefunben, ben xii oerloren 
^atte. 1 0. flifo au^, fage i^ eu^, toirb 5teube fein x>ox ben (Engeln 
Lottes über einen Sünber, ber Buge tut. 

53. Der oerlorene $o^n. 

OgL S. 73, 79 f. 

|5» 11. Unb er fpra^: (Ein nienf(!^ ^atte yam Sö^ne; 12. unb 
ber jfingfte unter i^nen fpra^ ßu^bem Oater: (5ib mir. Dater, bas 
([eil ber Mter, bas mir gehört Unb er teilte i^nen bas (5ui 1 3. Unb 
ni^t lange bamac^ fammelte ber füngfte So^n alles sufammen unb 
30g ferne über Zanb; unb bafclbft bra(!^te er fein (But um mit Praffen. 
14. Da er nun au bas Seine oerse^rt l^atte, toarb eine groge (teurung 
burc^ basfelbige ganse Zanb, unb er fing an 3U barben. 15. Unb 
ging ^in unb ^ängte fic^ an einen Bürger besf eibigen £anbes, ber 
f(!^idte i^n auf feinen Hder, ber SSue 3U ^üten. 1 6. Unb er begehrte 
feinen Bau^ 3U füllen mit (Erebem, bie bie S&ue agen; unb niemanb 
gab fie i^m. 17. Da f^Iug er in fi(!^ fpra^: IDieoiel (Eaglö^ner 
^at mein Dater, bie Brot bie Sülle ^aben, unb i^ perberbe im junger! 
1 8. 34 miVi mic^ aufmachen unb 3U meinem Dater ge^en unb 3U i^m 



Bei Culos. 131 

fagen: Dater, i^ ^abc gcfünöigt gegen öen ^imtnel ((Bott) unö t)or bit 
19. unö bin ^infort nlc^t me^r toert, öafe i<!^ öein So^n ^eifee; mac^e 
mi^ als einen beiner lEaglö^ner. 20. Unb er machte fid^ auf unb 
fam ju feinem Dater. Da er aber noäi ferne t)on bannen war, fa^ 
i^n fein Dater, unb es iamnterte i^n, lief unb fiel i^m um feinen 
ffois unb Ififete i^n. 21. Der So^n aber fpra^ ju i^m: Dater, i<!^ 
l^abe gefünbigt gegen ben Qimmel unb oor bir; id^ bin ^infort nic^t 
me^r wert, ba% i^ bein So^n ^eifee. 22. Aber ber Dater fpra^ 3U 
feinen Kne^ten: Bringet bas befte Kleib ^eroor unb tut i^n an unb 
gebet i^m einen Sl^gerreif an feine ^anb unb S^u^e an feine 5^6^! 
23. Unb bringet bas gemäftete Kalb ^er unb f^Iad^tefs! £affet uns 
effen unb frö^Iic^ fein; 24. btrm biefer mein So^n voat tot unb ift 
toieber lebenbig worben; er war oerloren unb ift gefunben worben! 
Unb fingen an frö^Ii^ ju fein. 

25. Aber ber ältefte So^n war auf bem S^Ibe. Unb als er na^e 
3um Qaufe lam, ^örte er bas (5efSnge unb b^n Reigen; 26. unb er 
rief 3U fi^ ber Knechte einen unb fragte, was bas wäre. 27. Der 
aber fagte i^m: Dein Bruber ift gelommen, unb bein Dater ^at bas 
gemäftete Kalb gef^Ia^tet, bag er i^n wieber gefunb ^at 28. Da 
warb er somig, unb wollte ni^t hineingehen. Da ging fein Dater 
heraus unb bat il^n. 29. (Er aber antwortete unb fpra^ 3um Dater: 
Sie^e, fo oiel 3ct^te biene i^ bir unb ^abe bein (Bebot noc^ nie über» 
treten; unb bu ^aft mir nie einen Bodt gegeben, ba^ i^ mit meinen 
5reunben frS^Ii^ wäre. 30. Uun aber biefer bein So^n gefommen 
ift, ber fein (But mit ^uren oerf^Iungen ^at, ^aft bu i^m bas gemäftete 
Kalb gef^Ia^tei 31. (Er aber fprad^ 3U i^m: Ittein So^n, bu bift 
ane3eit bei mir, unb alles, was mein ift, ift bein. 32. (Es galt aber 
frö^Iit!^ fein unb fic^ freuen; bmn biefer bein Bruber war tot, unb ift 
wieber lebenbig worben; er war oerloren, unb ift wieber gefunben. 

54. Dom ungeted^ten Qatts^altef. 

Dgl. S. 18, 22, 26 f., 28, 47, 60 f. 

|6, 1. (Er fpra^ aber au^ 3U feinen 3üngem: (Es war ein reicher 
ttlamt, ber ^atte einen Qaus^alter; ber warb vor i^m berüd^tigt, als 
li&ttt er i^m feine (Büter umgebrad^t. 2. Unb er forberte i^n unb 
fpra(!^ 3U i^m: IDie ^öre ic^ bas von bir? lEu Re^nung Don beinem 
^aus^alten! Denn bu lannft ^infort ni^t Qaus^olter fein. 3. Der 
^aus^alter fprac^ bei fi(!^ felbft: IDas foH i<!^ tun? Ulein ^err nimmt 
bas Hmt r>on mir; graben fann i<!^ ni^t, fo fc^äme ic^ mic^ 3U hetß 



t32 IV. Sonöerüberlteferungen bei 5en einzelnen (Eoangeliften. 

teliu — 4. 3<!^ tDcife too^I, was l^ tun toill, toenn i<!^ nun x>on bem. 
Amt gefegt tbcröc, bafe fie ml^ In i^re Käufer nehmen, 5. Unö er 
tief 3U fi^ alle S^ulöner feines Qerrn unö fprat!^ ju öem erften: 
DJiemel bift 6u meinem fftttn f^ulöig? 6. (Er fpra^: Qunöert Tonnen 
©Is. Unö er fpra^ 3U i^m: Himm öeinen Brief, fe^e öi<!^ unö f(!^reibe 
flugs ffinfsig. 7. Damad^ fpta(!^ er 3U öem anöem: Du aber, toieoiel 
bift öu f(!^ulöig? (Er fpra^: Qunöert ütalter IDeisen. Unö er fprad^ 
3U l^m: nimm öeinen Brief unö f^reib a<!^t3ig. 8. Unö öer Qerr 
lobte öen ungerechten Qaus^alter, öag er Hüglig getan l^atte; öenn 
öie Kinöer öiefer IDelt finö flüger bmn öie Kinöer öes Achtes In 
i^rem (5ef(!^Ie^te. 

9. Unö id^ fage eud^ auii: VHaäitt enii $teunb^ mit öem unge« 
regten Ittammon, auf öag, wenn ilfc nun öarbt, fie eu^ aufnehmen 
in öie etoigen Qütten. 

lö. IDer im (Jeringften treu ift, öer ift au<!^ im (Brogen treu; unö 
u)er im (5eringften unred^t ift, öer ift au^ im (Brogen unred^t. 1 1. So 
i^r nun in öem ungere^ten tltammon ni^t treu feiö, roer roill euc^ 
öas IDa^r^aftige vertrauen? 12, Unö fo i^r in öem S^emöen nic^t 
treu feiö, »er roirö eu^ geben, bas euer ift? 

55. Dom reid^en Ulamt mh oom armen tajanis. 

DgL S. 30 ff. 

|6r 19. (Es roar aber ein reid^er TXlann, öer fleiöete fid^ mit Purpur 
unö löftlid^er £einu)anö unö lebte ade lEage ^errli^ unö in Si^^uöen. 
20. (Es roar aber ein Armer mit Uamen Easarus, öer lag Dor feiner 
lEür DoIIer Sd^toären 21. unö begehrte, fi^ 3u fättigen, Don öen Bro« 
famen, öie oon öes Reihen lEifc^ fielen; öoc^ lamen öie Qunöe unö 
ledtten i^m feine S^toären. 22. (Es begab fi^ aber, öag öer Arme 
ftarb unö roarö getragen Don öen (Engeln in Abrahams S^og. Der 
Rei^e aber ftarb au^ unö toarö begraben. 23. Als er nun in öer 
ffSüt unö in öer (Qual toar, ^ob er feine Augen auf unö fa^ Abra« 
^am oon ferne unö £a3arus in feinem Sd^ofe. 24. Unö er rief unö 
fprad^: Dater Abraham, erbarme öid^ mein unö fenöe £a3arus, öag 
er öas Äufeerfte feines Siegers ins BDaffer tauche unö tü^Ie meine 
Sunge; btnn i^ leiöe Pein in öiefer 5Io^w^- 25. Abraham aber 
fprad^: (5eöenle, So^n, öag öu öein (5utes empfangen ^aft in öeinem 
Zibviif unö £a3arus öagegcn ^at Bdfes empfangen; nun aber wirö er 
getröftet, unö öu wirft gepeinigt. 26. Unö Aber bas alles ift yx>x\iien 
uns unö euc^ eine grofee Kluft befeftigt, öafe öie öa wollten oon Rinnen 



Bei Culos. 133 

^inabfa^ren 3U eu^, Idnnten nic^t, unb au^ nic^t oon banntn ju 
uns ^erüberfa^rctt. 27. Da fpra^ er: So bitte i<!^ öi^, Dater, baß 
öu i^n fenöeft in meines Daters ^aus; 28. öcnn l^ ^abe no^ fünf 
Brüöer, öafe er l^nen beseuge, auf öafe fle nl^t au^ fommen an 
blefen Ort ber Qual. 29. Abraham fprac^ 3U l^m: Sie ^aben IRofe 
unb ble Propheten; lafe fle blefelben ^ören. 30. (Er aber fpra^: Ileln, 
Dater Abraham; fonbem wenn einer von btn lEoten 3U l^nen ginge, 
fo würben fle Bufee tun. 31. (Er fpra^ 3U l^nt: ^dren fle Utofe unb 
ble Propheten nl^t, fo metbm fle anii nlc^t glauben, voemi {emanb 
Don ben iotcn auferfte^t 

56. Unnütlt Xne^tt. 

Dgl. S. 23. 

J7, 7. IDeI<!^er Ift unter eu^, ber einen Kneift ^at, ber l^m pflüget 
ober bas Dle^ toelbet, wenn er ^elmlontntt Dom 5^Ibe, ba% er l^nt 
fagc: (Be^e alsbalb ^In unb fe|(e bt^ 3U (Elf^e? 8. 3ft's nl^t alfo, 
bafe er 3U l^nt fagt: Rl^te 3U, mos l^ 3U ßbenb effe, f^ür3e bl<!^ 
unb bleue mir, bis ^ effe unb trinle; bama^ foHft bu au^ effen 
unb trlnfen? 9. Danft er au^ bemfelblgen Kne^te, ba% er getan ^at, 
mos l^m befohlen war? 10. Alfo au^ l^r; mtnn üft alles getan 
^abt, was eu^ befohlen Ift, fo fpred^t: IDlr flnb unnfi^e Kne^te; wir 
i^ahen getan, bas wir 3U tun f(i^ulbig waren. 

57. Vtt bittenbe $rettnb. 

n» 5. Unb er fprat!^ 3U l^nen: IDel^er Ift unter eud^, ber einen 
5reunb ^at unb ginge 3U l^m um mittema^t unb fprS<!^e 3U l^m: 
£leber 5^«unb, lel^e mir brel Brote; 6. benn es Ift mein 5teunb 3U 
mir gelommen oon ber Strafte, unb l^ ^abc nl^t, bas l^ l^m oorlege; 
7. unb er brlnnen würbe antworten unb fpre^en: TXlaiie mir feine 
Unruhe, ble lEür Ift f^on 3ugcf<!^Ioffen, unb meine Klnbleln flnb bei 
mir In ber Kammer; l^ fann nl^t auffte^en unb bfar geben. 8. 3<!^ 
fagc eu^: unb ob er nlc^t auffte^t unb gibt l^m, barum baft er fein 
5reunb Ift, fo wirb er bo^ um feines unoerf^ämten (Bellens willen 
auffte^en unb l^m geben, wleolel er bebarf. 

[Dies 6Iel^ni$ bilbet mit 5em folgenben ein Paar, bas wo^I urfprüng« 
li^ 3ufammenftan5 unb {ebenfalls 3ufammenge^drt. 3efus totll mit bem 
merfiDÜrbigen Derglei^ getoig ein £&(^eln auf bas Angefi^t b^s Iltenfc^en 
rufen, ber Der3tDeifelt Dom Beten oblaffen win. Darum blefe faft fomif^en 
6ef^i(^ten. £a^t erft ber Der3agte, fo XDirb er au^ toieöer hoffen lernen. 
3ft <5ott nii^t gan3 anbers als ein folc^er „$reunb" unb ein folc^er 
„Ritter"?] 



134 IV. Sonöerüberlieferungen bei öcn einjelnen (Eüangeliften. 

58. Dom ungefed^ten Hid^tef. 

Ogl. S. 18, 63. 

|8, 1. (Er fagtc i^ncn aber ein (Blei^nis baoon, öafe man aüesett 
beten unö ni^t lafe roeröen folle, 2. unö fpra^: (Es war ein Rt<!^ter 
In einer Stabt, ber für^tete m nl^t t)or (Bott unb freute fl(!^ oor 
lelnem Iltenf<!^en. 3. (Es war aber eine IDltoe In berfelblgen Stabt, 
ble fam ju l^m unb fpra^: Rette ml^ oon meinem IDtberfa^er! 
4. Unb er toollte lange nl^t. Darna^ aber ba^te er bei m felbft: 
©b l^ ml^ f^on oor (Bott nl^t für^te noc^ oor feinem Rtenf^en 
^eue, 5. blewell aber mir blefe tDitcoe fomel Iltä^e mac^t, voiÜ iäf 
te retten, auf ba% fle nl^t ßule^t fomme unb mir bas (Befl^t 3er» 
Ira^e. 

6. Da fpra^ ber ^err: ^oret ^ler, was ber ungere^te R^ter 
faget. 7. Sollte aber ®ott nl^t aud^ retten feine flusenDä^Iten, ble 
3U l^m lEag unb Ila<!^t rufen, unb foHte er's mit i^nen oerjle^en? 
8. 3d^ f age eu^ : (Er wirb fle erretten In einer Kurse. Do<!^ wenn bes 
nienf^en So^n tommen wirb, melnft bu, ba% er au^ werbe (5Iauben 
flnben auf (Erben? 

59. Dom p^arifder unb 39Hner. 

Ogl. S. 30. 

|8, 9. (Er fagte aber 3U etilen, ble fl^ felbft oermafeen, bQ% fle 
fromm wären, unb oera^teten bk anbern, ^xn fol^ (Blel^nls: 10. (Es 
gingen 3wei Rlenf^en hinauf In btn ttempel 3U beten, einer ein 
P^arlfäer, ber anbre ein SöHner. 1 1 . Der p^arlfäer ftanb unb betete 
bei fl^ felbft alfo: 3^ banle blr, (Bott, bafe l^ nl^t bin wie ble 
anbern £eute, Räuber, Ungere^te, (E^ebre^er ober auc^ wie blefer 
SoHner; 12. l^ fafte 3welmal In ber IDo^e, unb gebe btn Sehnten 
t)on allem, bas l^ erwerbe. 13. Unb ber SöHner ftanb x>on ferne, 
woDte au^ feine flugen nl^t aufgeben gen Qlmmel, fonbem f^Iug 
an feine Bruft, unb fpra^: (Bott, fei mir Sünber gnäblg! 14. 3c^ 
fage eu^: Dlefer ging l^lnab gere^tfertlgt In fein ^aus t)or jenem. 
Denn wer fl^ felbft er^S^t, ber wirb emlebrlgt werben; unb wer fl^ 
felbft emlebrlgt, ber wirb er^o^t werben. 



Der3et^ms öer (Bleid^niffe, 



Äas un5 HMer 107. 
Hbcnöma^I, bas große 105. 
MtXf viererlei 86. 
Hr3t, I|ilf 5ir felbft 125 f. 

— und Kranfe 84. 

Huge, öes Cetbes Ci^t 100. 

Baum un5 Srü^te 118. 
Baumeifter, 6er fluge un5 6er 

töri^tc 102. 
Beel3ebulglet(^niffe 114. 
Blinöenfü^rer, blinöe 104. 
Bröutigam 84. 
Brofamen unö ßünölein 92. 
Brüöerr öic ungleichen 124. 

Dömon, öer jurüdfe^renöe 103. 
Dieb 107. 

Seigenbaunt, 5er unfruchtbare 128. 

— unb feine Knofpen 98. 
Sif^neft 122. 

Sreunö, öer btttenbe unb ber 
fci^Idfrige 133. 

(Softe, bie recfften 129. 
— t bie- rDiberroinigen 105. 
©ang 3um Richter 100. 
6aftnta^I, Kangorbnung beim 129. 
6rof^en, ber verlorene 130. 

Qausbau auf 5els ober Sanb 102. 
Qaus^alter, ber ungere^te 131. 
— , ber treue unb untreue 107. 
Qaus^err, ber fp&t^eim{ommtll8. 
QausDater, ber HItes unb Heues 

^eroor^olt 123. 
tjerr, 3rDei tjerren bienen 101. 
t)oc^3eit unb 6äfte 105. 
fjunbe unb Brofamen 92. 

Jünger unb Ilteifter 102. 
3ungfrauen, bie 3e^n 125. 

Kinber, fpielenbe 102. 
Kne^te, unnü^e 133. 
Knofpen als Oorboten 98. 
Krieg unb (Eurmbau 129. 



£a3arus unb ber Heic^e 132. 
Cappen, Dom neuen 84. 
£i^t 112. 

tITammon 101. 

Perle 122. 

P^arifaer unb SöIIner 134. 

Pforte, enge 128. 

— , bie Derfcftloffem 128. 

Pfunbe 108. 

Helene, unb ber arme £a3arus 132. 
— , ber töri^te 127. 
Hinter, ber ungerec^e 134. 

Saat, Don felbft toac^fenb 121. 

Söemann 86. 

Sal3 114. 

Samariter, ber barm^er3ige 127. 

Sauerteig 104. 

Sc^af, bas verlorene 105. 

Sdiallshte^t 123. 

Säiaiß im Hder 122. 

S(^löuc^e, neue unb alter XDein 84. 

Sd)riftgele^rte, ber rechte 123. 

Sd)ulbner, bie beiben 127. 

Senffom 114. 

So^n, verlorene 131. 

— , ber bittenbe 101. 

Sö^ne, bie beiben ungleichen 124. 

Stabt auf bem Berge 121. 

Sünberin, bie große 126. 

(Talente 108. 

(Turmbau unb Kriegfü^ren 129. 

Unfraut im tDei3en 121. 

Oerborgene, bas 112. 
Oerunreinigung, bit toa^re 92. 

U)ein, neuer in alte Sc^lau^e 84. 
IPeinberg, Hrbeiter im 124. 
XDeingärtner, bie böfen 94. 

Zöllner, P^ariföer unb 3. 134. 



Stellenregifter. 



mu 



ö, 13 . , 
ß, 14—16 
ö, 25 f. 
6r 22 f. 
^r 24 . 

M f. . 

7—11 
15-20 
24—27 
12 . . 
11—17 
[0, 5 . . 
10, 241. . 
10, 26 t. • 
[0, 32 . . 
Xf 16—19 
[2, 22—30 
[2, 33—35 

12, 38—42 
[2, 43—45 
[3, 3—23 

13, 12 . . 
[3, 14 t. • 
13, 24-30 
13, 31 1. . 
13, 33 . . 
13, 34—43 
13, 42 . . 
13, 44. 45 
[3, 47—49 
|3, 50 . . 
[3, 52 . . 
[6, 10 t. • 
16, 12—14 
16, 15—20 
[6, 21—27 
16, 4 . . 
[6, 17 . . 
18, 10—14 
18, 21—35 

20, 1-16 

21, 28—32 
21, 33—46 

21, 33 . . 

22, 1—14 



. . 115 
113. 121 
100 
100 
101 
113 

101t. 

119 

102 

54 

85.87 

59 

102 

113 

49 

102 t. 

115.117 

119 

32 
103 
87. 89. 91 
116 

35 
121 
115 
104 
122 

54 
122 
122 

54 
123 

93 
104 

93 
93.95 

32 

48 
105 

123 t. 
. 124 

124 t. 
95. 97. 99 

. 16 

105 tt. 



22, 13 . . 

23, 3 . . 

24, 28 . . 
24, 32 1. . 
24, 42—44 
24, 45—51 
24, 51 . . 
26, 1-13 
26, 14—30 

mi 

2, 16-22 

3, 22—27 

4, 2-20 . 
4, 21 -25 
4, 26-29 
4, 30—32 
4r 15 . . 
4, 33 . . 
7, 14—23 

7, 24—27 

8, 12 t.. . 
8, 30 . . 

9,49t.. . 

12, 1—12 

13, 28 1. . 
13, 33-37 
16, 31 . . 



tt 

If 1-3 . 
4, 22—24 
4, 23 . . 
6, 30—39 
6, 38 . . 
6, 39 . . 
6, 40 . . 
6, 43—45 

6, 47-49 

7, 31—35 

7, 36—50 

8, 4—15 85 

8, 16—18 

9, 26 . . 
XO, 23 1. . 



54 

38 
107 

99 
107 
107 

54 
125 
108 tt. 



. 84.86 

. . 116 

86. 88. 90 

112.114 

121 

114 

15 

52 

92 

92.94 

32 

48 

114 

94.96 

98 

118 

19 



35 

126 

19 

85.87 

113 

104 

102 

119 

102 

102 t. 

126 t. 

87. 89. 91 

113.115 

. . 48 

. . 89 





X 

X, 
Xt 

2 
2 
2 
2 
2 
2 
2 
3 
3 
3 
3 
3 
4t 
4, 
4, 

4r 

6 
6 
6 
6 
6 
6 
7 
7 
8 
8 
9 
9 

20 

2X 



25—37 

5—8 . 

9—13 

14—23 

24—26 

29—32 

33 . . 
34—36 

2 t.. . 
8 . . 
13—21 
35—38 

39 t. . 
42—48 
57—59 
6-9 . 
18t. . 
20t. • 
23—30 

28 . . 
7—14 
15—24 
25—33 

34 t. . 
1—7 . 
8—10 
11—32 
1—12 
13 . . 
16—31 
7—10 
37 . . 
1—8 . 
9—14 
11—27 

40 . . 
9—19 

29 tt.. 



3olj 

XO, 12-16 
U, 50-52 
j(6, 1—8 . 



. 127 
. 133 
101 f. 

115. 117 
. 103 
. 32 
. 113 
100 f. 
. 113 
. 49 
. 128 
. 119 
. 107 
107 f. 
. 100 

16. 128 
. 115 
. 104 

128 f. 
. 54 
. 129 
105 f. 

129 f. 
. 115 
. 105 
. 130 

130 t. 
131t. 
. 101 

132 t. 
. 133 
. 107 
. 134 
. 134 

108 tt. 
. 82 
95. 97. 99 
. . 99 



32 
57 
32 



H9m. 9 53 

X. Kot. tOr 11 . 17 



VcrUg von B.0.Ctubner in Ltipzig und Berlin 

3efu9 
im Qrtdl der "Jahrhunderte 

Die bebeutentifteit ftuffoffungen 3efu in S^ologie, 

p^UofopE)ie, Citerahir unb Kuitft bis 510; ^emnart 

Don Lic. theol. Guftav pfannmUUer 

ntU Bui!)fd|inud wnb 15 Xunftbeilagen. 3n £einioanb gcbunben ITL 5. — 



it pitmtDou uno msBoDU mnini jagtctui tat t 



- - ^.-., i^illtui am Eingang btt Bud)u tntig<gtii. €i Miftt mr 

oKnfgt Daittellungen atbta, bU [a Endpii und [it|ar1 untri[[(n bic ifiaiattcitltifibin Sfigt 
a Pciflnliitiltll 3«|u ^trousgiurbtlttl Aa&tn. So mlri Matt buTdi bat Kaftiü JljoM 
enteonUi', 6as nur nnin I)niilitl<nt umtaEi^ bit Crnnlibttilnaung für bit itdilt B» 



Don Ctn^in^', bas nur nnin I)ruilitl<nt umtaErt. bit Cmnbbdilnaung für bi< . 

urttOung Hi titnn Ctflomnitu, bts opotMitAen StUoIMn nnb bei feninöibtn 3(il|rl|UNbcTtt 
in bd ArlfUtdicn Kln^egcflcBm; 3etu PiebiJgt glddit bcn Maniinten, bn. auf «llni Scitai 
D«ni CfAM mcttMitiiieT «tcnMiil* MomnI, Im fmmei MMit SKoblMTetlcifli funlclt. tD« — 
glttdicltl ob Cafe obn Sadimann — «aii bt* tDnIhxgi ntttfic nnb Uitinlt biu Budi ]Ut ()iinb 
nbnnt nnb (fd) In «ini ba Kapltd Dtrtfeft — hu m bai B«nUdit gtrote bicfa I0nt<*, tat 
et tont Act ixrldilclintni Huffaffungni bei C^tlftnibubcf Icbnn Mmol bringt — bcm mlrb btr 
antamftaiib DOn [ttiul Sech genonncn, et OfSIiIt neue anregung imb neue Kiaft in ftiHcr 
5iin|nnbe.' (jldlMrfrf h'be» bnlFAca 9ilcnl4t.) 



liiii|tfl|Bjiöoen mutet ts (riüiüi in manäifn Partltn (tne anltintgenl. _... ... .,. 

nii!|t Bastblii(. t/itr tnlrb <t|m trmiaillit, non bn CnlnliTiung ba Vemcs unb ittnei lang- 
iomtn Sniliruni, bem DirfdiiDtnbcn ctncr flsrin Ruffafluna ber pir|3nlid)ttit Jclu unt [t)rcni 
II>ttbniuttaud|(n aiu bcn Oluelten tin [cbcnblgu BiU yi bttontnten.- ($(rl|lll<t( VtH.) 

., . . IHi biDtttnbtn ItHbnIlllnb« bei lIbri[lologlt Ja in troambt 3a ntmonbcln — nei 
bOtl un> baju ? 3<^ l^rdbt bitte SeUeq, um ble fluföicrtfontett auf tin Bud| tu lenttn, bcfftu 
Stutium btn fitbilbtten bis bent|d|«i DsRo Mtfen Intnft ju Itiftm itnnas : auf 4>u|lini Pfrän* 
mOUos 3eiu tnt Utlril bnjiablbuiibalt'. So* Wttt 1(1 nÜI imi du Bn« fflt icne «dillMai 
geDOlbai, bf« |i4 bnT4U«roiFfen)d|at(3ntMngeDonntntrndittatttuiArttigtnnoII(n, hmttni 
fi milti pattItH elu Bn« ffii Itbemomi fn giuijcn DoIIt, btr tt ntt unfenm ntautoni« 
an> itMttei Rdmtu ^oIMll totll unb tonn, b« nii nu aun SdgluPlc nodg tinmal uiebirtolen : 
31|jiilnNt aul DKltR bunItT Sfui urfprunglidiei natni, dn bolbti Barn, In nKldieni idi babc, 
Ifl Uböllelnun), ttt Cnabc- (»ti »iemma.) 



Vertag von ß.G.Ceubner in Leipzig und Berlin 

Doktor ]VIartin Luther. Des Reformators Zzhzn mb XDirten 
bem öeutfc^en t)oI!e er3&^It von Pfarrer D. 6eorg BucbwalcL XYttt sa^I« 
reichen Hbbllbungen unö einem Cut^erbilönts. 3n CetniDanö geb. ITT. 6. — 

„5ür 6a$ DoU ober Dielmebr für 6as öeutfc^e fjaus f^ahtn mit noc^ leine Cut^erbioorop^ie 
gebabt, 6ie fic^ naän (bebiegen^ett des Jn^attes, nacb anfpre^enber ittftruttioer Darftellung 
uno na^ Bttligfeit 6e$ preifes mü Bu&nalb meHen fonnte. — Unb bas ift ido^I ein ßaii|»t« 
unterfc^ieb unb ber I}au|)ti>or3ug oor auen anbeten Cut^erbiograp^ien ,ffir bas I}aus% bog 
iDir t)ier btn betenben, rebenben unb f^reibenben Cut^r in feiner gansen ItriDfiAfigleit, Cnergie 
unb Derbheit, aber au^ in feiner (blaubensinnigleit unb <BIaubens(raft reben $ören unö oor 
uns n>anbeln fe^en. So lebensood ^at i^n bas ,beutfd)e eoangelifc^e ßaus' no&ni^t gefe^en." 

(JUTgemeine fpanatüfd^-tutittifd^t ßutd^m%eiiMn^,) 

„,,. (Ebelf te Popularität auf (brunb ooIRommenfter Be|)errfc^ung oes (begenftanbes unb 
eines unerf^pfliAen Dorrats oon intereffonten, feffelnben, betebenben (Einselqeiten seltnen 
bas Bu^ aus. tDte \&t&n, n>ie reicb^altig aus Cutters Briefen unb S6riften belebt unb gesiert 
ift ber Hbf^nitt ,im I^aufe Cutbers' ! tDie tritt ba ber nunberbare tilenfd) mit bem KinöeS' 
^erjen uno bem bli^enben 6eitt unb Derftanb, mit bem be^aubemben Cadben unb SAer^en 
unb bem imx>onierenben £dn>enmut uns oor bas Auge! So etraas mfigten aue (Eoangeltfcpcn, 
eigentlich alu Deutfc^en lefcn." C^iterarifi^e ^ttnbfd^an für bas enangetifi^e ^tutf^tamb.) 

"JctUQ der CbriltUS. Beriet unb Botfc^aft in erfter ©eftalt Don 
Oberleljrer Dr. fvitz Refa. Kart. lU. —.80. (befc^enfausgabe in 3U)ei» 
farbigem Drucf mit Buc^fc^mud, gefc^ma(ft>oII geb. ITT. 2.60. 

»man iann bas Bfid^Iein toarm empfehlen; es ift ouc^ ffir Schule unb 3ugenb red^t 
geeignet. (Ein glil(flic^er Derfud^, bas Ztbtn. 3efu unb feine Ce^re in ber 5onn eines »iffen« 
fc^aftlic^en Bibelausjuges banubieten. Ruf (brunb ber ^iftorifd^en 5otfc^ung »erben im erften 
([eile bie Umriffe einer (befqid)te 3cfu ffi33iert unb im ^roeiten bie oon i^m ilberlieferten 
tDorte unb (bleid^niffe gegeben. (Ein Donug biefer Brofdbfire fd^eint mir in ber fiberfic^tlid^en 
Anorbnung bes Stoffes 3u liegen. Hlles wiffenfd^aftlid^e ift in einem An^ng sufarnmengefteüt 
unb ftort ba^er bie Cettfire nid^t (Es empfietilt fic^ aber, biefe Hnmerfungen beim sneiten 
Cefen red^t ^u benfi^en. Sie erfe^en einen Kommentar unb ffi^ren in (Einseiften ber t^eo* 
logifdien tDiffenf^aft gut ein." (Pie S^itft.) 

8toffe und Probleme des Retigion8unterrid>tes. 

Don Superintenbent D. theol. H* f^. Braarcb* <be^. ITl. 2.40, in Ztinw. geb. ITl. 3.— 

„...Hus bem Buc^e rebet ein oielerfa^rener mamt« ber in btn tDiffenfc^aftlid)en unb 
religidfen Strömungen unb (brunbauffaffungen ber Seit unb in ber f}aft unb 3agb bes Cebens 
btn feften Qalt unb <brunb fanb, ber religiofe Probleme, t^eologif^e 5orf(!^ungen, naturmiffen* 
fdbaftliAe 5ortf(!^ritte, bas Bebfirfnis bes Knbttd)en (beiftes unb oer ndten Dolisfreife immer 
»ieber ourcbba(!^te unb |u ber alten unb bo^ immer »ieber neuen uberjeugung (am, ba% 
nir o^ne (blauben unb Religion nie anstemmen unb ba^ (blaube unb religtdfe BetStigung 
bie feften Stfi^puntte bes Cebens finb. Der Derfaffer, (ein Stürmer, bem etma alles baran 
liegt, nur neues 3U fagen, greift bo(!^ fe^r ^er3l)aft ^u unb xoei^t fe^r, fe^r oiel oom ^r* 
(ömmlid^en UnterriAtsftoff ab unb ^eigt neue tDege yu alten Sielen. (Er me^rt bie cA, bie 
i^re t^eologif(!^e AnJ^auung btn gütigen Der^filtniffen nic^t anpaffen »ollen, unb legt feine 
Anficht fiber btn Religionsunterricht in einer tDeife bar, ffir bie i^m feber oormfirtsfirebenbe 
Cebrer ban(bar ift. Denn: 3m (Erf äffen ber Stimmung ber einzelnen rdigidfen Hbfd)nitte unb 
in Der Darftellung ift er ein meifter. (Es ift feiten ein Bu^ mit aller Überlegung unb Umfi^t 
fo aus bem inneren Qersen ^erausgef^rieben." Cjtffgemeine "Penif^t <^(rer|e{fititg.) 

„Der Derfaffer ffi^rt uns ni(!^t burA Auseinanberfe^ung mit Derf(!^iebenen meimtngcn, 
fonbem pofitio, bur^ Darftellung feiner eigenen Auffaffung an bie Probleme f^ttan. . . . €s 
(ommt i^m barauf an, bem Ce^renben felbft 3ur Klarheit 3U ^Ifen, bas ^u erftr^enbe 3iel 
bts Religionsunterrid)ts 3U seigen. man mern es feiner Darftulung an, tote ftar( fein (beHUil 
babei beteiligt ift. . . . IDas an bem Bu^ befonbers noc^ erfreulid) ift, ift bie 1[atfad)e, bof 
ein mann ber Kird^e rfid^altlos anttttnnt, was ioeite£el)rerneifeforbem: Religionsunterrid)t 
auf (brunb ber (Ergebniffe mobemer Sorfc^ung." (^t&Utx für retigidfe frti<9«ng.) 



Verlag von B.G.Teubner in Leipzig und Berlin 

DIE KULTUR DER GEGENWART 

IHRE ENTWICKLUNG UND IHRE ZIELE 

HERAUSGEGEBEN VON PROF. PAUL HINNEBERG 

Die „Kultur der Gegenwart" soll eine systematisch aufgebaute, geschichtlich 
begründete Gesamtdarstellung unserer heutigen Kultur darbieten, indem sie die 
Fundamentalergebnisse der einzelnen Kulturgebiete nach ihrer Bedeutung für die 
gesamte Kultur der Gegenwart und für deren Weiterentwicklung in großen Zügen 
zur Darstellung bringt. Das Werk vereinigt eine grofie Zahl erster Namen aus 
allen Gebieten der Wissenschaft und Praxis und bietet Darstellungen der einzelnen 
Gebiete jeweils aus der Feder des dazu Berufensten in gemeinverständlicher, 
künstlerisch gewählter Sprache auf knappstem Räume. 

Teil I, Abt. III, 1 : 

Die orientalischen Religionen. KfllilÄUr- 

Inhalt: Die Anfänge der Religion und die Religion der primitiven Völker: 
Edv. Lehmann. — I. Die ägyptische Religion: Adolf Erman. — 11. Die asia- 
tischen Religionen: Die babylonisch-assyrische Religion: C. Bezold. Die indische 
Religion: H. Oldenberg. Die iranische Religion: H. Oldenberg. Die Religion 
des Islams: J- Goldziher. Der Lamaismus: A. Grflnwedel. Die Religionen 
der Chinesen: J. J. M. de Groot. Die Religionen der Japaner: a) Der Shintois- 
mus: K.Florenz, b) Der Buddhismus: H.Haas. 

Teil I, Abt. IV, 1 : 

Geschichte der christlichen Religion. ^ll^rJ?^!"«"?: 

tisch-jüdische Religion. 2. stark vermehrte und verbesserte Auflage. 
[X u. 792 S.j Lex.-8. 1909. Geh. M. 18.-, in Leinwand geb. M. 20.— 

Inhalt: Die israelitisch-jüdische Religion : J. W e 1 1 h a u s e n. Die Religion Jesu 
und die Anfänge des Christentums bis zum Nicaenum (325): A. Juli eher. Kirche 
und Staat bis zur Gründung der Staatskirche : A. H a r n a c k. Griechisch-orthodoxes 
Christentum und Kirche in Mittelalter und Neuzeit: N. Bonwetsch. Christentum 
und Kirche Westeuropas im Mittelalter: K. Müller. Katholisches Christentum 
und Kirche in der Neuzeit : F. K. F u n k. Protestantisches Christentum und Kirche 
in der Neuzeit: E. Troeltsch. 

Teill, Abt, IV. 2: 

Systematische christliche Religion, fige^l^tvinu'!^ 

Lex.-S. 1909. Geh. M. 6.60, in Leinwand geb. M. 8.— 

Inhalt: Wesen der Religion und der Religionswissenschaft: E. Troeltsch. 
Christlich-katholische Dogmatik : J. P o h 1 e. Chnstlich-katholische Ethik : J.Maus- 
b a c h. Christlich-katholische praktische Theologie : C . K r i e g. Christlich-protestan- 
tische Dogmatik: W. Herrmann. Christlich-protestantische Ethik: R. Seeberg. 
Christlich-protestantische praktische Theologie: W. Paber. Die Zukunftsaufgaben 
der Religion und der Religionswissenschaft: H. J. Holtzmann. 

.Es ist ein schönes, stolzes Unionswerk, das P. Hinneberg im vorliegenden 
Bande zustande gebracht hat. Unter dem Zeichen der Wissenschaft haben sich 
hier frei und kirchlich gesinnte protestantische Gelehrte, evangelische und katho- 
lische Professoren die Hand gereicht. Die redaktionelle Feldherrnkunst hat in der 
Verteilung der Aufgaben an die Repräsentanten der verschiedenen Richtungen 
hier ein Meisterstück vollbracht. . . ." (Vossisohe Zeitung.) 

„Die Reichhaltigkeit und Tiefe des religiösen Lebens erschließt sich in diesen 
beiden Bänden dem staunenden Auge mit einer Klarheit, wie sie nur Mikroskop und 
Teleskop des sachkundigen Forschers zu schaffen vermag." (Die Wartburg.) 



Verlag von ß* 6* 'Ceubtier fn Leipzig und ßerlfti 

Hu8 J^atur und Geifteswelt 

Sammlung iDiHenfc^afiH^'gcmeinoeTftänöIi^er DarfiellUTtgen aus allen Gebieten bes 
IDiffens. 3e6er Ban6 (oon 120—180 Seiten) ift in fi^ abgefc^Ioffen un6 einjeln täitfU^. 

Jtdtr Band geh* ]VI« i* — , tn K.etnwand geb. ]VI* 1*25 

3ur BeKgionStDiffenfC^aft mb PQUofOp^ie fmö u.a.erf^tenen: 

Boe^mer, Q., Cutter int tiefte 6er neueren Sorfc^ung. (B6. 113.) 

Die jfefuiten. fjiftorifc^e Süsse. 2. Huflage. (Bö. 49.) 

Bon^off, K., 3efus unö feine Settgenoffen. (Bö. 89.) 

Braafq, H.f}., Die religiöfen Strömungen öer <5egenn)art. (Bö. 66.) 

Buffe, £., Die IDeltanfd^auungen öer großen p^ilofop^en öer tleu« 

seit. 3. aufläge. (Bö. 56.) 
Co^n, 3., Sü^tenöe Denfer. (5ef(^ic^tlic^e (Einleitung in öie pi)iIo« 

fop^ie. mit 6 Bilöniffen. (Bö. 176.) 
(Beffden, 3., Hus öer XDeröejeit öes (E^riftentums. Stuöien unö 

Cljarafteriftüen. (Bö. 54.) 

<5ief ebrec^t,5t., Die<5runÖ5üge ö.ifraeIit.HeIigionsgef(^ic^te. (Bö.52. 
Benfelj p., Rouffeau. lIXit einem Bilöniffe Rouffeaus. (Bö. 180. 
Kalroeit, Die Stellung öer Religion im <5eiftesleben. (Bö. 225.1 
Kirn, CD,, Sittliche £ebensanf(^auungen öer <5egentDart. (Bö. 177.] 
Külpe, (D,, Die P^ilofop^ie öer <5egentDart in Deutf Celano. (Eine 

(Eliarafterifti! i^rer fjauptric^tungen. 4. Huflage. (Bö. 41.) 

3mmanuel Kant, Darftellung unö IDüröigung. 2.äuf(. (Bö. 146.1 

Celjmann, €., lTti|fti! im Qeiöentum unö C^riftentum. (Bö. 217.) 
nte^Horn, p., IDa^r^eit unö Dichtung im ZzUn 3efu. (Bö. 137.] 
P e ^ 1 ö t , 3., IDeltprobIcm ©on pofitiüift Stanöpunite aus. (Bö. 1 33.) 
Pfannfuc^e, H., Religion unö HaturiDiffenfc^aft in Kampf unö 

Srieöen. (Ein gefd|i^tli(^er Rücfblicf. (Bö. 141.) ' 
Pif^el, R., ZtUn unö £eljre öes Buöö^a. lIXit 1 tEafel. (Bö. 109.) 
Pott, H., Der tEe|rt öes Heuen tCeftaments nac^ feiner gefqic^tlic^en 

(EnttDidlung. mit 8 tEafeln. (Bö. 134.) 
Re^mfe, 3., Die Seele öes mcnfd|en. 2. Huflage. (Bö. 36.) 
Ritsert, Q., p^ilofop^ie. (Einführung in öie IDiffenfc^aft, ifjr IDefen 

unö i^re Probleme. (Bö. 186.) 

Schopenhauer. Seine Perfönlic^feit, feine Beöeutung. (Bö. 81.) 

Rid|ter,R., (Einfüljrung in öie p^ilofop^ie. Sec^s Dorträge. (Bö.155.) 
Soöen, Q. St^r. ©., palöftina unö feine <5ef(^i(^te. Se(^s Dorträge. 

2. Huflage, mit 2 Karten, 1 plan unö 6 Hnfic^ten. (Bö. 6.) 
Unolö, 3., Huf gaben unö Siele öes menfc^enlebens. 2. Hufl. (Bö. 12.) 

labere Hngaben Ober dittt Bünde Hebe im Hnbang 



\ 



Hu8 l^atur und Geifteswelt* 

Sammlung totjfenf(]^aftH(]^ «gemetnt)er|tanMt(^er 
Darjtellungen aus allen (Bebteten öes IDifjens. 

3e6er Banö ift in fi<^ abgefc^Ioffen unö einsein !äufli(^. 
3e&et Ban6 se^. llt. 1. — 9 in £efntoan6 seb. VX. I.25. 

mm 

Uberji(i^t na(]^ tDtjjenj(]^aften georönet 
ungemeines BUÖungstoefetu (Ersie^ungiLtlnterrif^i. 

Dos ^eutfc^e Bil^ungstoefen in fetner gefc^i^tlic^en <£ntn)tdlung. Von 
»eil. Prof. Dr. Sttebric^ Paulfen. 2. Huflage. mit einem ©eletttoort 
Don Prof. Dr. TD. mfin^ unö einem Bilbnis Paulfens. (B5. 100.) 

(Eine unparteiif^e DarfteHung btt Cntmidnungsgef^i^te bts beutfcben Bilbungstoefens nadi 
feinen Qaiq>trid^tlinien, augleU^ ein SpiegeKilb 6eiitf^er KuIttttentiDuRuiig. 

©er £ei)>si9er Student ©on 1409—1909. Oon Dr. IDilfielm Bruc^» 
müller. mit 25 Hbbilöungen. (Bö. 273.) 

€ine sufontntenfaffenöe Kultut' unb Sittengef^^te 5es £e{)>3iger 5tu6enten. 

angetneine pa^agodK. Ponprof.Dr.tEfi.^iegler. 3.aufl. (B5.33.) 

Be^anöelt öos mit 6er großen fosialen 5rage unferer 3eit in fo engem Sufammenbang fte^enöe 
Problem 5er DoHsersie^ung in praftifc^r, felbftfinbiger XDeife unö in fittlic^<fo3taIem (Beifte. 

<E|^eritnentene pä^adOdK mit b^nberer Hü<!fi(^t auf bie (Ersiel^ung 
burd^ bie tEat. Don Dr. ID. H. Cai). mit 2 Hbbilbungen. (Bb. 224.) 

Be^nbelt 6e(!^fi^te, Aufgaben, tPefen unb Bebeutung ber en>er{mentenen psbagogi! unb 
il)rer 5orfc^ung$met^obe. 

mo^etneiStsie^und inQaus u.S<^ule. Don 3oI)anne$tCeQ)$. (Bb. 159.) 

SeiAnet f^arf bie S^attenfeiten ber mobemen (Er3{eQung unb 3eigi mittel unb IDege für eine 
alllettige Dur(^bringung bes (Erjie^ungsproblems. 

Die ^o^ere mä^d^enfc^ule in Deutf^lanb. Don Oberleljrerin marie 

martin. (Bb. 65.) 

Bietet aus beruf enfter 5«ber eine Darfteilung ber Siele, ber ^iftorif^en €nttDi(fIung, bev 
gütigen (Seftalt unb ber Sufunftsoufgaben ber ^^eren msbc^enfd^ulen. 

Dom QUfsfc^uIUDefen. Don Heftor Dr. B. maennel. (Bb. 73.) 

<Bi6t in tutjen Sügen eine tCbeorie unb Praxis ber Qilfsf^ulpfibagogif na^ i^rem gegen* 
»artigen Stanb unb ^ugleic^ Hi^tlinien fiir il)re tfinftige €ntiDi(fIung. 

fyas bcui\äi^ $ovtbiI^un9$fd^uIti>efen« Don Direftor Dr. $riebri^ 

Sdjilling. (Bb. 256.) 

tDäröigt bie gegennärtige Husgeftaltung bes gefamten (einf Alteglic^ bes gemerbli^en unb tauf« 
jnännifdien) ^rtbübungsfc^ultoefens un6 sei^net Ri^tlinien für einen tonfequenten tDeiterbau. 

1 Die Knaben^an^arbeit in ber heutigen (Ersie^ung. Don Seminar^Dir. 
' Dr. a. pabft mit 21 abbilbungen unb 1 tCitelbilb. (Bb. 140.) 

- (Bibt einen Überblid fiber bie <befc^i(!^te bes Xnaben^anbarbeitsunterriAts, unterfu^t feine 
f Stellung im £i(i)te ber mobemen päbagogif(!^en Strömungen fotoie feinen wert als (Ersie^ungs« 
' mittel unb erörtert fobann bie Art bes Betriebes in ben oerft^ieoenen Spulen unb t&iibem. 

<5e(d)i€^te ^e$ ^eutfd^en $^ulti>efen$. Don Oberrealf^ulbireftot 
Dr. Karl Knobe. (Bb. 85.) 

(Eine fiberfi(^tli^e Darfteüung ber (EnttDi(flung$gef(^i^te bes beutf^en S^ulioefens von feinen 
Anfängen an bis ^rnn nationalen Humanismus ber (begenivart 






Bus ttahit unb ^elftestoett* 
3e5tt B0116 9t!iffttt nt. 1.—, in tchttsianö gdttnötn KU IM. 

Dos ^euif^e Unietrtd^tsiDettti 6et ^Kegemoavt. Von (Dberreal' 
f^ttlötreftor Dr. Korl Knabe (B6. 299.) 

Bietet einfM mirfgcitbeii ÜBerMttf ftUc tat <8f|«iiS8<^ttt H$ gcgmsHMigcii I«ittf4|cn Untet» 
ri^tstDefens. 

Das mobeme I>olfslbll6iiit09«ieteti« Bfi^et^ nnö Cefe^aüen, Doüs« 
^cbfc^ulen unö ocnoanM« Bilöungs^innd^tttngtn in 6en toic^tigften Hnltitt* 
lAnoem in i^ret €ntiDi<Clttn9 ftit btx Xtlxttt bt$ n(un3<l^nten 3a^r4un6erls. 
Don Staötbibltot^far Dr. (bottlieb 5t i^ imt 14 abbilbnngen. (B6.266.) 

(biht einen sulantmenfaffenöen ÜBerbltdC übet 5a$ für 5en Huff^outtfi öe$ geifttgen Cebeits 
bu mobtxn^n Kultttvo$0«v fo siUlUgt DoRsbilftuiiasweffii. 

SdiuKömpfe b^t iSti^enwati. Don 3oI)anne$ Ztws. (Bö. ttl.) 

St<at öit PvoMtme ^or, um Mt et fM) ^ fttr ««moiilfatlQii Ut DoOsf^^« ^«Mt ^tvcR 

SttHuns 3U Staat unb Mir^e, Hb^dngigfeit oom deitgeift un6 XDid^tigtelt filr Me ^rous* 
geftaltung einer poUsfrtuiibliätcn Oielamttttttur f^arf beUii^^ wKtbm, 

Deuif^ts Hlngtii na^ Kvaft uitö S<49n4ett. Hus ö«n Iiterari|<j^ 
3eu9niffen eines 3a^¥^un5etts Qtfammeli Bon (Cuminl^eftor Karl IRdlUt. 
2n 2 Bänöen. 

Band I: Bon S^iOcr hU CoNdt. <B6w ttt.) 9mih II: 3n Bor§erfttitii9. 

Oiinc fetnfinnige Auslcfe oon Huffpra^eii inik Attffälc» UK|tm fi|l)r«n6oi <Mt«t fi&er dMe 
aOfcitig i^armonifc^e Husbilöung oon £ei6 unb Seele. 

$d^ul4t)9iene« Bon Prof. Dr. £to Bnrgerfttin. Z Hnflag«. IRU 

33 Stguren. (Bb. 9S.) 

CiR ane in Betraft (ommeiibett Sta^m (^tirf^mfifttg 6frfl<fi^tigeii6cs6eHitttbüö 6er wohinm 
S^ul^ijgiene. 

3u9en5«$artot9e« Bon B)aifenbauspBirdtor Dr. ^of^annes peterf cn. 
2 Bönbe. (Bb. 161. liX) 

Ban6 I : Die «fftnilü&c 5üvforge fftr öte BUTtbeMhrftisc Jitgtnb. (M. 1CI.) 

Ban6 II: Die dffentli^e ^ürforge ffir 6ie fittli^ geffil^rOete un5 Me QmvAWk tätige ^ufenk 

(Böw lia^ 

Be^ndelt b(is gefamte dffentli^ ^Atforgei^efctt, beffen Borsflge vatb BUIngcI fotoic M« tn<)glk|> 
feit 6er Reform. 

Die omerKanif 4e Unioetfitftt. Bon Ph.D.<Eb»atbBtIaoan petto, 
mit 22 abbtibungen. (Bb. 206) 

Sd|iI6ert 6i« CnttBi^Kuiig 6et gdelirttK UKlerrite in tlor6aiitefiIa» 6«(t|rt ibcc 6cs 6«rtige 
btnere un6 fiugere ara6emik^e Seben utt6 bietet tnierelfante Bergletdie s^t!^^ 6«iitf^^ mi6 
amerifanif^em QocI^Ic^uItDefen. 

tted^nifd^e Qod^fd^ulen in notbonterifa. Bon Prof. SiegntttttblUaUet; 
Btit 3al|Ireid|en Hbbilbungen, Karte «nb Cageptan. (Bb. 

S4iI6«rt, DOn le^rrctdKit abba6ttngen ttiteffti|t, 6f« €fNri4lttiiii9M ini6 6eii 1tHterrid)isbet^Vb 
6er ameritanifd)cn te^nif<^en Qo(^fd)uIen in i^rer (Eigenart. 




üolfsfd^ttle nnb CebttAübttiid ber Bettinigten Staaten in i,,-,™ . 
IfetDortretenben 3ügen. Bon Bireftor Dr. Stanz Küppers. Blit 49 abv^ 
bilbunge«. (Bb. 150.) 1 

Sd|il6ert anfdiauli^ 6as amerttanffdie S<^ul»efen oow Kfnbergorten Ms 3ur Bo<l)Wulc, fiberall 1 
6as tOefentli^ 6et omerUttnif^f^ €r)iel^as«)e(fe (6ie ttctc Crjie^iiig vm tebeiit 6a$ IBe^N« ^ 
6es Bet&Hguiigstriebes, 6af 4in^v^9tn auf yvaftifdte Penoertung nflo.) l^eroorl^cben6. 

Se|tal03si« Sein Zthen unb feine 3bz^ru Bon Prof. Dr. pauI Uatorp. 
:it einem Bilbnts unb einem Brieffalfimile. (Bb. 25a) 

Sntflt 6ttrd) fi)ltematif6e Barfteltung 6er prinsipieit Beftolonis Iin6 i^rct But^ft^nma etat 
»OM fciittr 3«tHM^ BtMRgt^ losgettfte »it6%imt 6e$ plbotogeit ftii3«b<i^«eii. 



Alts Itatat unb i8^\it%t»tli. 

3eber Bonb geheftet Ut. 1.—, in £eintoQn5 geBunben Ht 1.25. 

l^etrliarts Ce^ren unö Ceben. Don paftor (D. $(ügel lYtit einem 
Bilöniffe Qetbarts. (Bö. 164.) 

Sit^ öurdi lUbetfoÜe Darfttltena oeii ^borts tDeröen unh tc^re fefne 6ur^ eidenavtijK 
Senninologte imft De(»uItioitsioeife f^toer oecftfinMi^e pi^ttofop^ie unb pflbagodif »fiteren 
Kreifen ^ugättgli^ 3tt machen. 

Stiebtid^ $t9bel« Sein teBen unb fein IDirfen. Bon Höele von 
portttdall mit 5 tCofeln. (Bö. 82.) 

tcbri 6ie gxunbUatiibtn <Be&anIen 5tr ntetl^ $vSb€i3 fennen und gibt einen VfbtthlUt feinet 
XDiqtigften Sd^riften mit Betonung aller jener Kemausfprfid)«^ die treuen unb oft ratiofen 
tnfittem oU IDegiDeifer in Ausübung i^res ^b^ft^n un6 ^eiligften Berufes dienen fQnnen. 

^ter3tt fie^e ferner: 
€au9Pp Pfti^^ologie des Xinbef Sw & Qtnftlr Bouftea» S. s. Zmiba, Die Ceibes» 



fibungen 5. 18. 



Heligionstoiffenf(^aft. 



£ebeit unb Ce^te bes Bubb^o. Bon Prof. Dr. Hic^arb pifd|e(. 
mit 1 (Cafel. (B5. 109.) 

<Bibt eine niiffenfdtaftfi^ begrfinbete^ bttrAans obiefttoe DarfteÜung bes Cebens bts l^ubbfta, 
feiner Stcitung zu Staat unb Kir^e^ feiner te^rtoeife unb £e^re fon>ie ber toeiteren (Entioi^ung 
bes Bubbl^lsnius. 

ntnftif intf^eibentttntttnbC^riftentunt. BonDr.€5t)in £f l^nt ann. (B6.217.) 

Perfolgt bie (Erf^^clniingen ber ntofttt ook ber niebrioften SiuU bnrA bie orientafif^en 
Retigioncn bis ^u bt» m^\Ü\ätm plfimmmen f« ben ^t^tli^^n Kirnen aller Seiten. 

palSftIna unb feine (^ef^i^te. Bon Prof. Dr. Q ermann Sv^i^err von 
Soöen. 2. Auflage, mit 2 Karten, 1 plan oon 3ättfalem unb 6 Rnfic^ten 
bts Qeittgen £anbe$. (B5. 6.) 

Cin Bilb, ni^t nur bes Conbes felbfi fonbtm mUb üVUm beffen, wt» aus U^m btroor* ober 
Über es bingegongen fft Int Caufc ber Sat^r^unberte^ in beren Oerlauf bie Potriaimen 3froeIs 
unb bie Kreusfaljrer, Oaoib unb C^rtftus, bie alten Affi}rc« unb bie Sparen Inoi^nimebs 
einanber abidften. 

poldftina unb feine Kultur in fünf 3al)rtaufenöen. tta^ btn neueften 
Husgrabungen unö Sorfc^ungen. Bon (bt^mnafialoberle^rer Dr. peter 
tC^omfen. mit 36 abbilöungen. (Bö. 260.) 

tDill, inbent es bie n>i^tigften bis in bas 4. ^a^rtaufenb üor (Cbrifti surfidreii^enben €rgeb» 
niffe ber neueften Ausgrabungen in palSftina sunt erften male oemeinoerftfinbU^ öarfteUt 
Suglei^ ein $Vifj(ttx fein 31t nettem nnb ttefercm einbringen ttt bie gefc^i^tli<bcn «runbtageit 
unterer Religion. 

Die etnnt^ü^t ^et ffvaeflilf^en tteRdions^eftl^f^te« Bon Prof. 
Dr. 5tiebriJ^ <bief ebre^t. 2. Auflage. (Bö. 52.) 

Sc^ilöert, nie 3fraels Religion entfielt, toie fie bie notionole S^ale fprengt, um in 5en 
propbtten bie dnH&iit einer menfdibeitsrdigion ousjubilben, unb »if ou^ biefc ncuf Religion 
fi^ vttpwfpi in bie 5ormen eines priefterftaats. 

me ^leicl^niffe ^efit. Suglei^ Anleitung su einem quellenmäligen 
Berftftnönis öer (Eoangelien. Bon Lic. Prof. Dr. Qeinric!^ XDtxntt 
2. aufläge. (Bö. 46.) 

tXHÜ gegenüber ICr^Iicber unb nid)tlir^li^ Rnegorifierung ber 6Ief^niJtt 3eftt mit i^rcr 
riAtiaen, odrtlic^n Ruffaffung befonnt mooien unb vtthinbak bamit eine (Einftt^mng in bie 
Rroen ber modernen tC^eotogie. 

BOa^r^elt nnb Dlc^tuns fm Selben 3efU* Bon Pfarrer D. Paul 

me^Hlorn. (Bö. 137.) 

tDin 3eigen, was t)on bem im Reuen tCeftament um überlieferten Ubm 3efu alt gefd^i^UU^ 
beglaubigter tCotteftonb fefijn^alten ttnb toos als Sage ober Di^tung ju betradtten fft 



3cöer Banb geljcftet ITt. 1.—, in Cctnioanö gcbunöen Itt. 1.25. 

3e(u$ un5 feine ^eitdenonen. <5ef(^i<^tltd|es unb Erbauliches. Von 
paftor Carl Bon^off. (Bö. 89.) 

Sud)t 6er gattsen 5üIIe un6 €igenart ber perfdnlic^Ieit 3efu gered)t 3U loerden, inöem c$ i^n 
in feinem uerle^r mit btn i^n umgebenöen Illenfc^engeftalten, Volts» und Parteigruppen 311 
Derfte^en \udit. 

Der Xlc^t 6e$ tteuen ^eftontenies nad^ feiner gefd^id^tlt^en 
€ntti>idlund. BonDio.-Pfarrcr Huguft pott. lIXit 8 tEofeln. (Bö. 134.) 

IDin 6ie 5toge: „2\t 6er urfprfinglid)e tCe^ 6es neuen tCeftamentes fiberbaupt nod) ^ku« 
fiellen?" burc^ eine DarfteKung feiner (EnttDicÜung oon 6er erften fc^riftliqen 5t|ierung ois 
3um heutigen „beri^tigten" tCe(t beanttDorten. 

(T^riftentum unb tOeltgefc^id^te. t)on Prof. Dr. K. Seil. 2 Bänöe. 

(Bö. 297. 298.) 
3eigt6urA einge^en6e C^arafterifierung 6er f^dpferif^en perfdnli^feiten 6ie Q^ec^felbc^ie^ungen 
3iDif(!^en Kulturentioidlung un6 CI)riftentum auf. 

£lus 6er tOer^eseit b^ C^riftentunu;. Stuöien unö (E^arafterifHfert. 

Don Prof. Dr. 3oljannes (Beffcfen. 2. Huflage. (Bö. 54.) 

(Ein 6iI6 6er Dielfeitigen, tultur* un6 reIigionsgef^i^tli(^en Be6ingt^eiten, unter Hnen bte 
]Per6e3eit 6es (E^riftentums fte^t 

Der a|)0ftel Paulus unb fein tOerf. Don Prof. Dr. (Eber^arö 
t)if(i)er. (Bö. 309.) 

3cigt 6urdj eingc^cn6e Darftellung ©on Ceben unb Celjre 6ie perföntidifeit 6es Hpoftcls in 
i^rcr 5cftli«(en Be6ingt^cit ttn6 in i^rer bleibenben n)eltgef^i4|tli(i^n Bebeutung. 

^tti^er rm £i(f|te öcr neueren Sorfc^ung. (Ein Iritifc^er Beriet. Don Prof. 
Dr.fjetnridjBoeljmer. 2.auflage. mit 2 Bilöniffen £utf|ers. (Bö. 113.) 

(5ibt auf fuIturgef(I)i(^tUd)em {)intergrun6e eine unpartei{f(!^e, S(i^n>5^en un6 Starten gleid)« 
magig beleud)ten6e Darfteilung von Zuifiets Z^htn unb tDirfen. 

3of)ann (CalPin. DonPfarrerDr. (b. Soöeur. Iltit 1 Bilönts. (Bö. 247.) 

Suifit buxdi eingeben6e Darftellung 6es Cebens unb lOirlens fomie ber perfdnlid)feit bes (Genfer 
Reformators, fotote ber tPirfungen, loelc^e oon i^m ausgingen, Derftänbnis für feine <Brd|e 
und bleibende Bedeutung 3U toeaen. 

Die 3efuiten* (Eine Ijiftorifc^c Süjje. Don Prof. Dr.Qeinric^ Boe^mer. 
2. ocrmeljrte Huflage. (Bö. 49.) 

(Ein Büdilcin nid|t für ober gegen, fonbem über bie 3efuiten, alfo ber Oerfuäj einer 
gcredjten IPüröigung bes oielgenannten (Drbcns na^ feiner hUihenbtn gefditditli^eti Be» 
öcutimg. 

Die reXigiöfen Strömunden 5er (Begentoart. Bon Superintenöent 
D. auguft ^einri^ Braafdj. 2. Huflage. (Bö. 66.) 

Will burdi eine gro&jügige ^iftorif^e Überfielt über bos an Ri^tungen unb Problemen fo 
reid)e religiöfe Z^btn ber (5egentDart ben innerli^ften unb ^d(^ften Eebenstoerten gegenüber 
einen eigenen Stanbpunft finden Reifen. 

Die Stellung 5er Heligion im (Beiftesleben. Bon Lic. Dr. Paul 
Kaltoeit. (Bö. 225.) 

IDill das Derbditnis ber Religion 3U bem übrigen ©eiftesleben, insbefonbere 3U tDiffenf^^aft^ 
Sittlidifcit unb Kunft Harlegen, inbem es bit bebcutfamftcn Hnfdiauungen barüber erörtert 

Helidion unb tlaturtDiffenfc^aft in Kampf unö Srieöen. (Ein gefdjic^t«. 
lirfier RücEblirf. Bon Dr. Huguft Pfannfuc^e. (Bö. 141.) 

IDill burdj gefci)i<i}tlt(lie Darftellung ber Besiebungcn beibcr (Bebietc eine oorurtcilsfrcle Be? 
urtcilung des ^elfe umjtrittenen Problems ermöglid^cn. 

Qierju fie^e ferner: 

©Ott tTcgcteltt, (Bermanifc^c tJtptfjoIogie S. 10. 

tOa(^tler, Die Blüteseit der griediifcf^en Kunft im Spiegel ber Relieffarfop^age S. 8. 

4 



Bus Itaiut unb Oielftestxielt. 

3e&et Banb geheftet HX. 1.—, in Ccintoanö gebunöen Ht 1.25. 

P^Uofop^ie unö Pfqf^ologie. 

<Efntfi)^tttnd in Me p)^iIo(0)))^{e. Don Prof. Dr.HaoutHic^tet. 2.aufl. 

(B5. 155.) 

Bietet eine anf^aulic^e, 3uglei^ toiffenfc^aftUdi'grünöU^e Darstellung btt pf^ilofop^if^^ 
Hauptprobleme un6 6er Riebtungen i^rer Cdfung, insbefonbere bes €rfenntnisprebleni$, unb 
nimmt babei, na(!^ einer oorqerigen Hbgrensung o^ (Gebietes ber p^ilofopbie unb Beftimmung 
ibrer Hufgabe, 3U bm Stanbpunften bes titaterialismus, Spiritualismus, a^eismus unb pan« 
tQeismus Stellung, um jum Sqluffe bie 5ragen ber ttloral^ unb HeIigionspi)ttofop^ie ju beleuqten. 

1>le p^iIofO|)^!e* (Einführung in 5ie IDiffenfc^aft, il|r XDcfen unb i^re 
Probleme. Don Realfdjulöireftor fjans Rid|ert. (Bö. 186.) 

tDill bie Stellung ber pi)ttofop^ie im (Beiftesleben ber (Eegemoart beleuchten, ibren IDert als 
XDeltanfAauung fi^er ftellen, i^re <Brunbprobleme unb beren Cdfungsoerfu^e qarafterif leren 
unb in bie p^ilofop^if^e Citeratur einführen. 

$li^ren&e t>enUt. (Befc^icbtliAe Einleitung in 6ie pMIofopbie. Don 
Prof. Dr. 3onas Co^n. mit 6 Bilbniffen. (Bö. 176.) 

tKHll burc^ <5e[(^i<^te in bie p^tlofop^ie einführen, inbem es oon fe^s großen Benfem, Sohrates 
unb pioton, Bescartes unb Spinoza, XanI unb 5i^te bas für bie p^ilofop^te bouemb Be> 
beutenbe I)eraus3uarbeiten fu<!^t aus ber uberseugung, ba^ aus ber Kenntnis ber Perfbnlic^» 
leiten am beften bas Berftfinbnis für i^re <5ebanten su geioinnen ift. 

Die tOeltcmfd^auunden öer großen p^ilofop^en ber Iteujeit. Von toetl. 
Prof. Dr. Cuöroig Buffe. 4. Auflage, ^erousgegeben oon Prof. Dr. R. 
Saldenberg. (Bö. 66.) 

(Eine fic^ auf bie Barftellung ber großen flaffif^en Snfteme befc^rantenbe, aber beren be- 
f^errfc^enbe unb (!^aralter{ftif($e (Brunbgebanfen ^erausarbeitenbe unb fo ein Üares (Befamtbilb 
öer in i^m enthaltenen IPeltanfc^auungen entmerfenbe (Einführung in bie neuere p^ilofop^ie. 

Die p^iIofO|)l^ie öer <5egenn)art in Deutfc^Ianö. (Eine (£l|ara!terifti! i^rer 
fjauptric^tungen. Von Prof. Dr. (Dsroalö Külpe. 4. HufTage. (Bö. 41.) 

S^ilbert bie oier f}auptri<^tungen ber mobemen beutfc^en pi^ilofopbie: ben pofitioismus, 
nXaterialismus, tlaturalismus unb 3bealismus unter einge^enber tPürbtgung ber bebeutenbften 
Bertreter ber oerfc^iebenen Rid)tungen. 

Houffeau. Von Prof. Dr. paut fjenfel. mit 1 Bilöniffe. (Bö. 180.) 

stellt Rouffeau als BorlSufer bes beutf(!^en 3beal{smus, feine Cebensarbeit als unumgöngli^e 
Borausfe^ung für (boet^e, Schiller, IJerber, Kant, $i^U bar. 

3mtnamiel Kant. Darftetlung unö IDüröigung. Pon Prof. Dr. (Dsroalö 
Külpe. 2. aufläge. RXit einem Bilöniffe Kants. (Bö. 146.) 

€ine (Einfül^rung in bas Berftfinbnis Kants unb eine IDürbigung feiner p^ilofopl^te in i^rer 
unoerglcic^lidicn unb fehler unerfdjöpflidicn Kraft ber Hnregung, »ic feiner perföitli^feit in 
i^rer eckten in fi(!^ gef(!^loffenen (Eigenart 

$^0|)en^auet« Seine perfdnli(^!eit, feine Ce^re, feine Beöeutung. Sei^s 
Borträge oon Realf^ulöireftor Qans Ri^ert. 2. Huflage. HXit öem Bilönis 
S(3^open^auers. (Bö. 81.) 

(5ibt, in bas tOerben biefes grogen bentfc^en Bbilofop^en unb Sc^riftfteUers mit fsinen Q^Md^U 
Kd^en Bebingungen unb llad^iDirfungen eintü^renb, einen ^ufammenfoffenben Uberblicc über 
bas ^an^t feines Sqftems. 

Qevbert $|)encer. Bon Dr. Karl $(^iDar3e. Rtit Bilönis. (Bö. 245.) 

(bibt eine flar gefagte Barftellung bes Cebens unb bes auf bem €nts>i(flungsge6anfen auf* 
gebauten St)ftems Qerbert Spencers nac^ feinen oerfcbiebenen Seiten, nfimliq p^tlofopf)if^ 
(Srunblegung, Biologie, Pfij^ologie, Sojiologie unb (Et^if. 



etuM ttatat un^ <5effte«tx>eli* 

3e&eT Banb gel^eftet VfL 1.—, in £einQ)anb qtbunbtn XtL 1.25. 

Dos tOeltproMem von pofitioUtifcbem Sianöpttnfte aus. Don profJl 
Dr. 3ofef peftolöt. (B6. 133.)! 

SuM b\t <Bef(^iAte ^ts Uo^nlciis fibcr Mt IDeli als dtte RtmooOe 6<fd|i^e tN>ii SrrtfiaKo; 
9fi)<tolodif^ oerftanbUi!^ 3U ntoc^en im Dienfte 5er ooti $ci(iippc^ VXaät itttö Hoenarins oer«d 
iteteiien Htifd^aaung, öag es (eine tDelt an fi^, fonbent nur ttnt tPeli für uns gibt | 

aufgaben un^ 9iele 6es ntent^enlebens. Don Dr. 3.Uno(b. 
3. aufläge. (B5. 12.] 

Stent ft^ in öcn IMenft einer «otlMialeN Crji^mis, intern et 3Nocrfld|tlld| tuA befonncK ciM(| 
son tonfeffioneüett SÄrontcn nnabIHbigiger »iffcnfdKiftHdi l^oltbare CebensonK^ouitiis iai(t| 

£ebensor5nung begrünoet un6 entmiaelt 

$iitli^e Cebensanfd^atmngen öet <5egenn>art Don Drof. Eh*. (Dttol 

Kirn. (Bb. 177.) 

übt oeiftOnbnisoone Xritit an bcn CcbensanfAawnigen bes natnralisnins, bts Utili*] 
farismus, bes €oolutionismns, an ber ftftbetlf^en Cebensanffaffnns, nrnbom: 
für bas überlegene Re^t bes fittlid^en 3bealtsmus einjntreten, inbem es baffen M9^| 
ri^tige Dnt^fiiü^rung in ber i^ftUd^ n>eltanf^uiin0 onfioeift 

Die nte^onif ^es ^eifteslebens« Don Prof. Dr. Xttai Dcrmotn.- 
2. aufläge. IRü 18 SmtttL (Bö. 200.); 

S^ilbert vom monifüfd^ Stanbpuntt ans Me «obemen Anfd^attnngcn fiber bit p4i)fiol09iM<»| 
CrunMagen ber Mtinoocgfingc 

Qt)|)noti$tnu$ Unb Sug^t\Hon. Don Dr. €rnft tCrSntner. (Bö. 199.) 

Bietet eine rein Jot^i^e DarfteOnng ber £e^ oon Qqpnotismns mib SnggefÜan vnb yAtH^\ 
beren <linflu& auf bie »it^tigften Kulturgebiete. 

Pft)<4oI09le ^es Kin6es« Don Prof. Dr. Hob. 6Qupp. mit 18 Bb^\ 

bilöungen. (Bö. 213.) 

Bel^mbclt bie «i^gften Xcmitet ons ber K i wbeiytik^togie nntcr Betonung ber Beba 
bes pj^d^ologiklen t)erfnd)S ^ Me Crlenntnis ber Cigenart geift^cr CStigictt »ie bes 
oibuellen Derf^ieben^eiten im Kinbesalter. 

Die Pttl^ologie ^es X>tttttäi€ts» Don Dr. pani PoIIi^, $trof«j 
anftaltsöireftor. ITtit 5 Diagrammen. (Bö. 248.) 

Cibt eine umfaffenbe ÜberfiAt unb pfq^Iogifdte <tnali)fe bts VcAttH^ms als ProbtttJ^ialce I 
nnb »irtf^^aftliaierPer^fiitniffe, beftfter geiftiger HnUige »iepeifbnU^^ oetbrtdieriH^tieiiöCBi^J 

Die $eele 6es ntenf ^en. Donprof.Dr. 3o^.He^mfe. 3.HufL (Bö. 36.) 

eibt allgemeinoerftanblic^ eine einge^bc »iffenf^aftli^e Antnxnrt auf bie Onuibfragt: 
»tPos ift bie Seele?* 

^ierjtt fie^e ferner: 

Celiniaim, ntqftif in Qeibentnm nnb Cl)riftentnm S. 8. piftftel, Ceben nnb tOpct bes 
Bttbbba S. 3. slflgel, ßerbarts Ce^re nnb £eben S. 3. PfannftuAe« ttatnrmitynifAalt 
unb Religion in Kampf unb Stieben S. 4. Oolbebr, Ban unb t^en ber Iwtnbm Xüittfl S. & 
nttttfOt, «ef^M^ öer f03ialiftifd|en 3been im 19. ^a^^nnbert S. 14. 

£itetatttr unb Spxaäit. 

Die Spta^ftSmme öe$ (Erötreifes. Don Prof. Dr. $tan^ ttüotans 
5ittd. (Bö. 257.) 

«ibt einen auf ben Refultaten mobemer Sprad^focfd^nng aufgebauten, untfaffenben fibeiblitf 
Aber bie S|>rad)ftannne bes €tbfreifes, i^re Ocrjaie^ungen in Cinselfpro^ fooit fiber bcrcn 
gegenfeitige 3ufammen^nge. 

Die Qaupttiipen ^es inenf<4Ii^en Spta^houcs. Don Prof. Dr. 
5tan3 Hif olaus Sind. (Bö. 268.) 

QNn burdi CrlUmng Je eines dkirafteriftit Aen Cotes ems oiA B anpito i' a ft ippw cintn n» 
mittelbaren Cinblitf In bU (befefie ber mmf!^$iiaiSi»rad^biIbiaS gSSt. '^'^'^ 



$IU9 Xtdänt nnb ^elftettoeli. 

Jeöet Ban5 geheftet XKL 1.—, in CeiniDanö gebunbett tit 1.25. 

$^rifi» unt BudiiDelen in alter un5 neuer Seit. Von Prof. Dr. 
<D. XDeife. 2. Huftage. ITttt 37 abbilöungen. (B6. 4.) 

Oerfolgt S^xift*, Brief» unb Settungsioefctw BuAbatiöcl uit6 BfbUotStthn Don bm Bibttot^cn 
btt Ba&i)Ionier unb hm Seitungen im aliett Rom bis su ^cr scogartiseit CntiiKi^na bts 
S^rift« tmb Bu^n>efen$ feit Crfinöung 5er Bu^6ru(ter!unft 

IDie ein Bu^ entfielet. Von prof. Hrtl^ur tP. Unger. 2. Huflage, 
mit 7 (Cafein un6 26 Hbbilbungen. (Bö. 175.) 

SAUöert in einer tatr^ Abbttbitnoen iw& Papien^ unb 3Ilttfir<ition«>toben imterftü^ten Dar* 
fieuung Scfc^id^te, Qerftellung unb DertrieB bts Buä^ unter einge^enoer Be^cmMung ffimtli^ 
bu^geioerblic^er tCeqttifen. 

Ohitftei^und nnb ^nimiäUmg nnfetet tttuiterf|)va^e« Don Prof. 
Dr. XDil^elnt U^L mit oielen Hbbilöungen unb 1 Karte. (B5. 84.) 

€{ne 3ufammenf affung ber (Ergebniffe ber fpra^UdKiDiffenf^^aftlic^ lautpbnfiologifc^en »ie ber 
p^iIoIogtf^«germamftil6en 5orfc^ung, bU ur^rung unb Organ, Bau vmb Btlbung, anbererfeits 
die Qauptp^toben ber «ntwitflung unferer ntutterfpra^ ytr DorftcHung bringt 

H^etorif. Bon Dr. CEwalb <b eitler. (Bb. 310.) 

eine BeitocmSfte R^etorü für ben Berufsrebner »ie für Itben nad) fpra<I^Ii^er AusbnUts« 
fSl^igRÜ StrAenben. 

Die 6eutfd^en perfonennonten. BonBireftor H.Bö^nifc^. (Bö. 296.) 

(Bibt einen ooUftfinbigen ^iftorifAen ÜberblidC fiber bas gefamte (Bcbiet ber beutfc^en Vox» vaib 
Somiliennomen unb erRfirt i^re Cntfte^ung nnb Bebeutung na^ il)ren üerf^iebenen Gattungen. 

Dos ^eutfd^e Doifslieb« Über IDefen unö XBeröen öes öeutfc^en Bolfs« 
gefanges. Bon Dr. 3. XB. Bruinier. 3. Huflage. (Bö. 7.) 

(Eineoon toarmem €mpfinben getragene, burc^ reiche proben belebte €infü])rung in bas Per» 
ftSnbnis bes IDerbens unb tPefens bes beutf^n OoOsgefanges. 

Die ^eittldbe üolfsfade* flberfi(!^ttt^ öargefteHt. Bon Dr. Otto Bödel. 

(Bö. 262.) 

Bietet 3um erfienmal eine iHdIftftnbige Überfi^t fiber 6ie reiben Sd^äikt 6er beutfc^en DoVls» 
fage, als bes tiefoerf^fitteten <Brunbes bentfc^r Anf^uungs« unb DeUnoeife. 

Sd^iHet. Bon Prof. Dr. S^eobalö Siegler. Btit öem Bilönis Sc^iUers oon 
Kftgelgen in Qeliograoüre. 2. Huflage. (Bö. 74.) 

tPilt burd) eingebenbe Hmdqfe ber Cin^eliDerfe in bas Derftanbnis oon S^UIers t^n unb 
Aebantemoelt «nfu^ren. 

$vle5trid^ Qebbel. Bon Dr. Hnna Sc^apirctteurat^. Utit einem 
Bilönis Hebbels. (Bö. 238.) 

<Bibt eine einbringenbe Hnaliife bes tDerfes unb ber tDettanf^ounng bes großen beutf^ TLragtters. 

^ttf^ati ^auptmanru Von Prof. Dr. €. Sulger'(bebin'g. (Bö. 283.) 

Suc^t bur«^ einbringenbe Hnolitfe bes ^in^elnedcs in bie «ebanfennoelt <ber^rt fym^U 
marnis einsuffi^ren. 

Deutf^e Homonüf. Bon Prof. Dr. (Ds!ar5. B)al3eL (Bö. 232.) 

iSibt auf (Brunb ber ntobemen 5orf^ungen ein fna^pts, lebendiges Bob |ener €|Kkbe, beten 
IDi^tigteit ffir unfer BeQ>u|tfein ftonbig n>a^ft. unb bie on Hei<t)tum ber 6efü^Ie, 6ebanfen 
unb frlebnifte uon leiner aiwercn ilbertroffen nnrb. 

Dos ^eutfd^e Dronta öes neunaefjnten 3a^r^unöerts. 3n feiner Cnt» 
tBidlung öorg^teKt oon Prof. Dr. ®eorg B)itfoto$!L 3. Huflage. Btti 
einem Bttönis Qebbels. (Bö. 51.) 

SvO^ in erfter Ouie auf ^ftorifdem Oege bas Derftfinbnis bts Dramas ber (BegensKirt an» 
^ubo^nen unb berfidfiAtigt Me HaA Sonoren, beren feioeiage Befd^affen^it bU (beftoltnng 
€c$ Dramas bebingt: Kunftonf^ouung, S^aufpieChwft iwb pubUtnm. 



3eber Tßanb geheftet lU. 1.—, in £etniDan6 gebunben Ht 1.25. 

Dos Dvatna. Banö I. Don 5er Hntüe 3utn fransöfifc^en Klaffhisnttis. 
Don Dr. Bruno B uff e. ITttt 3 Hbbilöungen. (BÖ. 287.) 

Oerfolgt 5ie (EnttDidRung 5es Dramas oon öen f>rimÜiDcn HnfSttscn fiber Hltertitm, imttclflttct 
iin6 Renaiffattce bis sunt fransSfifc^en Klaffijismus. 

Dos tJOieaket. S(^aufpteI^ausunbS(^aufpieI!unft9onigrie(!^.HItertunt bis 
auf bie (begemoari PonDr. C^riftian (bae^be. ITlit 20abbtI6. (B6.230.) 

€ine (befc^i^ie 6es (Cbeoiers oom gtie^if^en HItertum buvä^ ntittelalter un6 Renaiffance bis 
auf bie SAaufpieRunft ber (begetiioart, beten oerf^iebene Strömungen in i^ren l^ifiori^^ 
uno p\qd^i)lOQi\^en Bebingungen bargefteHt loerben. 

iB^\ätiätie bet beutf^en £t)rll (eit iTIaubiu«. Don Dr. Q einriß 
Spiero. (Bb. 254.) 

säubert unter liebeüoHer tDilrbigung btx grbftten unb f einjten llteifter bes Ciebes an ber Qaa6 
t9oQIgen)äI)Itet Proben bie (Entioi<IIungsgefd|iqte ber beutfqen Ci}rit 

fientif 0bfen, Bi9tnftievne Bi9vnfon unb ibre 3eitgenoffen. Don 

Prof. Dr. B. Ka^Ie. mit 7 Btibniffcn. (Bb. 193.) 

Su6t (EnttDidlung unb S^affen Tbfens unb Bidmfons fooie ber beöeutenbften jungen nor* 
toegifAen Dieter auf 6runb ber Peranlagung unb (EntraicOung bes nonoegi^^n Dolfes 
DerftanöU^ 3U machen unb im Sufammen^ng mit bm luItureCen Strömungen ber sioetten 
:QöIfte bes 19. Ja^r^unberts barsufteHen. 

S^afef|)eare unb feine 3eii Von Prof. Dr. (Ernft Sieper. Utit StCofeln 
unb 3 tLejtbtlöem. (Bb. 185.) 

Schubert Sbafefpeare unb feine Seit, feine DorgSnger unb eigenartige Bfibne^ feine perfSnUe^ 
feit unb feine €ntn>i({lung als Htenfc^ unb Kunftler unb erörtert bie otelumftrittene Sf^öXf 
fpeare-Bacon>5rage. 

f}ier3tt fie||e ferner: 
45erbert Die Stimme S. 19. Dos But^getoerbe unb bie Kulittr S. lt. 

BUÖenöe Kunft un5 Ittufift. 

Bau nnb £eben bet MI6en6en Kunft. Don Direüor Dr. tE^eobor 
Dolbefir. mit 44 Hbbilbungen. (Bb. 68.) 

5fil}rt üon einem neuen Stanbimnlte aus in bos DerftSnbnis bes lOefens ber bilbenben Kunft 
ein, erörtert bie (brunölagen ber menfc^Uc^en <5eftaltungsfraft unb seigt, toie bos Ifinftl^i^e 
^ntereffe fi^ aHmä^li^ n>eitere unb immer »eitere Stoffgebiete erobert. 

1>ie BIfiteseit ^et dried^ifdien Kunft im Spiegel ber Heliefforfopl^age. 
€ine (Einführung in bie gried|ifc^e piofti!. Oon Dr. fj. XDa^tler. mit 
8 tEafeln unb 32 Hbbtlbungen. (Bb. 272.) 

(bibt an ber ßanb ber (Entroidlung bes griec^ifc^en Sartopbags eine Cntmiiflungsgef^i^ ber 
gefomten grieqifc^en piaftit in i^rem Sufammen^ang mit Kultur unb Religion. 

Deuifc^e Boufunft int mitteldter. Bon Prof. Dr. Hbalbert matt^ael 
2. HuPage. mit 29 Hbbilbungen. (Bb. 8.) 

XDill mit ber Darftellung ber (EntvicRung ber beutf^en Bauhmft bes Rtittelolters über 
bas IDefen ber Baulunft aufflären, inbem es seigt, n>ie fi^ im Derlauf ber (EnttDiitlung bie Raunt» 
Dorftellung Hart unb oertieft, n>ie bos tec^nif^e Können lofi^ft uno bie prahifc^en Aufgaben 
fi^ enoeitem. 

1>ie ^eutfd^e ^lluftyatiom Von Prof. Dr. Hubolf Kau^f^. mit 
35 abbilbungen. (Bb. 44.) 

Be^anbelt ein befonbers loiAtiges unb lehrreiches (bebtet ber Kunft unb leiftet 3ttglei<4r 
<nbem es an ber f^onb ber (bef^ic^te bas (t^arfmeriftif^e ber 3llnftration als Kui^t ya 
«rforf<^en fu^t, ein gut €eU »Kunfterjiebung-. 

8 



3e6er Banö geheftet VfL 1.—, in teiniDanö qehunhtn KL 1.25. 

Oeutfd^e Kunft int läali^en teben Ms 3ttnt S6Iuffe bes 18. 3a4t^un6ert$. 
Don Prof. Dr. Bert^ofö ^ocnbrfe. HtÜ 63 abbllöungen. (Bö. 198.) 

Skigt an 6er ßonö jo^Ireid^ Abbttöungen, tote öie angeioandte Kunft im £auf e 5er 3a4tl)un5erte 
bas öeuifc^e Qebn in Burg, Sc^Ioft un6 ßau$ Be^aglic^ gemalt un6 gef<^ü<tt ^at, nie öie 
<Bebrauq$' unö Cuptsgegenftfinöe oes tfiglid^en Ceiens entftanöen finö unb fid^ gcioanöelt ^aben. 

^Ubted^t DüreY. Don Dr. Huöolf tDuftmann. ITtit 33 Hbb. (Bö. 97.} 

€ine f^Ii^ie unö (nappe <Er|fi4(ung 6es getooltigen menf^Ii^en unö fünfilerif^en SnhoidCiungs; 
ganges BXbtti^t Dfirers, oeröunöen mit einer etnge^enöen Anoltjfe feiner oorsüglic^ften VOtttt 

HembtonM. Donprof. Dr. pauISil^ubring. tltit 50 Hbb. (Bö. 158.) 

eine öur^ sa^lreidie AbbOöungen unterftfi^te lebensvolle DarfteOung öes menf^Ilc^en unö 
tünftlerif^en Cnttoiiflungsganges Rembranöts. 

CDftafiotlfd^e Kunft unb t^r €influg auf (Europa. Don DireÜor Prof. 
Dr. Ric^arö (braul. Utit 49 abbilöungcn. (Bö. 87.) 

Bringt unter Utitteilung eines reichen BUÖermaterials öie me^r oIs einmal für öie (Entni^ung 
öer Kunft beöeutfame Cimoirfung öer iapanif^ unö ^inefif(^ Kunft auf öie europ&if^e 
3ur DarfteOung. 

Kunftpflede in Qmu unb Qeimot. Don Superintenöent Hic^arö 
Bürfncr. 2. Huflage. Xttxt 29 Hbbttöungen. (Bö. 77.) 

3eigt, öaft gefunöe Kunfipflege 3U loa^rem irtenfc^entum ge^drt, imbtDie es ieöermann in feinen 
Der^SItntffen mdglic^ ift, fie ju DenoirHic^en. 

<Sef^i^te ^et ^ortenfuntt« Don He0.«Baumeifter (E^r. Hand mit 
41 abbilöungen. (Bö. 274.) 

€ine (Befc^i^te öes (Bartens als Kunftmerl, oom Altertum bis 3tt öeit moöemen Beftrebungen. 

iBe\äiläiie ^et mu\lt. Den Dr. Srieöri^ Spiro. (Bö. 143.) 

6ibt in großen Sfigen eine fiberfi^tli^e, fiugerft lebenöig gehaltene Darfteilung r>on öer (Ent» 
toidlung öer niufil Dom Altertum bis 3ur (begentoart mit befonöerer Berüofi^tigun^ öer 
fü^renöen perfdnlid^Ieiten unö öer großen Strömungen. 

Qoii^n, Ofcaatt, Beet^ooetu Don Prof. Dr. (EatI Krebs. XTtit oter 
Bilöniffen auf «ofcln. (Bö. 92.) 



<Hne DarfteÜung öes (Entmidlungsganges unö öer Beöeutung eines feöen öer örei großen Kompo' 
niften für öie luufttgefAiAte. Sie gibt mit menigen, aber f<^arfen Stri(!^en ein Bilö öer menfd)« 
li^^ perfdnli^Ieit unö öes tünfuerifc^en tDefens öer örei Qeroen mit Qeroor^ebung öeffen, 



niften für öie ÜtufttgefAiAte. Sie gibt mit menigen, aber f<^arfen Stri(!^en ein Bilö öer menf 
li^^ perfdnli^Ieit unö öes tünfuerifc^en tDefens öer örei Qeroen mit Qeroor^ebi 
toas ein feöer aus feiner 3eit gef^pft unb mos er aus Eignem I^insugebrad^t ^at 

Die C^tuntlagtn 6et tConfunft« Derfu^ einer genetifcöen Darftellung 
öer angemeinen ITlufifle^re. Don Prof. Dr. ^einric^ Rietfc^. (Bö. 178.) 

ein anf jauli^es €ntn>i(flungsb{lö öer mufilalifc^en (Erfd^inungen, öes Stoffes öer (Eonfunft, 
wie fetner Bearbeitung unö öer niufif als tEonfpra(^e. 

<&nffXfitun^ In ^os XDefen ^er titufil« Don Prof. Haxl R. Qennig. 

(Bö. 119.) 

Unterfu^t bas tiefen öes tCones als eines Kunftmaterials, prüft öie natur öer mufüolifc^en 
DarfteQungsmittel unö erörtert öie Obfefte öer Darfteilung, inöem fie darlegt toelil^e 3öeen 
im mufifalifd^en Kunftroerle gem&| öer natur öes (Eonmaterials unö öer DarfteOungsmittel 
3ur Darftellung gebracht toeroen lonnen. 

Die Blilt^eit bet nmfifalif^en Homotttit in Deuifc^lanö. Don Dr. 
(Eögar 3ftel. Utit einer Silhouette Don €. tE. H. £}offmann. (Bö. 239.) 

(Bibt eine erftmalige (BefamtöarfteHung öer <Epo<l^e S^uberts unö Schumanns, öer an Perf5n> 
Uditeiten, Schöpfungen unö Hnregungen rei(^ften öer öeutfd^en ntufitgef<^i(^te. 

Das tno^etne 0vd^efte¥* Don Prof. Dr. 5ri^ Dolba^. ITtit Partitur« 
betfpielen unö 2 3nftrttniententabenen. (Bö. 308.) 

em 3um erften Utal einen ÜberblicT über öie Cniioidlungsgef^i^te öer Orc^eftrierung oom 
Oltertum bis auf Hid^arö Strauß. 



3eber Banb ge^et Hl 1.—, in leiniDattö gebttnöen lYt 1.25. 

<Sef(^i(^te unb Ktatutgeff^^te. 

Dfe anfange fter inent<4a^ett Kulttur. Don Prof. Dn Cubioia 



Stein. (Bö. 

Bel^onöelt als Cinffi^niiia in Me XuItnrpToMemf ber 4koemDatt btn oorgef Ai^tH^^ nteiMfii, 
Me anf fitiae 5er Arbcitsimmtg, Mc Anfange ter Kaff cnHIoung foioic 5er »htf ^afttid|ent wOUl' 
tttctlen, moralif^ imft fokalen Kultur. 

Kultttrbilöev ouM dtte^if^en StdMem Don COhtxl^tet Dr. <Eri6 
3ie5att^. Utit 22 Hbbilöungen im (Cqrt und auf 1 (CafeL (ßb. 13t.) 

Su^t auf <5rttn5 5er Husgrabunaen un5 5er inf^riffli^^ DentmSIer ein anf^utt^^ B05 
von 5em Husfe^n einer altgried^iK^en $ta5t un5 von oem ftS5tif(^en Ceben in i^r su eniiocKfei. 

Poitt|>eil, eine bcIIeniftifAe Stabi in 3talien. Don Bofrot Drof. Dr. 
5riebri(^ v. "Dulin. Ittit 62 Hbbilbungen. (B5. ItC) 

Su<^t an 5em befon5ers areifbaren Beif]»{el ponweiis 5ie ÜBertragung 5er grie^if^^ Xnitac 
un5 Kunft no^ Stalten, H^r K)er5en 3ur K^elttnltur un5 tDeltfunft i>aftfin5ri^ 3U ma^^cit. 

$osiaIe KSin|)fe im alten Honu Don Prioatöoscnt Dr. £eo Bio A. 
2. Httflage. (B5. 22.) 

Be1)an5clt 5{e $03ialgef^i^te Homs, foneit fie mit Rütffi^t auf 5ie Me ((egenmart beipegcntca 
5rogen von angemetnem Jntereffe ift. 

Bt)5antiitifd^e C^ovolteirlSpfe. Don priDatöo^ent Dr. Kart DietettA. 

mit 2 Bilöntffen. (B6. 244!) 

Bietet 5urA Cbarafterifierung mortantcr PerfSnnAfeiten einen Cin5IU! in 5as wMÜä^Wffm 
5e$ gemeinen fo wenig belannten ttn5 5o^ fo n>iqtigen mittelaiterli^en Biisans. 

^entianif^e Kultur in 6er Urseit. Don Prof. Dr. 6eor9 Steinbauf en. 

2. aufläge. Ittit 13 abbilöungen. (Bö. 75.) 

Beru|)t auf einge^n5er <Dueaenforf 6ung un5 gibt in fe|feln5er1)arftdlttng einen ÜberbUtf über 
germanifd)e$ Ceben oon 5«r Urzeit bis jur Berührung ber d>emianen mit oer rOmif^n KnÜn; 

i5ctmanl\äie tltt)t^oI09ie« Don Dr. 3ttlitt$ o. tiegelein. (Bb. 96.) 

<bibt ein BiI5 aermanQ^en CUmbensIebens, inbem es 5ie Anfttrungen reOgiSten £ebcii% 
namentlich auc^ im Kultus unb in 5en (BebrSu^en bts Aberglaubens attl^td)i unb w fibexaO 
beftrebt, 5as iqnen sugrunbe Iiegen5e pfij^ologifc^ tltotin aufjubetfen. 

Utittelalterli^e Kultutibeale. Banb L Belbenleben. Don Prof. Dr. 
D. Debet (Bb. 292.) 




Kulturgef^i^te 6es beutf^en Bouem^aufes« Don Hegietungsa 
baunteifter a. D. (T^riftian Hand ITtit 70 Hbbilbungen. (Bb. 121.) 

<bibt eine (EntmiAunasgef^i^e bes beutf^en Bauem^aufes von 5er germonif^ Ur3slt über 
Slan5inaoien taA Blmelmter bis sur 6cgeniDart 

Dos 6eutf^e Dorf. Don Hobert Iltielfe. tmt 51 Rbbilb. (Bb.t92.) 

S^nbert 5ie Cntoi^Rung 5es 5etttf4|en Dorfes oon 5en AnfSngen 58rflid)er Sic5eInngeR an bis 
in bie neuaeit. in 5tr uns ein faft 9un5erbares IRofatt UbtoIidKr Siebeltttig$ti)pen entgc^cntrili 

Dos ^eutfd^e iQmu unb fein Qaustat. Don Prof. Dr. ßubolf metinget. 
mit 106 Hbbilbungen. (Bb. 116.) 

imn bas 3ntercffe on bem bcutfdienl^iife, »le c$getD<»r5eii Qt JSrbcnt, in5emc$bas»Qer5^aiis"« 
5as oberbcutf^ Qous, bie €inrid(i]mä5er fOr Mcfes dt tt r oi ier Pti fdtei t Stube; ben <Df^ 5» 
tCif^ 5as Cbgerftt f^a5ert nn5 etncn Uberbiitf fiber bie Qerfmifl von Qous iai5 Qonsrat gftt 

Deutfdie StSMe unt Bütger im mittelalter. Don Prof. Dr. B. QeiL 
2. ansage, mit ^a^Ireii^en abbilbungen ttnb 1 DoppettafeL (Bb. 43.) 
Stent 5it gefdiiAtlUl^e CntmUHung 5ar; f^ifbert 5ie oirtf^^ofÜlAeR, fbsfolett Iitt5 ftoata«^ 
»^en DarUüiiWe un5 gttt dn 3ttkimmtRf^en5cs Bilb ooa 5aS$ercii €rfiNiaM9 im5 5mi 
inneren Ztiotn oer 5eutfcqen StAbte. 

10 



Alts Xtatat unb iS^\tt9m^lL 

Jtbet Banb ge^et tlX. 1.— , in £etnQ)an6 gebttnben Ht 1.25« 

Deittf^e üolfsf e(te uti6 üoIfsfUtem DonQermannS.He^m. Itttt 
11 abbilöungen. (B6. 214.) 

UHU öttx^ 5ie S^Odertma der viAtigftai 6eutfc^ VolhMtt nnb Brauch W^XnaS^me wnb 
X>n\Utnibint$ ffir ffe als HUBerungeR oes Scdcnbbens itnferes voUts neu exioedeK uiib bclcien. 

9tftorif<^e Stdbtebttbev aus hoUanb nnb ttieöeröeittf^Ionb. üon 

He9ierttn9s«Baume{ftera.P. Hlbert €rbe. HtH 59 HbbtU^ungen. (B6. 117.) 

WVl htm Sinn fflr öte Rehe der alte« moleritt^ StAMc&il&er tar^ efite S^ilftening 6er 
eigenartiaen QemiAIdt itIt«Qonanbf wie nieöetoeiitf^Iaiiftf , ferner Dansigs, C&be^, Bremens 
nnb f^ambutgs iiid|t inor «am tdn tinftterif^^ fonftcm ouq vom tullurgef^i^tli^ Sionö« 
pttitfk ans entsegen fornnten. 

1>as 6euifd^e QonbtDeirt in feinet fulturgef^i^itic^n (Entinidlung. l)on 
Direktor Dr. €5uarö (Dtto. 3. Huftoge. ITttt 27 abbtibungen. (Bb. 14.) 

€iRC Daxftentmg 6er CntvidbUM des öeutf^^ Qontoerls 6<s in die neuefte 3eit und 6er 

Sondiocrlcrbeneattngen 6e$ 19. ja^T^ttn6ert$ »ie 6e$ Oteren Qan6tDedsIe6ens, feiner Sitten» 
rOtt^ unb Oiqtui^ 

Deiitf^es $r<iuenleben im tOanbel 5er 3a]^t^unberie. Bon Bit. Dr. 
€6uarb Otto. 2. Huflage. mit 27 Rbbilbungen. (Bb. 45.) 

Cibt ein BiI6 6es 6eutf^en 5touenIAens von 6cr Hrseti 6is pxm Beginn 6es 19. 3abr^un6eTts, 
oon Denfen Utt6 ^il^Ien, SteOnng nn6 tDirffamfeit 6cr 6eitl(^ Stau, mU fie fi^ im lPan6eI 
6cr 3a^t^un6erte 6arftdlt 

Dos Bud^detDetbe unb blt Hulhir. Se^s BotttSge, geißelten im Hnf« 
trage bes Deutf^en Buc^gemei^eoereins. Btit 1 Hbbilbung. (Bb. 182.) 

3«l)alt: Bu^teemer^ im6 IDiffenf^aft: Prof. Dr. Rudolf 5otfe. — Bn^Qen>er6e nn6 
Citeratnr: prof. Dr. <5eor0 tPitlomsü. — Bu^emerbe ttn6 Kunft: Prof. Dr. Rudolf 
Xau|f^ — BuAoeiDerde un6 Rdiaion: prioatdcaent Lic. Dr. Qeinri^ Qermelint — 
BuÄhsemerde ttn6 sloat: Prof. Dr. RodertlOuttfe. — Bu%eioerbe und DoIZsmirtf^aft: 
Prof. Dr. Qeinri^ IPaentig. 

UHU f&r dos mit fOmtli^ (Bedieten dcutfd)er Huttur durd) taufend $Sbtn oerfnfipfte Bu^ 
geverde »«cftSndnisooIIe freunde, tatlraftiae Bemfsgenoffen toerden. 

Die tttünse als ^iftorifd^es Benfmal fotoie il^te Bebentung im He^fs« 
unb XDittfd^aftsIeben. Bon Dr. Htnotb £ttf(^in v. (Ebengteut^. Btit 
53 Hbbilbungen. (Bb. 91.) 

Seiat, toie münden sur Aufhellung der wirtf^ftli^en Suftfinde und der Re^tseinriAtungen 
fmerer leiten dienen; legt die oerf^iedenen arten von Rtftnsen^ i^re Augeren und inneren 
iRertmale fomie idre Qerftulung in biftorif^ CntoiAung dar und gibt im flnfd|Iu| daran 
mfinsenfammlem oe^ersigcnswerte tDintc 

Don Cutter 3U Bismortf. 12 C^ataftetbüber aus beutf^er <5ef^id^te. 
Bon Prof. Dr. Ottocar IBeber. 2 Bänbe. (Bb. 123. 124.) 

€in fnappes und do6 eindru&ooKes Bild der nationalen und futturellen Cntmiifiung der Reu» 
3eit, das aus den oter 3abr^nderten fe drei Perfdnli^feiten ^ausgreift; die beftimmend 
eingegriffen l^htn in den tberdegang deutf^ w^Utfit, 

Stitbtiä} btt iStofit. Se^s Borttftge. Bon Brioatboaent (C^eobor 
B i tt e r a tt f . mit 2 Bilbniffen. (B5. 246.) 

S^Oftert in !napper, mo^Idur^a^ter, dur^ ^ralteriftif ^ Selbfheugniffe und out^ntifd^e äufte* 
rungen bedeutender deitgenoffen belebter DarfteRung des gro|en Kdnigs Ceben und TDixUn, das 
den ömnd gelegt ^ for die gan$e fi>fteregefd|idrai^e undntltureae^ntmitflungDeutf^Iands. 

Polttlf^e Qati|itftr9nmndett in iEsttopa im 19. 3a^r^unberi Bon 
Prof. Dr. Korl meobot v. Qeigel. (Bb. 129.) 

Bietet eine fnai>pe Darftdbtng der »iAtigften poRtifd^ Creigniffe im 19. ^of^rbundert, nomtt 
eint Schilderung der politif^ 3deen Bond in f^anb g^t, und mobei der innere dufammen^ng 
der eii»elnen Oorgfinge dargelegt, auq Sinnesart und tCaten »enigftens der einflugtei^ften 
PetfSnu^feiten gewürdigt »erden. 

Heftottvotiott nnb Heootiitioit« Süi^tn sur Cntmicflungsgef^ici^te ber 
beutfd^en Cin^eit. Bon prof, Dr. Hi^arb S^toemer. 2.attfL (Bb,37,> 

11 



! 



3e5er Banö geheftet lU. 1.—, in Ccinroanö gcbunöen VX. 

Die Heaftion unb 6ie neue Sra. Süjjen 5ur €nttDi(fIung$gef< 
5er (BegentDart. Pott Prof. Dr. Ht^atö S^toettter. (B6. 

Dom Bunb sunt Held^« tleue Sft53ett 3ur (EttttDidluttgsgefAi^t« 
()eutf(i^eti (Einheit. Don Prof. Dr. Rt^arö S^tDcmer. (Bb. 

Die 3 Bönöe geben 3Ufaminen etne in HuffaHung un6 Darftelluna burc^ous eigenj 
<Bef(^i(^te bts öeutf^en DoIIes int 19. labr^undert »Reftaurotion uno ReDOlution" be^4 
bas Ceben un6 Streben bes beutfc^en volUs von bent erften Aufleuchten bts (bebantenj 
nationalen Staates bis 3U bem tragififten 5e^tf^Iagen aller Hoffnungen in ber ttlitte bes 
^unberts. ^Die Reaftion unb bie neue ttra", beginnenb mit ber 3eft ber Crmattung nat 
grogen Auf f(i)tDung Don 1848, ftellt in btn Rlitteipunft bes Prin3en oon preugenunb Otti 
Bismards Stoffen. ,,17om Bunb sunt Reic^" seigt uns Bisntard mit jid)erer Banb bie <5rui 
beis Reiches oorbereitenb unb barm immer entfc^iebener allem (Befqe^enen oos (Gepräge 
<Be{ftes oerlei^enb. 

1848. Scd|s Dortrögc. Don Prof. Dr.CDttocar XDcBer. 2.HufL (B6. 

$ud)t in !ritijd)er, abiDögenber Dorftellung btn einseinen StSnben unb Parteien, ben 
unb lin!$ auf treten&en (Extremen gerecht 3u toerben unb ^ebt befonbers ben großartigen ' 
nationalen fluffd)n>ung jenes 3<^^<s (eroor. 

Das Zeitalter ber (Entbedungen. t)on Prof. Dr.Sieginttn6(5üni^er. 
2. aufläge. Httt einer IDeltfarte. (Bö. 26.) 

S(^iI6ert bie großen toeltbeioegenben (Ereigniffe bet geogropl^if^en Renainattce3ett oon ber 
Begrfinbung ber portuaiefifc^en KoIontaH^errf^aft unb ben 5a^rten bes Kolumbus an bis 3U 
bem Hervortreten ber fran^öfifc^en, britifc^en unb ^Ufinbif^^ Seefahrer. 

CEnglan^s tOelimadit in i^rer (EnttoicElung oom 17. 3al)rl). Bis auf unfere 
(Lage. Bon Prof. Dr. IDillj. £angenbed. mit 19 Bilöniffen. (Bö. 174.) 

€ine groBjügige unb feffeinbe DarfteHung bet für uns fo bebeutfamen <EnttDi(fIung bes britif^^ 
tPeltreic^s, feiner innmn unb öuBeren Ausgeftaltung als einer ber genmttigften (Erfc^einuitgen 
ber tDeItgef(^id)te. 

ttopoleonl. Bon prioatöo^eni Dr. tT^eobot Bitierauf. tttit einem 

Bilönis tlopoleons. (B5. 195.) 

tDiU 3um Derftönbnis ffir bas Softem Rapoleons führen unb seigen, toie bie napoleonif^^ 
Kriege nur unter bem <Befi^tstDin!eI ber imperialiftifcqen politu 3U oerfte^en finb. 

öfterveic^s innere (Befc^id^te oon 1848 bis 1907. Bon Hi^atb 
C^arnta^. 2 Bänbe. (B5. 242. 243.) 

Banb I : Die l?or^errf<^aft ber Deutf^en. (Bö. 242.) 

Banb II : Der Kampf ber Rationen. (Bö. 243.) 

<bibt 3um erften RTale in lebenbiger unb üorer SpraAe eine (Befamtborftenung ber (Entfte^ung 
bes mobemen Ölterreic^s, feiner intereffanten, bur^ bas Sufammenioinen ber oerft^iebenften 
^aftoren bebingten innerpotitif^en €ntn)i(IIung feit 1848. 

^efdilc^te 6etr üerelnidten Staaten von Hmerifo. Bon Brof. Dr. 
(Ernft Baenell. (Bb. 147.) 

<Bibt eine überfiAtlfd^e DarfteUung ber gefd^ic^tli^^ tulturaef^i^tlid^n unb toirtf^^oftli^^ 
^tn>i<Hung ber Dereinigten Staaten mit befonberer Berü({f i^tigung ber oerf^iebenen politif^l^ 
ct^nogrop^ifc^en, fo3iaIen unb toirtfc^aftli^n Probleme ber <Degenn>art. 

Dom Ktriedstoefen im 19. jatjr^unbert. Sroanglofe Sü^z^n von 11ta}or 
Otto Don Sotten. Blit 9 Überfi^tsfarten. (Bb. 69.) 

3n einseinen Abfcbnitten toirb insbefonbere Me Rapoleonif Ae unb RtoItlefAe Kriegführung an 



Beifpielen (3ena-Königarä^>Seban) bargefteUt unb burc^ Kartenftisjen erläutert Damit oer» 
bunben finb fune Sd^uberungen ber preugif^en Armee von 1806 unb nad^ btn Befreiungsfriegen 
fbxDie nac^ ber Reorganifation oon 1860, enblic^ bes beutfe^en Qeeres oon 1870 bis 3ttr (Begemoart 



Det Krieg im Seitalter bes Berfe^rs ttnb ber (Cec^nü Bon Hlf reb BIei)er, 
Hauptmann im Hol. Sächf. 3nf.«Heg. tlr. 133 in droidau. Btit 3 Rbbilbungen 
Im tEert unb 3iDeT tEafein. (Bb. 271.) 

SteHt bie ungeheuren UmtoSIsungen bar, toeld^ bie (Entioidbtng bes mobemen Dert^rstDefots 
unb ber mobernen tCe^nit ouf bas Kriegstoefen ausgeübt ^at, wie fle ^ü einem curopAifdjctt 
Krieg ber Suhinft in bie ^^etnung treten »firben. 



12 



£tns ttatttt unb iBelftestoelt. 

3e5er Bonb geheftet Ht. 1.—, in Ceinroanb gebunbett ttt. 1.25. 

Der Seeftleg. (Eine gef(^i(^tUc^e (EnttDi(f(ung oom Zeitalter 6er (Eni« 
(bedungen bis 3Ut (Begetttoart. Von Kurt 5^^^^^^: oon Htol^a^n, TOi^t* 
Hömiral a. D. (Bö. 99.) 

Bringt 6en Seefriea als Kriegsmittel toie als mittel öer Politif sur Darfteilung, inbem es 
sunä^ft Me (EntmiSung öer Kriegsflotte vmb öer Seefriegsmittel f(!^il6ert un6 bann 6ie heutigen 
TDeltn)trtf(^aftsftaaten un6 6en Seelrieg be^anöelt. 

Die moöeme ^rleöensbetoegung. Don aifreö ^. 5rie5. (B5. 157.) 

€nttDi({elt 5as tPefen unö Me 3iele öer Srieöensbetoegung, gibt eine DarfteHung 6er S^ieös» 
geri^tsbarfeit in i^rer (Entmidlung unö i^rem gegennoärtigen Umfang fotoie öes Hbraftungs- 
problemes unö gibt 3um St^lug einen eingel^enöen Uberblid über öie (Bef^i^te öer 5rieöenS' 
betoegung unö eine qronologifqe Darfteilung öer filr fie beöeutfamen (Ereigniffe. 

Die mobeme $vauenbett»e0und. €in gef(^t(^tli(^er ÜhexhM. Don Dr. 
Kät^e $d^irma(^er. 2. Huflage. (Bö. 67.) 

Xtnterrid)tet einge^enö unö juoerlöffig über öie moöerne 5rauenbeQ)egung aller Cönöer auf 
ten Gebieten öer BUÖung, Hrbeit, $ittli<!^{eit, 5o3iolog{e unö Politif. 

i}ier3u fiel^e ferner: 

IQ. t>. Soöen, palaftina unö feine (5ef(^{(!^te. S. 3. tTbomfen, Dalfiftina nacb öen neueften 
Husgrabungen. S. 3. tteurat^, Hntife tPirtf6aft$get^i(!^te. S. 15. Aeffmen, Hus öer 
tOeröejett Öes (E^riftentums. 5. 4. Seil, C^riftentum unö tPeltgefcbi^te. 5. 4. tDeife, 
Die öeutf^en DolIsftSmme unö Canöjc^aften. 5. 17. lltatt^aeir DeuMe Baufunft im mittel» 
alter. S. 8. BS^nifd), Die öeutj^en perfonennamen. 5. 7. Bdmel, Die öeutf(!^e Dolfs« 
tage. S. 7. Bruinier» Das öeutfcqe Dolfslieö. 5. 7. Paulfen, Das öeutfd^e Bilöungstoefen 
in feiner gef^id^tU^en (£ntn){(flung. 5. 1. Knalöe, ®eftqi(!^te öes öeutf^en S^ultoefens. S. 1. 
BrudimiUIer, Der Ceipsiger Stuöent oon 1409—1909. 5. 1. Boe^mer, £ut^er im £i^te 
öer neueren 5orf(!^ung. S. 4. Soöeur, Johann (Ealoin. 5. 4. Boe^mer, Die lefuiten. S. 4. 
VXuätU, (Befäi^te öer Josialiftif^en 3öeen im 19. 3a^r^unöert 5. 14. Pöble, Die (Ent> 
roidlung öes öeutfcben tbirtf(!^aftslebens im 19. 3a^i^§unöert S. 14. Caugttlln, Hus öem 
amerifanifdien tPirtfc^aftsleben. S. 14. Sd^ntiöt, <Bcf<ifti(!^te öes tDeltbanÖels. S. 14. 5rieb, 
internationales £eben öer (begemoart. S. 14. tOisItcenus, Der Kalenöer. 5. 24. tOeife, 
S^rift« unö Bu^n^efen. 5. 7. Han<ft, (Befc^i^te öer 6arteniunft. $. 9. 

Rechts* unö Staatswiffenfc^aft. Polftswirtfc^att. 

Deutf^es $üv{tentum unö öeutf(^es Derfaffungsroefen. Don Prof. Dr. 

(Eöuarö {}ubri(^. (Bö. 80.) 

Seigt öen tPeg, auf öem öeutfc^es Sürftentum unö öeutf^e DoRsfreif^eit 3U öem in öer (Eegen* 
n^an geltenöen toec^felfeitigen Husgleic!^ gelangt ffnö, unter befonöerer Berudft(!^tigung öer 
(Entwidlungsgefc^i^te öer preugif^en Derfaffung. 

iStunösüge 6et Derfaffuttd öes Deutf(^en Heii^es. Von Prof. Dr. 
(Eögar Coentng. 3. Hufloge. (Bö. 34.) 

(Eine öurc^ gef^i^tlic^ Rüdblide unö Dergleic^e öas Derftänönis Öes geltenöen Rccfjtes föröemöc 
(Einfügung in öas Derfaffungsre^t öes Deutf^en Reiches, fotoeit feine Kenntnis für jeöen 
Deutf^en erforöerlid^ ift. 

$inan3tt>!{{enf^aft. Don Dr. S. p. Hltmann. (Bö. 306.) 

(Ein Überblid über öas (befamtgebiet öer 5inan^tDiffenf(Qaft, öer feöem öie mdglit^leit einer 
obieltiO'tDiffenf^aftli^en Beurteilung öer Rei^sfinan^reform bietet 

$03!ale Betoegunden unö tC^eorien bis jur ntoöemen Hrbeiterbetoegung. 
Don ©uftoo moier. 4. Huflage. (Bö. 2.) 

Sii^llöert öie fosiolen Bewegungen unb tE^eorien in tbrer gef^i^tli^en (EntroicMung üon öen 
oUorientolifdien unö antiten Kulturodltem an öur^ bas tUittelalter bis 3ur (Entfte^ung öes 
ntoöemen SojiaHsmus. 

13 



3eöer Banö geheftet XtL I.— , in teintoanö qthunbtn XXL 1.25* 

tittäiläite öet fojlallftif^en 06eeii im 19. 3a6r^un6eri Dem Dr. 
Sriebri^ ITtutfle. 2 Bfinöe. (Bö. 2^. 27a) 

Banö I: INe Cef^i^te ber fosialiftifc^n 36eeii im 19. Ja^r^unöett CBb. aiSL) 

BottMI: ptoub^n und ber enttDiittungsgef^i^tn^e Sozialismus. (Bbu 21tt.) 

•iBt eine feine p^ilofopl^eN CmnMasen aufwende DarfteUuna 6er Citivi^Rui^ bcs fc^iales 
Jbcols im 19. Joirbuiwert mit liebeDoKer C^rafteri^entnQ btt €iit3eb»erfditu^IeitCK oot 
Oioett, 5ourter, tDeitltng über pxoub^on, 5aim»$imoii, Robbettus bis |u Xotl marc titib Colfallc. 

Das intevitotionale C^en 5er <Begentoart Don Hlfreö % Stieb, 
irtit einer Ut^ogrop^ifii^en (CafeL (B6. 226.) 

ein irB«ebefief fftt bot iutcmoMoitale €aiib', ber biird^ eine SufornmenfieKuita ber ii tte r mtMo mtfew 
Dereinbotungcii iiitb CinriAtUNaen na^ intern ttmfaKa unb ibtcr tD&tfomteit «a ^tlgm 
fu(Qt, »ie oeit bet itttermtttoiiaU Snfammenfdibtt ber Kultunom auf iiattonaler mnmbUig» 
bereits gebieten ift 

<Bef^i^ie 6es tOelti^anbeto. Von (DbetteBrer Dr. ttta; (S eorg S^m ibi 

(Bb. lia) 

Bc])anbelt Me Cntoitfluttg bes Qaubels vom Httertum an Aber bos tmttelalter^ In bem 
Xonftantinopel, feit ben Kreussftgen JtaHen tmb Deuif^tanb ttn DDeltoerte^r bel)errH^ett, pu 
Iteu^eit, bie mit ber Cntbedung Ameritos beginnt^ unb bis jur <begeiiiDarit^ in ber ost^ oer 
beutf^ Kaufmann btn ganjen (Erbball ettibm, 

<5ef ^l^te 6. 6etiif ^en Qottbels. Bon Prof . Dr. IB. £ a n 9 e n b e (L(Bb. 237.) 

Sdiilbert bie CirtmMIuiM von prirnttfoften prAbiftorif«^ anfangen bis s»« ^ei^en IDefb 
moditftcnung bes betttf^en Qanbels mit 1^ Bebingungen nnb gibt ein BbeitUpU^ BOb 
Mefes meitoersmeigtea Orgonisnws. 

Deutf^Uttifts Stelfuntf in btt VOtUvrttH^aft. Bon Prof. Dr. panl 
flrnbi (Bb. 1791) 

Stent nnfere m{rtf4^aftH4|en Be^e^gen inm anslanbe {nofc bie Urfdd^ ber g^emoSttl^ 
beroorragenben SteOung Dentfqlanbt fn ber IVelttoirnAa^ bor, erbriert bie BorteSe mb 
«efabren biefer Stellung eingeqenb mib be^onbelt enbltA bie vielen tolrtf^afüi^i^ «nb 
politiftf)en Anfgaben, bie fi^ ouf Bctttfd^binbt internationaler Stellnng ergeben. 

Deittf<l^es tBirif^cMsIebem Huf geograp^ifd^er d^runbloge gef^tbert 
üon toeil. Prof. Dr. (t^riftian (bxnhtt. 2. Huflage. Ileubearbeitet Bon 
Dr. Qans Heinlein. (Bb. 42.) 

tPUI BerftSnbnis Jfir btn fiegbaften Hnff^^nmng unfcres XDirtfäiafttt^ Ccbens fdt ber IBieber« 
aufciditnng bes Rei^s bereeiffi^ren unb boriegen» inwieweit fid) probMftion nnb JhtMits» 
beioeguira auf bie natfirli^^ (Gelegenheiten, bie geograp^if^n Boxjfige unferes Daterlanbes 
füllen tonnen nnb in i^nen fidler oeronfttt liegen. 

Die ChutmldlunQ 6es 6euif^en tBiirtf^oftsIebeits im legten 3ato 
^unbert. Bon Prof. Dr. Cub »ig po^Ie. 2. Hnflage. (Bb. S7») 

€ine obfcftioc^ m^a aboügenbe Barficnung ber gewaltigen ttnaDAIjung, Me bos bcttif^ 
lVirtf(Qoft$lAen im £aufe bes einen 3aQri)ut»erts erfd^ren kat 

Die beutf^e Conbwivtf^oft. Bon Dr. IBalter Claagen. Bltt 
15 Hbbttbungen unb 1 Karte. (Bb. 2fS.) 

Bejubelt bie natfirli^^ «ninblagen ber Bobenberdtung, bie tEeAnü nnb BetriebsorgonQoiiOR 
bes Bobenboucs unb ber Bie^^altung. bie oolfsvirtfdbaftlidie Bebeutung bes Canbbaucs toie 
bie agrarpolitif^en fragen, femer bie Bebeutung bes BlenfAen als ProbuttionsfoHor in ber Conb* 
tDirtfqaft unb anbererfeits bie Rolle, bie bas Canboolt im €ebenspro)effe ber Hation fpidt 

Onnttc Kolonifotlon. Bon H. Brenning. (Bb. 261.) 

(Gibt in Tnoppen Sfigen ein ooIXft8nbiges BOb von bem Staube ber imteren XolonifoUon in 
Deutf^Ianb als einer ber vOlbwirtf ^^oftlid), wie f osial nnb national mid^tigften Aufgaben ber 
(Begötoort 

aus 6em omeirttanlf^en tOfvtf ^oftsleibetu Bonprof.3*^ttnrence 
Caug^lin. Btit 9 gropl^ifd^n BorfteOungen. (Bb. 127.) 

Cin amevAmer b^nbdt fflr bentf^ £efer bie miftM«fllU^ Sttt^m, Mt ongenblfefH^ im 
Ooibergrunbe bts bffentli^ £ebens in Amerita ftelKn« 

14 



Aus natut unb <Be{fteM>eXt. 

J^x Banb gel^eftet tlt 1.—, in Cetntoanb gebunben Hl. 1.25. 

Die 3apcmev unö i^re tolttjf^aftl^e Cntti>i(!(ttng. l)on Prof. Dr. Kart 

Hatl^gen. (B5. 72.) 

S^^Üöcrt mtf 9nttt6 lattsiff^tiQCt «lotntt Crfabtttnocn CanÖ uitft Ceuie, Staat un6 tOirtfc^afts« 
leben |M»k ^i« Sidluita 3<qNtiit tm IDdtoerte^t ttii6 ctntSaU^t fo ein »itHid^ DetftSnönU 
fftv Me ftawMiifverte nmett ]leii(eflal!img 6a Cottöet in Ben leiten 3a^c3e]^nten. 

antife imvtf^aftS0ef^{^t^ Don Dr. 0. tteurat^. (Bö. 268.) 

(Bibt auf (Bntnö 6er mo6emen 5otf(l^un0en einen demeinoerftanöli^n ÜbetbUt tbe« 6ie tPivt» 
f^ftsgef^i^e 6er Hnti{e unter ftetem Derglci^ mit mo6ernen Der^altniffen. 

Die <Kaytetifta6tbetoe9im0. Don (5enera(fc!r. ^an% Kampffmener. 

mit 43 abbtiöungen. (Bö. 259.) 

Orientiert ^nt erften ntale umfanen6 fiber Urfprun^ ttn6 (Befci^ic^te, tDege itno Sielc^ Be« 
öeutung nno Crfolge 6er earttnfta6tbe»egmta. 

BeoSIIevungsIel^te« t)on Prof. Dr. VXat Qans^of er. (Bö. 50.) 



HNU in oe6rSn9ter Sotm 6ai tPefentli^ 6er Bet>dllerunaslebre aAtn übte Crmittlung 6er 
Dolbsa^i« Aber (ßlieoeruna un6 Bcioeguna 6er BeoMterung, Verhältnis 6er BeodRerung inm 
beiD09ntcR Bo6en Hn6 6ie aiele 6er Beowerungspolitlt 

lltlbelteH4^u% unb ArbettemeYli^emniK. Don toeil. Prof. Dr. (Dtto 

V. 3tDieötne(f«Süöen^orft. (Bö. 78.) 

Bietet eine ge6r8ngte Dorftdtung 6cs gemeinigUät unter 6em (Cttel .Hrbeiterfrage* be|Kin6etten 
Stoffes unter befon6erer Berflofi^tigung 6er fragen 6er Itotmcnoigleit, 3»etfm8|igteit un6 
6er otonomifd|en Begrenjnng 6er einseinen Sd|tt%nia|nal^men un6 Berfio^erungseinric^tungen. 

Die Xonittitigenonenf^aft. Don Prof. Dr. $xan^ Stauöinger. 

(Bö. 222.) 
Stent 6ie KonfuntgenoffenfAoft na^ ibrer Be6eutttna mt6 il^ren emn6(agen, i^rer gefdjid^tw 
Wttin entoidbmg wt6 l^eKttgen Orgonifotion nn6 in Ifiren XAmpfen ttn6 Sniunftsausficqten 6ar, 

Die $tattenavbelt, Cin Problem öes Kapitalismus. Don prioatöe^eni 

Dr. Hobert IDilbranöt (Bö. H)6.) 

probfom 
6araus 




e« der ^ouen mit ben mönnern, 6en ibegenfal 
von atbcitcrinttenfd^ut) lin6 Befreiung 6er ioeiolid|en Arbeit 

<Ktttn63ll9e 6es DerflÄ^erungstDefens. Don Prof. Dr. Hlf reo lYtanes. 

(Bö. 105.) 




Cebensoerfi^^emng, Unf ottverfTdlerttng ttfti. 

Detfel^trsenttDltflung in Deutfii^Umö. 1800—1900. Dortrage über 
Deutf^äinös Cifenba^nen unb Binnenwafferftraften, i^re €ntn>i(!Ittng unb 
Denoaltung fotote i^re Beöentung fftr öie qeutige Doüsioirtf^aft. Don Prof. 
Dr. TDalter Co^. 3. Hnflage, fortgeführt bis 1909. (Bö. 15.) 

eibt nad| einer tttr^en Überfielt Aber 6le ^ouptfortiftritte in 6en Berf^rsmitteln eine eeHMi^te 
(CS €ifenba^n»efen8, HMI6ert 6en l^entiten $tan6 oer Cifenbo^noerfaffuna, 6a$ eflter» un6 
bos perfonentartfvefen, 6ie Reformoerfw^ unb 6te Reformfrage, femer oie Be6eutung 6er 
Binnempafferftroien un6 en6n^ 6ie Snrfungen 6er mo6ernen Berie^rsmitteL 

Dos peftn>efefif feine Cnttoiifiungttnö Beöentung. Donpoftrat3o^annes 

Bruns. (Bö. 165.) 

Cbie ttmfanen6e BarfteOung 6es gefamten Pofi»e|eiit ttliter Berüctfif^tigung 6er gef(^i^tli<^n 
€nttDitf(ung jooie 6er Be6ttrfniffe 6er prarii. 

Die lUUgtapI^ in i^rer CntmiAung unb Beöeutung. Don Pofttet 
3o^anne$ Bruns. Btit 4 Signren. (Bö. 188.) 

eiM auf bcr <bmn6IaM tlUMlKiibef pttfmp ItamtiHt b« $if^«9tgeii PerMltniffe einen 
QnbM In bos fftr bH l^eiwge XMilMf fe b e6eii tm igt»»gt eeblet bet Vetegropl^ie iin6 feine 
großartigen 5ortf^ritte.* 

15 



(Ins ttotut unb <Se!fiesii>eIt. 

3cber Ban6 geheftet Ilt. 1.—, in Ceinroanö gcbunben Ht. 1.25. 

Die tTelegropi^em unb $emfpve^te^nll In li^vev <Enimläimnf^ 

Don tEelegrapl^eninfpfeftorijelTnut Brief, mit 58 abbilbungen. (Bö. 235«) 

Schubert unter tlavtv DeranfcbauH^uns der sugrunöeliesenöen priiQipien 6en CitfaotiWimjiw 
gang 6er tCeIegra|)f)en« wib 5crntpreAte^n!f oon Slammcnsetqen und Rufpofteit bis 311M 
ntoöemen Ute^rfac!^' unb tnaf^inentelegropi^en und oon P^Uq)p Heis' un6 (Bra^ant MIs 
(Erfindung bis 3ur (Einri^tung unserer gro|en 5<tnfpre^amter. 

lyeuiSäi^ S^lffal^ri unb S(!^iffa]^rtspoIiti! ber (Degemoott Don Prof. 
Dr. Karl tC^iefe. (Bb. 169.) 

(bibt in überficbtliil^er Darftellung 6er grogen für i^re €nttoi<fIung unb i^r (btbüfitn in Betraf 
fommenben ]}ousn)irtfö^aftli<^en ^efi^tspunfte eine nationaldtonomif 6er 6euif^en S^iffol^ct 

tnoöerne He^t$pvobIeme. Don Prof. 3ofef Kollier. (Bb. 128.) 

Be^an6eli nad^ einem einleiten6en Abf^nitte über ReAtsp^aofo))l^{e 6ie tDi^tigfien utO^ 
intereifanieften Probleme 6er mo6emcn KeAtspflege, insbefon6ere 6ie 6e$ Strafre(l^t$, des 
Strafproseffes, 6e$ (Benoffenfc^aftsred^ts, 6es SiDilproseffes un6 6es Dölferre^tes. 

I^evbre^en unb Aberglaube. Stx^^^n aus ber oolfsfunblici^en Krimi* 
naiiftif. Don Kanimcrgcri(!^tsreferenbar Dr. Hlbert tjelltoig. (Bb. 212.) 

Bietet eine Hell}e interef fanter BiI6er aus 6em<bebiete 6es friminellen Hberglaubens, loie 3.B. 
oon mobernen l}e£enpro3enen, Oampt)rgIauben, Sqmpot^iefuren, verborgenen S^^en, nteitt^bs» 
Seremonien ufto. 

Dos 6tf^. 3lt>ll|>ro3eftre^i. Don Hei^tsanto. Dr. Ilt. Strang. (Bb.315.) 

Die erfte 3ufammenfaffen6e Orientierung ouf <Brun6 6er neuen Sioilprosegreform. 

Die 3url$pru6en3 Im i^SusIl^en £eben. 5ilr Santilie unb Qaus^olt 
bargefteüt. DonHe(!^tsann)aItpauIBienengraber. 2Banbe.(Bb.2]9.220.) 

Ban6 1: Die Samilie. (B6. 219.) Ban6 II: Der {»ausmalt (B6. 220.) 

Be^an6elt in anregen6er, 6ur^ ^a^Irei^e, 6em täglid^en Ceben entnommene Beifpiele belebter 

Darftellung alle in ber 5<tntilie un6 6em ^aus^olt oor!ommen6en Red^tsfrogen un6 Re(!^tsfää^ 

(Bf^t unb (El^ere^t. Don Prof. Dr. Cubtoig IDa^rntunb. (Bb. 115.) 

5di{I6ert 6ie ^iftorifd^e (Enttoi^ung 6es (E^ebegriffes na^ feiner notürliAen, fittlic^en und 
re(!^tlid)en Seite, unterfu^t 6as Verhältnis oon Staat unb Kir^e auf 6em (Bebiete 6e$ (E^ere^tes 
unb be^nbelt 6arfiber I)inaus oud) alle jene Sragen über 6ie re^tli^e Stellung 6er $tau und 
befonbers ber HTutter, 6ie immer lebhafter 6ie öffentli^e Rteinung befd^fiftigen. 

Der getDerbll^e He^t${Ä{u^ in Deutfc^Ianb. Don patentantoalt 
Bern^arb (Eoüsborf. (Bb. 138.) 

Beban6elt 6ie gef(^i(^tli(!^e (EntwidEtung 6e$ getoerblidien Re^tsft^u^es unb fü^rt in Sinn und 
XDeien bes patent*, Rtufter* un6 tParen3ei^enre^t$ ein. 

Die miete nad^ bem BürgcrliÄen ©efe^bu^. €in i}anbbü(^Iein für 3uriften, 
Htieter unb Dermieter. Don RciJ^tsantoalt Dr. BTaj Strauß. (Bb. 194.) 



Witt 6ur^ eine obieftioe, gemeinoerftSnblidbe DarfteUung bes Rtietred^ts bie beiben (Bruppen Rtieter 
unb Dermieter über il}r gegenfeitigesDerq&ttnis aufHaren unb gleichseitig 6ur^Berüdtfi^t^n9 
ber einf^Iögigen £iteratur un6 «ntf^eibungen bem ))rattif^en 3uriften als ^anbbu^ bienett. 

Das IDal^Ire^i. Don Hegierungsrot Dr. ®sfor poensgen. (Bb. 249J 

Bietet eine tDürbigung ber oerfd{ie6enen U?a^lrec^tsft)fteme un6 Beftimmungen fotoie eine Übev» 
fid)t über bit ^eut3utage in 6en einseinen Staaten gelten6en tOa^lre^tc. 

ijiersu fie^e ferner: 

Blod), Sosiale Kämpfe im alten Rom S. 10. Bart^, Unf. Sc^u^igebiete na&i i^ren toirtfi^aftL 
Der^öltniffen. 3m tid^t^ b. (Erbhinbe borgefteHt S. 17. poOi%» Pfq^ologie des Berbred^ers S. 6, 

dxbfmnbt. 

tttenf^ unb <Erbe. S!i33en oon btn TDeci^felbesie^ung^ ^if<^en beiben. 
Don Prof. Dr. aifreb Kirc^f^off. 3. aufläge. (Bb. 31.) 

Seigt, toie bie Cän5ematur auf 6en IRenfd^en un6 feine Kultur etntoirft, 6urd^ Sc^u6erutt|eii 
angemeiner un6 bcfonberer Hrt» 6er Stxvptn^ und XDüftenodller, der (Entftebung oon RotioiMb 
wie Deuif^land unb (Eliina u. a. m. , , «^ 

16 



^us ttotuv unb iBeiftestoelt. 

3e6er Banb geheftet ITt. 1.—, in Ceintoand gebunöen Ht. 1.25. 

UHrtf^aftL <ErMttn6e« Don tDeiI.prof.Dr.C^rtftian (Grübet. (B5. 122.) 

DDitC bin urf|)rfiitgn(ben 3ufammen^Snae 3tDif^en 5er itatfirliAen Hitsftattuna 6er einzelnen 
£ön6er unb 5er toirtfd^afüi^en Kroftfiulerung iJ^rer Betoo^iter narma^en un5 X)erft8tt5ms für 
Me toa^re Dtad^tfielutng 5er einseinen Oötter un5 Staaten ertoetfen. 

Die 6eutf^en DelfsftSmme unb Zanb\d\a\tzru Don Prof. Dr. Osfar 
XDeife. 3. aufläge, mit 29 abbilöungen. (B5. 16.) 

S<!^tt5ert, 5ur^ eine gute Huswa^I oon $ta5te«, £an5f4aft$« ttn5 an5eren B{I5em unterftfi^t, 
Me Eigenart 5er 5eutfAen (baut un5 Stdnnne, 5ie ^arafteriftifAen Cigentümli^teiten 5er 
£an5fc^aft, 5en €tnflu6 auf 5as tCemperament un5 5ie geiftige Hnloge 5er tRenfc^en, 5ie 
£ciftungen QerDorragen5er utanner, Sitten un5 Cebrftud^e, Sogen ttn5 mSrd^en u. a. nt. 

Die 6eutf ^en Kolonien« (£an6 unö £eute.) Don Dr. a b o If Q e i Ib o rn. 
2. aufläge, mit 26 abbilbungen unb 2 Karten. (B5. 98.) 

45ibt eine 5urdi HbbiI5ungen ttn5 Karten unterftüt)te obfeftioe un5 aUfeitige DorfteUung 5er 
geograpQif(!^en un5 et^nogrop^if^en <Bmn5Iagen, toie 5er wirtf^aftU^en Cntn>tdlung unferer 
oeutf^en Kolonien. 

Unfete S^u^gebleie nad\ ibren iDirtfAaftlic^en Der^ältniffen. 3nt £i^te 
öer €rö!unbe bargeftetlt. Don Dr. C^r. 6. Bart^. (B5. 290.) 

Unfere IöIonijatorifd)en Crrungenf^aften materieller un5 i5eener Hrt, toie ou^ 5ie weitere 
€ntQ>i({tungsfö^igfeit unferer Sd^u^gebiete iDer5en geograp^f<!^ un5 ftatiftifd^ begrfin5et 

Die StSMe. (beogrop^ifc^ betra<i^tet. Don Prof. Dr. Kurt Qaff ert. mit 

21 abbilbungen. (B5. 163.) 

<Erdrtert 5ie Urjac^en 5es (Entfte^ens, tOad^fens un5 Vergehens 5er StS5te» fotoie i^re toirt« 
f^aftsgeograp^if^e Be5eutung ttn5 f4U5ert 5as 5t85te5il5 al$ geogrop^if^ Crfd^einung. 

Der^Drleni. €ine CSnberfunbe. Don^roalbBanfe. (B5.277. 278. 279.) 

Ban5 I. Die atla$ian5er. niarofto, Hlgerien, tEitnefien. mit 15 Hb5il5ungen, 10 Kartenffissen, 
3 Diagrammen un5 1 (CafeL (Bo. 277.) 

Ban5 II. Der arabifc^ Orient Ktit 29 Ab5iI5ungen un5 7 Diagrammen. (B5. 278.) 

Ban5 III. Der arifc^ Orient (B5. 279.) 

Der erfte Ban5 gibt, 5ur^ sa^lrei^e Abb{I5ungen unterftü^t, eine Ie6en5ige S^iI5erung von 
taub, Ceuten un5 roirtf^aftli^en Der^dltniffen in UlaroRo, HIgier un5 tEunis, 5er smeite eine loI<!^ 
von Sgt)pten, Hrobien, Serien un5 Utefopotamien, 5er 5ritte oon Kleinafien, Armenien nn5 3ran. 

Die polarfovfd^ung. (befc^ic^te ber (Entbedungsreifen 3um Horb« unb 
Sübpol oon btn älteften Seiten bis sur (begentoart. Don Prof. Dr. Kurt 
!) Offert. 2. anflöge, mit 6 Karten. (Bb. 38.) 

Sagt in ge5rangtem Überblitf 5ie 5ortf^ritte ttn5 toi^tigften €rge6n^e 5er nor5* un5 SÜ5* 
pol'arforf^ung oon 5en älteften leiten bis jur (Begemoart sufammen. 

tlleeresf ovf ^ung un6 tneeresleben. DonDr.(Dtto3anfon. 2. aufl. 
mit 41 Siguren. (Bb. 30.) 

S^U5ert {urj un5 Ie5en5ig 5ie 5ortf^ritte 5er mo5emen lUeeresunterfu^ung auf geograpi^ifd^emr 
pbi)|ilalif%qemif^^em un5 5ioIogif^em (Bebiete, 5ie Derteilung oon tPaffer uno £an5 auf 5er 
<Eroc, 5ie tCiefen 5e$ IReeres, 5ie pbpfüalif^en un5 ^emifi^n DerbSItniffe 5e$ tneenoaffers, 
en5Ii^ 5ie roi^tigften Organismen oes meeres, 5ie Pfiansen un5 tEiere. 

1>ieai|>en. DonQermannHeis^auer. mit26abb.u.2Karten. (Bb.276.) 

(gibt, öur<^ ^ablreic^e abbiI5ungen unterftü^t <ine umfaffenbe Sd)iI5erung 5es Rei^ 5er 
Alpen in lanofqaftlid^er, er5gefqi^tli^er, fotoie flimatif^er, biologif^er, loirtf^aftU^er un5 
oene^rste^nifd^er Qinfi^t 

Anthropologie. QeiltDiffenfcf^aft u. (Befunb^eitsle^re» 

Der tllenf^. Sedjs Dorlefungen aus bent (bebiete ber ant^ropologie» 
Don Dr. aöolf ^eilborn. mit 44 abbilbungen. (Bb. 62.) 

Bringt ftreng fa^Iicb un5 5o(^ 5ur(^aus ooll$tümli<^ 5a$ tDiffen oom Urfprung 5e$ Btenfdienr 
5ie CntmicOungsgef^t^te 5es 3n5io{5uums, 5ie menf^^aff ett, 5ie Yaffenattatomifqen Perf^te5en» 
Gleiten un5 5en tCertidcmenf^n 3ur DatfteUung. 

!7 2 





ilU9 natut unb iB^fU9i»tXi. 

3e5er Banö geheftet in. I.—, in CeintDonö gebunbeit Vit 1.25» 

Die Anatomie bt9 menf^en. Doit Prof. Dr. Karl o. Barbele^en. 
3n 5 Bftnöeti. ITltt ^affixtiü^ a^ilöititgen. (Bö. 201. 202. 203. 204» 263.) 

I. tEeü: ongemeinc Anotomit ttnfr Citt»kSttit8S8tMU^. Btit 69 dlftbttbiattftit 

II. JUd: Das SIclett imt 55 H&MI5itii0eii. 

III. Heu: Das BUttttU imft iBtmiHtt«. VOk 6i ObMItaUMcit 

IV. CcQ: 1)iee{n9ciD«ib<(t>arm,HtimiitfiSi^9ani>iLC€fi^Ic^(tsocgait^^ HUI 98 Hü. (B& 
V. Hdl: Statit unb tRcqaittt 5€S mctiAud|eii K5ip«rs. nUt 26 a^UItoiitcit (B6w 

3m Mcfn Kd^ von 6 BSnbcii witA bU rn nf Ö üi Siß Anotomit ta fmipMiiit fftr geUttetc CäiMi 
Ieid)t oevftftnön^bcm tlc{tc tergcftc&t, «>o6ti «nt sfo|t ili»aV fmmaltfQ ousgcvfi^ct Bh» 
biI6ungeir bU Bn^S^atüiifiüt 9ÜfitiiL Der tiftt B«ii6 mi&m lu a. ctnigts aus ötr €c W ^ 
6er HtuüomU von Qomcr bis 311V Ilcuseit Jentcc 6it 3cII«it* uttö ttcnebdc^ti^ 6it €nti 
»idlitii0sa<f ^iAt«, w»it $ormtn, tTta| M116 tfei»id^ 6et KBtptn. 3m stoeiten Boitb mttbm 
baim Sfdttt, Xnoqett itnö Me ibündt mdft «faifr VU^^aitif 6cr U^iimi, im teittts Mt 
beveaen^ea (Drganc 6cs K5rpets» Me IRusitlii, boB Ben mhö bit 6cfftM^ im otartcit öi« Cbi« 
geoeloet^rc, nameittHA 5er Darmtraftus, (0»<c bit ^am« »16 ocW^^^MHHnM^ mm^ tei 
ffinfteit toeroen Me oerfd^ieöeiten RuI^eloQeii des Körpers, Cieden, Ste^ Si|cR iimu, folMtiai 
Me oerfd^ieöeiten Hrtett 6er (Drtsbeioegung, (Be^it, Coufen, Zomtn, Sd^toimmen, Btiteii nf»« 
«iiMi^ 5ie tDid^tigfteii Bfocgvitacn ImterMK 6cs Körpers, Me otc IDirbcQSitItr 6es l^tffwi 
ttiiö des Bruftforbes bei der AfmKitg jur Parfidlung gebro^L 

Bau ttn6 tCStidleit 6es menf^Ii^en H^tptts. Bon prfooiö^tnt 

Dr. Qeinrid^ Sa^t. 2. Hnflage. ITlit 37 RbbUönngen. (Bb. 32.) 

€rI8utert Me Ciitri4|titi^ unb Mt CStigIctt ber einsdntn (Dvganc bcs Körpers mb Higt öoM 
iK>r allem, »ie Mefe eittsdneii iDrgane in i^rer tCötiafeit aufeinanber eintsirleiv imU lnau btt 
SUfammei^fingen unb fo ben menfc^Ii^en Körper 3U eutem ein^citUi^n (baniiM mad^M. 

a^ DottrSge atts btt t^efunö^eilsle^Te. Bon toeiL Prof. Dr. ß. 
Bn^ner. 3.^fL,Befor9tt>onProf.Dr.I1I.D.<(rnber. V(iit26&bh. (B6. t.) 

Unterri^tct Aber Me Auftcrcn Cebensbebingungcn bcs ntcnf^^ über ba$ PtrlHK^it »^ CHft 
£id|t nnh IDfirmc 3um menfc^IiAen Körper, übet Kleibung unb tOof^nung, BobtRoer^öltniffe 
unb IDafferoerjorguna bie Krantbeitcn erjcugenben ptt)e twb bis 3iifcltioiislranf^iteii, Hucj 
über Mt wic^ttgften fragen ber f)i}giene. 

Die moöevne QeiltDiffenMaft. IBeftn unb (Bremen öes ftr3ili4en 
IBiffeng. Bon Dr. €6ntunö BternadL Beutf^ oon Dr. S. Cbet (Bb.25.) 

IDin in ben 3nba(t bcs SratlidKn OHffens unb Könnens cinffibren, inbem bie gefdii^tOAc €n^ 
oi Aung ber mebisinif d^ orunbbegriffe, Me 5ortf dritte ber ntooemen Qcllhmfl, Me BMii^uitgcii 
3iDif^ Diagnofe unb tn^crapic^ foisic bis 6rcn3en btr mobtrnen Diagnoftif b^onbttt lotfotic. 

Det Arst. Seine Stellung un6 Aufgaben int Kulturleben ber (begemoort 
(Ein Ceitf oben ber fo^ialen irtebisin. BonDr.nied.irtori^5flrfi (Bb.266.) 

(Bibt einen ooUftSnMgen Überblitf fiber bos tDefen bes Örstnd^ Berufes in feinen oerfd^iebcntR 
Betfttigungen unb »erattfdKinn^ bis l^tige fosiab B«b«itttng unleres ar^tanbes. 

De« Aberglaube in 6ev BleMsin unb feine (befa^r ffir (befunb^t 
unb UboL Bon Prof. Dr. B. von Qanfentann. (Bb. 03.) 

Be^KbcIt düt mcnf AHAen BerbOItniffc^ bie in trgenbeincr Be3iel}ung 3tt Ceben unb 0efttn6^ 
fle^eN, befonbers mit Hflofi^ auf viele fdi&bli^ Arten bes Abergloubens, Me geeignet fbi^ Kram« 
Reiten 3U förbem, bie Ccfunb^ett l^crabjufetsen unb outf) in morolif^ BQtel^ttttg 3U fqObigcil. 

Die Ceideslibungen unb tbre Bebeutung fflr bie (befunb^ Bon Prof. 
Dr. Hi^arb Sanber. 2. Hnflage. Blit 19 HbbUbungen. (Bb. 13.) 

IDin barilber oufflfiren, loes^ttb unb unter toeldten ttmftönben bie CdbcsIttttNgcii fcgcnsreUb 
tDirfen, inbem es ibr XDefen, anbererfeits bie in Betracht lommenben (Drgane be^^t; erörtert 
befonbers bie rpe^iclbesie^ungen stoif^n törperli^er unb geiftigcr Arbett^ Me Ceibesfibnngcs 
ber Stauiu, Mc Bebeutung bcs Sportes mb bie CcfolIrcN ber fpsrtlid^ UbcctitOtfngcn. 

(EtnSi^vund un6 BoHsna^vundsmitteL BonrDeiLBrof.Dr.^ol^anneg 
Sren^eL 2. Huflage. Heu bearbeitet Bon <be^. Rat Prof. Dr. 11. SuttfL 
mit 7 Rbbilbungen unb 2 tCofeln. (Bb. 19!) 




id 



3e5er Ban5 ^e^eftet VfL 1.—, in tt\nmanb gebunben ttt 1.25. 



Dtt an o^oIUmits. ßerattsgegeben oom Sentroloerbaitö 3nr Bcfämpfttna 
5e$ aüo^olismus. 3n 3 Bftnbcit (Bö. 103. 104. 145.) 

Üfc 5re{ BAnö^en find ein Heines iDiffenf^aftfid^cs Kompendium 5er ffSMuOfta^^, verfaß 
oon 6en 6eftCR Xennem 6er mit ibr sufammen^äiigenften f(^I«biM{enif<beit unö fojiaUtbik^ 
Probleme^ nvh enthalten eine $mt oon ntatcrial in fiberfi^mdier iwo f^er Oorfieluing. 

Ktonfenpflege. Von C^efarst Dr. Bruno Cef d (Bb. 152.) 

erörtert na^ einem überbUtf fiber Bau nnb SvaOtion W inneren Ohraone unb beren ttaafU 
lfid)U^fte €rfran!ungen bie hierbei ju ergreif enben DUi|na^meiL »obei befonbers einaelKnb oie 
Mege bei ^«fettionflranf^eiten, fooie bei pldfili^ UnglfittsfäHen unb Crfranningen be» 
qanbelt »erben. 

t^oitt tleroenftifietn» feinem Bau unb feinet Bebeutung für Ceib unb 
Seele. Don Prof. Dr. Hiii^arb Sanber. mit 27 5i9uren. (Bb.48.) 

CrOrtert ble BebeutuiM ber neroi^ett Dorginge Jfir bm Kdrver, bie •eiftettatioteit nnb bat 
Seelenleben unb fu^ noraulegen, unter »cU^en Bebingungeu Störungen ber neroofen t>organge 
«uftrcten« arte fie ju befettigen unb su oermeiben finb. 

<5eifietfranifteiten. DonHnftaIt$oberarjtDr.(5eorg3(Ber9. (Bb.l51.) 

Crbrtert on eingel^nb bargefteütcn Beifpielen bit »i^^ften Sotmtn geiftiger Crfrantung, um 
to bie rid^tige Beurteiluna ber 3ei^n geiftiger €r!ranlung unb bamit eine re^tjeltige oer> 
(tfinbnitooUe B^onMung oerfelben su trmbgfu^en. 

Die <5ef^Ie^t$ftanf^etten, i^r TDefen, if|re Derbreitung, Befümpfung 
unb Derbütung. Von (Beneraloberarst Prof. Dr. IPilhelntS^umburg, 
ntit 4 abbilbnngen unb 1 (CafeL (Bb. 251.) 

(bibt itt fa^IiAec; aber rfitflialtfos of^mer Darlegung ein Bilb oon tum tDefen ber (bef^Ie^ts* 
frantl^eibm unb oon i^ren Crrcgem, crdrtert ousffil^rHA ibre BetAnq^fung unb Oerbfitung, mit 
bcfonberer Rfi^i^t auf bas geffi^rlidie treiben ber ProfÜtution unb oer Kurpfufi^r, bie 
petfbnli^en S^u|maftregeln* fmoie bie Ausfi^ten auf erfolgrei^ Be^nMung. 

Die fflnf Sinne bes ntenf^en. 0on Prof. Dr. 3ofef Klentens Kreibig. 
2. aufläge. lYtit 30 abbilbungen. (Bb. 27.) 

Cine DarfteHuno ber einzelnen Sinnesgebiete, ber (Drgane unb i^rer Snntionsmeffe, ber als 
Seis »trten&en äußeren Urfa^en, fotoie ber Cmpfinbungen na^ 3n^It Stdrfe unb tnertmalen. 

Qera» Bfutgefage unb Blut unb ibre (Erfranfungen. Bon Prof. Dr. 
l^einrii^ Hofin. (Bb.312.) 

eine albiemetnoerftänbliAe Daiftdlung oon Bau unb Munition bes Qerseuf uub ber Blut^ 
geffifte, fOmie btn oerfd)ieoenen 5oimen i^rer Crtrantungen. 

Das äuge bes Btenf<l^en unb feine (Befunb^eitspftege. Bon Prioaibo^ent 
Dr. med. (Deorg Hbelsborff. tHit 15 abbilbungen. (Bb 149c) 

SAObert bfe anotomte bet menfd^Ii^en äuget, lomie bfe Cdftungen bet Ceflditsliitnes unb 
Manbelt bie Qt^giene bes Auges, feine Mranfungen unb OerU|uugeu, Xur^fi^tigte^ 
Vererbung ufm. 

Die ntenf^n^e Stimme unb i^re ^tjgiene. Bon Prof. Dr. poul 
f}. d^erber. ntit 20 Hbbilbungen. (Bb. 136.) 

naA ben notmenbigften Crbrterungen Aber boM Suttonbefommen unb Ober biellatur ber tE5ne 
»ecbeu ba mn^pf bes BMAen unb feine Suuftfou als mufftanfües ^nftrument beiKtnbeft; 
i^ ??f*?U^?«^»fl' ^ *« awedrtttnnne^ i^ausbObung^Otre ^c^Icr unb Crtronfungen, 
fooie beren Berlyatnng unb Be^iauMung crtfrtcct. --~»-^ 

Vm menf^n4|e «eblft» feine Crfronfung unb Pflege. Bon Sa^narjt 
Sti*3Äger. mit 24 Hbbilbungen. (Bb. 229.) 

SK22? jgy '^9 .m » Hugqu> fowie bie Crfranfunaeu ber Sfibne, ble IBe^felbeal^ungen 
Ä^S2^tS?taS?^^ "'^ * 3ur S^aVna «ub CrtKOtung eines 

19 2* 



$tns ttotuv unb <5eifte$tt>elt. 

3ebet Banb gef|cftet HI. l.~, in £cintDanö gebunbcn VX. 

Die tTuberfuIofe, xfyc tDcfen, ll^rc ^Verbreitung, Urfac^e, Der^ütui 

Teilung. t)on<&eneraIoberar5tprof. Dr.tDil^elmSc^ttmbttrg. 

unb 8 5^9ttten. (Bb. 

säubert na^ einem Uberblid fiber Me Derbreitung 5er tEuberfuIofe bas tDefett 6« 
fecf(!^8ftiöt fi^ elngc^enö ntlt öem TEuberfelbajinus, BcfpriAt öfe nTafenaT^nten, 6urd^ M 
i^n oon fiq fernhalten fann, un6 erörtert Me fragen der Qeilung 5er tCubertuIofe. 

Die ftonf^eitenregenöen Bolterfen. Don pdootbosent Dr. 
£oe^lein. mit 31 Hbbilbungen. (Bb. 

Sibt eine DarfteQung ber roid^tigften (Errungenfdiaften 6er mobemen Baüeriologie ut 
berfidit über bie häufigen 3nfettionsfranf{^eiten naii bem Stanbe ber neueren 5orf^i 

Dev SSugllng, feine €ma^rung unb feine Pflege. Von Dr. VOa\ 

Kaupe. irtit 17 abbilbungen. (Bb. ' 

XDill ber fungen lUutter ober Pflegerin in ollen in Betracht fommenben 5tagen btn nt 
Hat erteilen. Aujer ber ollgemeinen geiftigen unb förderlichen Pflege bes Kinbcbens v 
befonbers bie natudic^ unb tünftlit^e (Emö^rung be^onbelt unb für ade biefc 5aQe 31 
praftif^e Hnleitung gegeben. 

<5efun6]^elt$Ie]^ve für Srouen. Don toeiL prioatbo^ent Dr. Ho 
Sti(^er. mit 13 abbtlbungen. (Bb. i: 

Unterri^tet über ben Bau bes meiMic^en Organismus unb feine pflege 00m Kinbesolter' 
t>or allem aber einge^enb über ben Beruf ber 5rau als <5attin unb IRutter. 

tlatunDiffenfc^aftetu tttat^ematift. 

Die <5run6be0v!ffe 6ev itioöeimen llaturlei^te. Don Prof. 
Sclijauerba^. 2. aufläge, mit 79 Stguren. (Bb. 

(Eine 3ufammenf)fingenbe, für leben 6ebilbeten DerftSnblidie (£nttDi(fIung ber in ber mobei 
Ilaturlebre eine ollgemeine unb e;a!te Rolle fpielenben Begriffe Raum unb Bemegung, H| 
unb moue unb ber ollgemeinen (Etgenf(!^aften ber RToterie, Hrbeit, €nergie unb €utropie. 

Die £e^ve Don 6ev (Energie. Don Dr. aifreb Stein, mit 
Siguren. (Bb. 25' 

Dermittelt für {eben oerftSnblic^ eine Borftcllung oon ber umfaffenben (Einl^eitlici^teit, bU but 
bie Hufftellung bes (Energiegefe^es in unfere gefomte tloturauffoffung gefommen ift. 

tüoleffile — atome — tDeltäti^ev. Don Prof. Dr. (Duftao m^ii 
2. aufläge, mit 27 Jiguren. (Bb. 

stellt bie pi)t)filali|6e Htomle^re als bie furje, logifd^e Sufammenfoffung einer grogen Rter 
p^qfitalifqer tCotfoqen unter einem Begriffe bar, bie ausfü^rli^ unb no^ inögUd]!eit 
einjelne (Experimente gefc^ilbert n>erben. 

Dos Cldii unb Me Sorben. Don Prof. Dr. £eo (5rae^. 2. auflac 
mit 116 abbilbungen. (Bb. 1' 

Be^onbelt ousgebenb oon ber fd^einbor geroblinigen Husbreitung, 3urü(!fn>erfung unb Bre^i 
bes Ci^tes, bas wefen ber Salben, bie Beugungserf^einungen unb bie Photographie. 

Sl^ibore unb unfl^tbare Strai^len. Don Prof. Dr. Hic^arb Bdri 
ftein unb Prof. Dr. tD. marcfroalb. 2. aufläge, mit 85 abb. (Bb. 

Sc^ilbert bie oerfAiebenen Arten ber Strahlen, bamnter bie Kotigen« unb R5ntgenftrabl4 
bie Qer^fc^en IDeuen, bie Strahlungen ber robioattioen Körper (Uran unb Hobium) no^ iqi 
(Entfte^ung unb tOirtungso^eife, unter DorfteUung ber d^arofteriftifd^en Vorgänge ber Strahl 

<Elnflil|Vttn9 In Me ^emlf^e tDIffenf^aft. Don Prof. Dr. XDalt< 
£8b. mit 16 Siguren. (Bb. " 

€rm5gli(l^t burA onfc^ouli^ Darftetlung ber bzn ^emif^en BorgSngen ^ugrunbe liegenl 
ajtoemeinen (Catfoi^en, Begriffe unb (befe^e ein grünbli«^ Perftdnbnis biefer unb i^rct 
tifi^en amoenbungen. 

20 



3e6er Bonb geheftet Itt. 1.—, in £eint»att5 gebunbcn Ht. 1.25. 

Die optif^en On^itumenU. Don Or. irtori^ oon Ho^t. ITtit 84Hbe 
bilöungcn. (Bö. 88.) 

<Bibt etne elementare DarfieQung 6er optif^en 3nftrumenie nad) 6en tnoOemen Hnft^auunaen, 
wobei bas Ultramifroffop, 6ie neuen Apparate 3ur Dtifrop^otograpliie mit ultraviolettem Udi^t, 
bie Prismen- un6 6ie Zielfernrohre, bie proienionsapparate un6 ftereoftopifc^en <Entfemund$« 
meffer erläutert toeröen. 

Speftvoffople. DonDr. Cetebe. ITltt 62 HbbUöungen. (Bb. 284.) 

<BfM etne oon jal^lrei^en Hbbilöungen unterftü^te Darftetluns 6er fpe!trofIop<f^en ^orf^ung 
un6 i^rer toeittragenben (Ergebniffe ffir IPiffenf^aft un6 tCe^nü. 

fXiS ntilvoffop, feine (Dpti!, (5ef(^i(^te unö Hntoenbung. Don Dr. 
V). Sdjeffer. mit 66 abbilöungen. (Bö. 35.) 

Xlad) €rl5uterung 6er optif<^en Konftruftion un6 0>{rlung 6e$ lUilroffops un6 DarfteUung 6ec 
^{ftorifd)en (Entim^ung wirb eine Bef^reibung 6er mo6emften ntifroffoptqpen, Ijilfsapparaie 
un6 3nftrumente gegeben un6 ge3eigt, xoie oie mitroflopif^e Unterfu^ung 6ie (Einfielet itt 
ItoturoorgSnge vertieft. 

Da$ Sieveoffop unö fein« Hntoenöungen. Don Prof. (C^eoöor ßarttoig. 
mit 40 abbilöungen unö 19 Hlafeln. (Bö. 135.) 

BeQan6eIt 6ie oerf(!^ie6enen (Erfd^etnunpen un6 HntDen6ungen 6er Stereoffopie, insbefon6ere 
6ie ftereoflopi|d)en ^immelsp^otograp^ten, 6ie ftereoffopif^e DarfteUung mifroflopifc^er ®6a 
i^e, 6as Stereoffop als IReginftrument un6 6ie Be6eutung un6 llmDen6ung 6es Stereoa 
lomparators. 

Die Cei^ve Don b^t tDStme« Don Prof. Dr. Hi^arö Börnftefn. 
mit 33 abbilöungen. (Bö. 172.) 

Bel}an6elt ousfü^rlid) 6ie ^atfac^en un6 <Befet|e 6er tPSrmele^re, Aus6el}nung enoärmtet 
Körper un6 ttemperaturmeffunq, ZDfirmemenung, ZDfirme* un6 KSItequellen, ZDSrme als 
(Energieform, $d)mel3en un6 (Erftarren, $ie6en, t>er6ampfen un6 Oerflüff igen, Derbalten 6e$ 
ZDaner6ampfe$ in 6er Atmofp^äre^ Dampf« un6 an6ere tPdrmemaf^inen unb fd^Itegli^ 6ie 
Bewegung 6er tD5rm& 

Die pi^itflf 6ev KSIte. Don Dr. {}einri(!^ aii (Bö. 311.) 

<Ein Überblitf Über 6ie IUnftIid)e (Erseugung tieffter (Cemperoturen unö i^re fo toi^tige 
ted^nifc^e DenDen6ung. 

Zufkp tDaffett tldit unb VO^tm^. tleun Dortrage aus öem Gebiete 
öer €jperimental«<E^emie. Don Prof. Dr. Rein^artBIoc^mann. 3. aufL 
mit 115 abbilöungen. (Bö. 5.) 

5fibrt unter befon6erer BerficEfi^ttgung 6er alltagli^en (Erf^einungen 6es proitifd^en Cebens 
in oas Derft5n6nis 6er d^emifd^en (Erfqeinungen ein un6 3eigt 6ie augeroröentlic^e Be6eutung 
6erfelben f&r unfer tDo^Iergel^n. 

DostDaffev« Don Prit)atöo3. Dr. (l>.anfe(ntino. mit 44abb. (Bö. 291.) 

<bibt eine 3ujammenfaffen6e Darftellung unferes gefamten tPiffens fiber 6as tPaffer, öics 
Cebenselement 6er <Er6e, unter befonberer Berücffi^Hgung 6es praftif^ IPi^tigen. 

notüvlt^e unb (flnftll^e Pflcmsen« unb HTteirftoffe. Don Dr. 

B. Baoin!. mit 7 Stguren. (Bö. 187.) 

tPin einen (EinbUd in 6ie roi^tigften tlieoretif^en €rtenntn{ffe öer organif^en (Cbemie geben 
unb 6as Der|tSn6ni$ filr i^re 6arauf begrünbeten praftif^en Cntbedungen unb <Erfin6ungett 
vermitteln. 

Det£uftftfdftoffu.feineDem)ertung.DonProf.Dr.KarIKaifer. (Bö.313.) 

(Ein Überblid fiber tPejen, Bebeutung unb (Bcf^i^te 6{efes n>i^t{gften unb mo6emften Problems 
6er Hgrifultur^emie bis auf bie neueften erfolgreid^n Derfu^e ju feiner £dfung. 

Die (Erfqeinungen bes Ceben^. Don prioatöoaent Dr. Q. miebe. 
mit 40 Siguren. (Bö. 130.) 

$ttSit eine umfaffenbe tEotalanfi^ bes oroanif^n Z^ens su geben, inbem es na^ eine« 
(Erörterung 6er fpetiüatioen Dorf teüungen über bas £^en un6 einer Befc^reibung bes Droto« 
plosmos ttn6 6er Seile 6ie ^auptf fid^U^ften flugerungen 6es Cebens, toie (Enttoictlung, (ErnS^rungr 
Atmung, bas Sinnesleben, 6te jortpfutnsung, ben (Coö ttnb bie DariobilitSt be^anbett. 

21 



Jtbtx Bonö geheftet Vit. 1.—, in ttinvoanb qthnnb^n Kl. 1.25. 

^Ibfiammungsle^re itn6 Dottolnistnus. t)on Prof. Dr. Hic^arö 

f^effe. 3. Httflage. ttttt 37 5i9UTen. (B6. 39.) 

•IM cdien furseii, ober floren CinMM in 6eR flfge m D g gl C flg i Stand (er Abflammiiitasl^ve 
wtö fu^ 6ie Stagc, wie 6ic ttnniKmMung ha otQaitif^ iDefcK oor fidi segangcR ift^ muI 
5em iteueften Stande btx Sotf^ng stt (eanttoorten. 

Dev Befvu^tttn0S9Ot0<m0» feht TDefen un6 feine Beöeutuira. Von 
Dr. Crnft (Cei^ntann. IVtit 7 HbBilönngen unö 4 Doppeliafeht. (B6. 70.) 

eine gemeinoetftanön^ ftreng fo^Ii^ Daiftellttng der bedcntfamcK Crgc&tiiffe ötv mo5cniai 
50<f^$uig fiier dos Befnu^tmtgspcodlc«. 

Das IDevben unb Dergel^en 6eir )>fl<iit3eiu l)on Prof. Dr. Paul 
((ifeoitts. ntit 24 Abbilöungen. (B6. 173.) 

Cinc Ici^^tli^ DatfteHnng alUs öeffcn, oms uns oagemein an b€t Pflanje interefficrt 
eine Heine »BotantI 6cs proltif^en (ebenso 

VttmtfttunQ unb SerualitSt bei 6eii pflanseiu l)on prof. Dr. 
Crnft Küfter. lYtU 38 abbilöungen. (B6. 112.) 

6i6t eine fwcit Ü6etfi^ Aber Mc wiAtiaften Soxmtn 5er oegetatioen Oetme^nma ntft 
befdtftftigt fi^ einge^nd mit 6er Sernauttt 5er Pfionjen» deren il&enafd^en5 vielf a^ unb 
tttannigf ottige Huftnnngen. i^te grofte Verbreitung int pflansenrei^ nn5 ^re in allen CiiQdK 
Reiten ertenndore ubereinftiinmnng mit 5er SeruaUtfit 5er tEiere yn DorfteBung gdongieKi 

Untere mU^tidften KultttV|>fIansen (Me (Betrel^dtSfer). Don 

Prof. Dr. Karl <5iefen^agen. 2. HufL Iltit 38 5i9ttren. (B6.10.) 

Be^an5clt 5ie €etrci5e|>flamett un5 ibren anbon nad^ bolaniftf|en »fc bdtttrgef^i^tUAcn Ce> 
fi^tspiuitten, 5amit ytglei^ in anf^^oiui^fter 5orm allgcnieine botonif^e Hemttniffe oemratelndi 

Dev fteutf^e tXkdb. l)on Prof. Dr. Qans ()ausrat^. VXH 15 Ab« 
bilöungen un5 2 Karten. (B6. 153.) 

SAilbert unter Ber&tffid)tigung 5cr gef^i^btü^^ CntiDiAnng 5le Cebensbcbtagnngen und den 
Suftand unfeie$ 5eutfd(en IPoIdeir die Demendnng feiner Crjeugniffe fcnoie ferne giUiftlge 
Cinmirfung anf KOma, 5ru^tbarlML SiAer^it und Mmdbcit des Condcf, nnd crdrtert yam 
S^Ittffe die Pflege des lOaldcs. (Ein BiU^Uin olfd ffU icden fDoIdfrcnnd. 

Dev Obftbmi« T>on Dr. €rnft Poges. ITtit 13 abbilöungen. (Bö. 107.) 

tmn fiber die iniffenf^boftli^ nnd te^f^ •nmdlagcn des Obftbanes foioic feine notnci 
gef^id)te und grofte PoOsvirtfdKtftttc^ Bedentung nmcrri^en. Die Cefd^i^tc des Obftbanes, 
das ttbtn Ms a>bftbaume$, Obftbaumpfiege und (DbftbanrnfdjiMl, die »iffcnfd|aftlid|e ®dfl> 
luttde^ die aft])etil des O^bfibaues gelangen jnr Be^ndlung. 

Koloniolbotanif. Ponprioatö05.Dr.5.(CobIer. mit 21 Bhh. (Bö. 184.) 

S4lildert die allgemeinen Cmndlagen nnd Blet^eden ttopild^ CandoirtfdKift nnd bebandett 
im befonderen die belanntc|len Xoldniaiptodiifti^ srie lutffee» Mtae^ Beis« BanrnmoUie nfm. 

Kaffee» ÜTee» Kafao nnö öie fiörigen narfotif^ (betränfe. Pon Prof. 
Dr. Hmeö IBieler. BtH 24 HbÖilöungen nnb 1 Karte. (Bö. 132.) 

Be1)andelt Kaffee, Itec und Katao, fomie State und Kola in bejng auf die Art und DaAieitmig 
der StammpfiatQen, U)re Kultur und €mte bis jnr ibeiDinnung der fertigen tOare. 

Die pflansenwelt btB lltifrofiops* Pon Bftrgerfii^uae^rer Crnft 

Heuiauf. Btit 100 Hböilönngen. (Bö. 181.) 

Crdffnet einen Cinbli« in den Jlatmensmerten S^rmenrei^Unm des mitrojloi^^ Pflanfc» 
lebens und le^rt den Urfa^ l^rer wunderbaren C^enserfit^nngen naqforfdien. 

1>it tCietmelt btM mifrofiops (öie Urtiere). Pon priootöoseni Dr. 

Hi<^arö (bolöf^miöi mit 39 abkönngen. (Bö. 160.) 

Crdnnet dm natarfreundc ein Bild rci^ tebens im tOaffertrepfen md Mt 1^ V^tm 
3tt eigener Beoba^^ung anzuleiten. 

22 



1 



Aus tlotift wnb <B^\it9mük. 

3eber Bottb geheftet ITt. I.—, in teintoanb gebuttben IR. 1.25. 



tHe Bealdlungen 6ev tTiere suelncmbeY unb ywt pflonsemioeXt» 
Von ptof. Dr. K. Kraepelitu (Bb. 79.) 



Stent in gtoftt» Sflgeit etat $axu «MdtfdMHgcv Be^ic^wiQcii 6cr ^Hcuanisinfn sttcfnanfter box, 
5oraflieiiIebeii ttnö Stootcnbööiiiia 6er r* * * . - .- -. 

PfUmjeit sueiimtiöet iDeröen gefd^l^ert 



Samflieiile&eit unö SiaatettbOöiiiig btx ZUxt, wie me intereffcmieit B^e^mtseit 6cr (Eiere unft 



tCferlunöe. €ine (Efitfü^rung in Me Zoologie. Don pdDotbos. Dr. Kurt 
fjennlngs. mit 34 aih. (Bö. 142.) 

Stent die ^rafteriftlfd)en Ciaenfdiaften aller Ciere — Beoeomtd uttb €mpfiti6uiuL Siof^ 
«De&fd nit6 5ovtpflaii3iitia — oar unb fud|t Me CAtigteit bes (lierleibes aus feinem Bau vec» 
ftSnoIi^ SU ma^en. 

Derglei^en^e aiuttomie 6er SttmesoTdotte btt tDirbeltfeye. 

Don Prof. Dr. VOilf\tlm £ubof<^. BTit 107 abbilbnngen. (Bö. 282.) 

^\bt eine attf btm Ctttwi^Kungsgetenten oitfgebaiite alljemeiiitterftanMi^ DatfteOuitg einet 
6er intereffanteften «eiiete btx mo^emeR noäurforf^uno. 

Die Siamntesdef^i^ie unfere? ftcmstiere« Von Prof. Dr. Carl 
Keller, mit 28 abbilöungen. (Bb. 252.) 

Sdjilöert einsäend 6en Derlanf ber ^anstienoeröuna, Me ollntS^Ii^^ eingetretene Umbilöttttg 
6er Raffen fooie insbefonöere öie Stommfomten uno BOdungs^rbe 6er einseinen Qmistierei 

Die $ott|>fIaiisiina btt Wittt. Von Pri9atb03ent Dr. Hi<i^arb ibolbc 
fc^mibt. mit 77 Hbbilbungett. (Bb. 253.) 

etmSfyct MirA anfl^auUAe SAübmino 6cr «u öen »eAfelMlIfleii unö fiberraf^dften 6io« 
Ibgif ^en tEotfoqm gebSrenoen 5ormen oer tierif ^en 5otti>Tuin3ung fooie öer Bru^flege (Einblil 
in das mit 6er menfqlic^n $ittli(^teit in fo engem 3ufammen^ong fiepende Satfaqenge6iet 

Deutf^es Dogelleben. Don Prof. Dr. Mwin Doigt (Bb. 221.) 

IDin 6ur^ $dkiI6entng 6es 6eittf^en BooeO^ens in 6er BerfAie6enarttofeit 6er Bofeint« 
beöingungen in 6en loe^feinden £an6f<^afien 6ie Kenntnis öer qarafteriftifdien Bogelortea 
Iin6 namentlid) ou^ i^rer Stimmen f9r6em. 

Dogelsug ttn6 Dogelf^ii^. Don DnlDil^ eint H.€(!arbt (Bb.218.) 

eine tDiffenf(QaftnAe CrOfimng 6er rätfel^aften Catfa^ 6e$ Bogeljugs ttn6 6ec öaraus tnU 
|l^gen6en pioftif^en 5^r6eniagen 6es Bogelf^n^es. 

Koranen unb anbere gefteinsbilbenbe Ciere. Don Prof. Dr. TD. mat). 
mit 45 abbilbungen. (Bb. 231.) 

sondert Me gefteins6iI6en6ett TEiere, oor allem Mi ffbc öen Bau öer Cr6rin6e ^ loi^tigea 
XoraQen na<^ Bau, Cebensmeife un6 Bortommen. 

Cebeitsbe^Htoungen unb Derbreitung 6er Ufere« Don Prof. Dr. 
Otto Vdaas. mit 11 Karten unb abbilbnngen. (Bb. 139.) 

Seigt Me tEiermeft «It Ceil 6cf orgonif^ Cr6gan3ett, 6ie Abl^ngigtelt 6er Berbreitnng 6es 
lEims DM 6cffeii Cebtntbe6in gn wgen »te non 6er €rteefAld)tc^ ferner von na^mng, IEenu>ei 
ratur, t!U^ Cuft mi6 Pegetotianr »ie omi 6em e i ngreifen 6es nienfdjien» toiö 6etra^^ an 6er 
Qan6 OOR Karten 6ie geograpl|ifd|e Cinteilitna öer (Eienoett. 

Die B<Aerlem Donprof.Dr.€rn|t<(ttt3eit mitlsabbUb. (Bb.233.) 

Se^t, gegenflber 6er faietd^aften 36e nti f »ttH an oon Batterien ttn6 Kranf^etten, Me aUgemeine 
Beoeutung 6er KkinlebetoeU für öen Kreislauf 6cs Sioffes in 6cr Xlotur Hn6 6em fiaus^aU 
6es menfqen «useinan6er. 

Die löeft 6er ^Draotttsmem 3n Cntmicflnng unb 3nfammenbang bar* 
geftem. Don Prof. Dr. Knrt Camperi mit 52 Rbbilbnngen. (Bb. 236.) 

eibt einen anj9emeinoerftfin6Ii(Qen überblid Aber 6ie Cefamtl^ 6es Cier« ttn6 Pflansenreidtes, 
über 6en Hufbau 6er (Drganismen* i^re Cebensgej^id^tc, ihre abbftngigfeit oon 6cr aufteren 
Umgebung ttn6 öie IBe^felbesielKmgen s»Q^ öen eiitseuten eitebem öer belebten natnr. 

Stofegeftaft 6er ^Bef^Ie^ier in ber Cienoelt (Dimorphismus). Don 
Dr. $riebri4 Knaner. mit 37 abbilbnngen. (Bb. 148.) 

IMcmerlMtebigci^ oft €r f ia « i tBI |e i i Oerf^^ i ebe n ^etten Inansfeben imb Bau bertEierocfd^Ie^^ 
tMöeu ÖMfd^ l ol fa eld^ BeifpWi om tfbn #rui^pen auf offfenfi^afäi^^ Crunblage oorgeftäEt 

23 



^its nutttt unb (Belfiestoelt« 

3e5er Banö geheftet Ht. 1.—, in Ceitttoanö Qtbunbm VX. 1.25. 

Die amelfen« t)on Dr. 5rie6rtc^ Knauer.-in:it 61 Slguren. (B6. 94.) 

Safst 6<e €rgebniffe öer ^orf^ungen üBer 6a$ tCun un6 treiben ein^httif^ |tit5 e^tif^et 
ameifen, Aber öie Didgeftoltigleit 5er formen <m HtnetfenftaatCf fiber Me BautSti^ctt, Brut« 
pflegiis unö Me gatne Obtiomic 6ct Hmeifcn, fiBer ibt Sufammenlebcn mft anberenllimit ttttb 
nttt Pflaitsen, utib übet Me SiitnestStigleit 6et Umetfen sufammeit. 

Dos SüfttoaffeT'PIanltotu t)on Dr. Otto 3a<i^atias. Ittit 49 ab» 
bilöungen. Cßb. 156.) 

<b<bt eine Hnleiiuitg «tr Xeimittis fettet m{!ro[foi){fdi Heinett unb ffir bie CciftetQ oet ^^ereit 
Sebetoefen unb füv oie tlaturgefoid^ie ber (betofiffer fo mistigen (Ciere unb pflanzen. Die 
tDi^ägften 5ormen toerben oorgeffl^rt unb bie nterfiofirbigen tebensoeY^fittniffe unb «bebtngungen 
biefer unfid^tboven tDelt einfa^ unb bod^ oielfehig erdttett 

Dev Kam|>f stoif^en tttenf^ unb tTlav. X>on Prof. Dr. Karl €(! ftetit. 
2. Itttflage. Iltlt 51 Siguren. (B5. 18.) 

Der bo^e iDirtf(^aftUd)e Bebeutuna beanfimUbenbe Xonmf jtoif^^ ITlenf^ nnb Vier erfahrt 
eine eingebenbe Darftellung, iDobei oefonbers bie Kampfmittel beiber Gegner, bi<v SAultDaffen, 
SaQcn, <Bifte ober ouA befonbere tDirtfA(iftsmet^oben, bort fpi^ige Kraue, fd^arfer So^n, fiir<^t» 
bares (bift, £ift unb (betoanbt^eit gefd)ttbert toerben. 

VOinb unb tDettev. Don Prof. Dr. Ceon^arö Wthtt. 2. Huflage, 
mit 28 Siguren unö 3 (Cafein. ^6. 55.) 

Scbilbert bie ^iftorifc^en IVuraeln ber Meteorologie, ibre p^^oIiJAen ibrunblagen unb i^ 
Beocutung im gefamten Gebiete bes tOiffens, erörtert oie (auptfftqlubften Hufgaben, bie btat 
ausübtnbtn Meteorologen obliegen, toie bie )>rahif^ Hnmenbung in btt IDetteroor^rfoge. 

Der Bau 6es tDeltaU«. Don Prof. Dr. 3. Steiner. Z. aufläge, tltit 
26 Stauten. (B6. 24.) 

<bibt eine onf^aulicbe Darfteilung oom Bau bes tOeltalls toie ber eiiQelnett tOeltibrper uno 
ber mittel ju i^rer «rforfd^ung. 

(Eniftei^ung 6ev tDeli unb 6er Otbe, naä^ Sage unö tOiffenf^aft* 
Bon (5e^. Hegierungsrat Prof. D. lYl. B. IBeinftein. (J3Ö. 223.) 

Seigt, toie bie 5rage ber Cntftcbung ber tDelt unb ber €rbe in ben SaQun OOer DbOer un6 
Seiten unb in ben tC^eorien ber tOiffenf^aft beantwortet n>orben ift 

Dos aftronomlf^e tBelibtlb int IBanöel öer 3eii Don Prof. Dr. 
Samuel (Dppen^eim. Iltit 24 HbMlöungen. (Bö. 110.) 

Schubert ben Kampf bes geosentrifiben unb ^ttojentrif^^ tOeltbUbes, »ie er f^^ im aitertum 
bei ben 6rie^en entftanben ift, anoert^olb 3abrtaufen6e fpSter ju Beginn ber Xleuaeit bur^ 
Kopemifus oon neuem aufgenommen ourbe unb ba erft mit einem Siege bes ^^Uosentrifd^en 
5t)ttems fd^Iog. 

Der Btonö. Bon Prof. Dr. 3uliu$ 5ran3. BTtt 31 abbilö. (Bö. 90.) 



(bibt bie (Eroebniffe ber neueren monbforf^ung wieber, erörtert bie monbbewegung unb monb« 
babn, befpnd)t ben €infbi6 bes monbes auf bie €rbe unb be^anbdt bie Sroaen ber Ober* 
flSd^enbebtngungen bis monbes unb bie d^arafteriftif^en monbgebilbe, anfd^auu^ aufarnmen» 
gefa|t in »Beoba^tungen eines monbbewo^ners", enoli^ bie Beioo^nbarfeit bes mkmoes. 



Die Planeten. Bon Prof. Dr. Bruno Peter. Btit 18 5iguren. (Bö. 240.) 

Bietet unter fteter BerücEfi^tigung ber gef^i^i^en €nin>idRung unferer Ctfemttnis eine ettt» 
gebenbe DarfteUung ber einselnen Körper unferes pionetenfpftems unb i^res IDefots. 

Der Kalenöev. Bon Prof. Dr. TB. 5« B)islicenu$. (Bö. 69.) 

(Erflört bie für unfere Seitre^nung bebeutfamen aftronomifd^ €rfd^einungen nnb fAilbert bie 
biftorif^e €ntn>i<nung bes Kalenbenoefens vom römifdten Kalenber ausgebenb, bm IDerbegang 
b^r (QriftliÄen Kalenber bis auf bie neuefte Seit oerfolgenbr f et{t i^e Citm^tungcn auseinanber 
unb le^rt bie Beregnung tolenbarifd^er Hngaben. 

aus 6ev Dorseli bete <Er6e. Bon Prof. Dr. Stii $ttäi. 2n SBeinöen. 
2. aufläge. Blit sa^reic^en Höbilöungen. (Bö. 207—211.) 

3n 5 Bänben n>irb eine ooUftOnbige DarfteOung ber 5raaen ber allgemeinett ibeologic unb 
Pbi)iif^«n (Erbhtnbe gegeben, toobei Überfi^tstabenen bie SaAattsbtüoe unb bie Rei^f^Ige 
ber geologif Aen perioben erlöutem unb auf neue^ ooroiegenb na4 Ortoinal»P^otograp^ien anaeß 
fertigte abbubungen unb auf anfd((auU4<» lebenWge S^^iUmcnng Scfonbets tPert gelegt Ift. 

22 



aus ttotuv unb <5elfie$tt>elt. 

3c6er Banö geheftet Ilt. 1.—, in CeintDanö gebunben HT. 1.25. 

Banb I: (Bcbirgsbau, (Erbbe&enle^re utt6 Dulfonismus. (B&. 207.) 

Ban6 II: Ko^IenbO&und un6 Klhna ^ Dorjcit. (B5. 206.) 

Ban6 III : Die Brbeit öe$ fliegenöen tDaffets. €ine Citaeiftung fit bit ))^i}ff{oIifi^e i&eologie. 

mit 51 a(MI5un0en im tEqrt nn6 attf 3 tEafdit. (ßb, 209.) 

6e^aii6elt als eines btt intereffoittefteit <5Aiete 6er iBtcHoqit Me Hrbeit füeßenöen tPafjers, €al« 
(Übung lt. Katfti>^Sttomett, f)d|)Ienbii6ttng tu S^IantmottOane, WUbh&ä^ Quellen tt. (brundtooffer. 
Banö IV: Die Arbeit bes Oaeons unb Me ^mif^ ttätigteit btt tDaffers im allgemeinen. 

mit 1 tCitelbilb unb 51 tEei^abbilbungen. (Bb. 210.) 

Bebanbelt bie grunblegenben erbgefdbid)tli^en BorgSnge ber Bobenbilbung unb Abtragung, ber 
Küftenbranbung unb maritimen (Befteinsbilbung unb f^IiegU^ bie (beogrop^ie ber großen 
(DSeane in Dergangen^it ttnb Sutunft 
Banb V: (Bletf^er mb (Eisseit (Bb. 211.) 

airitl^metif nnb aidebva sum Selbftunierd^i. Don Prof. Dr. paul 
Cranft. 3n 2 BSnben. mit Slguren. (Bö. 120. 205.) 

I. TEeil: Die Re^nungsarten. (Blei^ungen erften Grabes mit einer unb mehreren Unbefamtten. 

(blei^ungen jmeiten Grabes. 2. Huflage, mit 9 5iguren. (Bb. 120.) 

II. ^eil: iblei^ungen. Hritf)metif% unb geometrif6e Heiden. 3infes3inS' unb Rentenrec^nung. 

Komplei^e 3ai)Ien. Binomifc^r Ce^rf at{. tltit 21 Siguren. (Bb. 205.) 




erften 6rabies mit einer unb mehreren Unbelanntett unb bit ibleiqutraen 31 

einer Unbelannten, Banb 11 ebenfo über (blei^ungen ^eren (brabes, aritbmetilc^e unb geometrif^e 
Heiden, Sinfes^ins' unb Rentenre^mmg , tomplei^e oa^Ien unb ilber oen binomift^en £e^rfa^. 

iEinfk^tung In Me 0nflnfteflmaite^nund mit einer ^iftorifc^en 
Überfielt. Pen Prof. Dr. (Ber^arö Kotoaletosü. Htit 18 5ig. (Bö. 197.) 

ZDill, o^ne groge Kenntnis t>orau$3Ufe^en» in bie mobeme Be^anblungsroeife ber 3nfinitefimal* 
ve^nung einführen, bie bie 6runblage ber gefamten mat^ematif^n Raturmiffenf^ft hübet 

tltatl^ematif^eSplele. Don Dr.IDil^elm Harens. mit705ig. (BÖ.170.) 

^in furstoeiliger unb bodi suoerlöfliger 5&^rer für feben, bem bos tiefere DerftSnbnis ber 
tfigli^ t>on üym geübten ttnter^altungsfpiele 5reube maä^t 

Dos S^a^fplel unö feine ftrategifc^en prinsipien. Don Dr. lYIar £ange. 
mit öen Bilöniffen^€. £asfers unö p. morp^tjs, 1 Sci^ac^brettafef unö 43 
Darftedungen Don Übungsfpielen. (Bö. 281.) 

Su^t burA einge^enbe, lei^toerftäNbli^e (Einführung in bie Spielgefe^e foooie bur^ eine 
größere, mtt (Erlöuterungen oer|ef)ene Husma^I intereffanter S^admänge berühmter Rleifter 
biefem onregenbften unb geiftreiqften aQer Spiele neue 5reunbe unb nn^anger 3U toerben. 

Qier3tt fie^e ferner: 

3atlf0lt» meeresforf^ung tmb meeresleben 5. 17. 

Hngetoanöte tlatunoiffenfcf^afi* ^tdinlk. 

£tm foufenöen tDebftu^I 6ev Seit, ftberficbt über öie tDirfungen ber 
(EntmicKung öer Haturtoiffenfc^aften nnb öer tCe(^m! auf öas gefcmtte Kultur« 
leben. Don (be^. Heg..Hat Prof. Dr. 3ng. TDiJl^elm Caunl^aröt. 2. Hufl. 
mit 16 abbilöungen. (Bö. 23.) 

(Bin geiftrei^er Rütfblitf auf bie Sntioidlung ber RatunDiffenf^aften unb ber tEe^nit, ber bie 
XDeltounber unferer Seit oerbanit loerben. 

Die If^v. Don Reg..Baufü^rer*a.D. Q.Bocf. mit 47 Hbbilö. (Bö. 216.) 

Be^anbelt (Brunblagen unb tEe^nif ber 3eitmeffung, foroie einge^nb, bur^ 3ablrei(!^e tedtnifd^e 
3ei(Qnungen unterftü^t, ben me^anismus ber 3eitmeffer unb ber feinen pra3ifion$ul^ren nac^ 
feiner t^eoreiift^en (brunblage roie in feinen mid^tigften tEeilen. 

Bilöer €tus btt 3ndenteuttecl^nl(. Don Baurat Kurt mercfel. mit 
43 abbilöungen. (Bö. 60.) 

3eigt in einer Säuberung ber Ingenieurbauten ber Babqlonier unb Rffprer, ber Jngenieur« 
te<^nif ber alten Hegijpter unter oergleiil^smeifer Be^nblung ber mobemen Jrrigationsanlagen 
bofelbit ber S^dpfungen ber antilen grie^if^en 3ngenieure, bes Stfibtebaues im aitertum unb 
ber r9mif<!^n tPafferleäungsbauten bie |K>4en Ceiftungen ber D5I!er bes aitertums. 

2S 



du^ ttaiwc utA OleitiestDelf. 

Jebcr Bon5 geheftet VfL 1.—, in Ceinioanö gebunöen Xtl 1.25. 

S^Spfttttgen btt Jttdenleuvtecbnlf ^er neuaeit. Don Bawcat Kurt 
iriertfel. 2: aufläge, mit 55 abbilöungen. (B6. 28.) 

SKfyet eine Hetlie iittcreffanltr 3tmeiitatr6aittflit, Me •^irgsbo^itcR unb Mc dkMrgsftralieR 6er 
SAMS mb (Tirols, Me orogeit Cifeiifta^crUitteiitdcn te AHoi^ enöHd^ 6{e iiio6«nieu Kanal* 
imo Qaftn&auicii midi i^xtr ie^if^ wrib wh^f^^oftüdicii Bcöciititiio not. 

]>eY€ifettlbetottbatt. DonD!pL.3ng.€.Qa!moDici. ntltSl Abb. (Bö. 275.) 

€t6t eine fa<i)niaRnifd^ unft bcüM Mtt allacntein oerftfinöadie t^arftdbtna Metes nencften, fn 
feiner Bedeutung fOr Qo^* un6 (Cief^au, BrMen* tmb IDaf^fiau ftetia sKt^fenöen Stoeiges 
oct tCe^nit. 

Do« <E!feit]ftattem»efett. Don öe^. Bergrat Prof. Dr. Qermanti 
ID e 5 b i n g. 3. Huflage. mit 15 Sigttren. (Bb. 20.) 

S^ilöerir oi< €ifcK erzeugt un6 in feine (fitbran^sformen gcteoAt oir^ wobei Hfonöcis öec 
QoaK>fenpxo3e6 na^ f^en ^^emif^en, p^i^f^alif^n unb oeologif^ orunölagen bargeftdlfc 
tmb Me Crs^ugung 6er t)erf(^ie6enen €ifenarten intö 6ie teoei in Betrod^t {ontmenden Pro^eÖe 
crdrtert »er6en. 

Oteinetaae. Don Prof. Dr.KarIS<^eib. 2. Huflage. mitl6Hbb. (Bb.29.) 

Be^anödi 6ie ffir Kutturleben wA 3n6Rftrie a>i^MiS«n XRetoUc^ öie nratmaHtt^ Bubung 6er 
teer 6ie ^eminnung 6er UtetoUe aus 6«r Cncn, 6as QOtteiaDefcn mü JemeK oerf^ieSenc« 
Silftemen, 6ie 5un6ortc 6er metoOe, i^re €igenf<!^aften, Dtr»fn6un9 iin6 D^r^reitung. 

tlte^cmif. Bb. I. Die TdtäMtt^ btt f^ten Körper. Don (be^. Hegierungsrot 
aibre<!^t oon 3^ering. Itlit 61 Hbbilbungen. O^b. 303.) 

Durdr antoen6ung 6er grapl|{f^^ metl^lo6e un6 Cinfflgitna inftruliioer B^i^ele eine aua^ 
3ei^nele DorfteOung 6er onm6Ie^ren 6er medionil 6er fepcn Körper. 
Ban6 II : Die Bted^anit 6er flüffigen K8r|>er. (3n Z>or6ereitnna.) 
Ban6 lU: Dit BtedKintt 6cr gasförmigen Körpn; pn Oorftercttnng.) 

mai^lnenelemente. DonProf.Hi^arb Dater. mit 184 Hbb. (Bb.301.) 

eine uberfi^t flfter 6ie 5fiac 6er etn^elnen ineinan6ergreifen6en tTeHe, ans 6enen 6ie maf^^inen 
^famntengeK^t fin6, ttn6 i^e nHrliäigsioeife. 

Qebeseude« Das ^tbtn fefter, flüffiger unb luftfbmtiger Körper. Don 
Prof. Riiiftarb Dater. mit 67 Hbbilbungen. (Bb. 196*) 

eine für »eitere Kreife beftimmte, 6ttrA sa^Irtid^e einfa^e SÜ^en nnterftlltte Hb^onMung 
Aber oie Qebejeuge, nK>6ei 6a$ f)tben fefter, fXüffiger nn6 btrtfSrmiger Korper na^ 6eni 
neueften Stan6e 6er Soxf^uttgen eingebend b^anbelt o»{r6. 

Dampf unb Dompfmaf^ine. Don Prof. Hi^arb Dater. 2. Huflage. 

mit 45 Hbbilbungen. (Bb. 63.) 

S^ilöert öie inneren DorgSnge im Dontpffeffel un6 namentlich im 3oI{n6er 6er Dampf« 
ma{d}ine, um |o ein rid^tiges Derftanönis 6es rOefens 6er Dampfmofdl|ine un6 6et in 6er 
Dampfntaf^ine fi^ obfpielenöen Vorgänge ju ermöglichen. 

CinfUi^rund in Me tci^eorfe unb ben B<m bet netteren VDaxm^ 

Xraftmaf^inen ((bosntaf^inen). Don Prof. Ri<^arb Dater. 3. Huflage, 
mit 33 Hbbilbungen. (Bb. 21.) 

(blbt eine 6{e neueften 5ortf^ritte Berfi^i(^tigen6e DarfteÜung 6es IDtfens, Betriebes iut6 
6er Bauart 6er immer loid^tiger tDer6en6en Benjin«, Petroleum- nn6 Spiritusmofd^inen. 

tteuere $ort{^vitte auf bem iSebleie 6er tDSmt^rafimaf ^Hiem 

Don Prof. Hi(^arb Dater. 2. Huflage, mit 48 Hbbiibungen. (Bb. 86.) 
tDiU ein Urteil fiber 6ie Kondtrrens 6er mo6cm«n rPftru M tr o fl m af^inen nä^ i^ren Dor« uro 
nai^teilen ermSglid^en un6 n>eiter in B<ut un6 XDirtungsmetfe 6cr Dampfturbine einführen. 

Die tDafferfroftmaf^inen un'b bie Husnii^ung ber IDafferMfte. Don 

(be^. Rcgtcrungsrat Hlbre^t ». 3^ering. Älit 73 Siguren. (Bb. 228.) 
5fibrt oon 6em priraitiuen iniU)lra6 bts ju 6en gro^rügen anlagen, mit benen 6ie mo6eme 
tCecqnit Me Kraft bes ZDaffers pi 6en gen>altigften £eiftungen aus3unu^en otcfie^t 

£an6i3Dirtf^ maf^tnenlttnbe. DonProf.Dr.6ufi5if4er. (Bb.316.) 

^ %1?S? ^ We verfd^ie6enen «rte« ber lonbwtrtWaftUdKn Ulaf^iitoi tmb fkn 
ttio6emften Deroontonrnntungtit. 

26 



3eöer Banb geheftet HL I.~, in CehttDanö gebunden tXt. 1.25. 

Die <Eifenba^tten, ifyct Cntfte^ung unl) gegenioaTttge Oetbreitung. Pott 
Prof. Dr. 5rie5ri<i^ f^afin. Xm ^a^Irei^en abbilöuttgett. (B5. 71.) 

Zla^ ciiiciii WUtbUd «tif öic fcft^«Hcii ScttcR 5cs Cffcnba^nBancs ffi^ lev Derfoncc ^ic 
mo^cme <Hfeitba^ii iM «ngcmraicii na^ i^rcii Banrtmcclmalcii ixne. Per Bon ict Bolfiu 
iSxpetf , der ^^timcl. Mc gwic« BrUcndmteR fon>te ötv B«tric( fdbft otröcn bcfpvotfien, 
f^Iiegß^ ein ubttblid ilBcx Mc seogvap^if^ Oet^tcitstiis der €ifciib<il)neii gcgcbtn. 

Qelsung un6 Cftftung. Pon3ttgentettt3o4attttCttgettlIXat)er. Wt 

40 abbilöutigen. (Bb. 241.) 

vom flbts Me oerf^ieöencn Cftfluitas« utift Qeisitttgsartcii mcttfAttAer tPo^ tmö «ufettt^oltt» 
«fiumc orieniUrctt unö augleid) cm BII5 oon 5er moöemen t&mmgß» nnb QeijuiiastM^a 
ocbett, um 5a6ttrd) 3ntereffe unö PerftStifrms fftr bU 5abei in Beiraqt tommenftfii, iit geHtnfrqeÜ* 
li^r B^iel^uiid fo flberaus loidjtigen <Beffd|tspttn{te jn ersDeiten. 

IHe te^^f^e iEnttPitfliing ^et iEifeniba^nen ber ^egetnoori Don 
€tJenba4nbatt'ii.Betrieb$infp. (ErnftBieberntantt. IRit 50 Hbb. (Bb. 144.) 

Beqanöett 6ie ]oi<l^aficit 6e6iete oer mo^emett €ifeii5a^ittcdriiif, (Dbcr^ou, CntiDknuttg um 
Umfono 5cr Smirbamme^e in 6cn octfd^ieöenen Cancern, 6ie ütfäfid^ 6e$ td i w n ol l oe m ue fenf 
Ms 3ur flntbilftuna oer {Jeilöamp^otomoüoen cinerfctts «nö 5es elemif^ Beirie£»et anderer» 
feits fooit 6cr Si^qenma ht» Betriebes öurdt SteUioerts« imb Blodonlagen. 

1>as automobil. €ine Cinfü^rung in Bau unb Betrieb bei mobemen 
Krafhvagens. Don 3na. Karl Blau. UTit 83 Hbbilb. (Bb. 166.) 

€i&t einen onf AanUAcn fattbtUt fXbtt bas 6efamt9c&icl 5es moöemen AntomobilisnaiSr 
»obei befonbers oos BenjinoMiomobiL bos deltromobtt nnb ba» I>ani|>fatttomobU nod^ l^ren 
Kroftqndlen unb fonfüoen te^nifdKtt cinri^^tnngcn nie SUnbimg, Kühlung, Bremfen« Stenernng» 
Bereifung nf«. befproqen «erben. 

^vunMaden öeir (Eleitrote^nff. DonDr. Hubolf Blocbmann. XTlit 

128 Rbbilbungen. (Bb. 168.) 

€ine burdj le^rreiAe ^tbbttbttngen unterftüMe Porftellung ber eleltrifAen Crf^^einungen» ifirer 
(Brunbaefette unb i^rer Besiebungen 3inn iRagnetismus Jotoie eine (Etnffi^rung ia tos Oer» 
ftfinbnls ber sol^trei^n prattif^ Amoenbungen ber Cettrisitfit 

trtt W€Ug;tapiienß unb $€mf|ire^ie^nif in ftixtt (Sntmidlung. 

Don (TelegroB^eninfpeÜor Qelmut Britf. IVtit 58 dbbilbnngen. (Bb. 235.) 

€int etf^dpfcnoe DorfteOnng ber gcfdtid|flidien Cntmidinng, ber red^i^ unb tedfni^^ 
Cmnblagen fonie ber (Droanifation unb ber oerf^icbenen Betriebsformen bei Celegrop^ 
WKb 5<ntf|Nre^^ioefens ber «rbe. 

DirS^ie unb Kabel» ibre HnferÜgung nnb HntDenbung in ber €(e!tro« 

te^nü. DontCelegropbeninfpeÜor Qelntut^Brid UTit 47 Rbb. (Bb.285.) 
<&ibt, o^ne auf teAnif^ «naeOKtten einsugdien, bnr^ 3nnftratiotten nnterftilt|i, noA einer 
elementaren Porfteuung ber H^rie ber feüungr einen allgemein DcrfiSnbliqen Ubei^iid 
fiber bie {{erfteOung, Bef^^off enl^eit nnb UHrbrngsveife aller 3ur Übermittlung von eleltrifd|eni 
Stcom Menenben Ceitungen. 

Die $iinletttele9va|>4ie. Don (Dbcrpofipraftüant 6. lEbitrn. BtU 

53 3nuftrationen. (Bb. 167.) 

Xlaäi einge^enber ParfteUung bcs Spftems (Celefnnten »erben bie ffir bie oerf^tebenen Hn« 
iDenounasgebiete erforberlidben Konftruttionstqpen oorgeffil^rt, toobei na<^ bem neueften Staub 
oon XDiffenf^aft nnb Cei^if in fflngfier Seit ausgef&Brte Hnlagen bef Arieben werben. Pana^ 
»irb ber Cinfln| ber ^nnfentdegrop^e auf tDir^^aftsocttel^r unb IPirtf^ftsIeben foiDie bit 
Hegelung ber Sunfentelegrap^ie im bentfdKn nnb internationalen Pecte^r etorteti 

noutif. DonOberlebrer Dr. 3obannesmöIIer. Iltit58 5ig. (Bb. 255.) 

(Bibt eine a^emeinoerftSnblit^e Überfid^t über bas gefamte (Bebtet ber Steuermannstunft, bfe 
mittel unb lltetitoben, mit beren Qilfe ber Seemann fein S^iff fi^er fiber See bringt. 

Die Cuftf^iff o^ttt i^re loiffenfc^aftli^en (brunblagen unb ifyct tec^nif^e 
(Entiöicflttng. DonDr.Raintunbllimfübr. 2.aup. mit42abb. (Bb.300.) 

Bietet eine umfaffenbe ParfteOung ber toiffenfd^ftliqen (Brunblagen unb ted^nifd^en OEntnidRuna 
ber £uftfd^{ffa^rt, inbem es oor aQem bas Problem bts Pogelfluges unb bas aeroftatifdie uno 
aerobi^namifd^e prinsip bts Ifinftlid^en 5iuges bel^tnbelt unb eine ausffi^rlid^ burd) ta^lreic^ 
Hbbilbungen unterftü^te Beitreibung ber oerf(Qiebenen Konftruttionen oon Cuftfd^tffen, DOn 
ber ntontgolfiere bis 3um tRotorballon unb 3um mobemen aeroi)Ian gibt. 

27 



^lu tloiut unb <5efftestDeIt. 

3c5er Battb g^^eftei Hl. 1.—, in Ceintoanö gebunöctt Ilt. 1.25. 

Die Belett^tttitdsatten 6et <5egentDart X)onDr.phil.tDtI6eIin Brüfc6. 
mit 155 Hbbilöungen. (B5. 1080 

Bel)an5elt 6ie ted^nifc^en unb tDfffenfd)aftIi^en BeMngungen für hU IJetfienuita einer mlrt» 

g^afüi^en Ci^tqucIIe unb Mc Ilte^oöen fflt 6fc Beuttettung i^res loirfliAcn tVertes ffir öen 
erorau^er, 5ie eimelnen Beteu^^tungsarten fotoo^T |}{nfid)tlf q i^rer p^i)fif alif ^en unö iitmi\äitn 
(BrunMagen ol$ auq i^rer tCe^nif unb QetfteHung. 

BfI6et aas 6et ^emlf^en tCe^nlf« Von Dr. Hrtur ntüller. HTtt 

24 abbilöungen. (B5. 191.) 

^ne 6ur(!^ le^rrei^e dbbttöttitgeti uttterfifi^ie DatHeHuna der Siete unb IJUfsinittel ber 
Aemif^n tteil^nil im allgemeinen, toie öet loi^gften (5eolete (3. B.: S^nefelfSure, Soba, 
(Lfilor, Sttipcterfäure, tEeeröeftillation, Sartftoffe) im befonberen. 

adrilultut^emie. Don Dr. p. Krif^e. mit 21 abbtlb. (B5. 314.) 

€ine aüaemeinoerftänMiil^c Überfiel übet Sefc^i^te. Aufgaben, ntet^oden, Heftittote unb €r<* 
folge biefes DoßstDirtf^aftli^ fo toi^tigen Stoeiges ber angeiDanbten Chemie. 

Chemie unb ITe^nolodie 6et Sptendftoffe. Von <be^. Heg.«Hat 
Prof. Dr. Ru5. Bicbermann. mit 15 5ig. (Bb. 286.) 

(Bibt eine aügemeinoerftanblidte, umfaffenbe Sil^ilberung bts Gebietes ber Ssrengftoffe, ibrer 
(bef^id)t« unb i^rer Qerftellung bis jur mobemen Sprenaftoffgroftinbuftrie, t^rer 5abritation, 
Sufammenfe^ung unb tPirtungsiDeife fomie i^ret Anmenoung auf ben oerf^iebenen C^ieten. 

Plboto^einie. DonProf.Dr.ibottfriebKüntntelL mit23abb. (B5.227.) 

Crfifirt in einer für ftbtn oerftänbIid)en DarfteHung bie ^cmif(!^en Dorgänge unb (befe^e ber 
€imDirIung bes tiä^tts auf bie oerfil^iebenen Subftansen unb i^re prattifd^e Amoenbung, be« 
fonbers in ber Pdotogrop^ie, bis ju bem füngften Oerfa^ren ber 5<trbenp^otogra|)^ie. 

<£leftto4einfe. Von prof. Dr. Kurt Hrnbt. mit 38 Bhh. (Bb. 234.) 

€rdffnet einen Haren (Einblid in bit toiffenf^aftliil^en (brunblagen biefes mobemften 3tDeige3 
ber (Ll^emie, um bann feine glfin3enben tedE)nifa)en (Erfolge oor Hugen 3U führen. 

Die 1taiuni>inen(<d^aften im Qousl^ait. Don Dr. 3o^annes Bon« 
garbt. 3n 2 Bönben. mit sa^Ireic^en Hbbilöungen. (Bb. 125. 126.) 

I. tteil: tOie forgt bie ßausfrau für bie (befunblteit ber 5amilie? mit 31 ^h. (Bb. 125.) 
II. tCeil: IDie forgt bU Hausfrau für gute tta^rung? mit 17 Hbb. (Bb. 126.) 

Selbft gebObete I)ausfrauen lönnen fi^ fragen ni(!^t beantmorten tnie bie, »es^alb fie 3. B. 
lonbenfierte mil<!^ auc^ in ber feigen Seit in offenen (befagen aufbewahren lonnen, toes^alb 
fie hartem tPaffer Soba jufe^en, mes^olb (Dbft im fupfemen Keffci ni<^t erfaiten folL Da 
foll ^ier an ber f^anb etnfad)er Beispiele, unterftü^t burd) (En>erimente unb Hbbilbunaen, 
bas natunoiffenfdtaftli^e Denfen ber Ceferinnen fo gefd)ult tnerben, ba% fie beffi^igt xoevben, 
oud) foI(^e 5ragen felbft 3U beantn>orten, bit bas Bud) unberüctfiil^tigt lägt. 

Chemie in Küd^e unb Qous. Don toeil. Prof. Dr. 6 u ft ao Hb e t 2. HufL 

Don Dr. 3ofcp^ Klein, mit einer mehrfarbigen Doppeltafel. (Bb. 76.) 

(bibt eine ooUftänöige ÜberficE)t unb Belehrung über bie Itatur ber in Küd^e unb I)aus fi^ 
oon3ie^enben mannigfad^en d^emifd^en proseffe. 

f)ier3u fie^e ferner: 

Unget, XDie ein Bud) entfielt. S. 7. Bruns, Die tCelegrap^ie. S. 15. <Brae^, Das £{(^t 
unb bie Farben. S. 20. alt, Die pbqfif ber Kalte. 5. 21. Baoinit, Hatürltd^e unb ffinft^ 
lidie Pflansen» unb Sierftoffe. S* 21. Kaifer, Der Cuftftidftoff. S. 21. 



28 



VERLAG VON B.G.TEUBNER IN LEIPZIG UNO BERLIN 






DIE KULTUR DER GEGENWART 

IHRE ENTWICKLUNG UND IHRE ZIELE 

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR PAUL HINNEBERG 

In 4 Teilen. Lcx.-8. Jeder Teil zerfallt in einzelne inhaltlich vollständig 
in sich abgeschlossene und einzeln käufliche Bände (Abteilungen). 



Teu I: Die geisteswissenschaft- 
lichen Kulturgebiete, l mifte. 

Religion und Philosophie, Literatur, 
Musik und Kunst (mit vorangehender 
Einleitung zu dem Gesamtwerk}. 

Tea n: Die geisteswissenschaft- 
lichen Kuiturgeblete. 2 jiäifte. Staat 

und Gesellschaft, Recht und Wirtschaft 



TeU m: Die naturwissenschaft- 
lichen Kulturgebiete. Mathematik, 
Anorganische und organische Natur- 
wissenschaften, Medizin. 

Teil IV: Die technischen Kultur- 
gebiete. Bautechnik, Maschinen- 
technik, industrielle* Technik, Land- 
wirtschaftliche Technik, Handels- und 
Yerkehrstechnik. 



Die „Kultur der Gegenwart" soll eine systematisch aufjoebaute, gesobiobt- 
lich begründete Gesamtdarstellung unserer heutigen Kultvir darbieten, indem sie 
die Fundamentalergebnisse der einzelnen Kulturgebiete nach ihrer Bedeutung 
für die gesamte Kultur der Gegenwart und für deren Weiterentwicklung in 
grofien Zügen zur Darstellung bringt Das Werk vereinigt eine Zahl erster 
Namen aus allen Gebieten der Wissenschaft und Praxis und bietet Darstellungen 
der einzelnen Gebiete jeweils ans der Feder des dazu Berufensten in gemein* 
verständiiober, künstlerisch gewählter Sprache auf knappstem Räume. 

„ . . . Wenden wir aber imseren Blick zu den einzelnen Leistungen, die hier 
in reichlichster Fülle geboten sind, dann wissen wir in der Tat nicht, was wir 
herausgreifen und nennen sollen. Aus jedem der angedeuteten Gebiete hat ja 
ein Meister seines Faches das Wichtigste kurz und übersichtlich gegeben, bald 
aus seiner Geschichte das Wesen des behandelten Gegenstandes erläuternd, 
bald ihn in mehr prinzipieller und schematischer Form vor dem Leser ausbreitend. 
Abgesehen von dem Wert der hervorragenden Einzelleistungen erhalt das ganze 
Unternehmen, zu dem es gehört, seinen besonderen Wert dadurch, daß es ver- 
sucht, unser Wissen und Können zu einer möglichst systematischen Einheit zu 
verarbeiten. Damit wird es einem gebieterischen Bedürfnis unserer aus der 
seelischen Zerklüftung zur Einheit strebenden Zeit gerecht und steht so da als 
ein bedeutsames Zeichen der Zeit'* (Deutsche Zeitung.) 



Probeheft und Sonder- Prospekte ^^" <«« einzelnen 

— ^— — ^— ^— — ^— — ^— — ^— — Abteilungen (mit 
Auszug aus dem Vorwort des Herausgebers, der Inhaltsübersicht 
des Gesamtwerkes, dem Autoren- Verzeichnis und mit Probestücken 
aus dem Werke) werden auf Wunsch umsonst und postfrei 

vom Verlag versandt. 



29 



DIE KULTUR DER GEGENWART 



Bisher sind erschienen: 

Die allgemeinen Grundlagen der Kultur der Gegenwart 

(1.1.) pcVtt.671SJ[ UZ.-S. 1906. Geh. JC 16.— , in Leinwand geb. <4^18.-> 

Inhalt: Das Wesen der Kattor: W. Leiis. — Das moderne Bildangswesen: Fr« 
Pauls en. — Die wichtigsten Bildungsmittel. A. Schulen und Hochschulen. Das Volks* 
Schulwesen: Q. Sch<Vppa. Das hdhere Knabenschtthreaett: A. Matthias. Das höhere 
Mädchenschttlwesen : H. a u d i g. Das Fach- and PortbiMnngsschiilwesen rO.Kerschen«* 
Steiner. Die geisteswissenschaftliche Hochschulausbildung: Fr. Panlsen. Die natur- 
wissenschaftliche Hochschttlaoabildang : W. r. D y c k. B. Museen. Knnst- nad Kunstgewerbe« 
Museen: L. Pa Hat. Naturwissenschaftlich -technische Museen: K. Kr aep et in. C. Aus- 
stellungen. Kunst- und Kunstgewerbe-Ausstellungen : J. Lessing. Naturwissenschaftlich- 
technische Attsatettiuiffen: O.N.Witt. D. Die Musik: 0. Qdhler. E. Das Theater; 
F. Schienther. F. Das Zeitungswesen : K. BQcher. Q. Das Buch: R. Pietschmaniu 
H. Die Bibliotheken: F. Milkan. - Die Organisallon der Wissenschaft: H. Diels. 

Die orientalischen Religionen mit Einleltans „Die Anfange der 
Religion und die Religion der primitiven Völker". 0. IIL i.) |V1I ti. 267 S.| 
t.ex.-8. 1906. Geh. Jt 7.—, in Leinwand geb. Ji 9.—. 

Inhalt: Die Anfänge der Religion und die Religion der primitiven Völker: Edn 
L e h m a n n. — I. Die ägyptische Religion : A d o 1 f B r m a n. — II. Die fasiatischen Retigionen^ 
Die babylottisch-assyriscne Relkrion: C. Bezold. Die indische Religion: H. Oldenberg« 
Die iranische Religion: H. Ol den b erg. Die Reltsion des Islams: I. Goldziher. Der 
Lamaismus: A. Grfinwedel. Die Religionen der Chinesen: J. J. M. de Oroot. Die Relt^ 
gionen der Japaner: a) Der SMntoismns: K..Plorenz. b) Der Buddhismus. H. Haas« 

Die christliche Religion mit ElneeMil der leraelitieoh-jadieoliei 
Religion. (1. 4.) pC u. 752 S.] Lex.-8. 1906. Qeh. M 16.-, in Leinwand 
geb. JC 18.-. Auch in zwei Hälften: 

I. Geschichte der christlichen Religion. Qeh. JC 9.60, geb. JC IL*. 

Inhalt: Die israeUtisch-jfidische Religion: J. Wellhauaen. Die Religion Jesu und 
die Anfänge des Christentums bis zum Nicaennm (325) : A. J ü I i c h e r. Kirche and Staat bis zur 
Crfindung der Staatskirche: A. Harnack. Qriechiach-orthodoiet Christentum und Kirche in 
Mittelalter und Neuzeit: N. Bonwetsch. Christenhim nnd Kirche Westeuropas im Mittel- 
aller: K. Müller. Katholisches Christentum und Kirche in der Neuzeit: F. X.Ponk. Pro^ 
testantisches Christentum und Kirche in der Neuzeit: E. Troe lisch. 

U. Systematische christliche Theologie. Qeh« JC 6.60, geb. JC 8.— 

Inhalt: Wesen der Religion und der Religionswissenschaft: B. Troelt seh. Chrisf- 
Vch-katholischeDogmaUk: J. Pohle. ChristUch-katholische Ethik: J. Maasbach. Christ- 
lich-katholische praktische Theologie: C. Krieg. Christlich-protestantische Dogmatik: W« 
Herrmann. Christlich -protestantische Ethik: R. Seeberg. Christlich- protestantische 
praktische 'nieok>ffie: W.Paber. Die Zukanftsauigaben der Religion and der Religions- 
wissenschaft: H. J. Holtzmann. 

Allgemeine Geschichte der Philosophie, (ls.) [viii 0.572$.] 

Lex.-8. 1909. Geh. JC 12.-, in Leinwand geb. Jt 14.-. 

Inhalt: Einleitung. Die Anfange der Philosophie und die Philosophie der primitiven 
Völker: Wilhelm Wundt. I. Die indische Philosophie: Hermann Oldenberg. II. Die 
islamische und die jüdische Philosophie: Ignaz Qoldziher. III. Die chinesische Philo- 
sophie: Wilhelm Grube. IV. Die japanische Philosophie: Tetsujiro Inouye. V. Die 
europaische Philosophie des Altertums : H a n s v o n A rn i m. VI. Die europaische Philosophie 
des Mittelalters: Clemens Bäumker. VII. Die neuere Philosophie: Wilh. Windelband. 

Systematische Philosophie, (i. 6.) 2., durchgesehene Aun. [xu. 

435 S.] Lex.-8. 1908. Geh. JC 10.—, in Leinwand geb. JC 12.—. ^ 

Inhalt: Alloemeines. Das Wesen der Philosophie: Wilhelm Dilthey. Die ein*« 
zelnen Teilffebiete. I. Logik und Erkenntnistheorie :Aloi8Rieht II. Metaphysik: W i 1 h e 1 qi 
Wundt. 111. Naturphilosophie: Wilh e Im Ost wald. IV.Psychologie: Hermann Bbbing-v 
haus. V. Philosophie der Geschichte: Rudolf Bücken. VI. Ethik: Friedrich 
Paulsen. VIL Pädagogik : Wilhelm Münch. VIII. Ästhetik: Theodor Lipps. - IM . 
Zukunftsaufgaben der Philosophie: Friedrich Paulsen. 

30 ^ 



DIE KULTUR DER GEGENWART 



Die orientalischen Literaturen mit Einleitung „Die AnUnge der 

Literatur und die Uteratur der primitiven VSilier^. (1.7.) [IX u. 419 S.J 
Lex.-8. 1906. Geh. JC 10.-, in Leinwand geb. JC 12.-. 

Inhalt: Die Anlänee der Uteratar und die Ut. der primiHiren Vdlker: E. Schmidt. — 
Die igyptische Ut.: A. crman. Die babyloiiisch-assyrische Ut.: C. Bezold. Die israe» 
liHscfae lil.: H. Oankel. Die aramäische U\,\ Th. Nöldelce. Die äthiopische Ut.: Th. 
Nftldeke. Die «rabische Ut.: M. J. de Qoeje. Die indische Ut: R. Pischel. Die 
altpersiseh« Ut : K. Q e I d n e r. Die nüttelpersische Ut. : P. H o r n. Die neopersiscfae Ut. : 
P. n r n. Die türkische \a\.\ P. H o r n. Die armenische Ut. : P. N. F 1 n c k. Die georgische 
Ut: F. N. Finck. Die chinesische Ut: W. Grube. Die japanische Ut: K. Florenz. 

Die griechische und lateinische Literatur und Sprache. 

(1. ».) 2. Auflage. (VIII u. 494 S.] Lex.-8. 1907. Geh. JC 10.--^ in Lein- 
wand geb. JC 12.—. 

Inhalt: 1. Die griechische Uteratnr and Sprache. Die griechische Uterator des Alterhims: 
Ü. V. Wilamowitz-Meellendorft Die griechische Uteratur des Mittelalters: K. Krum- 
b ach er. Die griechische Sprache: J. Wacker naget IL Die lateinische Uterahir und 
Sprache. Dier5mi8cheUteraturdesAltertum8:Fr. Leo. Die lateinische Uteratur im Obeigan^ 
vom AUertom zum Mittelaller: B. Norden. Die lateinische Sprache: F. Skutsch. 

Die osteuropäischen Literaturen und die siawisciien sprachen. 

(L 9.) [VIII u. 396 S.] 1908. Geh. JC 10.—, in Leinwand geb. JC 12.—. 
Inhalt: Die slawischen Sprachen: V. ▼. Jagi£. ~ Die russisoie Uterator: A. 
Wesselovsky. Die polnische Literatur: A. BracKner. Die bdhmische Literatur: J. 
Mächal. Die südslawischen Literaturen: M. Murko. Die neugriechische Literatur: 
O. Tbumb. Die ungarische Uteratur: Fr. Ried t Die finnische Literatur: B. N.Set älä. 
Die esttrische Literatur: Q. Suits. Die litauische Uteratur: A. Bezzenberger. Die 
lettische Uteratur: B. Wolter. 

Die romanischen Literaturen und Sprachen mit Einsciiinft 

des KeltiselieB. ^.xi.i.) [VUu. 499S.] Ux.-a 1909. Geti. «^ 12.-, in 

Leinwand geb. JC 14.—. 

Inhalt: I. Die keltischen Uteraturen. 1. Sprache und Literatur der Kelten im all- 
gemeinen: Heinrich Zimmer. 2. Die einzelnen keltischea Uteraturen. a) Die irisch- 
gälische Literatur: Kuno Meyer, b) Die schottisch-gälische und die Manx-Literatur. 
c) Die kymrische (walisische) Uteratur. d) Die komische und die bretonische Uteratur: 
Ludwig Christiaa Stern. — U. Die romanischen Uteraturen. 1. Frankreich bis zum 
Ende des 15. Jahrhunderts. 2. Italien bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. 3. Die kasti- 
Itsche und portugiesische Uteratur bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. 4. Frankreich bis 
zur Romanhk. 5. Die übrige Romania bis zur Romantik. 6. Das 19. Jahrhundert: Hein- 
rich Mort — HI. Die romanischen Sprachen: Wilhelm Meyer-Lflbke. 

Staat und Gesellschaft der neueren Zeit (bis zur französ. 

Revolution). (IL v. i.) Bearb. v. P. v. Bezold, E. Qothein und R. Koser. 
IVI u. 349 S.] Lex.-8. 1908. Geh. Jt 9.-, in Lwd. geb. JC 11.-. 

Inhalt: I. Staat und Gesellschaft des Reformationszeitalters, a) Staatensystera und 
Machtverschiebungen, b) Der moderne Staat und die Revolution, c) Die gesellschaftlichen 
Wandlungen und tue neue Oeisteskultur: Friedrich Yon Bezold. II. Staat und Gesell- 
schaft des Zeitalters der Gegenreformation : E b e rh. Go t h e i n. UI. Staat und Gesellschaft zur 
Höhezeit des Absolutismus, a) Tendenzen, Erfolge und Niederlagen des Absolutismus, b) Zu- 
stftnde der Gesellschaft, c) Abwandlungen des europäischen Staatensystems :Reinh.Koser. 

Allgemeine Yerfassungs- und Yerwaitungsgeschichte 
des Staates und der Gesellschaft. (IL2.) 

Inhalt: L Anfänge der Verfassung und der Verwaltung; Verfassung und Verwaltung 
der primitiven Völker: A. Vierkandt. IL Orientalische Verfassung und Verwaltung des 
Aiteriums, Mittelalters und der Neuzeil. 1. Altertum : L. Wenger. 2. Mittelalter und Neuzeit. 
a) Nordafrikanische und westafrikanische (islamische) Verfassung und Verwaltung : M. H art- 
mann, b) Ostasiatische Verfassung und Verwaltung: 0. Franke. III. Europäische Ver- 
fassung und Verwaltung. 1. Altertum: L. Wenger. 2. Mittelalter: A. Luschin v. 
Ebengreuth. 3. Neuzeit: 0. Hintze. 



DIE KULTUR DER GEGENWART 



Staat und Gesellschaft des Orients, (ii-s) 

Inhalt: I. Anfänge des Staates und der Gesellschaft. Staat and Ges( 
primitiven Völker: A. Vierkandt. — II. Staat und Gesellschaft des Orients i| 
Mittelalter und der Neuzeit A. Altertum. G. Maspero. B. Mittelalter ui 
1. Staat und Gesellschaft Nordafrikas und Westasiens. (Die islamisch^ 
M. Hartmann. 2. Staat und Gesellschaft Ostasiens, a) Staat und Gesellscl 
O. F r a n k e. b) Staat und Gesellschaft Japans : K. R a t h g e n. 

Systematische Rechtswissenschaft, (il s.) [x, lx uJ 

Lex.-8. 1906. Qeh. JC 14.— , in Leinwand geb. JC 16.~. 

Inhalt: Allgemeines Wesen des Rechtes und der Rechtswissenschaft : R. S tai 
Die einzelnen Teilgebiete : Privatrecht. Bargerliches Recht : R. S o h m. Handels- und V 
recht: G. Gar eis. Versicherungsrecht: V. Ehrenberg. Internationales Privatrecj 
Bar. Zivilprozeßrecht : L. v. S e u ff e r t. Strafrecht und Strafprozefirecht : F. v. L i s z t t 
recht: W. Kahl. Staatsrecht: F. Lab and. Verwaltungsrecht. Justiz und Verwaltl 
A n s c h a t z. Polizei und Kulturpflege : B. B e r n a t z i k. Völkerrecht: F. v. M a r t i t z. 
kunftsaufgaben des Rechtes und der Rechtswissenschaft: R. Stammler. 

Aligemeine Yollcswirtschaftsiehre. (ii.x. i.) vonw.Li 

Geh. M. 7.— , in Leinwand geb. M. 9.— . 

Inhalt. Einleitung. — Der Kreislauf der Volkswirtschaft. I. Der Wert II. Die^ 
frage. III. Die Produktion. IV. Kapitalvermögen und Unternehmung. V. Das Ai 
VI. Die Preisbildung. VII. Handel und Preise. VIII. Das Geld. IX. Kredit- und Bank 
X. Der Wert der Geldeinheit. XI. Das Einkommen. XII. Näheres Ober Arbeitseinkc 
und Kapitalgewinn. XIII. Die Grundrente. XIV. Produktion und Einkommen. XV. I 
XVI. Die Konsumtion. XVII. Produktion und Verteilung. XVIII. Zukunftsaussichten; 

in Vorbereitung befinden sich: 

Aufgaben und Methoden der Geisteswissenschaften. (I- 2.) — Europäische 
Religion des Altertums. (I. iii. 2.) — Deutsche Literatur und Sprache. (I.io.) 
— Englische Literatur und Sprache, skandinavische Literatur und allge- 
meine Literaturwissenschaft (I. xi. 2.) — Die Musik. (L 12.) — Orienta« 
lische Kunst Europäische Kunst des Altertums. (1. 13.) — Europäische 
Kunst des Mittelalters und der Neuzeit Allgemeine Kunstwissenschaft 
<l. 14.) — Völker-, Länder- und Staatenkunde. (II. i.) — Staat und Gesell- 
schaft Europas im Altertum und Mittelalter. (II. 4.) •— Staat und Gesell- 
schaft der neuesten Zeit (II. v. 2.) — System der Staats- und Gesell- 
schafts-Wissenschaft (II. 6.) — Allgemeine Rechtsgeschichte mit Geschichte 
der Rechtswissenschaft (II. 7.) — Allgemeine ¥firtschaftsgeschichte mit 

Geschichte der Volkswirtschaftslehre. (IL 9.) 



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